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Allgemeine Zeitung. Nr. 14. Augsburg, 14. Januar 1840.

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die Consequenz bis aufs Aeußerste zu treiben, und in dem Wahne leben, daß ihre Traditionen in der Pairskammer noch am längsten haften und mit der Zeit selbst wieder erwünschte Früchte tragen würden. Zu der Opposition der ersten Nuance rechnen wir z. B. Cousin und Villemain, so lange er nicht Minister war, und in mancher Hinsicht, obgleich weniger, Charles Dupin, welcher vorgestern in seiner etwas charakterlosen Weise das Wort geführt hat. Cousin und Villemain, als Talente dem letzteren weit überlegen, wurden durch die Stürme der Juliusrevolution zu einer Zeit in die Pairskammer geworfen, wo man an die ihr bevorstehenden Reformen allerdings gewisse Hoffnungen für ihre Stellung und ihren Einfluß in der weiteren Entwicklung der constitutionellen Monarchie knüpfen konnte. Diese Hoffnungen sind aber getäuscht worden, weil die Reformen entweder bis zur Stunde noch nicht ins Leben getreten sind oder nicht die Früchte getragen haben, welche man davon erwartete; und eben deßhalb mußten sich Leute, wie Cousin und Villemain, auf diesem für ihre aus der Juliusrevolution geretteten Ideen und Grundsätze wenig empfänglichen Terrain nur zu bald unheimlich und auf eine höchst unangenehme Weise gelähmt fühlen. Die Nothwendigkeit, ihre Kräfte zu üben und das Verlangen, ihrem Mißmuthe Luft zu machen, trieb sie gewaltsam in eine Opposition, welche zwar fast immer geistreich, nicht selten selbst treffend und pikant war, aber in ihren Resultaten am Ende doch immer kraftlos und ohne wesentlichen Nutzen geblieben ist. Denn, trotz aller Schärfe des Geistes und aller Gewalt des Wortes, ist es weder Villemain noch Cousin gelungen, die Geister so für sich zu gewinnen und zu beherrschen, daß sich nach und nach eine Partei um sie gruppirt hätte; es fehlte ihnen hiezu vielleicht die Hauptsache: die Macht eines bestimmt durchgebildeten politischen Charakters, welcher mit der Festigkeit der Ueberzeugungen Reinheit und Redlichkeit der Absichten im höhern Sinne zu verbinden weiß. Sie sind beide isolirte Erscheinungen geblieben, und während Cousin immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, ist Villemain Minister, gleichsam als ob er dazu verdammt wäre, seinen politischen Charakter vollends durch alltägliche Inconsequenzen zu Grunde zu richten. Charles Dupin steht in dieser Kategorie eigentlich nur auf zweiter Linie. Denn sein vorgestriger Vortrag hat eben nur aufs neue bewiesen, daß bei ihm die Masse des materiellen Wissens der Freiheit des Gedankens Fesseln anlegt, und er nicht einmal kühn genug ist, mit Entschiedenheit hervorzutreten. Auf diesem Wege ist durch Opposition nichts, am wenigsten eine Partei zu gewinnen. - In der zweiten Nuance der individuellen Opposition, der des jüngern, aufstrebenden Geschlechts, haben sich bis jetzt vorzüglich zwei noch sehr junge talentvolle Männer hervorgethan: Graf Alton-Shee und noch mehr Graf Montalembert. Die Nichtigkeit der Pairie lastet auf ihnen um so drückender, je lebendiger, je stärker in ihnen, bei voller Jugendkraft, das Bewußtseyn einer politischen Bestimmung und das Verlangen nach ihrer Erfüllung zu seyn scheint. Hat die Pairskammer überhaupt noch eine bedeutendere Zukunft zu erwarten, so liegt sie gewiß zum großen Theil mit in den Bestrebungen dieser jungen ausgezeichneten Geister. Allein bis jetzt haben auch sie noch wenig oder nichts erreicht, weil sie gerade in der Pairskammer ihre Jugend zu sehr gegen sich haben, und ihre politische Entwickelung theils zu ausschließend, theils noch nicht zur gehörigen Reife gediehen ist. Das erstere gilt mehr von Graf Montalembert, welcher bekanntlich den religiösen Mysticismus selbst in der Politik geltend machen möchte, das zweite von Graf Alton-Shee, welcher die Reform der Pairskammer nach einigen allgemeinen Ideen für möglich hält, deren praktische Ausführbarkeit wenigstens noch bezweifelt werden kann. (Man findet sie in der im vorigen Jahre von ihm bekannt gemachten Broschüre: "De la Chambre des Pairs dans le Gouvernement representatif.") Ueberdieß sind beide durch Verschiedenheit der Richtung von einander getrennt, und weder der eine noch der andere hat einen Anhang gewonnen, welcher sich mit der Zeit als politische Partei geltend machen könnte. Was endlich die dritte Nuance der individuellen Opposition in der Pairskammer, die der Legitimisten, betrifft, so glauben wir ihren Charakter schon hinlänglich dadurch bezeichnen zu können, daß wir sagen, daß sie überhaupt mehr der Vergangenheit angehört, als der Zukunft. Die Legitimisten, sollte man meinen, hätten sich gerade in der Pairskammer noch am ersten als Partei erhalten müssen; allein selbst hier sind sie unter sich zerfallen, so daß die Opposition des Marquis von Dreux-Breze mit der des Herzogs v. Noailles sehr wenig gemein hat. Dieser bewegt sich offenbar in einer höhern Sphäre der Politik, als jener, welcher sich zu sehr ans Kleinliche, mitunter selbst das Gemeine hängt, um noch Effect machen zu können. Opposition dieser Art ist die unfruchtbarste und auch die unschädlichste von allen, während die Geringschätzung, mit welcher gewisse Organe der Regierung von der Rede des Herzogs v. Noailles über die orientalischen Angelegenheiten sprechen, gerade beweisen dürfte, daß sie weder ohne Gehalt ist, noch ihr Ziel ganz verfehlt hat. Im Ganzen genommen kann daher von einer Opposition in der Pairskammer im parlamentarischen Sinne kaum die Rede seyn. Und so wie die Dinge jetzt stehen, ist sie auch ihrer Natur nach weit weniger dazu gemacht, in ihrem Schooße eine gefährliche Opposition gegen die Regierung zu pflegen, als sich als opponirende Gewalt gegen die Deputirtenkammer geltend zu machen, sobald diese den vernichtenden Einflüssen der Linken die Oberhand lassen sollte. Für den Augenblick ist in dieser Beziehung freilich wenig zu fürchten; aber es können Zeiten kommen, wo hierdurch die Pairskammer, als conservatives Element der Staatsverfassung, auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Dann wird es sich zeigen, ob sie, ungeachtet der Zerrissenheit ihrer Elemente, zur Einheit und Bestimmtheit ihres politischen Zweckes gelangen kann. Für jetzt hat sie keine Opposition, keine Majorität, überhaupt kein parlamentarisches Leben, und muß daher, ohne Mittel zur Erhebung, in ihrer Unmacht vorläufig noch auf sich beschränkt bleiben.

Heute beginnen in der Deputirten-Kammer die Debatten über den Entwurf der Adresse: sie werden vermuthlich ein paar Sitzungen wegnehmen; es ist aber vorherzusehen, daß sie ohne besondere Bedeutung seyn werden. Die Opposition billigt nämlich im Allgemeinen den Entwurf, insbesondere ist sie sehr mit dem letzten Absatze des Entwurfs zufrieden, der gegen das sogenannte Gouvernement personnel gerichtet ist, obwohl die Mißbilligung dieses Systems sich nicht klar in jenem § ausgesprochen findet. Vermuthlich wird dieser § von den Freunden des Ministeriums Mole angegriffen werden, deren mehrere sich gegen den Entwurf haben einschreiben lassen. - Hr. Demousseaux de Givre will dem Ministerium vorwerfen, es könne in der Kammer nur auf 23 Stimmen zählen; die übrigen Mitglieder stimmten nach den Umständen bald für, bald gegen dasselbe: mithin könne es die Session nicht durchleben. Hr. Garnier Pages wirft ihm vor, es habe kein eigenes System, sondern schwanke in allen inneren Fragen zwischen den ehemaligen 221 und 213, die es beide fürchte, und durch die Coexistenz dieser beiden Parteien finde sich seine Kraft gelähmt, so daß es in der That gar nichts thue. Hr. Thiers, heißt es, wird seiner Galle gegen seinen ehemaligen Freund Dufaure freien Lauf lassen. Der Hof, der diese Aeußerungen voraus kennt, erwartet sie mit Freuden, weil sie das jetzige Cabinet immer mehr herabsetzen, und der


die Consequenz bis aufs Aeußerste zu treiben, und in dem Wahne leben, daß ihre Traditionen in der Pairskammer noch am längsten haften und mit der Zeit selbst wieder erwünschte Früchte tragen würden. Zu der Opposition der ersten Nuance rechnen wir z. B. Cousin und Villemain, so lange er nicht Minister war, und in mancher Hinsicht, obgleich weniger, Charles Dupin, welcher vorgestern in seiner etwas charakterlosen Weise das Wort geführt hat. Cousin und Villemain, als Talente dem letzteren weit überlegen, wurden durch die Stürme der Juliusrevolution zu einer Zeit in die Pairskammer geworfen, wo man an die ihr bevorstehenden Reformen allerdings gewisse Hoffnungen für ihre Stellung und ihren Einfluß in der weiteren Entwicklung der constitutionellen Monarchie knüpfen konnte. Diese Hoffnungen sind aber getäuscht worden, weil die Reformen entweder bis zur Stunde noch nicht ins Leben getreten sind oder nicht die Früchte getragen haben, welche man davon erwartete; und eben deßhalb mußten sich Leute, wie Cousin und Villemain, auf diesem für ihre aus der Juliusrevolution geretteten Ideen und Grundsätze wenig empfänglichen Terrain nur zu bald unheimlich und auf eine höchst unangenehme Weise gelähmt fühlen. Die Nothwendigkeit, ihre Kräfte zu üben und das Verlangen, ihrem Mißmuthe Luft zu machen, trieb sie gewaltsam in eine Opposition, welche zwar fast immer geistreich, nicht selten selbst treffend und pikant war, aber in ihren Resultaten am Ende doch immer kraftlos und ohne wesentlichen Nutzen geblieben ist. Denn, trotz aller Schärfe des Geistes und aller Gewalt des Wortes, ist es weder Villemain noch Cousin gelungen, die Geister so für sich zu gewinnen und zu beherrschen, daß sich nach und nach eine Partei um sie gruppirt hätte; es fehlte ihnen hiezu vielleicht die Hauptsache: die Macht eines bestimmt durchgebildeten politischen Charakters, welcher mit der Festigkeit der Ueberzeugungen Reinheit und Redlichkeit der Absichten im höhern Sinne zu verbinden weiß. Sie sind beide isolirte Erscheinungen geblieben, und während Cousin immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, ist Villemain Minister, gleichsam als ob er dazu verdammt wäre, seinen politischen Charakter vollends durch alltägliche Inconsequenzen zu Grunde zu richten. Charles Dupin steht in dieser Kategorie eigentlich nur auf zweiter Linie. Denn sein vorgestriger Vortrag hat eben nur aufs neue bewiesen, daß bei ihm die Masse des materiellen Wissens der Freiheit des Gedankens Fesseln anlegt, und er nicht einmal kühn genug ist, mit Entschiedenheit hervorzutreten. Auf diesem Wege ist durch Opposition nichts, am wenigsten eine Partei zu gewinnen. – In der zweiten Nuance der individuellen Opposition, der des jüngern, aufstrebenden Geschlechts, haben sich bis jetzt vorzüglich zwei noch sehr junge talentvolle Männer hervorgethan: Graf Alton-Shee und noch mehr Graf Montalembert. Die Nichtigkeit der Pairie lastet auf ihnen um so drückender, je lebendiger, je stärker in ihnen, bei voller Jugendkraft, das Bewußtseyn einer politischen Bestimmung und das Verlangen nach ihrer Erfüllung zu seyn scheint. Hat die Pairskammer überhaupt noch eine bedeutendere Zukunft zu erwarten, so liegt sie gewiß zum großen Theil mit in den Bestrebungen dieser jungen ausgezeichneten Geister. Allein bis jetzt haben auch sie noch wenig oder nichts erreicht, weil sie gerade in der Pairskammer ihre Jugend zu sehr gegen sich haben, und ihre politische Entwickelung theils zu ausschließend, theils noch nicht zur gehörigen Reife gediehen ist. Das erstere gilt mehr von Graf Montalembert, welcher bekanntlich den religiösen Mysticismus selbst in der Politik geltend machen möchte, das zweite von Graf Alton-Shee, welcher die Reform der Pairskammer nach einigen allgemeinen Ideen für möglich hält, deren praktische Ausführbarkeit wenigstens noch bezweifelt werden kann. (Man findet sie in der im vorigen Jahre von ihm bekannt gemachten Broschüre: „De la Chambre des Pairs dans le Gouvernement représentatif.“) Ueberdieß sind beide durch Verschiedenheit der Richtung von einander getrennt, und weder der eine noch der andere hat einen Anhang gewonnen, welcher sich mit der Zeit als politische Partei geltend machen könnte. Was endlich die dritte Nuance der individuellen Opposition in der Pairskammer, die der Legitimisten, betrifft, so glauben wir ihren Charakter schon hinlänglich dadurch bezeichnen zu können, daß wir sagen, daß sie überhaupt mehr der Vergangenheit angehört, als der Zukunft. Die Legitimisten, sollte man meinen, hätten sich gerade in der Pairskammer noch am ersten als Partei erhalten müssen; allein selbst hier sind sie unter sich zerfallen, so daß die Opposition des Marquis von Dreux-Brézé mit der des Herzogs v. Noailles sehr wenig gemein hat. Dieser bewegt sich offenbar in einer höhern Sphäre der Politik, als jener, welcher sich zu sehr ans Kleinliche, mitunter selbst das Gemeine hängt, um noch Effect machen zu können. Opposition dieser Art ist die unfruchtbarste und auch die unschädlichste von allen, während die Geringschätzung, mit welcher gewisse Organe der Regierung von der Rede des Herzogs v. Noailles über die orientalischen Angelegenheiten sprechen, gerade beweisen dürfte, daß sie weder ohne Gehalt ist, noch ihr Ziel ganz verfehlt hat. Im Ganzen genommen kann daher von einer Opposition in der Pairskammer im parlamentarischen Sinne kaum die Rede seyn. Und so wie die Dinge jetzt stehen, ist sie auch ihrer Natur nach weit weniger dazu gemacht, in ihrem Schooße eine gefährliche Opposition gegen die Regierung zu pflegen, als sich als opponirende Gewalt gegen die Deputirtenkammer geltend zu machen, sobald diese den vernichtenden Einflüssen der Linken die Oberhand lassen sollte. Für den Augenblick ist in dieser Beziehung freilich wenig zu fürchten; aber es können Zeiten kommen, wo hierdurch die Pairskammer, als conservatives Element der Staatsverfassung, auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Dann wird es sich zeigen, ob sie, ungeachtet der Zerrissenheit ihrer Elemente, zur Einheit und Bestimmtheit ihres politischen Zweckes gelangen kann. Für jetzt hat sie keine Opposition, keine Majorität, überhaupt kein parlamentarisches Leben, und muß daher, ohne Mittel zur Erhebung, in ihrer Unmacht vorläufig noch auf sich beschränkt bleiben.

Heute beginnen in der Deputirten-Kammer die Debatten über den Entwurf der Adresse: sie werden vermuthlich ein paar Sitzungen wegnehmen; es ist aber vorherzusehen, daß sie ohne besondere Bedeutung seyn werden. Die Opposition billigt nämlich im Allgemeinen den Entwurf, insbesondere ist sie sehr mit dem letzten Absatze des Entwurfs zufrieden, der gegen das sogenannte Gouvernement personnel gerichtet ist, obwohl die Mißbilligung dieses Systems sich nicht klar in jenem § ausgesprochen findet. Vermuthlich wird dieser § von den Freunden des Ministeriums Molé angegriffen werden, deren mehrere sich gegen den Entwurf haben einschreiben lassen. – Hr. Demousseaux de Givré will dem Ministerium vorwerfen, es könne in der Kammer nur auf 23 Stimmen zählen; die übrigen Mitglieder stimmten nach den Umständen bald für, bald gegen dasselbe: mithin könne es die Session nicht durchleben. Hr. Garnier Pagès wirft ihm vor, es habe kein eigenes System, sondern schwanke in allen inneren Fragen zwischen den ehemaligen 221 und 213, die es beide fürchte, und durch die Coëxistenz dieser beiden Parteien finde sich seine Kraft gelähmt, so daß es in der That gar nichts thue. Hr. Thiers, heißt es, wird seiner Galle gegen seinen ehemaligen Freund Dufaure freien Lauf lassen. Der Hof, der diese Aeußerungen voraus kennt, erwartet sie mit Freuden, weil sie das jetzige Cabinet immer mehr herabsetzen, und der

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die Consequenz bis aufs Aeußerste zu treiben, und in dem Wahne leben, daß ihre Traditionen in der Pairskammer noch am längsten haften und mit der Zeit selbst wieder erwünschte Früchte tragen würden. Zu der Opposition der ersten Nuance rechnen wir z. B. Cousin und Villemain, so lange er nicht Minister war, und in mancher Hinsicht, obgleich weniger, Charles Dupin, welcher vorgestern in seiner etwas charakterlosen Weise das Wort geführt hat. Cousin und Villemain, als Talente dem letzteren weit überlegen, wurden durch die Stürme der Juliusrevolution zu einer Zeit in die Pairskammer geworfen, wo man an die ihr bevorstehenden Reformen allerdings gewisse Hoffnungen für ihre Stellung und ihren Einfluß in der weiteren Entwicklung der constitutionellen Monarchie knüpfen konnte. Diese Hoffnungen sind aber getäuscht worden, weil die Reformen entweder bis zur Stunde noch nicht ins Leben getreten sind oder nicht die Früchte getragen haben, welche man davon erwartete; und eben deßhalb mußten sich Leute, wie Cousin und Villemain, auf diesem für ihre aus der Juliusrevolution geretteten Ideen und Grundsätze wenig empfänglichen Terrain nur zu bald unheimlich und auf eine höchst unangenehme Weise gelähmt fühlen. Die Nothwendigkeit, ihre Kräfte zu üben und das Verlangen, ihrem Mißmuthe Luft zu machen, trieb sie gewaltsam in eine Opposition, welche zwar fast immer geistreich, nicht selten selbst treffend und pikant war, aber in ihren Resultaten am Ende doch immer kraftlos und ohne wesentlichen Nutzen geblieben ist. Denn, trotz aller Schärfe des Geistes und aller Gewalt des Wortes, ist es weder Villemain noch Cousin gelungen, die Geister so für sich zu gewinnen und zu beherrschen, daß sich nach und nach eine Partei um sie gruppirt hätte; es fehlte ihnen hiezu vielleicht die Hauptsache: die Macht eines bestimmt durchgebildeten politischen Charakters, welcher mit der Festigkeit der Ueberzeugungen Reinheit und Redlichkeit der Absichten im höhern Sinne zu verbinden weiß. Sie sind beide isolirte Erscheinungen geblieben, und während Cousin immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, ist Villemain Minister, gleichsam als ob er dazu verdammt wäre, seinen politischen Charakter vollends durch alltägliche Inconsequenzen zu Grunde zu richten. Charles Dupin steht in dieser Kategorie eigentlich nur auf zweiter Linie. Denn sein vorgestriger Vortrag hat eben nur aufs neue bewiesen, daß bei ihm die Masse des materiellen Wissens der Freiheit des Gedankens Fesseln anlegt, und er nicht einmal kühn genug ist, mit Entschiedenheit hervorzutreten. Auf diesem Wege ist durch Opposition nichts, am wenigsten eine Partei zu gewinnen. &#x2013; In der zweiten Nuance der individuellen Opposition, der des jüngern, aufstrebenden Geschlechts, haben sich bis jetzt vorzüglich zwei noch sehr junge talentvolle Männer hervorgethan: Graf Alton-Shee und noch mehr Graf Montalembert. Die Nichtigkeit der Pairie lastet auf ihnen um so drückender, je lebendiger, je stärker in ihnen, bei voller Jugendkraft, das Bewußtseyn einer politischen Bestimmung und das Verlangen nach ihrer Erfüllung zu seyn scheint. Hat die Pairskammer überhaupt noch eine bedeutendere Zukunft zu erwarten, so liegt sie gewiß zum großen Theil mit in den Bestrebungen dieser jungen ausgezeichneten Geister. Allein bis jetzt haben auch sie noch wenig oder nichts erreicht, weil sie gerade in der Pairskammer ihre Jugend zu sehr gegen sich haben, und ihre politische Entwickelung theils zu ausschließend, theils noch nicht zur gehörigen Reife gediehen ist. Das erstere gilt mehr von Graf Montalembert, welcher bekanntlich den religiösen Mysticismus selbst in der Politik geltend machen möchte, das zweite von Graf Alton-Shee, welcher die Reform der Pairskammer nach einigen allgemeinen Ideen für möglich hält, deren praktische Ausführbarkeit wenigstens noch bezweifelt werden kann. (Man findet sie in der im vorigen Jahre von ihm bekannt gemachten Broschüre: &#x201E;De la Chambre des Pairs dans le Gouvernement représentatif.&#x201C;) Ueberdieß sind beide durch Verschiedenheit der Richtung von einander getrennt, und weder der eine noch der andere hat einen Anhang gewonnen, welcher sich mit der Zeit als politische Partei geltend machen könnte. Was endlich die dritte Nuance der individuellen Opposition in der Pairskammer, die der Legitimisten, betrifft, so glauben wir ihren Charakter schon hinlänglich dadurch bezeichnen zu können, daß wir sagen, daß sie überhaupt mehr der Vergangenheit angehört, als der Zukunft. Die Legitimisten, sollte man meinen, hätten sich gerade in der Pairskammer noch am ersten als Partei erhalten müssen; allein selbst hier sind sie unter sich zerfallen, so daß die Opposition des Marquis von Dreux-Brézé mit der des Herzogs v. Noailles sehr wenig gemein hat. Dieser bewegt sich offenbar in einer höhern Sphäre der Politik, als jener, welcher sich zu sehr ans Kleinliche, mitunter selbst das Gemeine hängt, um noch Effect machen zu können. Opposition dieser Art ist die unfruchtbarste und auch die unschädlichste von allen, während die Geringschätzung, mit welcher gewisse Organe der Regierung von der Rede des Herzogs v. Noailles über die orientalischen Angelegenheiten sprechen, gerade beweisen dürfte, daß sie weder ohne Gehalt ist, noch ihr Ziel ganz verfehlt hat. Im Ganzen genommen kann daher von einer Opposition in der Pairskammer im parlamentarischen Sinne kaum die Rede seyn. Und so wie die Dinge jetzt stehen, ist sie auch ihrer Natur nach weit weniger dazu gemacht, in ihrem Schooße eine gefährliche Opposition gegen die Regierung zu pflegen, als sich als opponirende Gewalt gegen die Deputirtenkammer geltend zu machen, sobald diese den vernichtenden Einflüssen der Linken die Oberhand lassen sollte. Für den Augenblick ist in dieser Beziehung freilich wenig zu fürchten; aber es können Zeiten kommen, wo hierdurch die Pairskammer, als conservatives Element der Staatsverfassung, auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Dann wird es sich zeigen, ob sie, ungeachtet der Zerrissenheit ihrer Elemente, zur Einheit und Bestimmtheit ihres politischen Zweckes gelangen kann. Für jetzt hat sie keine Opposition, keine Majorität, überhaupt kein parlamentarisches Leben, und muß daher, ohne Mittel zur Erhebung, in ihrer Unmacht vorläufig noch auf sich beschränkt bleiben.</p>
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[0108/0004] die Consequenz bis aufs Aeußerste zu treiben, und in dem Wahne leben, daß ihre Traditionen in der Pairskammer noch am längsten haften und mit der Zeit selbst wieder erwünschte Früchte tragen würden. Zu der Opposition der ersten Nuance rechnen wir z. B. Cousin und Villemain, so lange er nicht Minister war, und in mancher Hinsicht, obgleich weniger, Charles Dupin, welcher vorgestern in seiner etwas charakterlosen Weise das Wort geführt hat. Cousin und Villemain, als Talente dem letzteren weit überlegen, wurden durch die Stürme der Juliusrevolution zu einer Zeit in die Pairskammer geworfen, wo man an die ihr bevorstehenden Reformen allerdings gewisse Hoffnungen für ihre Stellung und ihren Einfluß in der weiteren Entwicklung der constitutionellen Monarchie knüpfen konnte. Diese Hoffnungen sind aber getäuscht worden, weil die Reformen entweder bis zur Stunde noch nicht ins Leben getreten sind oder nicht die Früchte getragen haben, welche man davon erwartete; und eben deßhalb mußten sich Leute, wie Cousin und Villemain, auf diesem für ihre aus der Juliusrevolution geretteten Ideen und Grundsätze wenig empfänglichen Terrain nur zu bald unheimlich und auf eine höchst unangenehme Weise gelähmt fühlen. Die Nothwendigkeit, ihre Kräfte zu üben und das Verlangen, ihrem Mißmuthe Luft zu machen, trieb sie gewaltsam in eine Opposition, welche zwar fast immer geistreich, nicht selten selbst treffend und pikant war, aber in ihren Resultaten am Ende doch immer kraftlos und ohne wesentlichen Nutzen geblieben ist. Denn, trotz aller Schärfe des Geistes und aller Gewalt des Wortes, ist es weder Villemain noch Cousin gelungen, die Geister so für sich zu gewinnen und zu beherrschen, daß sich nach und nach eine Partei um sie gruppirt hätte; es fehlte ihnen hiezu vielleicht die Hauptsache: die Macht eines bestimmt durchgebildeten politischen Charakters, welcher mit der Festigkeit der Ueberzeugungen Reinheit und Redlichkeit der Absichten im höhern Sinne zu verbinden weiß. Sie sind beide isolirte Erscheinungen geblieben, und während Cousin immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, ist Villemain Minister, gleichsam als ob er dazu verdammt wäre, seinen politischen Charakter vollends durch alltägliche Inconsequenzen zu Grunde zu richten. Charles Dupin steht in dieser Kategorie eigentlich nur auf zweiter Linie. Denn sein vorgestriger Vortrag hat eben nur aufs neue bewiesen, daß bei ihm die Masse des materiellen Wissens der Freiheit des Gedankens Fesseln anlegt, und er nicht einmal kühn genug ist, mit Entschiedenheit hervorzutreten. Auf diesem Wege ist durch Opposition nichts, am wenigsten eine Partei zu gewinnen. – In der zweiten Nuance der individuellen Opposition, der des jüngern, aufstrebenden Geschlechts, haben sich bis jetzt vorzüglich zwei noch sehr junge talentvolle Männer hervorgethan: Graf Alton-Shee und noch mehr Graf Montalembert. Die Nichtigkeit der Pairie lastet auf ihnen um so drückender, je lebendiger, je stärker in ihnen, bei voller Jugendkraft, das Bewußtseyn einer politischen Bestimmung und das Verlangen nach ihrer Erfüllung zu seyn scheint. Hat die Pairskammer überhaupt noch eine bedeutendere Zukunft zu erwarten, so liegt sie gewiß zum großen Theil mit in den Bestrebungen dieser jungen ausgezeichneten Geister. Allein bis jetzt haben auch sie noch wenig oder nichts erreicht, weil sie gerade in der Pairskammer ihre Jugend zu sehr gegen sich haben, und ihre politische Entwickelung theils zu ausschließend, theils noch nicht zur gehörigen Reife gediehen ist. Das erstere gilt mehr von Graf Montalembert, welcher bekanntlich den religiösen Mysticismus selbst in der Politik geltend machen möchte, das zweite von Graf Alton-Shee, welcher die Reform der Pairskammer nach einigen allgemeinen Ideen für möglich hält, deren praktische Ausführbarkeit wenigstens noch bezweifelt werden kann. (Man findet sie in der im vorigen Jahre von ihm bekannt gemachten Broschüre: „De la Chambre des Pairs dans le Gouvernement représentatif.“) Ueberdieß sind beide durch Verschiedenheit der Richtung von einander getrennt, und weder der eine noch der andere hat einen Anhang gewonnen, welcher sich mit der Zeit als politische Partei geltend machen könnte. Was endlich die dritte Nuance der individuellen Opposition in der Pairskammer, die der Legitimisten, betrifft, so glauben wir ihren Charakter schon hinlänglich dadurch bezeichnen zu können, daß wir sagen, daß sie überhaupt mehr der Vergangenheit angehört, als der Zukunft. Die Legitimisten, sollte man meinen, hätten sich gerade in der Pairskammer noch am ersten als Partei erhalten müssen; allein selbst hier sind sie unter sich zerfallen, so daß die Opposition des Marquis von Dreux-Brézé mit der des Herzogs v. Noailles sehr wenig gemein hat. Dieser bewegt sich offenbar in einer höhern Sphäre der Politik, als jener, welcher sich zu sehr ans Kleinliche, mitunter selbst das Gemeine hängt, um noch Effect machen zu können. Opposition dieser Art ist die unfruchtbarste und auch die unschädlichste von allen, während die Geringschätzung, mit welcher gewisse Organe der Regierung von der Rede des Herzogs v. Noailles über die orientalischen Angelegenheiten sprechen, gerade beweisen dürfte, daß sie weder ohne Gehalt ist, noch ihr Ziel ganz verfehlt hat. Im Ganzen genommen kann daher von einer Opposition in der Pairskammer im parlamentarischen Sinne kaum die Rede seyn. Und so wie die Dinge jetzt stehen, ist sie auch ihrer Natur nach weit weniger dazu gemacht, in ihrem Schooße eine gefährliche Opposition gegen die Regierung zu pflegen, als sich als opponirende Gewalt gegen die Deputirtenkammer geltend zu machen, sobald diese den vernichtenden Einflüssen der Linken die Oberhand lassen sollte. Für den Augenblick ist in dieser Beziehung freilich wenig zu fürchten; aber es können Zeiten kommen, wo hierdurch die Pairskammer, als conservatives Element der Staatsverfassung, auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Dann wird es sich zeigen, ob sie, ungeachtet der Zerrissenheit ihrer Elemente, zur Einheit und Bestimmtheit ihres politischen Zweckes gelangen kann. Für jetzt hat sie keine Opposition, keine Majorität, überhaupt kein parlamentarisches Leben, und muß daher, ohne Mittel zur Erhebung, in ihrer Unmacht vorläufig noch auf sich beschränkt bleiben. ∸ Paris, 9 Jan. Heute beginnen in der Deputirten-Kammer die Debatten über den Entwurf der Adresse: sie werden vermuthlich ein paar Sitzungen wegnehmen; es ist aber vorherzusehen, daß sie ohne besondere Bedeutung seyn werden. Die Opposition billigt nämlich im Allgemeinen den Entwurf, insbesondere ist sie sehr mit dem letzten Absatze des Entwurfs zufrieden, der gegen das sogenannte Gouvernement personnel gerichtet ist, obwohl die Mißbilligung dieses Systems sich nicht klar in jenem § ausgesprochen findet. Vermuthlich wird dieser § von den Freunden des Ministeriums Molé angegriffen werden, deren mehrere sich gegen den Entwurf haben einschreiben lassen. – Hr. Demousseaux de Givré will dem Ministerium vorwerfen, es könne in der Kammer nur auf 23 Stimmen zählen; die übrigen Mitglieder stimmten nach den Umständen bald für, bald gegen dasselbe: mithin könne es die Session nicht durchleben. Hr. Garnier Pagès wirft ihm vor, es habe kein eigenes System, sondern schwanke in allen inneren Fragen zwischen den ehemaligen 221 und 213, die es beide fürchte, und durch die Coëxistenz dieser beiden Parteien finde sich seine Kraft gelähmt, so daß es in der That gar nichts thue. Hr. Thiers, heißt es, wird seiner Galle gegen seinen ehemaligen Freund Dufaure freien Lauf lassen. Der Hof, der diese Aeußerungen voraus kennt, erwartet sie mit Freuden, weil sie das jetzige Cabinet immer mehr herabsetzen, und der

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Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-06-28T11:37:15Z)

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Zitationshilfe: Allgemeine Zeitung. Nr. 14. Augsburg, 14. Januar 1840, S. 0108. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/augsburgerallgemeine_014_18400114/4>, abgerufen am 20.09.2020.