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Langen, Samuel: Die Selige Glaubitzin. Schlichtingsheim, 1693.

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Leichen-Predigt.
unterthänig machen. Phil. III. v. 22. Werden also auch
die Leibes-Augen/ bey den Außerwehlten/ verkläret/ und/
in einen/ gantz andern/ Stand/ weder sie itzo haben/ verse-
tzet werden/ daß ihnen ein so besonderes Sehen nicht un-
möglich seyn wird.

Jst das Sehen des Guten. Text. Daß ich sehen
werde das Gute des HERRN/ tobh Jehovah, Bonum
Domini.
Da dann/ als Geierus anmercket/ tobh, nach
Schrifftlichen Brauche/ so viel ist/ als facultates, Vermö-
gen/ Haab und Güther/ wie es etwa genommen wird/ Gen.
XXIV,
10. Also nahm der Knecht zehen Kamel/ von den Ka-
melen seines Herrn/ und zog hin/ und hatte/ mit sich/ allerley
Güter seines Herrn; Dergleichen auch/ Devt. VI, 11. Nehem.
IX. v.
18. 20. zu finden ist. Jnsonderheit aber bedeütets kost-
bare Güter/ welche einem geringen Haußrathe bey wei-
ten überlegen sind/ als die Güter Egypti/ in Ansehen des
Jacobäischen Vermögens/ nach den Worten Pharaonis:
Sehet eüren Haußrath nicht an/ denn die Güter des gan-
tzen Landes/ Egypten/ sollen eüer seyn. Genes. XLV. v. 20.
Am sonderlichsten ziehlet unser Text-Wort/ auf geistliche
Güter/ wie Psalm. LXV, 5. Wol dem/ den du erwehlest und
zu dir lässest/ daß er wohne/ in deinen Höffen/ der hat rei-
chen Trost/ von deinem Hause. Nach dem Grunde: Wir
werden gesättiget/ von dem Guth/ oder/ von den Gütern/
deines Hauses. Jn dem Verstande wird es auch der selb-
sten Herrligkeit GOttes zuleget/ wann er/ zu dem Mose,
saget: Jch will/ für deinem Angesichte her/ alle meine
Güte gehen lassen; Welches er nachmahls selbst/ auf die

Herr-
G

Leichen-Predigt.
unterthaͤnig machen. Phil. III. v. 22. Werden alſo auch
die Leibes-Augen/ bey den Außerwehlten/ verklaͤret/ und/
in einen/ gantz andern/ Stand/ weder ſie itzo haben/ verſe-
tzet werden/ daß ihnen ein ſo beſonderes Sehen nicht un-
moͤglich ſeyn wird.

Jſt das Sehen des Guten. Text. Daß ich ſehen
werde das Gute des HERRN/ tobh Jehovah, Bonum
Domini.
Da dann/ als Geierus anmercket/ tobh, nach
Schrifftlichen Brauche/ ſo viel iſt/ als facultates, Vermoͤ-
gen/ Haab und Guͤther/ wie es etwa genom̃en wird/ Gen.
XXIV,
10. Alſo nahm der Knecht zehen Kamel/ von den Ka-
melen ſeines Herꝛn/ und zog hin/ und hatte/ mit ſich/ allerley
Guͤter ſeines Herꝛn; Dergleichen auch/ Devt. VI, 11. Nehem.
IX. v.
18. 20. zu finden iſt. Jnſonderheit aber bedeuͤtets koſt-
bare Guͤter/ welche einem geringen Haußrathe bey wei-
ten uͤberlegen ſind/ als die Guͤter Egypti/ in Anſehen des
Jacobaͤiſchen Vermoͤgens/ nach den Worten Pharaonis:
Sehet euͤren Haußrath nicht an/ denn die Guͤter des gan-
tzen Landes/ Egypten/ ſollen euͤer ſeyn. Geneſ. XLV. v. 20.
Am ſonderlichſten ziehlet unſer Text-Wort/ auf geiſtliche
Guͤter/ wie Pſalm. LXV, 5. Wol dem/ den du erwehleſt und
zu dir laͤſſeſt/ daß er wohne/ in deinen Hoͤffen/ der hat rei-
chen Troſt/ von deinem Hauſe. Nach dem Grunde: Wir
werden geſaͤttiget/ von dem Guth/ oder/ von den Guͤtern/
deines Hauſes. Jn dem Verſtande wird es auch der ſelb-
ſten Herꝛligkeit GOttes zuleget/ wann er/ zu dem Moſe,
ſaget: Jch will/ fuͤr deinem Angeſichte her/ alle meine
Guͤte gehen laſſen; Welches er nachmahls ſelbſt/ auf die

Herꝛ-
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[49/0049] Leichen-Predigt. unterthaͤnig machen. Phil. III. v. 22. Werden alſo auch die Leibes-Augen/ bey den Außerwehlten/ verklaͤret/ und/ in einen/ gantz andern/ Stand/ weder ſie itzo haben/ verſe- tzet werden/ daß ihnen ein ſo beſonderes Sehen nicht un- moͤglich ſeyn wird. Jſt das Sehen des Guten. Text. Daß ich ſehen werde das Gute des HERRN/ tobh Jehovah, Bonum Domini. Da dann/ als Geierus anmercket/ tobh, nach Schrifftlichen Brauche/ ſo viel iſt/ als facultates, Vermoͤ- gen/ Haab und Guͤther/ wie es etwa genom̃en wird/ Gen. XXIV, 10. Alſo nahm der Knecht zehen Kamel/ von den Ka- melen ſeines Herꝛn/ und zog hin/ und hatte/ mit ſich/ allerley Guͤter ſeines Herꝛn; Dergleichen auch/ Devt. VI, 11. Nehem. IX. v. 18. 20. zu finden iſt. Jnſonderheit aber bedeuͤtets koſt- bare Guͤter/ welche einem geringen Haußrathe bey wei- ten uͤberlegen ſind/ als die Guͤter Egypti/ in Anſehen des Jacobaͤiſchen Vermoͤgens/ nach den Worten Pharaonis: Sehet euͤren Haußrath nicht an/ denn die Guͤter des gan- tzen Landes/ Egypten/ ſollen euͤer ſeyn. Geneſ. XLV. v. 20. Am ſonderlichſten ziehlet unſer Text-Wort/ auf geiſtliche Guͤter/ wie Pſalm. LXV, 5. Wol dem/ den du erwehleſt und zu dir laͤſſeſt/ daß er wohne/ in deinen Hoͤffen/ der hat rei- chen Troſt/ von deinem Hauſe. Nach dem Grunde: Wir werden geſaͤttiget/ von dem Guth/ oder/ von den Guͤtern/ deines Hauſes. Jn dem Verſtande wird es auch der ſelb- ſten Herꝛligkeit GOttes zuleget/ wann er/ zu dem Moſe, ſaget: Jch will/ fuͤr deinem Angeſichte her/ alle meine Guͤte gehen laſſen; Welches er nachmahls ſelbſt/ auf die Herꝛ- G

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Zitationshilfe: Langen, Samuel: Die Selige Glaubitzin. Schlichtingsheim, 1693, S. 49. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/359520/49>, abgerufen am 30.09.2020.