KOrch-eych heißt Griechisch/ [fremdsprachliches Material - 5 Zeichen fehlen]- [fremdsprachliches Material - 4 Zeichen fehlen]. Lateinisch/ Phellodrys, quasi Su- beri quercus.
Gestalt und Geschlecht.
Die Korch-eyche ist mittler Natur zwi- schen dem gemeinen Eychbaum/ und der Stech-eyche; daher etliche dieselbe für das Weiblein der Stech-eychen halten: sein von der Rinde befreytes Holtz/ ist dunckler als in der Eych/ und weisser/ denn in der Stech- eyche; tragt grössere blätter/ als dise Stech- und kleinere als die gemeine Eyche. Man findet sie in Jtalien bey Siena in grosser mänge. Casp. Bauhinus bringt etliche Geschlecht dieses Baums in dem Pinace für: Als da sind
1. Die weisse Korch-eyche mit weissen breiten blättern/ und weichen stacheln/ Phel- lodrys candicans latifolia molliter aculeata, C. B. Phellodrys alba latifolia, Lugd.
2. Die weisse Korch-eyche mit schmalen/ zerkerfften blättern/ Phellodrys candicans an- gustifolia serrata, C. Bauh. Phellodrys, Matth. Ad.
3. Die schwartzlichte/ breitblättige Korch- eyche/ mit stachlichten Einschnitten. Phello- drys nigricans latifolia, incisuris spinosis, C. B. Phellodrys nigra latißimis foliis, Lugd.
4. Die schwartzlichte/ schmalblättige Korch-eyche/ Phellodrys nigricans angustifo- lia, C. B. Phellodrys nigra mediocribus foliis, Lugd.
5. Die Korch- eyche mit dreygespitzten blättern/ und stachlichtem Eych-kelchlein/ Phellodrys foliis muricatis, C. Bauh. foliis mu- ricatis, calice glandis echinato, Lugd.
Eigenschafft.
Dieß Baumgewächs hat gleiche Eigen- schafft mit den Eychbäumen ins gesammt.
Der Buchbaum hat nicht viel/ noch auch tieffe wurtzeln/ er wachst sehr hoch mit viel ästen. Die Rinde ist glätter als im Eych- baum. Das Holtz ist weiß/ fleckicht/ satt und fest: seine blätter sind zart und glatt/ wie an dem Pappelbaum. Mitten auff dem blat wachst gemeiniglich ein spitziges küge- lein/ welches lieblich sihet wie ein schön roth- licht äpffelein. Dieser Baum wird under die Eychbäume gerechnet/ wiewol sein frucht mit den Eychlen nicht zuträgt/ man nen- net sie Bucheckern und Buchnüßlein/ auß- wendig ist sie mit einem runden/ rauchen/ stachlichten Jgels-kölblein bedecket/ inwen- dig ligt der drey-eckichte Kern/ mit einer dünnen/ glatten/ braunen/ zähen schalen verschlossen/ fast wie die Castanien. Diese Frucht schmeckt süß/ und zeücht ein wenig zusammen. Die Schwein haben sonderli- chen lust zu diesen Buchnüßlein/ und wird das fleisch wohlgeschmackt und lieblich dar- von. Auch ist diß ein angenehme Speiß der Eychhörnlein/ Drosseln/ Amseln und andern Vögeln. Cornelius Alexander schreibt/ daß die Einwohner in der Statt Chio/ als sie vom Feind belägert gewesen/ nichts anders zu essen gehabt/ denn diese Nüßlein/ darmit sie sich erhalten/ biß der Feind ist abgezogen.
An diesem Baum sind sonderlich zu beo- bachten/ die langen schüppichten/ spitzen Schößlein/ durch welche der Baum leicht- lich/ auch in dem Winter/ von andern bäu- men underscheiden wird. Diese sind ge- meiniglich eines Zolles lang/ mit einer di- cken gläntzenden haut umbgeben/ welche/ da die blätter außschlieffen/ sich abschälen/ und davon fallen. Wenn die blätter außzu- brechen beginnen/ so erscheinen zugleich runde mit vielen gelben gipffeln gezierte mo- sichte zäpfflein/ Juli, welche die Blüthe die- ses Baums sind.
Der Buchbaum wachst in den Wälden/ Gebürgen/ und auff ebenem Felde. Er ist in Teutschland sehr gemein. Man findet ihne auch in Cärnten/ Crain und Steyr- marck.
Eigenschafft.
Die Rinden/ Blätter und Früchten die- ses Baums haben gleiche Eigenschafft mit den Eychbäumen. Werden nicht sonder- lich in der Artzney gebraucht. Nach der Al- ten meinung sind die blätter kalter/ und die Frucht warmer Natur.
Gebrauch.
Das Wasser/ welches in den hohlen Bu-Allerhand Grind und Raud an Menschen und Vieh. chen und alten Eychbäumen gefunden wird/ gibt ein edle Artzney/ zu allerhand Grind und Rauden deß gantzen Leibs an Menschen und Vieh/ damit warm offt gewaschen.
Mit
Von den Baum-und Staud-Gewaͤchſen.
[Spaltenumbruch]
Namen.
KOrch-eych heißt Griechiſch/ [fremdsprachliches Material – 5 Zeichen fehlen]- [fremdsprachliches Material – 4 Zeichen fehlen]. Lateiniſch/ Phellodrys, quaſi Su- beri quercus.
Geſtalt und Geſchlecht.
Die Korch-eyche iſt mittler Natur zwi- ſchen dem gemeinen Eychbaum/ und der Stech-eyche; daher etliche dieſelbe fuͤr das Weiblein der Stech-eychen halten: ſein von der Rinde befreytes Holtz/ iſt dunckler als in der Eych/ und weiſſer/ denn in der Stech- eyche; tragt groͤſſere blaͤtter/ als diſe Stech- und kleinere als die gemeine Eyche. Man findet ſie in Jtalien bey Siena in groſſer maͤnge. Caſp. Bauhinus bringt etliche Geſchlecht dieſes Baums in dem Pinace fuͤr: Als da ſind
1. Die weiſſe Korch-eyche mit weiſſen breiten blaͤttern/ und weichen ſtacheln/ Phel- lodrys candicans latifolia molliter aculeata, C. B. Phellodrys alba latifolia, Lugd.
2. Die weiſſe Korch-eyche mit ſchmalen/ zerkerfften blaͤttern/ Phellodrys candicans an- guſtifolia ſerrata, C. Bauh. Phellodrys, Matth. Ad.
3. Die ſchwartzlichte/ breitblaͤttige Korch- eyche/ mit ſtachlichten Einſchnitten. Phello- drys nigricans latifolia, inciſuris ſpinoſis, C. B. Phellodrys nigra latißimis foliis, Lugd.
4. Die ſchwartzlichte/ ſchmalblaͤttige Korch-eyche/ Phellodrys nigricans anguſtifo- lia, C. B. Phellodrys nigra mediocribus foliis, Lugd.
5. Die Korch- eyche mit dreygeſpitzten blaͤttern/ und ſtachlichtem Eych-kelchlein/ Phellodrys foliis muricatis, C. Bauh. foliis mu- ricatis, calice glandis echinato, Lugd.
Eigenſchafft.
Dieß Baumgewaͤchs hat gleiche Eigen- ſchafft mit den Eychbaͤumen ins geſam̃t.
Der Buchbaum hat nicht viel/ noch auch tieffe wurtzeln/ er wachſt ſehr hoch mit viel aͤſten. Die Rinde iſt glaͤtter als im Eych- baum. Das Holtz iſt weiß/ fleckicht/ ſatt und feſt: ſeine blaͤtter ſind zart und glatt/ wie an dem Pappelbaum. Mitten auff dem blat wachſt gemeiniglich ein ſpitziges kuͤge- lein/ welches lieblich ſihet wie ein ſchoͤn roth- licht aͤpffelein. Dieſer Baum wird under die Eychbaͤume gerechnet/ wiewol ſein frucht mit den Eychlen nicht zutraͤgt/ man nen- net ſie Bucheckern und Buchnuͤßlein/ auß- wendig iſt ſie mit einem runden/ rauchen/ ſtachlichten Jgels-koͤlblein bedecket/ inwen- dig ligt der drey-eckichte Kern/ mit einer duͤnnen/ glatten/ braunen/ zaͤhen ſchalen verſchloſſen/ faſt wie die Caſtanien. Dieſe Frucht ſchmeckt ſuͤß/ und zeuͤcht ein wenig zuſammen. Die Schwein haben ſonderli- chen luſt zu dieſen Buchnuͤßlein/ und wird das fleiſch wohlgeſchmackt und lieblich dar- von. Auch iſt diß ein angenehme Speiß der Eychhoͤrnlein/ Droſſeln/ Amſeln und andern Voͤgeln. Cornelius Alexander ſchreibt/ daß die Einwohner in der Statt Chio/ als ſie vom Feind belaͤgert geweſen/ nichts anders zu eſſen gehabt/ denn dieſe Nuͤßlein/ darmit ſie ſich erhalten/ biß der Feind iſt abgezogen.
An dieſem Baum ſind ſonderlich zu beo- bachten/ die langen ſchuͤppichten/ ſpitzen Schoͤßlein/ durch welche der Baum leicht- lich/ auch in dem Winter/ von andern baͤu- men underſcheiden wird. Dieſe ſind ge- meiniglich eines Zolles lang/ mit einer di- cken glaͤntzenden haut umbgeben/ welche/ da die blaͤtter außſchlieffen/ ſich abſchaͤlen/ und davon fallen. Wenn die blaͤtter außzu- brechen beginnen/ ſo erſcheinen zugleich runde mit vielen gelben gipffeln gezierte mo- ſichte zaͤpfflein/ Juli, welche die Bluͤthe die- ſes Baums ſind.
Der Buchbaum wachſt in den Waͤlden/ Gebuͤrgen/ und auff ebenem Felde. Er iſt in Teutſchland ſehr gemein. Man findet ihne auch in Caͤrnten/ Crain und Steyr- marck.
Eigenſchafft.
Die Rinden/ Blaͤtter und Fruͤchten die- ſes Baums haben gleiche Eigenſchafft mit den Eychbaͤumen. Werden nicht ſonder- lich in der Artzney gebraucht. Nach der Al- ten meinung ſind die blaͤtter kalter/ und die Frucht warmer Natur.
Gebrauch.
Das Waſſer/ welches in den hohlen Bu-Allerhand Grind und Raud an Menſchen und Vieh. chen und alten Eychbaͤumen gefunden wird/ gibt ein edle Artzney/ zu allerhand Grind und Rauden deß gantzen Leibs an Menſchen und Vieh/ damit warm offt gewaſchen.
Mit
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[143/0159]
Von den Baum-und Staud-Gewaͤchſen.
Namen.
KOrch-eych heißt Griechiſch/ _____-
____. Lateiniſch/ Phellodrys, quaſi Su-
beri quercus.
Geſtalt und Geſchlecht.
Die Korch-eyche iſt mittler Natur zwi-
ſchen dem gemeinen Eychbaum/ und der
Stech-eyche; daher etliche dieſelbe fuͤr das
Weiblein der Stech-eychen halten: ſein von
der Rinde befreytes Holtz/ iſt dunckler als
in der Eych/ und weiſſer/ denn in der Stech-
eyche; tragt groͤſſere blaͤtter/ als diſe Stech-
und kleinere als die gemeine Eyche. Man
findet ſie in Jtalien bey Siena in groſſer
maͤnge. Caſp. Bauhinus bringt etliche Geſchlecht
dieſes Baums in dem Pinace fuͤr: Als da ſind
1. Die weiſſe Korch-eyche mit weiſſen
breiten blaͤttern/ und weichen ſtacheln/ Phel-
lodrys candicans latifolia molliter aculeata,
C. B. Phellodrys alba latifolia, Lugd.
2. Die weiſſe Korch-eyche mit ſchmalen/
zerkerfften blaͤttern/ Phellodrys candicans an-
guſtifolia ſerrata, C. Bauh. Phellodrys, Matth. Ad.
3. Die ſchwartzlichte/ breitblaͤttige Korch-
eyche/ mit ſtachlichten Einſchnitten. Phello-
drys nigricans latifolia, inciſuris ſpinoſis, C. B.
Phellodrys nigra latißimis foliis, Lugd.
4. Die ſchwartzlichte/ ſchmalblaͤttige
Korch-eyche/ Phellodrys nigricans anguſtifo-
lia, C. B. Phellodrys nigra mediocribus foliis,
Lugd.
5. Die Korch- eyche mit dreygeſpitzten
blaͤttern/ und ſtachlichtem Eych-kelchlein/
Phellodrys foliis muricatis, C. Bauh. foliis mu-
ricatis, calice glandis echinato, Lugd.
Eigenſchafft.
Dieß Baumgewaͤchs hat gleiche Eigen-
ſchafft mit den Eychbaͤumen ins geſam̃t.
CAPUT LXVIII.
[Abbildung Buchbaum. Fagus.
]
Namen.
BUchbaum heißt Griechiſch/ _. La-
teiniſch/ Oxya Græcorum, J. B. Fagus.
Jtaliaͤniſch/ Faggio. Frantzoͤſiſch/ Fau,
Fauteau, Heſtree. Spaniſch/ Haya. Engliſch.
Beechtree. Daͤniſch/ Boeg/ Boegetroe/ A-
fuboeg/ Riisboeg. Niderlaͤndiſch/ Beucke-
boom.
Geſtalt.
Der Buchbaum hat nicht viel/ noch auch
tieffe wurtzeln/ er wachſt ſehr hoch mit viel
aͤſten. Die Rinde iſt glaͤtter als im Eych-
baum. Das Holtz iſt weiß/ fleckicht/ ſatt
und feſt: ſeine blaͤtter ſind zart und glatt/
wie an dem Pappelbaum. Mitten auff dem
blat wachſt gemeiniglich ein ſpitziges kuͤge-
lein/ welches lieblich ſihet wie ein ſchoͤn roth-
licht aͤpffelein. Dieſer Baum wird under die
Eychbaͤume gerechnet/ wiewol ſein frucht
mit den Eychlen nicht zutraͤgt/ man nen-
net ſie Bucheckern und Buchnuͤßlein/ auß-
wendig iſt ſie mit einem runden/ rauchen/
ſtachlichten Jgels-koͤlblein bedecket/ inwen-
dig ligt der drey-eckichte Kern/ mit einer
duͤnnen/ glatten/ braunen/ zaͤhen ſchalen
verſchloſſen/ faſt wie die Caſtanien. Dieſe
Frucht ſchmeckt ſuͤß/ und zeuͤcht ein wenig
zuſammen. Die Schwein haben ſonderli-
chen luſt zu dieſen Buchnuͤßlein/ und wird
das fleiſch wohlgeſchmackt und lieblich dar-
von. Auch iſt diß ein angenehme Speiß
der Eychhoͤrnlein/ Droſſeln/ Amſeln und
andern Voͤgeln. Cornelius Alexander
ſchreibt/ daß die Einwohner in der Statt
Chio/ als ſie vom Feind belaͤgert geweſen/
nichts anders zu eſſen gehabt/ denn dieſe
Nuͤßlein/ darmit ſie ſich erhalten/ biß der
Feind iſt abgezogen.
An dieſem Baum ſind ſonderlich zu beo-
bachten/ die langen ſchuͤppichten/ ſpitzen
Schoͤßlein/ durch welche der Baum leicht-
lich/ auch in dem Winter/ von andern baͤu-
men underſcheiden wird. Dieſe ſind ge-
meiniglich eines Zolles lang/ mit einer di-
cken glaͤntzenden haut umbgeben/ welche/ da
die blaͤtter außſchlieffen/ ſich abſchaͤlen/ und
davon fallen. Wenn die blaͤtter außzu-
brechen beginnen/ ſo erſcheinen zugleich
runde mit vielen gelben gipffeln gezierte mo-
ſichte zaͤpfflein/ Juli, welche die Bluͤthe die-
ſes Baums ſind.
Der Buchbaum wachſt in den Waͤlden/
Gebuͤrgen/ und auff ebenem Felde. Er iſt
in Teutſchland ſehr gemein. Man findet
ihne auch in Caͤrnten/ Crain und Steyr-
marck.
Eigenſchafft.
Die Rinden/ Blaͤtter und Fruͤchten die-
ſes Baums haben gleiche Eigenſchafft mit
den Eychbaͤumen. Werden nicht ſonder-
lich in der Artzney gebraucht. Nach der Al-
ten meinung ſind die blaͤtter kalter/ und die
Frucht warmer Natur.
Gebrauch.
Das Waſſer/ welches in den hohlen Bu-
chen und alten Eychbaͤumen gefunden wird/
gibt ein edle Artzney/ zu allerhand Grind
und Rauden deß gantzen Leibs an Menſchen
und Vieh/ damit warm offt gewaſchen.
Allerhand
Grind und
Raud an
Menſchen
und Vieh.
Mit
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Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690, S. 143. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zwinger_theatrum_1690/159>, abgerufen am 27.02.2025.
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