Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737.

Bild:
<< vorherige Seite

AP
bares Mittel Milch-schmand mit ein wenig Salpeter seyn: sind aber
schon vollkommene Ulcera, so dienet ein Decoct von Feigen, Rob diamo-
ron.
oder dianucum, Rosen-Honig mit Nuce moschat. oder mit cinerib.
radic. Foeniculi
vermischet: oder Decoct. Salviae, Saturei, rad. Pentaphyll.
oder stärckere von Rosen-Honig mit ein wenig O is geschärffet, oder
Spermat. Ranar. Prunell.
mit Ol. li, Oxymelle, Lap. Medicamentos.
Crollii,
oder Allaun in Plantaginis solviret.

Apices, Zoten, sind Spitzen oder Zäsergen, so insgemein etwas dick-
hafft in den Blumen hangen, an den so genannten Drätgen.

Apis, eine Biene, ist ein bekanntes und in der Medicin, auch
Haushaltung, sehr zuträgliches Thierlein: sie vermehren sich, gleich andern
dergleichen Insecten, durch eigene Brut, aus welcher erstlich ein weisses
Würmgen, und nachmals eine dergleichen weisse Fliege entstehet, so end-
lich eine gelb und braune Biene wird; deßwegen ist gantz falsch, was ei-
nige vorgeben, daß die Bienen aus dem faulen Ochsen- oder Löwen-
Fleisch gezeuget würden, indem die so genannte generatio aequivoca bey
den Gelehrten längst ausgemustert ist; nachdem aber die jungen Bie-
nen in der alten Stöcken nicht Platz genug haben, als suchen sie durch
das Schwärmen ihre eigene Wohnung. Jn der Medicin kommen die
Bienen selbst, der Honig und das Wachs zum Gebrauch vor: die Bie-
nen getrocknet und calciniret, mit Honig vermischet, und auf die kahlen
Oerter geschmieret, ist wider Alopeciam gut.

Apium hortense, Petroselinum, Petersilge, Garten-Eppich,
wird in Gärten gezeuget, will einen feuchten Boden haben. Die Wur-
tzel und Kraut bekommen der Leber, Miltz und Magen wohl, sind bewährt
in Verstopffung der Weiber-Blum, dienen gegen den Stein, schwere
Geburt, bringen Lust zum Essen und Beyschlaff.

Apium Macedonicum, Petroselinum Macedonicum, Stein-Ep-
pich,
Macedonische Petersilge: das Kraut ist dem Cellery fast gleich;
der Saamen, so allein gebräuchlich, ist länglichter als der gemeine, doch
schmaler, kleinstreiffig, und lockicht, schwartz-grüner Farbe, eines scharffen
und aromatischen Geschmacks und starcken Geruchs, hat seinen Namen
von dem Königreich Macedonien, worinnen er häuffig hervor kommt,
und von dar in Europam gebracht wird; wird zum Theriac, An-
tidot. Matthioli
und Tinctur. Bezoardic. genommen, weil er eine
Gifft-treibende Eigenschafft hat, stärcket auch den Magen, und kommt
den Wassersüchtigen zu gut, treibet den Urin; er stärcket auch die

entkräff-

AP
bares Mittel Milch-ſchmand mit ein wenig Salpeter ſeyn: ſind aber
ſchon vollkommene Ulcera, ſo dienet ein Decoct von Feigen, Rob diamo-
ron.
oder dianucum, Roſen-Honig mit Nuce moſchat. oder mit cinerib.
radic. Fœniculi
vermiſchet: oder Decoct. Salviæ, Saturei, rad. Pentaphyll.
oder ſtaͤrckere von Roſen-Honig mit ein wenig Ω 🜔is geſchaͤrffet, oder 🜄
Spermat. Ranar. Prunell.
mit Ol. 🜖li, Oxymelle, Lap. Medicamentoſ.
Crollii,
oder Allaun in 🜄 Plantaginis ſolviret.

Apices, Zoten, ſind Spitzen oder Zaͤſergen, ſo insgemein etwas dick-
hafft in den Blumen hangen, an den ſo genannten Draͤtgen.

Apis, eine Biene, iſt ein bekanntes und in der Medicin, auch
Haushaltung, ſehr zutraͤgliches Thierlein: ſie vermehren ſich, gleich andern
dergleichen Inſecten, durch eigene Brut, aus welcher erſtlich ein weiſſes
Wuͤrmgen, und nachmals eine dergleichen weiſſe Fliege entſtehet, ſo end-
lich eine gelb und braune Biene wird; deßwegen iſt gantz falſch, was ei-
nige vorgeben, daß die Bienen aus dem faulen Ochſen- oder Loͤwen-
Fleiſch gezeuget wuͤrden, indem die ſo genannte generatio æquivoca bey
den Gelehrten laͤngſt ausgemuſtert iſt; nachdem aber die jungen Bie-
nen in der alten Stoͤcken nicht Platz genug haben, als ſuchen ſie durch
das Schwaͤrmen ihre eigene Wohnung. Jn der Medicin kommen die
Bienen ſelbſt, der Honig und das Wachs zum Gebrauch vor: die Bie-
nen getrocknet und calciniret, mit Honig vermiſchet, und auf die kahlen
Oerter geſchmieret, iſt wider Alopeciam gut.

Apium hortenſe, Petroſelinum, Peterſilge, Garten-Eppich,
wird in Gaͤrten gezeuget, will einen feuchten Boden haben. Die Wur-
tzel und Kraut bekommen der Leber, Miltz und Magen wohl, ſind bewaͤhrt
in Verſtopffung der Weiber-Blum, dienen gegen den Stein, ſchwere
Geburt, bringen Luſt zum Eſſen und Beyſchlaff.

Apium Macedonicum, Petroſelinum Macedonicum, Stein-Ep-
pich,
Macedoniſche Peterſilge: das Kraut iſt dem Cellery faſt gleich;
der Saamen, ſo allein gebraͤuchlich, iſt laͤnglichter als der gemeine, doch
ſchmaler, kleinſtreiffig, und lockicht, ſchwartz-gruͤner Farbe, eines ſcharffen
und aromatiſchen Geſchmacks und ſtarcken Geruchs, hat ſeinen Namen
von dem Koͤnigreich Macedonien, worinnen er haͤuffig hervor kommt,
und von dar in Europam gebracht wird; wird zum Theriac, An-
tidot. Matthioli
und Tinctur. Bezoardic. genommen, weil er eine
Gifft-treibende Eigenſchafft hat, ſtaͤrcket auch den Magen, und kommt
den Waſſerſuͤchtigen zu gut, treibet den Urin; er ſtaͤrcket auch die

entkraͤff-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0078" n="66"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">AP</hi></hi></hi></fw><lb/>
bares Mittel Milch-&#x017F;chmand mit ein wenig Salpeter &#x017F;eyn: &#x017F;ind aber<lb/>
&#x017F;chon vollkommene <hi rendition="#aq">Ulcera,</hi> &#x017F;o dienet ein <hi rendition="#aq">Decoct</hi> von Feigen, <hi rendition="#aq">Rob diamo-<lb/>
ron.</hi> oder <hi rendition="#aq">dianucum,</hi> Ro&#x017F;en-Honig mit <hi rendition="#aq">Nuce mo&#x017F;chat.</hi> oder mit <hi rendition="#aq">cinerib.<lb/>
radic. F&#x0153;niculi</hi> vermi&#x017F;chet: oder <hi rendition="#aq">Decoct. Salviæ, Saturei, rad. Pentaphyll.</hi><lb/>
oder &#x017F;ta&#x0364;rckere von Ro&#x017F;en-Honig mit ein wenig <hi rendition="#aq">&#x03A9; &#x1F714;is</hi> ge&#x017F;cha&#x0364;rffet, oder <hi rendition="#aq">&#x1F704;<lb/>
Spermat. Ranar. Prunell.</hi> mit <hi rendition="#aq">Ol. &#x1F716;li, Oxymelle, Lap. Medicamento&#x017F;.<lb/>
Crollii,</hi> oder Allaun in <hi rendition="#aq">&#x1F704; Plantaginis &#x017F;olvi</hi>ret.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Apices,</hi><hi rendition="#fr">Zoten,</hi> &#x017F;ind Spitzen oder Za&#x0364;&#x017F;ergen, &#x017F;o insgemein etwas dick-<lb/>
hafft in den Blumen hangen, an den &#x017F;o genannten Dra&#x0364;tgen.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Apis,</hi> eine <hi rendition="#fr">Biene,</hi> i&#x017F;t ein bekanntes und in der <hi rendition="#aq">Medicin,</hi> auch<lb/>
Haushaltung, &#x017F;ehr zutra&#x0364;gliches Thierlein: &#x017F;ie vermehren &#x017F;ich, gleich andern<lb/>
dergleichen <hi rendition="#aq">In&#x017F;ect</hi>en, durch eigene Brut, aus welcher er&#x017F;tlich ein wei&#x017F;&#x017F;es<lb/>
Wu&#x0364;rmgen, und nachmals eine dergleichen wei&#x017F;&#x017F;e Fliege ent&#x017F;tehet, &#x017F;o end-<lb/>
lich eine gelb und braune Biene wird; deßwegen i&#x017F;t gantz fal&#x017F;ch, was ei-<lb/>
nige vorgeben, daß die Bienen aus dem faulen Och&#x017F;en- oder Lo&#x0364;wen-<lb/>
Flei&#x017F;ch gezeuget wu&#x0364;rden, indem die &#x017F;o genannte <hi rendition="#aq">generatio æquivoca</hi> bey<lb/>
den Gelehrten la&#x0364;ng&#x017F;t ausgemu&#x017F;tert i&#x017F;t; nachdem aber die jungen Bie-<lb/>
nen in der alten Sto&#x0364;cken nicht Platz genug haben, als &#x017F;uchen &#x017F;ie durch<lb/>
das Schwa&#x0364;rmen ihre eigene Wohnung. Jn der <hi rendition="#aq">Medicin</hi> kommen die<lb/>
Bienen &#x017F;elb&#x017F;t, der Honig und das Wachs zum Gebrauch vor: die Bie-<lb/>
nen getrocknet und <hi rendition="#aq">calcini</hi>ret, mit Honig vermi&#x017F;chet, und auf die kahlen<lb/>
Oerter ge&#x017F;chmieret, i&#x017F;t wider <hi rendition="#aq">Alopeciam</hi> gut.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Apium horten&#x017F;e, Petro&#x017F;elinum,</hi><hi rendition="#fr">Peter&#x017F;ilge, Garten-Eppich,</hi><lb/>
wird in Ga&#x0364;rten gezeuget, will einen feuchten Boden haben. Die Wur-<lb/>
tzel und Kraut bekommen der Leber, Miltz und Magen wohl, &#x017F;ind bewa&#x0364;hrt<lb/>
in Ver&#x017F;topffung der Weiber-Blum, dienen gegen den Stein, &#x017F;chwere<lb/>
Geburt, bringen Lu&#x017F;t zum E&#x017F;&#x017F;en und Bey&#x017F;chlaff.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Apium Macedonicum, Petro&#x017F;elinum Macedonicum,</hi><hi rendition="#fr">Stein-Ep-<lb/>
pich,</hi><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Macedoni</hi></hi><hi rendition="#fr">&#x017F;che Peter&#x017F;ilge:</hi> das Kraut i&#x017F;t dem Cellery fa&#x017F;t gleich;<lb/>
der Saamen, &#x017F;o allein gebra&#x0364;uchlich, i&#x017F;t la&#x0364;nglichter als der gemeine, doch<lb/>
&#x017F;chmaler, klein&#x017F;treiffig, und lockicht, &#x017F;chwartz-gru&#x0364;ner Farbe, eines &#x017F;charffen<lb/>
und <hi rendition="#aq">aromati</hi>&#x017F;chen Ge&#x017F;chmacks und &#x017F;tarcken Geruchs, hat &#x017F;einen Namen<lb/>
von dem Ko&#x0364;nigreich <hi rendition="#aq">Macedoni</hi>en, worinnen er ha&#x0364;uffig hervor kommt,<lb/>
und von dar in <hi rendition="#aq">Europam</hi> gebracht wird; wird zum Theriac, <hi rendition="#aq">An-<lb/>
tidot. Matthioli</hi> und <hi rendition="#aq">Tinctur. Bezoardic.</hi> genommen, weil er eine<lb/>
Gifft-treibende Eigen&#x017F;chafft hat, &#x017F;ta&#x0364;rcket auch den Magen, und kommt<lb/>
den Wa&#x017F;&#x017F;er&#x017F;u&#x0364;chtigen zu gut, treibet den Urin; er &#x017F;ta&#x0364;rcket auch die<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">entkra&#x0364;ff-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[66/0078] AP bares Mittel Milch-ſchmand mit ein wenig Salpeter ſeyn: ſind aber ſchon vollkommene Ulcera, ſo dienet ein Decoct von Feigen, Rob diamo- ron. oder dianucum, Roſen-Honig mit Nuce moſchat. oder mit cinerib. radic. Fœniculi vermiſchet: oder Decoct. Salviæ, Saturei, rad. Pentaphyll. oder ſtaͤrckere von Roſen-Honig mit ein wenig Ω 🜔is geſchaͤrffet, oder 🜄 Spermat. Ranar. Prunell. mit Ol. 🜖li, Oxymelle, Lap. Medicamentoſ. Crollii, oder Allaun in 🜄 Plantaginis ſolviret. Apices, Zoten, ſind Spitzen oder Zaͤſergen, ſo insgemein etwas dick- hafft in den Blumen hangen, an den ſo genannten Draͤtgen. Apis, eine Biene, iſt ein bekanntes und in der Medicin, auch Haushaltung, ſehr zutraͤgliches Thierlein: ſie vermehren ſich, gleich andern dergleichen Inſecten, durch eigene Brut, aus welcher erſtlich ein weiſſes Wuͤrmgen, und nachmals eine dergleichen weiſſe Fliege entſtehet, ſo end- lich eine gelb und braune Biene wird; deßwegen iſt gantz falſch, was ei- nige vorgeben, daß die Bienen aus dem faulen Ochſen- oder Loͤwen- Fleiſch gezeuget wuͤrden, indem die ſo genannte generatio æquivoca bey den Gelehrten laͤngſt ausgemuſtert iſt; nachdem aber die jungen Bie- nen in der alten Stoͤcken nicht Platz genug haben, als ſuchen ſie durch das Schwaͤrmen ihre eigene Wohnung. Jn der Medicin kommen die Bienen ſelbſt, der Honig und das Wachs zum Gebrauch vor: die Bie- nen getrocknet und calciniret, mit Honig vermiſchet, und auf die kahlen Oerter geſchmieret, iſt wider Alopeciam gut. Apium hortenſe, Petroſelinum, Peterſilge, Garten-Eppich, wird in Gaͤrten gezeuget, will einen feuchten Boden haben. Die Wur- tzel und Kraut bekommen der Leber, Miltz und Magen wohl, ſind bewaͤhrt in Verſtopffung der Weiber-Blum, dienen gegen den Stein, ſchwere Geburt, bringen Luſt zum Eſſen und Beyſchlaff. Apium Macedonicum, Petroſelinum Macedonicum, Stein-Ep- pich, Macedoniſche Peterſilge: das Kraut iſt dem Cellery faſt gleich; der Saamen, ſo allein gebraͤuchlich, iſt laͤnglichter als der gemeine, doch ſchmaler, kleinſtreiffig, und lockicht, ſchwartz-gruͤner Farbe, eines ſcharffen und aromatiſchen Geſchmacks und ſtarcken Geruchs, hat ſeinen Namen von dem Koͤnigreich Macedonien, worinnen er haͤuffig hervor kommt, und von dar in Europam gebracht wird; wird zum Theriac, An- tidot. Matthioli und Tinctur. Bezoardic. genommen, weil er eine Gifft-treibende Eigenſchafft hat, ſtaͤrcket auch den Magen, und kommt den Waſſerſuͤchtigen zu gut, treibet den Urin; er ſtaͤrcket auch die entkraͤff-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/78
Zitationshilfe: Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, S. 66. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/78>, abgerufen am 30.09.2020.