Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wissenschafften. Bd. 1. Halle (Saale), 1710.der Bau-Kunst. Ordnung auf der unteren Platz finden muß/ die nichtmit Säulen gezieret. Sind aber an den unteren Mauren gleichfalls Säulen oder Pilaster/ so muß man sich in Einziehung der Mauer nach denselben mit richten/ weil die oberen zum theil auf den unteren ruhen. (§. 222). Die 10. Aufgabe. 276. Eine Mauer anfzuführen. Auflösung. 1. Nehmet mittelmäßige Bruchsteine und verbindet sie mit reichlicher Speise. 2. Und damit die Ecken etwas stärcker ge- machet werden/ so führet sie von Ziegeln o- der Qvatersteinen auf/ die sich mit ver- wechselten Fugen wegen ihrer regulären Figur durch den Mörtel besser verbin- den lassen. 3. Mauret auch in der übriegen Mauer mit unter Ziegel oder regulär gehauene Stei- ne ein. Anders. 1. Mauret von Ziegeln oder Qvatersteinen einen Kasten auf/ welche ihr durch Mör- tel mit verwechselten Fugen fleißig ver- bindet. 2. Jn den mittleren Raum füllet Feldsteine und andere Stücken von Steinen/ die nicht über ein Pfundt schweer sind/ und gießet reichlich Speise darzu: stampfet auch alles wohl ein. 3. Wenn ihr solcher gestalt die Mauer drey Schuh B b 4
der Bau-Kunſt. Ordnung auf der unteren Platz finden muß/ die nichtmit Saͤulen gezieret. Sind aber an den unteren Mauren gleichfalls Saͤulen oder Pilaſter/ ſo muß man ſich in Einziehung der Mauer nach denſelben mit richten/ weil die oberen zum theil auf den unteren ruhen. (§. 222). Die 10. Aufgabe. 276. Eine Mauer anfzufuͤhren. Aufloͤſung. 1. Nehmet mittelmaͤßige Bruchſteine und verbindet ſie mit reichlicher Speiſe. 2. Und damit die Ecken etwas ſtaͤrcker ge- machet werden/ ſo fuͤhret ſie von Ziegeln o- der Qvaterſteinen auf/ die ſich mit ver- wechſelten Fugen wegen ihrer regulaͤren Figur durch den Moͤrtel beſſer verbin- den laſſen. 3. Mauret auch in der uͤbriegen Mauer mit unter Ziegel oder regulaͤr gehauene Stei- ne ein. Anders. 1. Mauret von Ziegeln oder Qvaterſteinen einen Kaſten auf/ welche ihr durch Moͤr- tel mit verwechſelten Fugen fleißig ver- bindet. 2. Jn den mittleren Raum fuͤllet Feldſteine und andere Stuͤcken von Steinen/ die nicht uͤber ein Pfundt ſchweer ſind/ und gießet reichlich Speiſe darzu: ſtampfet auch alles wohl ein. 3. Wenn ihr ſolcher geſtalt die Mauer drey Schuh B b 4
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der Bau-Kunſt.
Ordnung auf der unteren Platz finden muß/ die nicht
mit Saͤulen gezieret. Sind aber an den unteren
Mauren gleichfalls Saͤulen oder Pilaſter/ ſo muß
man ſich in Einziehung der Mauer nach denſelben
mit richten/ weil die oberen zum theil auf den unteren
ruhen. (§. 222).
Die 10. Aufgabe.
276. Eine Mauer anfzufuͤhren.
Aufloͤſung.
1. Nehmet mittelmaͤßige Bruchſteine und
verbindet ſie mit reichlicher Speiſe.
2. Und damit die Ecken etwas ſtaͤrcker ge-
machet werden/ ſo fuͤhret ſie von Ziegeln o-
der Qvaterſteinen auf/ die ſich mit ver-
wechſelten Fugen wegen ihrer regulaͤren
Figur durch den Moͤrtel beſſer verbin-
den laſſen.
3. Mauret auch in der uͤbriegen Mauer mit
unter Ziegel oder regulaͤr gehauene Stei-
ne ein.
Anders.
1. Mauret von Ziegeln oder Qvaterſteinen
einen Kaſten auf/ welche ihr durch Moͤr-
tel mit verwechſelten Fugen fleißig ver-
bindet.
2. Jn den mittleren Raum fuͤllet Feldſteine
und andere Stuͤcken von Steinen/ die
nicht uͤber ein Pfundt ſchweer ſind/ und
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Zitationshilfe: | Wolff, Christian von: Der Anfangs-Gründe Aller Mathematischen Wissenschafften. Bd. 1. Halle (Saale), 1710. , S. 391. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wolff_anfangsgruende01_1710/523>, abgerufen am 22.02.2025. |