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Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Aristoteles und Athen. Bd. 2. Berlin, 1893.

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III. 3. Chronologie der Pentekontaetie.
gesetz über die zulassung der zeugiten zu der ar-
chontenwahl
457 die Peloponnesier in Phokis; schlacht bei Tanagra
MNESIThEIDES
457 schlacht bei Oinophyta; unterwerfung von Nordhellas
winter, Aigina fällt
456
KALLIAS Ol. 81
456
455 Euripides Peliaden
Tolmides verbrennt Gythion
SOSISTRATOS
455 die Athener in Memphis eingeschlossen
454 thessalische expedition
ARISTON
454 beginn der schatzverwaltung durch die Helleno-
tamien in Athen
453untergang des heeres in Aegypten
vertrag mit Phokis CIA IV p. 8; mit Egesta IV p. 58. 139
Perikles in Sikyon und Akarnanien
LUSIKRATES
453Perikles im Chersones. Kleruchien dort, auf Euboia und Naxos21)
gesetz über die demenrichter
452
CHAIREPHANES22) Ol. 82
452 Pind. Ol. 4
451
460--452 einsetzung der eisagoges und nautodikai

Persika, die aber nur oberflächliche leute auf 480 ol. 75, 1 = Kserxou strateia setzen
durften (so Suid.), da Pindar selbst bezeugt hatte, dass er an den Pythien geboren
war. also rechnete man genauer ol. 75, 3. das ergibt die geburt 65, 3; der tod
rückt bei normaler lebensdauer von 80 jahren auf ol. 85, 3, wird wol durch frühe
corruptel auf 86 angesetzt. bei Suidas steht eton ne ohne datum, corrupt aus eton
<p ol.> pe. nun war aber das letzte olympische gedicht von ol. 82, 1, wo er also
66 jahre alt war: das ist die zweite angabe über die lebensdauer (Eust. Thom.).
das lehrt sachlich alles gar nichts für Pindar. aber der archon Abion kann nur mit
der geburt verbunden sein, wir dürfen ihn auf 65, 3, 518/7 ansetzen; der name aber
wird Abron sein, wie bei dem von 458/7. in Kaibels berechnung (Herm. 25, 599)
sind versehen untergelaufen. mit dem datum, Pyth. 8 aus der 35 Pythiade, das sie
doch überlieferten, haben die alten nicht gerechnet. erst seit ich auch dieses datum
respectire, verstehe ich auch das schöne gedicht vollkommen.
21) Dies beruht nur auf Diodor XI 88, lässt also einigen spielraum.
22) Name nur bei Dionys Arch. X 53; bei Diodor ist das jahr ausgefallen.
III. 3. Chronologie der Pentekontaetie.
gesetz über die zulassung der zeugiten zu der ar-
chontenwahl
457 die Peloponnesier in Phokis; schlacht bei Tanagra
ΜΝΗΣΙΘΕΙΔΗΣ
457 schlacht bei Oinophyta; unterwerfung von Nordhellas
winter, Aigina fällt
456
ΚΑΛΛΙΑΣ Ol. 81
456
455 Euripides Peliaden
Tolmides verbrennt Gythion
SOSISTRATOS
455 die Athener in Memphis eingeschlossen
454 thessalische expedition
ΑΡΙΣΤΩΝ
454 beginn der schatzverwaltung durch die Helleno-
tamien in Athen
453untergang des heeres in Aegypten
vertrag mit Phokis CIA IV p. 8; mit Egesta IV p. 58. 139
Perikles in Sikyon und Akarnanien
ΛΥΣΙΚΡΑΤΗΣ
453Perikles im Chersones. Kleruchien dort, auf Euboia und Naxos21)
gesetz über die demenrichter
452
CHAIREPHANES22) Ol. 82
452 Pind. Ol. 4
451
460—452 einsetzung der εἰσαγωγῆς und ναυτοδίκαι

Πεϱσικά, die aber nur oberflächliche leute auf 480 ol. 75, 1 = Ξέϱξου στϱατεία setzen
durften (so Suid.), da Pindar selbst bezeugt hatte, daſs er an den Pythien geboren
war. also rechnete man genauer ol. 75, 3. das ergibt die geburt 65, 3; der tod
rückt bei normaler lebensdauer von 80 jahren auf ol. 85, 3, wird wol durch frühe
corruptel auf 86 angesetzt. bei Suidas steht ἐτῶν νέ ohne datum, corrupt aus ἐτῶν
<π΄ ὀλ.> πέ. nun war aber das letzte olympische gedicht von ol. 82, 1, wo er also
66 jahre alt war: das ist die zweite angabe über die lebensdauer (Eust. Thom.).
das lehrt sachlich alles gar nichts für Pindar. aber der archon Ἀβίων kann nur mit
der geburt verbunden sein, wir dürfen ihn auf 65, 3, 518/7 ansetzen; der name aber
wird Ἅβϱων sein, wie bei dem von 458/7. in Kaibels berechnung (Herm. 25, 599)
sind versehen untergelaufen. mit dem datum, Pyth. 8 aus der 35 Pythiade, das sie
doch überlieferten, haben die alten nicht gerechnet. erst seit ich auch dieses datum
respectire, verstehe ich auch das schöne gedicht vollkommen.
21) Dies beruht nur auf Diodor XI 88, läſst also einigen spielraum.
22) Name nur bei Dionys Arch. X 53; bei Diodor ist das jahr ausgefallen.
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[302/0312] III. 3. Chronologie der Pentekontaetie. gesetz über die zulassung der zeugiten zu der ar- chontenwahl 457 die Peloponnesier in Phokis; schlacht bei Tanagra ΜΝΗΣΙΘΕΙΔΗΣ 457 schlacht bei Oinophyta; unterwerfung von Nordhellas winter, Aigina fällt 456 ΚΑΛΛΙΑΣ Ol. 81 456 455 Euripides Peliaden Tolmides verbrennt Gythion SOSISTRATOS 455 die Athener in Memphis eingeschlossen 454 thessalische expedition ΑΡΙΣΤΩΝ 454 beginn der schatzverwaltung durch die Helleno- tamien in Athen 453 untergang des heeres in Aegypten vertrag mit Phokis CIA IV p. 8; mit Egesta IV p. 58. 139 Perikles in Sikyon und Akarnanien ΛΥΣΙΚΡΑΤΗΣ 453 452 Perikles im Chersones. Kleruchien dort, auf Euboia und Naxos 21) gesetz über die demenrichter CHAIREPHANES 22) Ol. 82 452 Pind. Ol. 4 451 460—452 einsetzung der εἰσαγωγῆς und ναυτοδίκαι 20) 21) Dies beruht nur auf Diodor XI 88, läſst also einigen spielraum. 22) Name nur bei Dionys Arch. X 53; bei Diodor ist das jahr ausgefallen. 20) Πεϱσικά, die aber nur oberflächliche leute auf 480 ol. 75, 1 = Ξέϱξου στϱατεία setzen durften (so Suid.), da Pindar selbst bezeugt hatte, daſs er an den Pythien geboren war. also rechnete man genauer ol. 75, 3. das ergibt die geburt 65, 3; der tod rückt bei normaler lebensdauer von 80 jahren auf ol. 85, 3, wird wol durch frühe corruptel auf 86 angesetzt. bei Suidas steht ἐτῶν νέ ohne datum, corrupt aus ἐτῶν <π΄ ὀλ.> πέ. nun war aber das letzte olympische gedicht von ol. 82, 1, wo er also 66 jahre alt war: das ist die zweite angabe über die lebensdauer (Eust. Thom.). das lehrt sachlich alles gar nichts für Pindar. aber der archon Ἀβίων kann nur mit der geburt verbunden sein, wir dürfen ihn auf 65, 3, 518/7 ansetzen; der name aber wird Ἅβϱων sein, wie bei dem von 458/7. in Kaibels berechnung (Herm. 25, 599) sind versehen untergelaufen. mit dem datum, Pyth. 8 aus der 35 Pythiade, das sie doch überlieferten, haben die alten nicht gerechnet. erst seit ich auch dieses datum respectire, verstehe ich auch das schöne gedicht vollkommen.

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Zitationshilfe: Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Aristoteles und Athen. Bd. 2. Berlin, 1893, S. 302. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wilamowitz_aristoteles02_1893/312>, abgerufen am 23.10.2019.