so leicht nicht zu beseitigen. Am auffälligsten war dem Preußen, wie eifersüchtig man den Supremat des Papstes gegenüber "der sogenannten Emancipation der Bischöfe" zu behaupten suchte (Bericht v. 27. April 1841). Daß Droste so gleichmüthig preisgegeben wurde, hatte seinen Grund zum Theil in dem Amtswürden-Gefühle des Papstes, der sich durch den Eigensinn des deutschen Freiherrn beleidigt fühlte.
Dem gegenüber erscheint die Nachgiebigkeit der Krone Preußen grenzenlos. Schon bei der ersten Verhandlung (1. Sept. 1840) wurde die unglaubliche Zusage gegeben: der König wolle, wenn man sich vertrüge, nur Männer, welche das Vertrauen des Papstes besäßen, in die Katholische Abtheilung berufen. So ging es fort, bis zu den geringsten Angelegenheiten herunter. Der König erbot sich von freien Stücken, Garni- sonskirchen zur abwechselnden Benutzung für beide Confessionen zu erbauen, in Berlin eine besonders schöne. Da dies dem Vatican noch immer nicht genügte, so wurde endlich die Michaeliskirche für die katholischen Soldaten allein errichtet.
Wenn man unbefangen betrachtet, wie die Krone Preußen dem Vatican die Aus- gleichung des Streites über die gemischten Ehen, die Aufhebung des Placets, die Katho- lische Abtheilung, den freien Verkehr der Bischöfe und noch viele andere, bisher ganz unerhörte Zugeständnisse freiwillig entgegenbrachte und gleichwohl erst nach dreizehn Mo- naten widerwärtiger Verhandlungen eine nothdürftige Verständigung mit dem römischen Stuhle erlangte -- dann kann man nur mit der äußersten Verwunderung die zuver- sichtliche Behauptung A. v. Reumont's lesen: "Diesen guten Willen hat man römischer- seits in vollem Maaße an den Tag gelegt. Momentane Schwierigkeiten sind viel mehr als von Rom von Berlin ausgegangen, wo man verschiedene Combinationen ventilirte, bevor man zu derjenigen kam, welche glücklicher Weise angenommen wurde. Daß in Rom allerlei Einflüsse sich geltend machten, vielleicht Intriguen gesponnen wurden, um dem beiderseitigen Verständniß Hindernisse zu bereiten, darf nicht Wunder nehmen. Aber sie sind völlig untergeordneter Natur gewesen." Diese Versicherung schlägt den That- sachen in's Gesicht. Wie ist sie zu begreifen? Ich finde nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder Reumont dachte selbst so fanatisch, daß ihm die unerschöpfliche Nachgiebigkeit der Krone noch immer nicht genügte. Das glaube ich nicht; denn Reumont war, ob- wohl streng clerical gesinnt, doch auf seine Weise ein guter Preuße und namentlich ein glühender Verehrer des königlichen Hauses. Oder Reumont hat von den Einzel- heiten dieser Verhandlungen viel weniger erfahren, als er in seiner bekanntlich sehr starken Eitelkeit sich einbildete. Dies scheint mir die richtige Erklärung. In den sämmt- lichen Papieren Brühl's, auch in den Privatbriefen, wird Reumont nicht ein einziges mal genannt, während der Name des Residenten v. Buch häufig vorkommt. Wenn Reumont also, wie er angiebt, "dem Grafen Brühl während seiner Mission beigegeben war", so hat sich seine Thätigkeit wahrscheinlich auf formale Geschäfte beschränkt, wie dies auch seiner damaligen bescheidenen Amtsstellung entsprach.
XXXI. Das Märchen vom Flüchtling Heine.
Zu Bd. V. S. 379.
Der Götzendienst, welcher heute in vielen deutschen Zeitungen mit H. Heine ge- trieben wird, hat weder mit der Wissenschaft, noch mit dem künstlerischen Gefühle irgend etwas gemein; er ist einfach Geschäft. Leider lassen sich auch manche ernste Gelehrte durch diese lärmende Betriebsamkeit einschüchtern; sie begnügen sich nicht, dem Dichter den Künstlerruhm zu spenden, der ihm für einen Theil seiner Gedichte gebührt; sie wagen auch, ihn, der in Allem das Gegentheil eines Helden war, als einen politischen Märtyrer darzustellen, und verleumden -- ohne je einen Beweis auch nur zu versuchen
XXXI. Das Märchen vom Flüchtling Heine.
ſo leicht nicht zu beſeitigen. Am auffälligſten war dem Preußen, wie eiferſüchtig man den Supremat des Papſtes gegenüber „der ſogenannten Emancipation der Biſchöfe“ zu behaupten ſuchte (Bericht v. 27. April 1841). Daß Droſte ſo gleichmüthig preisgegeben wurde, hatte ſeinen Grund zum Theil in dem Amtswürden-Gefühle des Papſtes, der ſich durch den Eigenſinn des deutſchen Freiherrn beleidigt fühlte.
Dem gegenüber erſcheint die Nachgiebigkeit der Krone Preußen grenzenlos. Schon bei der erſten Verhandlung (1. Sept. 1840) wurde die unglaubliche Zuſage gegeben: der König wolle, wenn man ſich vertrüge, nur Männer, welche das Vertrauen des Papſtes beſäßen, in die Katholiſche Abtheilung berufen. So ging es fort, bis zu den geringſten Angelegenheiten herunter. Der König erbot ſich von freien Stücken, Garni- ſonskirchen zur abwechſelnden Benutzung für beide Confeſſionen zu erbauen, in Berlin eine beſonders ſchöne. Da dies dem Vatican noch immer nicht genügte, ſo wurde endlich die Michaeliskirche für die katholiſchen Soldaten allein errichtet.
Wenn man unbefangen betrachtet, wie die Krone Preußen dem Vatican die Aus- gleichung des Streites über die gemiſchten Ehen, die Aufhebung des Placets, die Katho- liſche Abtheilung, den freien Verkehr der Biſchöfe und noch viele andere, bisher ganz unerhörte Zugeſtändniſſe freiwillig entgegenbrachte und gleichwohl erſt nach dreizehn Mo- naten widerwärtiger Verhandlungen eine nothdürftige Verſtändigung mit dem römiſchen Stuhle erlangte — dann kann man nur mit der äußerſten Verwunderung die zuver- ſichtliche Behauptung A. v. Reumont’s leſen: „Dieſen guten Willen hat man römiſcher- ſeits in vollem Maaße an den Tag gelegt. Momentane Schwierigkeiten ſind viel mehr als von Rom von Berlin ausgegangen, wo man verſchiedene Combinationen ventilirte, bevor man zu derjenigen kam, welche glücklicher Weiſe angenommen wurde. Daß in Rom allerlei Einflüſſe ſich geltend machten, vielleicht Intriguen geſponnen wurden, um dem beiderſeitigen Verſtändniß Hinderniſſe zu bereiten, darf nicht Wunder nehmen. Aber ſie ſind völlig untergeordneter Natur geweſen.“ Dieſe Verſicherung ſchlägt den That- ſachen in’s Geſicht. Wie iſt ſie zu begreifen? Ich finde nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder Reumont dachte ſelbſt ſo fanatiſch, daß ihm die unerſchöpfliche Nachgiebigkeit der Krone noch immer nicht genügte. Das glaube ich nicht; denn Reumont war, ob- wohl ſtreng clerical geſinnt, doch auf ſeine Weiſe ein guter Preuße und namentlich ein glühender Verehrer des königlichen Hauſes. Oder Reumont hat von den Einzel- heiten dieſer Verhandlungen viel weniger erfahren, als er in ſeiner bekanntlich ſehr ſtarken Eitelkeit ſich einbildete. Dies ſcheint mir die richtige Erklärung. In den ſämmt- lichen Papieren Brühl’s, auch in den Privatbriefen, wird Reumont nicht ein einziges mal genannt, während der Name des Reſidenten v. Buch häufig vorkommt. Wenn Reumont alſo, wie er angiebt, „dem Grafen Brühl während ſeiner Miſſion beigegeben war“, ſo hat ſich ſeine Thätigkeit wahrſcheinlich auf formale Geſchäfte beſchränkt, wie dies auch ſeiner damaligen beſcheidenen Amtsſtellung entſprach.
XXXI. Das Märchen vom Flüchtling Heine.
Zu Bd. V. S. 379.
Der Götzendienſt, welcher heute in vielen deutſchen Zeitungen mit H. Heine ge- trieben wird, hat weder mit der Wiſſenſchaft, noch mit dem künſtleriſchen Gefühle irgend etwas gemein; er iſt einfach Geſchäft. Leider laſſen ſich auch manche ernſte Gelehrte durch dieſe lärmende Betriebſamkeit einſchüchtern; ſie begnügen ſich nicht, dem Dichter den Künſtlerruhm zu ſpenden, der ihm für einen Theil ſeiner Gedichte gebührt; ſie wagen auch, ihn, der in Allem das Gegentheil eines Helden war, als einen politiſchen Märtyrer darzuſtellen, und verleumden — ohne je einen Beweis auch nur zu verſuchen
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XXXI. Das Märchen vom Flüchtling Heine.
ſo leicht nicht zu beſeitigen. Am auffälligſten war dem Preußen, wie eiferſüchtig man
den Supremat des Papſtes gegenüber „der ſogenannten Emancipation der Biſchöfe“ zu
behaupten ſuchte (Bericht v. 27. April 1841). Daß Droſte ſo gleichmüthig preisgegeben
wurde, hatte ſeinen Grund zum Theil in dem Amtswürden-Gefühle des Papſtes, der
ſich durch den Eigenſinn des deutſchen Freiherrn beleidigt fühlte.
Dem gegenüber erſcheint die Nachgiebigkeit der Krone Preußen grenzenlos. Schon
bei der erſten Verhandlung (1. Sept. 1840) wurde die unglaubliche Zuſage gegeben:
der König wolle, wenn man ſich vertrüge, nur Männer, welche das Vertrauen des
Papſtes beſäßen, in die Katholiſche Abtheilung berufen. So ging es fort, bis zu den
geringſten Angelegenheiten herunter. Der König erbot ſich von freien Stücken, Garni-
ſonskirchen zur abwechſelnden Benutzung für beide Confeſſionen zu erbauen, in Berlin
eine beſonders ſchöne. Da dies dem Vatican noch immer nicht genügte, ſo wurde
endlich die Michaeliskirche für die katholiſchen Soldaten allein errichtet.
Wenn man unbefangen betrachtet, wie die Krone Preußen dem Vatican die Aus-
gleichung des Streites über die gemiſchten Ehen, die Aufhebung des Placets, die Katho-
liſche Abtheilung, den freien Verkehr der Biſchöfe und noch viele andere, bisher ganz
unerhörte Zugeſtändniſſe freiwillig entgegenbrachte und gleichwohl erſt nach dreizehn Mo-
naten widerwärtiger Verhandlungen eine nothdürftige Verſtändigung mit dem römiſchen
Stuhle erlangte — dann kann man nur mit der äußerſten Verwunderung die zuver-
ſichtliche Behauptung A. v. Reumont’s leſen: „Dieſen guten Willen hat man römiſcher-
ſeits in vollem Maaße an den Tag gelegt. Momentane Schwierigkeiten ſind viel mehr
als von Rom von Berlin ausgegangen, wo man verſchiedene Combinationen ventilirte,
bevor man zu derjenigen kam, welche glücklicher Weiſe angenommen wurde. Daß in
Rom allerlei Einflüſſe ſich geltend machten, vielleicht Intriguen geſponnen wurden, um
dem beiderſeitigen Verſtändniß Hinderniſſe zu bereiten, darf nicht Wunder nehmen. Aber
ſie ſind völlig untergeordneter Natur geweſen.“ Dieſe Verſicherung ſchlägt den That-
ſachen in’s Geſicht. Wie iſt ſie zu begreifen? Ich finde nur zwei mögliche Erklärungen.
Entweder Reumont dachte ſelbſt ſo fanatiſch, daß ihm die unerſchöpfliche Nachgiebigkeit
der Krone noch immer nicht genügte. Das glaube ich nicht; denn Reumont war, ob-
wohl ſtreng clerical geſinnt, doch auf ſeine Weiſe ein guter Preuße und namentlich
ein glühender Verehrer des königlichen Hauſes. Oder Reumont hat von den Einzel-
heiten dieſer Verhandlungen viel weniger erfahren, als er in ſeiner bekanntlich ſehr
ſtarken Eitelkeit ſich einbildete. Dies ſcheint mir die richtige Erklärung. In den ſämmt-
lichen Papieren Brühl’s, auch in den Privatbriefen, wird Reumont nicht ein einziges
mal genannt, während der Name des Reſidenten v. Buch häufig vorkommt. Wenn
Reumont alſo, wie er angiebt, „dem Grafen Brühl während ſeiner Miſſion beigegeben
war“, ſo hat ſich ſeine Thätigkeit wahrſcheinlich auf formale Geſchäfte beſchränkt, wie
dies auch ſeiner damaligen beſcheidenen Amtsſtellung entſprach.
XXXI. Das Märchen vom Flüchtling Heine.
Zu Bd. V. S. 379.
Der Götzendienſt, welcher heute in vielen deutſchen Zeitungen mit H. Heine ge-
trieben wird, hat weder mit der Wiſſenſchaft, noch mit dem künſtleriſchen Gefühle irgend
etwas gemein; er iſt einfach Geſchäft. Leider laſſen ſich auch manche ernſte Gelehrte
durch dieſe lärmende Betriebſamkeit einſchüchtern; ſie begnügen ſich nicht, dem Dichter
den Künſtlerruhm zu ſpenden, der ihm für einen Theil ſeiner Gedichte gebührt; ſie
wagen auch, ihn, der in Allem das Gegentheil eines Helden war, als einen politiſchen
Märtyrer darzuſtellen, und verleumden — ohne je einen Beweis auch nur zu verſuchen
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Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im Neunzehnten Jahrhundert. Bd. 5: Bis zur März-Revolution. Leipzig, 1894, S. 764. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/treitschke_geschichte05_1894/778>, abgerufen am 13.11.2024.
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