Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 3. Berlin, 1816.Zweite Abtheilung. Die ihr bewohnen wollt, befehlt, wie allesGehalten werde, daß Ihr gern hier weilt. Agrippina. Ich hoffe, Trost soll mir die Stille geben. -- Nicht ganz, mein Freund, vergeßt mich in der Ferne. Andalosia. Ich denke Euer, so gehabt Euch wohl. (geht ab.) Aebtissinn. Faßt nun Vertrauen, vielgeliebte Tochter, Zu mir bejahrten Frau, die Euch so freundlich Empfangen möchte wie ein holdes Kind. Hinein geht und erfrischt Euch von der Reise, Dann ruht am hellsten Ort, am freundlichsten, Des wir uns nur in unsern Mauern freun. Agrippina. Vielleicht kann ich an Eurem Busen weinen! (sie gehn ab.) Zehnte Scene. (Cypern. Zimmer.) Daniel, Benjamin. Daniel. Unbegreiflich und wundervoll! Nun ist der Herr Andalosia schon zum zweitenmale so plötzlich da, als wenn er vom Monde herunter gefallen wäre; kein Mensch denkt an nichts weni- ger, als an ihn, und er steht mitten unter uns. Hast Du denn gar nichts hören können, junger Mensch? Benjamin. Er hat sich gleich mit seinem Bruder Ampedo eingeschlossen und eingeriegelt. Da-
Zweite Abtheilung. Die ihr bewohnen wollt, befehlt, wie allesGehalten werde, daß Ihr gern hier weilt. Agrippina. Ich hoffe, Troſt ſoll mir die Stille geben. — Nicht ganz, mein Freund, vergeßt mich in der Ferne. Andaloſia. Ich denke Euer, ſo gehabt Euch wohl. (geht ab.) Aebtiſſinn. Faßt nun Vertrauen, vielgeliebte Tochter, Zu mir bejahrten Frau, die Euch ſo freundlich Empfangen moͤchte wie ein holdes Kind. Hinein geht und erfriſcht Euch von der Reiſe, Dann ruht am hellſten Ort, am freundlichſten, Des wir uns nur in unſern Mauern freun. Agrippina. Vielleicht kann ich an Eurem Buſen weinen! (ſie gehn ab.) Zehnte Scene. (Cypern. Zimmer.) Daniel, Benjamin. Daniel. Unbegreiflich und wundervoll! Nun iſt der Herr Andaloſia ſchon zum zweitenmale ſo ploͤtzlich da, als wenn er vom Monde herunter gefallen waͤre; kein Menſch denkt an nichts weni- ger, als an ihn, und er ſteht mitten unter uns. Haſt Du denn gar nichts hoͤren koͤnnen, junger Menſch? Benjamin. Er hat ſich gleich mit ſeinem Bruder Ampedo eingeſchloſſen und eingeriegelt. Da-
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Zweite Abtheilung.
Die ihr bewohnen wollt, befehlt, wie alles
Gehalten werde, daß Ihr gern hier weilt.
Agrippina.
Ich hoffe, Troſt ſoll mir die Stille geben. —
Nicht ganz, mein Freund, vergeßt mich in der Ferne.
Andaloſia.
Ich denke Euer, ſo gehabt Euch wohl. (geht ab.)
Aebtiſſinn.
Faßt nun Vertrauen, vielgeliebte Tochter,
Zu mir bejahrten Frau, die Euch ſo freundlich
Empfangen moͤchte wie ein holdes Kind.
Hinein geht und erfriſcht Euch von der Reiſe,
Dann ruht am hellſten Ort, am freundlichſten,
Des wir uns nur in unſern Mauern freun.
Agrippina.
Vielleicht kann ich an Eurem Buſen weinen!
(ſie gehn ab.)
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(Cypern. Zimmer.)
Daniel, Benjamin.
Daniel. Unbegreiflich und wundervoll! Nun
iſt der Herr Andaloſia ſchon zum zweitenmale ſo
ploͤtzlich da, als wenn er vom Monde herunter
gefallen waͤre; kein Menſch denkt an nichts weni-
ger, als an ihn, und er ſteht mitten unter uns.
Haſt Du denn gar nichts hoͤren koͤnnen, junger
Menſch?
Benjamin. Er hat ſich gleich mit ſeinem
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Zitationshilfe: | Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 3. Berlin, 1816, S. 448. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/tieck_phantasus03_1816/458>, abgerufen am 23.02.2025. |