Ein Eishügel oder Eisberg wäre nicht kalt, oder grymselbergisch genug gewesen.
Wirbeln.
Alles wirbolt bey wirbelsüchtigen Dichtern; die Spuren so gar.
"Und Freude floß in wirbelndkrause Spuren "Durch wollustschwangre Fluren. Samml. Nicol. 6 S.
Wirth.
Der Maden Speise und Wirth ist der Mensch. Sind das nicht undankbare Gäste? Erst bewirthen wir sie, und dann fressen sie uns. Es sollte also heissen: der Maden Wirth und Speis'.
"Soll Gott, der diesen Leib, der Maden Speis' u. Wirth, "So väterlich versorgt; so prächtig ausge- ziert, "Soll Gott den Menschen selbst, die Seele nicht mehr schätzen? Haller, 116 S.
Se. Gn. die uns bis zum Ende unsers Wörter- buchs huldreich begleiten, machen sich die Freude, uns errathen zu lassen: ob etwan Gott der Ma- den Speis' und Wirth sey?variantes le- ctiones!
Wolken.
Die Wehmuth muß eine entsetzliche Hand haben: sie streuet Wolken aus dieser Hand.
"Wehmuth streut auf das Grau der haare mir wolken von asche. Jac. u. Jos. 85 S.
An einer Handvoll wäre es auch genug?
Wolkenlos.
Einem so heiligen und vielsagenden Worte, als Wolke ist, dorfte nicht ein Beywör-
telein
Wi Wo
Ein Eishuͤgel oder Eisberg waͤre nicht kalt, oder grymſelbergiſch genug geweſen.
Wirbeln.
Alles wirbolt bey wirbelſuͤchtigen Dichtern; die Spuren ſo gar.
“Und Freude floß in wirbelndkrauſe Spuren “Durch wolluſtſchwangre Fluren. Samml. Nicol. 6 S.
Wirth.
Der Maden Speiſe und Wirth iſt der Menſch. Sind das nicht undankbare Gaͤſte? Erſt bewirthen wir ſie, und dann freſſen ſie uns. Es ſollte alſo heiſſen: der Maden Wirth und Speiſ’.
“Soll Gott, der dieſen Leib, der Maden Speiſ’ u. Wirth, “So vaͤterlich verſorgt; ſo praͤchtig ausge- ziert, “Soll Gott den Menſchen ſelbſt, die Seele nicht mehr ſchaͤtzen? Haller, 116 S.
Se. Gn. die uns bis zum Ende unſers Woͤrter- buchs huldreich begleiten, machen ſich die Freude, uns errathen zu laſſen: ob etwan Gott der Ma- den Speiſ’ und Wirth ſey?variantes le- ctiones!
Wolken.
Die Wehmuth muß eine entſetzliche Hand haben: ſie ſtreuet Wolken aus dieſer Hand.
“Wehmuth ſtreut auf das Grau der haare mir wolken von aſche. Jac. u. Joſ. 85 S.
An einer Handvoll waͤre es auch genug?
Wolkenlos.
Einem ſo heiligen und vielſagenden Worte, als Wolke iſt, dorfte nicht ein Beywoͤr-
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Wi Wo
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“Und Freude floß in wirbelndkrauſe Spuren
“Durch wolluſtſchwangre Fluren.
Samml. Nicol. 6 S.
Wirth. Der Maden Speiſe und Wirth iſt der
Menſch. Sind das nicht undankbare Gaͤſte?
Erſt bewirthen wir ſie, und dann freſſen ſie uns.
Es ſollte alſo heiſſen: der Maden Wirth und
Speiſ’.
“Soll Gott, der dieſen Leib, der Maden
Speiſ’ u. Wirth,
“So vaͤterlich verſorgt; ſo praͤchtig ausge-
ziert,
“Soll Gott den Menſchen ſelbſt, die Seele nicht
mehr ſchaͤtzen? Haller, 116 S.
Se. Gn. die uns bis zum Ende unſers Woͤrter-
buchs huldreich begleiten, machen ſich die Freude,
uns errathen zu laſſen: ob etwan Gott der Ma-
den Speiſ’ und Wirth ſey? variantes le-
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Wolken. Die Wehmuth muß eine entſetzliche
Hand haben: ſie ſtreuet Wolken aus dieſer
Hand.
“Wehmuth ſtreut auf das Grau der haare
mir wolken von aſche. Jac. u. Joſ. 85 S.
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Wolkenlos. Einem ſo heiligen und vielſagenden
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Schönaich, Christoph Otto von: Die ganze Aesthetik in einer Nuß, oder Neologisches Wörterbuch. [Breslau], 1754, S. 454. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schoenaich_aesthetik_1754/480>, abgerufen am 04.03.2025.
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