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Allgemeine Auswanderungs-Zeitung. Nr. 62. Rudolstadt, 6. Dezember 1847.

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Allgemeine Auswanderungs = Zeitung.

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Organ
für
Kunde aus deutschen Ansiedlungen
für Rath und That
zu Gunsten der fortziehenden Brüder,
sowie für
Oeffentlichkeit in Auswanderungs-
sachen überhaupt.

BREMEN:
C. Schünemann's Sortiments = Buchhandlung.
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Mit
statistischen Uebersichten, Karten
und Plänen,

sowie mit einem
Jntelligenzblatte
für Bekanntmachungen von
Behörden u. Privaten.
NEW-YORK: bei William Radde,
Broadway 322
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Pränumerationspreis des halben Jahrgangs bei allen
Buchhandlungen und Fürstl. Thurn und Taxischen
Postanstalten 1 1 / 6 Rl. == 2 fl 6 Xr.
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Nro 62.
Montag, 6. December 1847.
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Literatur.

Briefe aus und über Nordamerika oder Beiträge zu
einer richtigen Kenntniß der Vereinigten Staaten
und ihrer Bewohner,
besonders der deutschen
Bevölkerung, in kirchlicher, sittlicher, socialer und poli-
tischer Hinsicht, und zur Beantwortung der Frage über
Auswanderung, nebst Nachrichten über Klima und
Krankheiten in diesen Staaten. Von Prof
. Dr. Bütt-
ner.
Zwei Bände. Zweite wohlfeilere Ausgabe.
Dresden und Leipzig 1847. Arnoldische Buchhandl.

Hr. Prof. Dr. Büttner, dessen "Vereinigte Staaten von
Nordamerika. Mein Aufenthalt und meine Reisen in denselben ec.,"
als zu den besten Werken über Amerika gehörend, jedem Auswan-
derungslustigen empfohlen werden können, legt in diesen "Briefen"
abermals Zeugniß davon ab, daß er auf seinen transatlantischen
Reisen nichts unbeobachtet ließ, was dem deutschen Publicum von
Jnteresse sein mußte. Selbst Geistlicher, war sein Blick mit ganz
besonderer Aufmerksamkeit und mit außerordentlicher Klarheit auf
die religiösen Verhältnisse Nordamerika's gerichtet, und wenn wir
auch überall in ihm den warmen Anhänger an seine Confession
erkennen, so geht diese Anhänglichkeit doch nirgends in Parteilich-
keit über, wie wir solches leider nur zu oft in ähnlichen Werken
an denjenigen bemerken, welche, zu Verkündigern christlicher Liebe
und Duldung berufen, von der lieblosesten Jntoleranz beseelt sind.
Wir finden in diesen Briefen alle, wenigstens alle uns bekannten
Religionssecten Amerika's, deren es eine erkleckliche Anzahl gibt,
getreu geschildert, vor allen aber beschäftigt der Verf. sich mit
der deutschen Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Die Nach-
richten über den Zustand der Bevölkerung der Union wechseln mit
Reiseskizzen ab, ( oder sind vielmehr mit denselben verflochten ) ,
deren lebhafte und einfach natürliche Zeichnung uns die gewandte
Feder des Verf. und die ihm zu Theil gewordene, beneidens-
werthe Gabe bewundern läßt unterhaltend zu belehren.

   
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Wanderungen über die Felsengebirge in das Oregon-
gebiet von J. Farnham. Aus dem Englischen von
Fr. Gerstäcker. Leipzig, Verlag von Gustav Mayer.

1846.

Das Oregon = Gebiet, welchem neben den andern weiten,
noch menschenarmen Landflächen im Westen der Ver. Staaten,
in der künftigen Geschichte der Auswanderung sicherlich eine be-
deutende Rolle vorbehalten ist, hat in neuerer Zeit die Aufmerk-
samkeit in so hohem Grade auf sich gezogen, daß ein jeder Bei-
trag zur nähern Kenntniß des Landes und seiner jetzigen Be-
wohner willkommen geheißen werden muß, zumal wenn er aus
der Feder eines Reisenden geflossen ist, der mit einer seltenen
Beobachtungsgabe den Vorzug einer anziehenden Mittheilung ver-
bindet, der über alle wichtigen Verhältnisse des Landes Aufschluß
zu erhalten gestrebt und keine Mühe gespart hat, für seine Reise-
erfahrungen eine wissenschaftliche Basis zu gewinnen.

Nachdem der Verf. in einer Einleitung über die Besitzfrage
des Oregon = Gebietes seine Stimme abgegeben, indem er durch
eine historische Deduction das Recht der Verein. Staaten außer
Zweifel zu stellen sucht, und dabei als echter Amerikaner die Kraft
seiner Mitbürger, ihre Ansprüche auf das Land nöthigenfalls zu
vertheidigen, als den Schlußpunkt in der Kette seiner Beweis-
gründe hinstellt, schildert er in 9 Capiteln auf eben so interessante
als belehrende Weise seine Wanderungen durch die verschieden-
artigsten, bald tiefwilden und in ihrer Productenarmuth furcht-
baren, bald mit Naturreizen und Labungsfülle herrlich ausge-
statteten Gegenden der Felsengebirge, bis zu den einzelnen Forts
und Ansiedelungen in Oregon selbst, welche als Anfangspunkte
der großen Strömung betrachtet werden können, mit der die Civi-
lisation vielleicht in wenig Jahrzehnten schon über diese öden
Steppen sich ausbreiten wird. Jn besondern Abschnitten sucht
der Verf. von der Bodenbeschaffenheit der wichtigsten Strecken
des durchreisten Landes, von ihren Erzeugnissen, den Eingebornen
dem Leser ein deutliches Bild zu verschaffen und benutzt nicht
selten seine Beobachtungen zu Reflerionen, die, im Jnteresse neuer
Ansiedelungen gemacht, von großer Wichtigkeit sind für diejenigen,

Allgemeine Auswanderungs = Zeitung.

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Organ
für
Kunde aus deutschen Ansiedlungen
für Rath und That
zu Gunsten der fortziehenden Brüder,
sowie für
Oeffentlichkeit in Auswanderungs-
sachen überhaupt.

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C. Schünemann's Sortiments = Buchhandlung.
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Behörden u. Privaten.
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Broadway 322
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Buchhandlungen und Fürstl. Thurn und Taxischen
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Montag, 6. December 1847.
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Literatur.

Briefe aus und über Nordamerika oder Beiträge zu
einer richtigen Kenntniß der Vereinigten Staaten
und ihrer Bewohner,
besonders der deutschen
Bevölkerung, in kirchlicher, sittlicher, socialer und poli-
tischer Hinsicht, und zur Beantwortung der Frage über
Auswanderung, nebst Nachrichten über Klima und
Krankheiten in diesen Staaten. Von Prof
. Dr. Bütt-
ner.
Zwei Bände. Zweite wohlfeilere Ausgabe.
Dresden und Leipzig 1847. Arnoldische Buchhandl.

Hr. Prof. Dr. Büttner, dessen „Vereinigte Staaten von
Nordamerika. Mein Aufenthalt und meine Reisen in denselben ec.,“
als zu den besten Werken über Amerika gehörend, jedem Auswan-
derungslustigen empfohlen werden können, legt in diesen „Briefen“
abermals Zeugniß davon ab, daß er auf seinen transatlantischen
Reisen nichts unbeobachtet ließ, was dem deutschen Publicum von
Jnteresse sein mußte. Selbst Geistlicher, war sein Blick mit ganz
besonderer Aufmerksamkeit und mit außerordentlicher Klarheit auf
die religiösen Verhältnisse Nordamerika's gerichtet, und wenn wir
auch überall in ihm den warmen Anhänger an seine Confession
erkennen, so geht diese Anhänglichkeit doch nirgends in Parteilich-
keit über, wie wir solches leider nur zu oft in ähnlichen Werken
an denjenigen bemerken, welche, zu Verkündigern christlicher Liebe
und Duldung berufen, von der lieblosesten Jntoleranz beseelt sind.
Wir finden in diesen Briefen alle, wenigstens alle uns bekannten
Religionssecten Amerika's, deren es eine erkleckliche Anzahl gibt,
getreu geschildert, vor allen aber beschäftigt der Verf. sich mit
der deutschen Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Die Nach-
richten über den Zustand der Bevölkerung der Union wechseln mit
Reiseskizzen ab, ( oder sind vielmehr mit denselben verflochten ) ,
deren lebhafte und einfach natürliche Zeichnung uns die gewandte
Feder des Verf. und die ihm zu Theil gewordene, beneidens-
werthe Gabe bewundern läßt unterhaltend zu belehren.

   
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Wanderungen über die Felsengebirge in das Oregon-
gebiet von J. Farnham. Aus dem Englischen von
Fr. Gerstäcker. Leipzig, Verlag von Gustav Mayer.

1846.

Das Oregon = Gebiet, welchem neben den andern weiten,
noch menschenarmen Landflächen im Westen der Ver. Staaten,
in der künftigen Geschichte der Auswanderung sicherlich eine be-
deutende Rolle vorbehalten ist, hat in neuerer Zeit die Aufmerk-
samkeit in so hohem Grade auf sich gezogen, daß ein jeder Bei-
trag zur nähern Kenntniß des Landes und seiner jetzigen Be-
wohner willkommen geheißen werden muß, zumal wenn er aus
der Feder eines Reisenden geflossen ist, der mit einer seltenen
Beobachtungsgabe den Vorzug einer anziehenden Mittheilung ver-
bindet, der über alle wichtigen Verhältnisse des Landes Aufschluß
zu erhalten gestrebt und keine Mühe gespart hat, für seine Reise-
erfahrungen eine wissenschaftliche Basis zu gewinnen.

Nachdem der Verf. in einer Einleitung über die Besitzfrage
des Oregon = Gebietes seine Stimme abgegeben, indem er durch
eine historische Deduction das Recht der Verein. Staaten außer
Zweifel zu stellen sucht, und dabei als echter Amerikaner die Kraft
seiner Mitbürger, ihre Ansprüche auf das Land nöthigenfalls zu
vertheidigen, als den Schlußpunkt in der Kette seiner Beweis-
gründe hinstellt, schildert er in 9 Capiteln auf eben so interessante
als belehrende Weise seine Wanderungen durch die verschieden-
artigsten, bald tiefwilden und in ihrer Productenarmuth furcht-
baren, bald mit Naturreizen und Labungsfülle herrlich ausge-
statteten Gegenden der Felsengebirge, bis zu den einzelnen Forts
und Ansiedelungen in Oregon selbst, welche als Anfangspunkte
der großen Strömung betrachtet werden können, mit der die Civi-
lisation vielleicht in wenig Jahrzehnten schon über diese öden
Steppen sich ausbreiten wird. Jn besondern Abschnitten sucht
der Verf. von der Bodenbeschaffenheit der wichtigsten Strecken
des durchreisten Landes, von ihren Erzeugnissen, den Eingebornen
dem Leser ein deutliches Bild zu verschaffen und benutzt nicht
selten seine Beobachtungen zu Reflerionen, die, im Jnteresse neuer
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Zitationshilfe: Allgemeine Auswanderungs-Zeitung. Nr. 62. Rudolstadt, 6. Dezember 1847, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_auswanderer62_1847/1>, abgerufen am 23.02.2019.