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Allgemeine Auswanderungs-Zeitung. Nr. 57. Rudolstadt, 1. November 1847.

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[Spaltenumbruch] etwa 5 Cents, wir wollen aber, wie bei dem ersten Beispiele,
6 Cts. rechnen; es geben demnach 10 Acres a 600 P a 6 C.
360 Doll., ungefähr den sechsten Theil des Facits, welches der
Verf. gefunden.

Wir wollen jedoch schließlich ausdrücklich bemerken, daß der
Verf. diese Beispiele, als ihm erzählt, wieder erzählt, nicht aber,
wie der Freiherr von Schütz, seine Berechnungen gleichsam als
selbst erprobt aufstellt.

   

Bibliothek der Länder = und Völkerkunde.
Jn Verbindung mit Mehreren herausgegeben von
Dr.
W. Stricker. Frankfurt a. M. 1847. Johann
Valentin Meidinger.

Der Herausgeber hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Forschungen,
welche in umfangsreichen und kostbaren Werken über die Bewohner
fremder Länder, über ihre Beziehungen zur elementarischen Natur
und über die Einflüsse der Wohnorte der Völker auf ihre innere
und äußere Natur aufbewahrt liegen, zum Gemeingut aller Ge-
bildeten zu machen.

   Die bisher erschienenen beiden Bändchen:
    Die Republik Meriko, und
    Ungarn und Siebenbürgen, beide nach den besten und
   neuesten Quellen geschildert von Dr. W. Stricker,

bringen uns, was der Herausgeber versprach: ein anziehendes,
belehrendes und unterhaltendes Gemälde der Länder und Völker,
von welchen sie handeln, und hinsichtlich der äußeren Ausstattung
hat die Verlagshandlung nichts zu wünschen übrig gelassen.

   --

Der Kolonial = Director
F. Shubbert in Friedrichsburg ( Texas ) ,

dessen unter anderen auch in No. 43 ( S. 331 ) dieser Blätter
schon mit Auszeichnung gedacht wurde, empfängt für seine regen
Bemühungen um das Wohl der Kolonie von den dortigen Ein-
wohnern fortwährend Beweise der Anhänglichkeit, Liebe und Dank-
barkeit; namentlich wurde demselben am 1. April d. J. von den
dasigen Bürgern eine Fackelmusik gebracht und ein gesticktes Kissen
mit einem passenden Gedicht überreicht.

Auch schon früher, am 3. Jan. d. J., erhielt Hr. Shubbert
die nachstehende Adresse, welche wir hiermit auch schon um deß-
willen veröffentlichen, um Seitens der Unterzeichner ihren Freun-
den und Verwandten in Deutschland ein Lebenszeichen zu geben.

   

Es hat sich ein Mensch Namens Victor Bracht in Neu-
Braunfels erlaubt, Schmähschriften gegen mich dem deutschen
Publicum zu übergeben, wovon Notiz zu nehmen ich unter
meiner Würde halten würde, da sie den Charakter des Verfassers,
eines halb Verrückten, lügenhaften, gemeinen Menschen* ) tra-[Spaltenumbruch] gen, wäre ich es nicht meiner augenblicklichen Stellung als oberer
Beamte des Vereins für deutsche Auswanderer in Texas schuldig,
darauf zu antworten.

Obiger Bracht hat sich beim Verfassen dieser Schriften
von einem Manne zum Werkzeuge gegen mich gebrauchen lassen,
dem durch die hiesigen Deutschen nicht die Anhänglichkeit und Liebe
gezollt ist, deren ich mich zu erfreuen habe, während derselbe
vermöge seiner Stellung bei weitem leichter, als ich, Gelegenheit
hatte, sich dieselbe zu erwerben. -- Er ist gerichtet von der Welt,
insbesondere durch die hiesige deutsche Bevölkerung und durch die
Resultate seines Handelns; darum schweige ich über ihn und sein
Verfahren, bis er mich durch neue Angriffe zwingt, der Welt
sein Wirken, der Menschheit und seiner Stellung gegenüber vor-
zulegen und durch Belege und meine Correspondenz mit ihm zu
bekräftigen.

Um mich als Beamter vor der Welt zu rechtfertigen, über-
gebe ich der Oeffentlichkeit hiermit einige Documente, womit mich
meine deutschen Brüder, die Bürger von Friedrichsburg, beehrten,
nachdem mir eben so viel Liebe von Braunfels hierher gefolgt
war, und überlasse mich somit dem Urtheile der in unserm alten
Vaterlande zurückgebliebenen Freunde und Verwandten derselben.

   
F. Shubbert, Kolonial = Director.
Adresse
der Bürger Friedrichsburgs an den Kolonial=Director F. Shubbert.

Hochgeehrter Herr Director!

Kaum war uns die erfreuliche Künde von Jhrer glücklichen
Zurückkunft aus dem Vereinsgebiete an dem Llano geworden,
als unsere Freude durch die Nachricht: Sie würden uns in den
ersten Tagen wieder verlassen, und, was noch das Härteste ist,
auch vielleicht nicht wieder zu uns zurückkehren, auf das Em-
pfindlichste getrübt wurde. Hoffen wir, daß letztere Nachricht
unbegründet sei, und das Werk, welches eigentlich in Friedrichsburg
durch Sie erst begründet wurde, nicht dem Untergange preisge-
geben werde, dem es leider zu nahe war.

Unsere Bescheidenheit verbietet es uns, Jhnen, verhrtester
Mann! alle die Verdienste aufzuzählen, die Sie sich in der kurzen
Zeit Jhres Hierseins um uns erworben haben. Sie waren es,
der uns als Hülfe erschien, da die Noth, da das Elend am höchsten
war. Sie waren der rettende Engel, der Sie Vielen von uns
und unsern Kindern durch Jhre aufopfernde Hingebung Leben
und Gesundheit wiedergebracht haben. Sie haben durch Jhre
rastlose Thätigkeit für die Befriedigung unserer nothwendigsten
Lebensbedürfnisse gesorgt, woran wir früher oftmals den drückend-
sten Mangel litten; kurz, Sie waren es, wodurch die Hoff-
nung auf eine frohe und gesicherte Zukunft von Neuem in uns
belebt wurde: und Sie sollten uns verlassen? Das verhüte Gott!
Sollte es wirklich der Fall sein, sollte sich diese Schreckensnach-
richt wirklich bestätigen, so ist ganz Friedrichsburg in tiefster Trauer;
sollten wir Sie verlieren, auf den wir unser unbegrenztes, unge-
theiltes Vertrauen setzen, so würde uns dadurch eine Wunde ge-
schlagen, die so bald nicht, ja vielleicht nie wieder heilen würde.

Wir wagen demnach unsere so dringende als ergebene Bitte
an Sie: uns nicht zu verlassen, oder wenn Geschäfte oder son-
stige Verhältnisse Sie von uns rufen, recht bald wieder zu uns
zurückzukehren, und dadurch die Sorge zu verscheuchen, die durch
die Nachricht von Jhrem möglichen Scheiden so schwer auf uns lastet.

* ) Weder der Bericht aus Neu = Braunfels in No. 48 ( S. 369 ) , noch
die Schilderung der ersten Expedition nach dem Grant des Mainzer Vereins
in No. 49 unserer Zeitung, beide aus der Feder des Hrn. B. Bracht
geflossen, rechtfertigen so schimpfliche Prädicate, deren Quelle wohl nur
leidenschaftliche Aufregung ist. Obgleich die in Rede stehenden Schmäh-
schriften uns noch unbekannt und wir deßhalb außer Stande sind zu beur-
theilen, in wieweit Br. dem Hrn. Kolonial = Director zu nahe getreten, so
können wir doch die Bekämpfung eines Gegners mit solchen Waffen in
keinem Falle billigen.    Die Red.

[Spaltenumbruch] etwa 5 Cents, wir wollen aber, wie bei dem ersten Beispiele,
6 Cts. rechnen; es geben demnach 10 Acres à 600 P à 6 C.
360 Doll., ungefähr den sechsten Theil des Facits, welches der
Verf. gefunden.

Wir wollen jedoch schließlich ausdrücklich bemerken, daß der
Verf. diese Beispiele, als ihm erzählt, wieder erzählt, nicht aber,
wie der Freiherr von Schütz, seine Berechnungen gleichsam als
selbst erprobt aufstellt.

   

Bibliothek der Länder = und Völkerkunde.
Jn Verbindung mit Mehreren herausgegeben von
Dr.
W. Stricker. Frankfurt a. M. 1847. Johann
Valentin Meidinger.

Der Herausgeber hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Forschungen,
welche in umfangsreichen und kostbaren Werken über die Bewohner
fremder Länder, über ihre Beziehungen zur elementarischen Natur
und über die Einflüsse der Wohnorte der Völker auf ihre innere
und äußere Natur aufbewahrt liegen, zum Gemeingut aller Ge-
bildeten zu machen.

   Die bisher erschienenen beiden Bändchen:
    Die Republik Meriko, und
    Ungarn und Siebenbürgen, beide nach den besten und
   neuesten Quellen geschildert von Dr. W. Stricker,

bringen uns, was der Herausgeber versprach: ein anziehendes,
belehrendes und unterhaltendes Gemälde der Länder und Völker,
von welchen sie handeln, und hinsichtlich der äußeren Ausstattung
hat die Verlagshandlung nichts zu wünschen übrig gelassen.

   --

Der Kolonial = Director
F. Shubbert in Friedrichsburg ( Texas ) ,

dessen unter anderen auch in No. 43 ( S. 331 ) dieser Blätter
schon mit Auszeichnung gedacht wurde, empfängt für seine regen
Bemühungen um das Wohl der Kolonie von den dortigen Ein-
wohnern fortwährend Beweise der Anhänglichkeit, Liebe und Dank-
barkeit; namentlich wurde demselben am 1. April d. J. von den
dasigen Bürgern eine Fackelmusik gebracht und ein gesticktes Kissen
mit einem passenden Gedicht überreicht.

Auch schon früher, am 3. Jan. d. J., erhielt Hr. Shubbert
die nachstehende Adresse, welche wir hiermit auch schon um deß-
willen veröffentlichen, um Seitens der Unterzeichner ihren Freun-
den und Verwandten in Deutschland ein Lebenszeichen zu geben.

   

Es hat sich ein Mensch Namens Victor Bracht in Neu-
Braunfels erlaubt, Schmähschriften gegen mich dem deutschen
Publicum zu übergeben, wovon Notiz zu nehmen ich unter
meiner Würde halten würde, da sie den Charakter des Verfassers,
eines halb Verrückten, lügenhaften, gemeinen Menschen* ) tra-[Spaltenumbruch] gen, wäre ich es nicht meiner augenblicklichen Stellung als oberer
Beamte des Vereins für deutsche Auswanderer in Texas schuldig,
darauf zu antworten.

Obiger Bracht hat sich beim Verfassen dieser Schriften
von einem Manne zum Werkzeuge gegen mich gebrauchen lassen,
dem durch die hiesigen Deutschen nicht die Anhänglichkeit und Liebe
gezollt ist, deren ich mich zu erfreuen habe, während derselbe
vermöge seiner Stellung bei weitem leichter, als ich, Gelegenheit
hatte, sich dieselbe zu erwerben. -- Er ist gerichtet von der Welt,
insbesondere durch die hiesige deutsche Bevölkerung und durch die
Resultate seines Handelns; darum schweige ich über ihn und sein
Verfahren, bis er mich durch neue Angriffe zwingt, der Welt
sein Wirken, der Menschheit und seiner Stellung gegenüber vor-
zulegen und durch Belege und meine Correspondenz mit ihm zu
bekräftigen.

Um mich als Beamter vor der Welt zu rechtfertigen, über-
gebe ich der Oeffentlichkeit hiermit einige Documente, womit mich
meine deutschen Brüder, die Bürger von Friedrichsburg, beehrten,
nachdem mir eben so viel Liebe von Braunfels hierher gefolgt
war, und überlasse mich somit dem Urtheile der in unserm alten
Vaterlande zurückgebliebenen Freunde und Verwandten derselben.

   
F. Shubbert, Kolonial = Director.
Adresse
der Bürger Friedrichsburgs an den Kolonial=Director F. Shubbert.

Hochgeehrter Herr Director!

Kaum war uns die erfreuliche Künde von Jhrer glücklichen
Zurückkunft aus dem Vereinsgebiete an dem Llano geworden,
als unsere Freude durch die Nachricht: Sie würden uns in den
ersten Tagen wieder verlassen, und, was noch das Härteste ist,
auch vielleicht nicht wieder zu uns zurückkehren, auf das Em-
pfindlichste getrübt wurde. Hoffen wir, daß letztere Nachricht
unbegründet sei, und das Werk, welches eigentlich in Friedrichsburg
durch Sie erst begründet wurde, nicht dem Untergange preisge-
geben werde, dem es leider zu nahe war.

Unsere Bescheidenheit verbietet es uns, Jhnen, verhrtester
Mann! alle die Verdienste aufzuzählen, die Sie sich in der kurzen
Zeit Jhres Hierseins um uns erworben haben. Sie waren es,
der uns als Hülfe erschien, da die Noth, da das Elend am höchsten
war. Sie waren der rettende Engel, der Sie Vielen von uns
und unsern Kindern durch Jhre aufopfernde Hingebung Leben
und Gesundheit wiedergebracht haben. Sie haben durch Jhre
rastlose Thätigkeit für die Befriedigung unserer nothwendigsten
Lebensbedürfnisse gesorgt, woran wir früher oftmals den drückend-
sten Mangel litten; kurz, Sie waren es, wodurch die Hoff-
nung auf eine frohe und gesicherte Zukunft von Neuem in uns
belebt wurde: und Sie sollten uns verlassen? Das verhüte Gott!
Sollte es wirklich der Fall sein, sollte sich diese Schreckensnach-
richt wirklich bestätigen, so ist ganz Friedrichsburg in tiefster Trauer;
sollten wir Sie verlieren, auf den wir unser unbegrenztes, unge-
theiltes Vertrauen setzen, so würde uns dadurch eine Wunde ge-
schlagen, die so bald nicht, ja vielleicht nie wieder heilen würde.

Wir wagen demnach unsere so dringende als ergebene Bitte
an Sie: uns nicht zu verlassen, oder wenn Geschäfte oder son-
stige Verhältnisse Sie von uns rufen, recht bald wieder zu uns
zurückzukehren, und dadurch die Sorge zu verscheuchen, die durch
die Nachricht von Jhrem möglichen Scheiden so schwer auf uns lastet.

* ) Weder der Bericht aus Neu = Braunfels in No. 48 ( S. 369 ) , noch
die Schilderung der ersten Expedition nach dem Grant des Mainzer Vereins
in No. 49 unserer Zeitung, beide aus der Feder des Hrn. B. Bracht
geflossen, rechtfertigen so schimpfliche Prädicate, deren Quelle wohl nur
leidenschaftliche Aufregung ist. Obgleich die in Rede stehenden Schmäh-
schriften uns noch unbekannt und wir deßhalb außer Stande sind zu beur-
theilen, in wieweit Br. dem Hrn. Kolonial = Director zu nahe getreten, so
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Um mich als Beamter vor der Welt zu rechtfertigen, über- gebe ich der Oeffentlichkeit hiermit einige Documente, womit mich meine deutschen Brüder, die Bürger von Friedrichsburg, beehrten, nachdem mir eben so viel Liebe von Braunfels hierher gefolgt war, und überlasse mich somit dem Urtheile der in unserm alten Vaterlande zurückgebliebenen Freunde und Verwandten derselben. F. Shubbert, Kolonial = Director. Adresse der Bürger Friedrichsburgs an den Kolonial=Director F. Shubbert. Hochgeehrter Herr Director! Kaum war uns die erfreuliche Künde von Jhrer glücklichen Zurückkunft aus dem Vereinsgebiete an dem Llano geworden, als unsere Freude durch die Nachricht: Sie würden uns in den ersten Tagen wieder verlassen, und, was noch das Härteste ist, auch vielleicht nicht wieder zu uns zurückkehren, auf das Em- pfindlichste getrübt wurde. Hoffen wir, daß letztere Nachricht unbegründet sei, und das Werk, welches eigentlich in Friedrichsburg durch Sie erst begründet wurde, nicht dem Untergange preisge- geben werde, dem es leider zu nahe war. Unsere Bescheidenheit verbietet es uns, Jhnen, verhrtester Mann! alle die Verdienste aufzuzählen, die Sie sich in der kurzen Zeit Jhres Hierseins um uns erworben haben. Sie waren es, der uns als Hülfe erschien, da die Noth, da das Elend am höchsten war. Sie waren der rettende Engel, der Sie Vielen von uns und unsern Kindern durch Jhre aufopfernde Hingebung Leben und Gesundheit wiedergebracht haben. Sie haben durch Jhre rastlose Thätigkeit für die Befriedigung unserer nothwendigsten Lebensbedürfnisse gesorgt, woran wir früher oftmals den drückend- sten Mangel litten; kurz, Sie waren es, wodurch die Hoff- nung auf eine frohe und gesicherte Zukunft von Neuem in uns belebt wurde: und Sie sollten uns verlassen? Das verhüte Gott! Sollte es wirklich der Fall sein, sollte sich diese Schreckensnach- richt wirklich bestätigen, so ist ganz Friedrichsburg in tiefster Trauer; sollten wir Sie verlieren, auf den wir unser unbegrenztes, unge- theiltes Vertrauen setzen, so würde uns dadurch eine Wunde ge- schlagen, die so bald nicht, ja vielleicht nie wieder heilen würde. Wir wagen demnach unsere so dringende als ergebene Bitte an Sie: uns nicht zu verlassen, oder wenn Geschäfte oder son- stige Verhältnisse Sie von uns rufen, recht bald wieder zu uns zurückzukehren, und dadurch die Sorge zu verscheuchen, die durch die Nachricht von Jhrem möglichen Scheiden so schwer auf uns lastet. * ) Weder der Bericht aus Neu = Braunfels in No. 48 ( S. 369 ) , noch die Schilderung der ersten Expedition nach dem Grant des Mainzer Vereins in No. 49 unserer Zeitung, beide aus der Feder des Hrn. B. Bracht geflossen, rechtfertigen so schimpfliche Prädicate, deren Quelle wohl nur leidenschaftliche Aufregung ist. Obgleich die in Rede stehenden Schmäh- schriften uns noch unbekannt und wir deßhalb außer Stande sind zu beur- theilen, in wieweit Br. dem Hrn. Kolonial = Director zu nahe getreten, so können wir doch die Bekämpfung eines Gegners mit solchen Waffen in keinem Falle billigen. Die Red.

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Zitationshilfe: Allgemeine Auswanderungs-Zeitung. Nr. 57. Rudolstadt, 1. November 1847, S. 445. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_auswanderer57_1847/3>, abgerufen am 19.05.2019.