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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 3. Berlin, 1793.

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VIII. 31-38.
Grundlinien zu einem ohngefähren Entwurf in Rücksicht auf die Seelenkrankheitskunde.
1) Mangel der verhältnißmäßigen Uebereinstimmung aller Seelenfähigkeiten ist Seelenkrankheit.
2) Die Zerstörung dieses Verhältnisses ist nur alsdann Seelenkrankheit, wenn sie anhaltend ist.
3) Die thätigen Kräfte müssen mit den vorstellenden Kräften in einem gewissen Verhältniß stehen.
4) Die zum Denken erforderliche Klarheit der Vorstellungen, setzt eine verhältnißmäßige Verdunklung andrer voraus.
5) Alle durch Zufall oder durch die freie Wirkung der Einbildungskraft veranlaßten Jdeenverbindungen dürfen die durch die Natur der Dinge selbst bestimmte Jdeenverbindung nicht aufheben.
6) Einige Seelenkrankheiten können so wie einige Krankheiten des Körpers angeerbt, einem

VIII. 31-38.
Grundlinien zu einem ohngefaͤhren Entwurf in Ruͤcksicht auf die Seelenkrankheitskunde.
1) Mangel der verhaͤltnißmaͤßigen Uebereinstimmung aller Seelenfaͤhigkeiten ist Seelenkrankheit.
2) Die Zerstoͤrung dieses Verhaͤltnisses ist nur alsdann Seelenkrankheit, wenn sie anhaltend ist.
3) Die thaͤtigen Kraͤfte muͤssen mit den vorstellenden Kraͤften in einem gewissen Verhaͤltniß stehen.
4) Die zum Denken erforderliche Klarheit der Vorstellungen, setzt eine verhaͤltnißmaͤßige Verdunklung andrer voraus.
5) Alle durch Zufall oder durch die freie Wirkung der Einbildungskraft veranlaßten Jdeenverbindungen duͤrfen die durch die Natur der Dinge selbst bestimmte Jdeenverbindung nicht aufheben.
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[10/0010] VIII. 31-38. Grundlinien zu einem ohngefaͤhren Entwurf in Ruͤcksicht auf die Seelenkrankheitskunde. 1) Mangel der verhaͤltnißmaͤßigen Uebereinstimmung aller Seelenfaͤhigkeiten ist Seelenkrankheit. 2) Die Zerstoͤrung dieses Verhaͤltnisses ist nur alsdann Seelenkrankheit, wenn sie anhaltend ist. 3) Die thaͤtigen Kraͤfte muͤssen mit den vorstellenden Kraͤften in einem gewissen Verhaͤltniß stehen. 4) Die zum Denken erforderliche Klarheit der Vorstellungen, setzt eine verhaͤltnißmaͤßige Verdunklung andrer voraus. 5) Alle durch Zufall oder durch die freie Wirkung der Einbildungskraft veranlaßten Jdeenverbindungen duͤrfen die durch die Natur der Dinge selbst bestimmte Jdeenverbindung nicht aufheben. 6) Einige Seelenkrankheiten koͤnnen so wie einige Krankheiten des Koͤrpers angeerbt, einem

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Zitationshilfe: Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 3. Berlin, 1793, S. 10. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde01003_1793/10>, abgerufen am 19.03.2019.