sich, sondern in Absicht auf etwas denselben gemein- sames betrachtet, welches sodann der eigentliche Ge- genstand der Ausmessung ist. Auf eine ähnliche Art lassen sich Größen von verschiedenen Dimensionen z. E. Linien und Flächen, Geschwindigkeit und Kraft etc. nicht addiren und subtrahiren. So beut uns auch die Sprache eine gute Menge von Wörtern an, da bey dem, was sie vorstellen, noch viel auseinander zu lesen ist, ehe man an das Ausmessen gedenken kann, (§. 714. 715.), und wobey das wie viel, wie groß, wie oft, wie leicht, wie häufig, wie sehr, etc. genau muß unterschieden werden, wie die- ses aus den im §. 697. angeführten Beyspielen ohne Mühe zu ersehen ist, und wovon wir die dabey gar leicht mit unterlaufende Fehler bereits (§. 709-715.) angezeiget haben.
§. 786.
Man sollte allerdings nicht gedenken, daß an sich sehr einfache Fragen, dergleichen das wie viel, wie groß etc. sind, so leicht könnten vermenget werden, zumal da der Unterschied zwischen denselben so beschaf- fen ist, daß, wo die eine derselben vorkömmt, die übrigen bey eben derselben Sache und in eben dem Sinne nicht statt finden können, und auch nicht sel- ten eine ohne die andere statt hat. Jndessen erhellet aus den erst angeführten §§, daß diese Vermischung nicht selten vorkömmt. Man kann einen Theil der Ursache hievon darinn finden, daß diese Fragen, welche eigentlich zur Meßkunst gehören, in derselben in einem sehr genau bestimmten Verstande vorkom- men, und daß ihre Bedeutung darinn besser aus den Fällen, wo sie gebraucht werden, als aus dem ge- meinen Leben oder aus Umschreibungen erlernet wird,
wie
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Das Ausmeßbare.
ſich, ſondern in Abſicht auf etwas denſelben gemein- ſames betrachtet, welches ſodann der eigentliche Ge- genſtand der Ausmeſſung iſt. Auf eine aͤhnliche Art laſſen ſich Groͤßen von verſchiedenen Dimenſionen z. E. Linien und Flaͤchen, Geſchwindigkeit und Kraft ꝛc. nicht addiren und ſubtrahiren. So beut uns auch die Sprache eine gute Menge von Woͤrtern an, da bey dem, was ſie vorſtellen, noch viel auseinander zu leſen iſt, ehe man an das Ausmeſſen gedenken kann, (§. 714. 715.), und wobey das wie viel, wie groß, wie oft, wie leicht, wie haͤufig, wie ſehr, ꝛc. genau muß unterſchieden werden, wie die- ſes aus den im §. 697. angefuͤhrten Beyſpielen ohne Muͤhe zu erſehen iſt, und wovon wir die dabey gar leicht mit unterlaufende Fehler bereits (§. 709-715.) angezeiget haben.
§. 786.
Man ſollte allerdings nicht gedenken, daß an ſich ſehr einfache Fragen, dergleichen das wie viel, wie groß ꝛc. ſind, ſo leicht koͤnnten vermenget werden, zumal da der Unterſchied zwiſchen denſelben ſo beſchaf- fen iſt, daß, wo die eine derſelben vorkoͤmmt, die uͤbrigen bey eben derſelben Sache und in eben dem Sinne nicht ſtatt finden koͤnnen, und auch nicht ſel- ten eine ohne die andere ſtatt hat. Jndeſſen erhellet aus den erſt angefuͤhrten §§, daß dieſe Vermiſchung nicht ſelten vorkoͤmmt. Man kann einen Theil der Urſache hievon darinn finden, daß dieſe Fragen, welche eigentlich zur Meßkunſt gehoͤren, in derſelben in einem ſehr genau beſtimmten Verſtande vorkom- men, und daß ihre Bedeutung darinn beſſer aus den Faͤllen, wo ſie gebraucht werden, als aus dem ge- meinen Leben oder aus Umſchreibungen erlernet wird,
wie
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Das Ausmeßbare.
ſich, ſondern in Abſicht auf etwas denſelben gemein-
ſames betrachtet, welches ſodann der eigentliche Ge-
genſtand der Ausmeſſung iſt. Auf eine aͤhnliche Art
laſſen ſich Groͤßen von verſchiedenen Dimenſionen z. E.
Linien und Flaͤchen, Geſchwindigkeit und Kraft ꝛc.
nicht addiren und ſubtrahiren. So beut uns auch
die Sprache eine gute Menge von Woͤrtern an, da
bey dem, was ſie vorſtellen, noch viel auseinander
zu leſen iſt, ehe man an das Ausmeſſen gedenken
kann, (§. 714. 715.), und wobey das wie viel, wie
groß, wie oft, wie leicht, wie haͤufig, wie
ſehr, ꝛc. genau muß unterſchieden werden, wie die-
ſes aus den im §. 697. angefuͤhrten Beyſpielen ohne
Muͤhe zu erſehen iſt, und wovon wir die dabey gar
leicht mit unterlaufende Fehler bereits (§. 709-715.)
angezeiget haben.
§. 786.
Man ſollte allerdings nicht gedenken, daß an ſich
ſehr einfache Fragen, dergleichen das wie viel, wie
groß ꝛc. ſind, ſo leicht koͤnnten vermenget werden,
zumal da der Unterſchied zwiſchen denſelben ſo beſchaf-
fen iſt, daß, wo die eine derſelben vorkoͤmmt, die
uͤbrigen bey eben derſelben Sache und in eben dem
Sinne nicht ſtatt finden koͤnnen, und auch nicht ſel-
ten eine ohne die andere ſtatt hat. Jndeſſen erhellet
aus den erſt angefuͤhrten §§, daß dieſe Vermiſchung
nicht ſelten vorkoͤmmt. Man kann einen Theil
der Urſache hievon darinn finden, daß dieſe Fragen,
welche eigentlich zur Meßkunſt gehoͤren, in derſelben
in einem ſehr genau beſtimmten Verſtande vorkom-
men, und daß ihre Bedeutung darinn beſſer aus den
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Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771, S. 409. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/417>, abgerufen am 22.02.2025.
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