Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 2. Berlin, 1876.Die Mehlfrüchte. Schweine und Geflügel verwendet. Die entkörnten Rispen geben vorzüglicheKehrbesen. Neben der gemeinen Mohrenhirse mit lockerer, endständiger Rispe wird zu- In Ungarn wird die Saat der gemeinen 8. Die Hirse. Von den verschiedenen Hirsenpflanzen wer- Die bei uns am häufigsten angebaute [Abbildung]
Fig. 41. Gemeine oder Rispenhirse Die Mehlfrüchte. Schweine und Geflügel verwendet. Die entkörnten Rispen geben vorzüglicheKehrbeſen. Neben der gemeinen Mohrenhirſe mit lockerer, endſtändiger Rispe wird zu- In Ungarn wird die Saat der gemeinen 8. Die Hirſe. Von den verſchiedenen Hirſenpflanzen wer- Die bei uns am häufigſten angebaute [Abbildung]
Fig. 41. Gemeine oder Rispenhirſe <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0073" n="59"/><fw place="top" type="header">Die Mehlfrüchte.</fw><lb/> Schweine und Geflügel verwendet. Die entkörnten Rispen geben vorzügliche<lb/> Kehrbeſen.</p><lb/> <p>Neben der gemeinen Mohrenhirſe mit lockerer, endſtändiger Rispe wird zu-<lb/> weilen auch die nickende Mohrenhirſe <hi rendition="#aq">(Sorghum cernum Roxb.)</hi> ☉ gebaut. Deren<lb/> dichte, klumpige Rispe wird von einem bogenförmig nach abwärts gekrümmten Stengel<lb/> getragen. Außerdem wurden in den fünfziger Jahren vergebliche Anbauverſuche mit<lb/> der in Oſtindien einheimiſchen Zuckermohren-<lb/> hirſe <hi rendition="#aq">(Sorghum saccharatum Pers.)</hi> ☉ gemacht.<lb/> Dieſelbe unterſcheidet ſich von den beiden ande-<lb/> ren Sorghumarten, welche einen leichten, trocken-<lb/> markigen Stengel beſitzen, durch ihren blei-<lb/> ſchweren, zuckerſaftreichen Stengel. Von den<lb/> verſchiedenen Sorghumarten werden ſowohl<lb/> weiß- als auch roth-, braun- und ſchwarz-<lb/> früchtige Varietäten angebaut.</p><lb/> <p>In Ungarn wird die Saat der gemeinen<lb/> Mohrenhirſe Anfang Mai ausgeführt. Bei<lb/> größeren Culturen werden die Samen in 60<lb/> bis 80 Ctm. entfernten Reihen und in der Reihe<lb/> auf 26—30 Ctm. gedibbelt. Der Samen-<lb/> verbrauch iſt gering; derſelbe beträgt 10—20<lb/> Kilogramm per Hektar. Die weitere Cultur<lb/> ſtimmt mit jener bei dem Maiſe angegebenen<lb/> überein. In ihrer erſten Jugend wächſt ſie<lb/> nur langſam, verträgt jedoch die Dürre ſehr<lb/> gut. Nach <hi rendition="#aq">Tulasne</hi> werden die Halme der<lb/> Mohrenhirſe von einem Steinbrandpilz <hi rendition="#aq">(Tilletia<lb/> Sorghi vulgaris)</hi> befallen. Die Reife der Körner<lb/> erfolgt ſpät, erſt Anfang October. An Körnern<lb/> werden per Hektar 170—250 Kilogr. geerntet.</p> </div><lb/> <div n="3"> <head> <hi rendition="#b">8. Die Hirſe.</hi> </head><lb/> <p>Von den verſchiedenen Hirſenpflanzen wer-<lb/> den wegen ihrer Körner angebaut: die gemeine<lb/> oder Rispenhirſe <hi rendition="#aq">(Panicum miliaceum L.)</hi>☉<lb/> Fig. 41, die Klumphirſe <hi rendition="#aq">(P. miliaceum var.<lb/> contractum)</hi> ☉, die Bluthirſe <hi rendition="#aq">(Panicum san-<lb/> guinale L.)</hi> ☉ und die große Kolben- oder<lb/> Borſtenhirſe, Fennich <hi rendition="#aq">(Setaria italica Beauv.)</hi> ☉,<lb/> außerdem iſt, jedoch als Futterpflanze, der Mohar<lb/><hi rendition="#aq">(Setaria germanica Rth.)</hi> ☉ zu erwähnen.</p><lb/> <p>Die bei uns am häufigſten angebaute<lb/><figure><head>Fig. 41. </head><p>Gemeine oder Rispenhirſe<lb/><hi rendition="#aq">(Panicum miliaceum L.)</hi> ☉.</p></figure><lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [59/0073]
Die Mehlfrüchte.
Schweine und Geflügel verwendet. Die entkörnten Rispen geben vorzügliche
Kehrbeſen.
Neben der gemeinen Mohrenhirſe mit lockerer, endſtändiger Rispe wird zu-
weilen auch die nickende Mohrenhirſe (Sorghum cernum Roxb.) ☉ gebaut. Deren
dichte, klumpige Rispe wird von einem bogenförmig nach abwärts gekrümmten Stengel
getragen. Außerdem wurden in den fünfziger Jahren vergebliche Anbauverſuche mit
der in Oſtindien einheimiſchen Zuckermohren-
hirſe (Sorghum saccharatum Pers.) ☉ gemacht.
Dieſelbe unterſcheidet ſich von den beiden ande-
ren Sorghumarten, welche einen leichten, trocken-
markigen Stengel beſitzen, durch ihren blei-
ſchweren, zuckerſaftreichen Stengel. Von den
verſchiedenen Sorghumarten werden ſowohl
weiß- als auch roth-, braun- und ſchwarz-
früchtige Varietäten angebaut.
In Ungarn wird die Saat der gemeinen
Mohrenhirſe Anfang Mai ausgeführt. Bei
größeren Culturen werden die Samen in 60
bis 80 Ctm. entfernten Reihen und in der Reihe
auf 26—30 Ctm. gedibbelt. Der Samen-
verbrauch iſt gering; derſelbe beträgt 10—20
Kilogramm per Hektar. Die weitere Cultur
ſtimmt mit jener bei dem Maiſe angegebenen
überein. In ihrer erſten Jugend wächſt ſie
nur langſam, verträgt jedoch die Dürre ſehr
gut. Nach Tulasne werden die Halme der
Mohrenhirſe von einem Steinbrandpilz (Tilletia
Sorghi vulgaris) befallen. Die Reife der Körner
erfolgt ſpät, erſt Anfang October. An Körnern
werden per Hektar 170—250 Kilogr. geerntet.
8. Die Hirſe.
Von den verſchiedenen Hirſenpflanzen wer-
den wegen ihrer Körner angebaut: die gemeine
oder Rispenhirſe (Panicum miliaceum L.)☉
Fig. 41, die Klumphirſe (P. miliaceum var.
contractum) ☉, die Bluthirſe (Panicum san-
guinale L.) ☉ und die große Kolben- oder
Borſtenhirſe, Fennich (Setaria italica Beauv.) ☉,
außerdem iſt, jedoch als Futterpflanze, der Mohar
(Setaria germanica Rth.) ☉ zu erwähnen.
Die bei uns am häufigſten angebaute
[Abbildung Fig. 41. Gemeine oder Rispenhirſe
(Panicum miliaceum L.) ☉.]
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Zitationshilfe: | Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 2. Berlin, 1876, S. 59. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/krafft_landwirthschaft02_1876/73>, abgerufen am 22.02.2025. |