Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821.

Bild:
<< vorherige Seite
II. Cap. CulturGeschichte und Literatur.
ZWEITES CAPITEL.
CULTURGESCHICHTE UND LITERATUR DES VÖLKER-
RECHTES.

A) Cultur Geschichte.
§. 10.
I) Gebrauch des Völkerrechtes in Europa.
Aeltere Periode
.

Bei den wichtigsten Gegenständen des Völ-
kerrechtes, bei Rechtsverletzungen, Kriegen,
Bündnissen, Absendung eigener, Aufnahme und
Behandlung fremder Gesandten, war in der alten
Welt
, so weit man die Ereignisse nach Ursa-
chen und Zusammenhang zu ergründen vermag,
die Handlungsweise der Staaten so verschieden,
so ungleich, dass man weder in Fällen des
Rechtsverhaltens auf ein deutliches Bewusstseyn
von Grundsätzen des Völkerrechtes, noch bei
Rechtsverletzungen auf ein wider besseres Wis-
sen begangenes Unrecht, immer mit Sicherheit
schliessen kann. So wird dem Tadel der Israe-
liten
, wegen mancher Kriege und Erbfeindschaft,
hauptsächlich die erhaltene höhere Vorschrift ent-
gegengesetzt a). Aus klarer Einsicht des Rechtes
und des wohlverstandenen Staatsvortheils, scheint
das Rechtsverhalten der griechischen Staaten, in
ihrem auswärtigen Verhältniss, geflossen zu

II. Cap. CulturGeschichte und Literatur.
ZWEITES CAPITEL.
CULTURGESCHICHTE UND LITERATUR DES VÖLKER-
RECHTES.

A) Cultur Geschichte.
§. 10.
I) Gebrauch des Völkerrechtes in Europa.
Aeltere Periode
.

Bei den wichtigsten Gegenständen des Völ-
kerrechtes, bei Rechtsverletzungen, Kriegen,
Bündnissen, Absendung eigener, Aufnahme und
Behandlung fremder Gesandten, war in der alten
Welt
, so weit man die Ereignisse nach Ursa-
chen und Zusammenhang zu ergründen vermag,
die Handlungsweise der Staaten so verschieden,
so ungleich, daſs man weder in Fällen des
Rechtsverhaltens auf ein deutliches Bewuſstseyn
von Grundsätzen des Völkerrechtes, noch bei
Rechtsverletzungen auf ein wider besseres Wis-
sen begangenes Unrecht, immer mit Sicherheit
schliessen kann. So wird dem Tadel der Israe-
liten
, wegen mancher Kriege und Erbfeindschaft,
hauptsächlich die erhaltene höhere Vorschrift ent-
gegengesetzt a). Aus klarer Einsicht des Rechtes
und des wohlverstandenen Staatsvortheils, scheint
das Rechtsverhalten der griechischen Staaten, in
ihrem auswärtigen Verhältniſs, geflossen zu

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0035" n="29"/>
              <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#i">II. Cap. CulturGeschichte und Literatur.</hi> </fw>
            </div>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#g">ZWEITES CAPITEL</hi>.<lb/>
CULTURGESCHICHTE UND LITERATUR DES VÖLKER-<lb/>
RECHTES.</head><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <div n="4">
              <head><hi rendition="#i">A</hi>) <hi rendition="#i"><hi rendition="#g">Cultur Geschichte</hi></hi>.</head><lb/>
              <div n="5">
                <head>§. 10.<lb/><hi rendition="#i">I</hi>) <hi rendition="#i">Gebrauch des Völkerrechtes in Europa.<lb/><hi rendition="#g">Aeltere Periode</hi></hi>.</head><lb/>
                <p>Bei den wichtigsten Gegenständen des Völ-<lb/>
kerrechtes, bei Rechtsverletzungen, Kriegen,<lb/>
Bündnissen, Absendung eigener, Aufnahme und<lb/>
Behandlung fremder Gesandten, war in der <hi rendition="#i">alten<lb/>
Welt</hi>, so weit man die Ereignisse nach Ursa-<lb/>
chen und Zusammenhang zu ergründen vermag,<lb/>
die Handlungsweise der Staaten so verschieden,<lb/>
so ungleich, da&#x017F;s man weder in Fällen des<lb/>
Rechtsverhaltens auf ein deutliches Bewu&#x017F;stseyn<lb/>
von Grundsätzen des Völkerrechtes, noch bei<lb/>
Rechtsverletzungen auf ein wider besseres Wis-<lb/>
sen begangenes Unrecht, immer mit Sicherheit<lb/>
schliessen kann. So wird dem Tadel der <hi rendition="#i">Israe-<lb/>
liten</hi>, wegen mancher Kriege und Erbfeindschaft,<lb/>
hauptsächlich die erhaltene höhere Vorschrift ent-<lb/>
gegengesetzt <hi rendition="#i">a</hi>). Aus klarer Einsicht des Rechtes<lb/>
und des wohlverstandenen Staatsvortheils, scheint<lb/>
das Rechtsverhalten der <hi rendition="#i">griechischen Staaten</hi>, in<lb/>
ihrem auswärtigen Verhältni&#x017F;s, geflossen zu<lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[29/0035] II. Cap. CulturGeschichte und Literatur. ZWEITES CAPITEL. CULTURGESCHICHTE UND LITERATUR DES VÖLKER- RECHTES. A) Cultur Geschichte. §. 10. I) Gebrauch des Völkerrechtes in Europa. Aeltere Periode. Bei den wichtigsten Gegenständen des Völ- kerrechtes, bei Rechtsverletzungen, Kriegen, Bündnissen, Absendung eigener, Aufnahme und Behandlung fremder Gesandten, war in der alten Welt, so weit man die Ereignisse nach Ursa- chen und Zusammenhang zu ergründen vermag, die Handlungsweise der Staaten so verschieden, so ungleich, daſs man weder in Fällen des Rechtsverhaltens auf ein deutliches Bewuſstseyn von Grundsätzen des Völkerrechtes, noch bei Rechtsverletzungen auf ein wider besseres Wis- sen begangenes Unrecht, immer mit Sicherheit schliessen kann. So wird dem Tadel der Israe- liten, wegen mancher Kriege und Erbfeindschaft, hauptsächlich die erhaltene höhere Vorschrift ent- gegengesetzt a). Aus klarer Einsicht des Rechtes und des wohlverstandenen Staatsvortheils, scheint das Rechtsverhalten der griechischen Staaten, in ihrem auswärtigen Verhältniſs, geflossen zu

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821/35
Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821, S. 29. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821/35>, abgerufen am 25.04.2019.