Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817.

Bild:
<< vorherige Seite

Einl. IV. Cap. Oeffentl. Recht zur Zeit
Besitzungen des andern haben, oder anspre-
chen könnte (unten §. 82), eine Reihe von
TerritorialCessionen, welche in der
BundesActe, in eigenen Tausch-, Cessions-
und PurificationsVerträgen, und in Friedens-
schlüssen festgesetzt wurden a). II) Mit aller
Sonverainetät und Proprietät, wur-
den einzelnen Bundesfürsten überlassen, die
Reichsstädte Nürnberg und Frankfurt,
die Reichsburg Friedberg, und die Be-
sitzungen des Teutschen Ordens und
des JohanniterOrdens b). III) Bloss
der Souverainetät (in solchem Fall oft
Oberhoheit genannt) einzelner Bundes-
fürsten, wurden nebst ihren Besitzungen
unterworfen, eine grosse Anzahl reichs-
ständischer Fürsten
und Grafen c), jetzt
Standesherren genannt, und alle Besitzer
reichsritterschaftlicher Güter d). Allen
diesen blieben ihre bisherigen Eigenthums-
rechte, mit gewissen Real- und PersonalVor-
rechten, deren Inbegriff man bei den ersten
Standesherrlichkeit, bei den letzten
Grundherrlichkeit nannte. Die stan-
desherrlichen und grundherrlichen Besitzun-
gen wurden, in Beziehung auf den Ober-
hoheitsherrn, vielfältig Oberhoheit- oder
SouverainetätsLande genannt, im Ge-

Einl. IV. Cap. Oeffentl. Recht zur Zeit
Besitzungen des andern haben, oder anspre-
chen könnte (unten §. 82), eine Reihe von
TerritorialCessionen, welche in der
BundesActe, in eigenen Tausch-, Cessions-
und PurificationsVerträgen, und in Friedens-
schlüssen festgesetzt wurden a). II) Mit aller
Sonverainetät und Proprietät, wur-
den einzelnen Bundesfürsten überlassen, die
Reichsstädte Nürnberg und Frankfurt,
die Reichsburg Friedberg, und die Be-
sitzungen des Teutschen Ordens und
des JohanniterOrdens b). III) Bloſs
der Souverainetät (in solchem Fall oft
Oberhoheit genannt) einzelner Bundes-
fürsten, wurden nebst ihren Besitzungen
unterworfen, eine groſse Anzahl reichs-
ständischer Fürsten
und Grafen c), jetzt
Standesherren genannt, und alle Besitzer
reichsritterschaftlicher Güter d). Allen
diesen blieben ihre bisherigen Eigenthums-
rechte, mit gewissen Real- und PersonalVor-
rechten, deren Inbegriff man bei den ersten
Standesherrlichkeit, bei den letzten
Grundherrlichkeit nannte. Die stan-
desherrlichen und grundherrlichen Besitzun-
gen wurden, in Beziehung auf den Ober-
hoheitsherrn, vielfältig Oberhoheit- oder
SouverainetätsLande genannt, im Ge-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0094" n="70"/><fw place="top" type="header">Einl. IV. Cap. Oeffentl. Recht zur Zeit</fw><lb/>
Besitzungen des andern haben, oder anspre-<lb/>
chen könnte (unten §. 82), eine Reihe von<lb/><hi rendition="#g">TerritorialCessionen</hi>, welche in der<lb/>
BundesActe, in eigenen Tausch-, Cessions-<lb/>
und PurificationsVerträgen, und in Friedens-<lb/>
schlüssen festgesetzt wurden <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">a</hi></hi>). II) Mit aller<lb/><hi rendition="#g">Sonverainetät</hi> und <hi rendition="#g">Proprietät</hi>, wur-<lb/>
den einzelnen Bundesfürsten überlassen, die<lb/>
Reichsstädte <hi rendition="#g">Nürnberg</hi> und <hi rendition="#g">Frankfurt</hi>,<lb/>
die Reichsburg <hi rendition="#g">Friedberg</hi>, und die Be-<lb/>
sitzungen des <hi rendition="#g">Teutschen Ordens</hi> und<lb/>
des <hi rendition="#g">JohanniterOrdens</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">b</hi></hi>). III) <hi rendition="#g">Blo&#x017F;s</hi><lb/>
der <hi rendition="#g">Souverainetät</hi> (in solchem Fall oft<lb/><hi rendition="#g">Oberhoheit</hi> genannt) einzelner Bundes-<lb/>
fürsten, wurden nebst ihren <hi rendition="#g">Besitzungen</hi><lb/>
unterworfen, eine gro&#x017F;se Anzahl <hi rendition="#g">reichs-<lb/>
ständischer Fürsten</hi> und <hi rendition="#g">Grafen</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">c</hi></hi>), jetzt<lb/><hi rendition="#g">Standesherren</hi> genannt, und alle Besitzer<lb/><hi rendition="#g">reichsritterschaftlicher</hi> Güter <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">d</hi></hi>). Allen<lb/>
diesen blieben ihre bisherigen Eigenthums-<lb/>
rechte, mit gewissen Real- und PersonalVor-<lb/>
rechten, deren Inbegriff man bei den ersten<lb/><hi rendition="#g">Standesherrlichkeit</hi>, bei den letzten<lb/><hi rendition="#g">Grundherrlichkeit</hi> nannte. Die stan-<lb/>
desherrlichen und grundherrlichen Besitzun-<lb/>
gen wurden, in Beziehung auf den Ober-<lb/>
hoheitsherrn, vielfältig <hi rendition="#g">Oberhoheit</hi>- oder<lb/><hi rendition="#g">SouverainetätsLande</hi> genannt, im Ge-<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[70/0094] Einl. IV. Cap. Oeffentl. Recht zur Zeit Besitzungen des andern haben, oder anspre- chen könnte (unten §. 82), eine Reihe von TerritorialCessionen, welche in der BundesActe, in eigenen Tausch-, Cessions- und PurificationsVerträgen, und in Friedens- schlüssen festgesetzt wurden a). II) Mit aller Sonverainetät und Proprietät, wur- den einzelnen Bundesfürsten überlassen, die Reichsstädte Nürnberg und Frankfurt, die Reichsburg Friedberg, und die Be- sitzungen des Teutschen Ordens und des JohanniterOrdens b). III) Bloſs der Souverainetät (in solchem Fall oft Oberhoheit genannt) einzelner Bundes- fürsten, wurden nebst ihren Besitzungen unterworfen, eine groſse Anzahl reichs- ständischer Fürsten und Grafen c), jetzt Standesherren genannt, und alle Besitzer reichsritterschaftlicher Güter d). Allen diesen blieben ihre bisherigen Eigenthums- rechte, mit gewissen Real- und PersonalVor- rechten, deren Inbegriff man bei den ersten Standesherrlichkeit, bei den letzten Grundherrlichkeit nannte. Die stan- desherrlichen und grundherrlichen Besitzun- gen wurden, in Beziehung auf den Ober- hoheitsherrn, vielfältig Oberhoheit- oder SouverainetätsLande genannt, im Ge-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/94
Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817, S. 70. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/94>, abgerufen am 18.09.2019.