Kepler, Johannes: Tertius interveniens. Franckfurt am Mäyn, 1610.Fürwitz/ wie mit den neuwen Zeittungen vnd discursibus vom Außgang schwebender Kriege vnd dergleichen. Jst eins recht/ so ist das ander auch recht/ mag eins verbotten werden/ so mag auch das andere verbotten werden/ vnd gesetzt/ man habe beyder Orten gleiche fundamenta, so ist auch bey einem so viel nutzen als bey dem andern. Vnd bleiben gleichwol die Erjnnerungen der Seelsorger in jhrem werth/ daß einer sich im Calender so wol auch in andern erscheinenden Muthmassungen nicht gar vergaffen/ sondern gedencken soll/ daß solche vngewiß/ vnd Gott allein künfftige Ding gewißlich vorsagen könne/ vnnd wo Gott zörnet/ allda die Sterngucker vergeblich von Glück sagen/ niemandt helffen könne/ nicht wissen/ was vber die Welt kommen werde/ sondern seyen wie Stoppeln/ die das Feuwer verbrennet: allermassen wie auch von eines grossen Herren (so jhme Gott hette drauwen lassen) hochgelehrten Leibmedicis möchte gesagt werden: vnd drümb weder das Harn- noch das Sternbesehen verworffen wird/ sondern das Gottloß vertrauwen darauff. CXXII. E 3. Bißher hat D. Feselius zwar angefangen vom Wort/ Zeichen/ Genes. 1 zu reden/ wie es zu verstehen/ aber die Theologos nebens allen jhren Willen reden lassen/ derowegen ich vberall beygesetzt/ wie ferrn eines jeden Fürgeben möge passirt werden. Meines theils bleib ich dabey/ ob wol dasselbig Hebraische Wort/ so man gibt Zeichen/ auch von Zeichen künfftiger ding gebraucht werde/ wie Deut. 13. so sey doch die meynung Genes. 1 . nur allein von den Jahrs- vnd Monatzeiten. Dann es nicht noht gewest/ daß alle Geheymnussen der Natur/ Genes. 1 oder auch Sapient. 13. eyngeführet werden solten. D. Feselius aber gehet mit dem Spruch Deut. 13. so gefährlich vmb/ daß nicht allein die Astrologi, sondern auch die Astronomi vnd die Medici mit jhren crisibus für Zeichendeuter angegeben/ vnd außgerottet werden müsten/ wann es sich mit der Außlegung vnd Text selbsten nicht anderst verhielte. Sr
Fürwitz/ wie mit den neuwen Zeittungen vnd discursibus vom Außgang schwebender Kriege vnd dergleichen. Jst eins recht/ so ist das ander auch recht/ mag eins verbotten werden/ so mag auch das andere verbotten werden/ vnd gesetzt/ man habe beyder Orten gleiche fundamenta, so ist auch bey einem so viel nutzen als bey dem andern. Vnd bleiben gleichwol die Erjnnerungen der Seelsorger in jhrem werth/ daß einer sich im Calender so wol auch in andern erscheinenden Muthmassungen nicht gar vergaffen/ sondern gedencken soll/ daß solche vngewiß/ vnd Gott allein künfftige Ding gewißlich vorsagen könne/ vnnd wo Gott zörnet/ allda die Sterngucker vergeblich von Glück sagen/ niemandt helffen könne/ nicht wissen/ was vber die Welt kommen werde/ sondern seyen wie Stoppeln/ die das Feuwer verbrennet: allermassen wie auch von eines grossen Herren (so jhme Gott hette drauwen lassen) hochgelehrten Leibmedicis möchte gesagt werden: vnd drümb weder das Harn- noch das Sternbesehen verworffen wird/ sondern das Gottloß vertrauwen darauff. CXXII. E 3. Bißher hat D. Feselius zwar angefangen vom Wort/ Zeichen/ Genes. 1 zu reden/ wie es zu verstehen/ aber die Theologos nebens allen jhren Willen reden lassen/ derowegen ich vberall beygesetzt/ wie ferrn eines jeden Fürgeben möge passirt werden. Meines theils bleib ich dabey/ ob wol dasselbig Hebraische Wort/ so man gibt Zeichen/ auch von Zeichen künfftiger ding gebraucht werde/ wie Deut. 13. so sey doch die meynung Genes. 1 . nur allein von den Jahrs- vnd Monatzeiten. Dann es nicht noht gewest/ daß alle Geheymnussen der Natur/ Genes. 1 oder auch Sapient. 13. eyngeführet werden solten. D. Feselius aber gehet mit dem Spruch Deut. 13. so gefährlich vmb/ daß nicht allein die Astrologi, sondern auch die Astronomi vnd die Medici mit jhren crisibus für Zeichendeuter angegeben/ vnd außgerottet werden müsten/ wann es sich mit der Außlegung vnd Text selbsten nicht anderst verhielte. Sr
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Fürwitz/ wie mit den neuwen Zeittungen vnd discursibus vom Außgang schwebender Kriege vnd dergleichen. Jst eins recht/ so ist das ander auch recht/ mag eins verbotten werden/ so mag auch das andere verbotten werden/ vnd gesetzt/ man habe beyder Orten gleiche fundamenta, so ist auch bey einem so viel nutzen als bey dem andern. Vnd bleiben gleichwol die Erjnnerungen der Seelsorger in jhrem werth/ daß einer sich im Calender so wol auch in andern erscheinenden Muthmassungen nicht gar vergaffen/ sondern gedencken soll/ daß solche vngewiß/ vnd Gott allein künfftige Ding gewißlich vorsagen könne/ vnnd wo Gott zörnet/ allda die Sterngucker vergeblich von Glück sagen/ niemandt helffen könne/ nicht wissen/ was vber die Welt kommen werde/ sondern seyen wie Stoppeln/ die das Feuwer verbrennet: allermassen wie auch von eines grossen Herren (so jhme Gott hette drauwen lassen) hochgelehrten Leibmedicis möchte gesagt werden: vnd drümb weder das Harn- noch das Sternbesehen verworffen wird/ sondern das Gottloß vertrauwen darauff.
CXXII.
E 3. Bißher hat D. Feselius zwar angefangen vom Wort/ Zeichen/ Genes. 1 zu reden/ wie es zu verstehen/ aber die Theologos nebens allen jhren Willen reden lassen/ derowegen ich vberall beygesetzt/ wie ferrn eines jeden Fürgeben möge passirt werden.
Meines theils bleib ich dabey/ ob wol dasselbig Hebraische Wort/ so man gibt Zeichen/ auch von Zeichen künfftiger ding gebraucht werde/ wie Deut. 13. so sey doch die meynung Genes. 1 . nur allein von den Jahrs- vnd Monatzeiten. Dann es nicht noht gewest/ daß alle Geheymnussen der Natur/ Genes. 1 oder auch Sapient. 13. eyngeführet werden solten.
D. Feselius aber gehet mit dem Spruch Deut. 13. so gefährlich vmb/ daß nicht allein die Astrologi, sondern auch die Astronomi vnd die Medici mit jhren crisibus für Zeichendeuter angegeben/ vnd außgerottet werden müsten/ wann es sich mit der Außlegung vnd Text selbsten nicht anderst verhielte.
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Zitationshilfe: | Kepler, Johannes: Tertius interveniens. Franckfurt am Mäyn, 1610, S. [Sr]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/keppler_tertius_1610/156>, abgerufen am 28.02.2025. |