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Hulsius, Levinus: Die fünff vnd zweyntzigste Schifffahrt/ Nach dem Königreich Chili in West-Jndien. Frankfurt (Main), 1649.

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Der Jacht dahin vnd ferner an Land/ da vngefehr 70. Chileser vff dem
Marck mit jhren Spiessen in ordnung stunden/ die vbrigen bey Zwey-
hundert zu Fuß vnd Pferd waren gestern weggezogen willens gleichwolDeß Gene-
rals
ansprch
an die Chi-
leser.

bald wieder zukommen. Jn geg@nwart dieser Chileser thate der General
eine Treffliche rede oder ansprach an jhren Obersten so ein Baldivianer
ware/ zuerkennen gebend die vrsachen vnd den zweck jhrer ankunft/ vnd wie
man nun wegen Eroberung deß Brasils jhnen bequemlich allerhand
Waffen vnd Notturfft könte zubringen/ gabe jhnen darnebens einen
Credentz brieff von dem Printzen von Vranien, welcher jhnen erstlich
vorgelesen vnd durch den einen gefangenen Spanier verdolmetscht wur-
de/ so jhnen allen wolgefiel: darauf wurde gedachtem Casique von we-
gen des Printzen Zween Dägen vnd eine Picke verehret/ darvor Er vnd
die andern Chileser sich höchlich bedancketen: Nach vielen andern vn-
derredungen schieden sie endlich von einander vnd die Chileser besser Land
wartz hienein/ dann die Statt vnbewohnet war/ mit zusag auffs ehiste
mit den andern so gestern wegzogen/ wieder zu kehren/ so bald sie würden
vernohmen haben daß die von Conco vnd Osorno würden gekommen
sein/ vnd wolten alsdan ferner mit dem General wegen der Bündniß
handlen. Wann nicht daß Gerücht/ daß die Hollender der Spanier
Feinde vnd den Chilesern zu hülff kommen weren/ schon darvor von denen
auß Castro vnd Carel-Mappa were außgebreitet worden/ würde man
schwerlich mit jhnen haben können zur sprach gelangen/ weiln auch son-
derlich niemand der Chileser der Spanischen sprach Kündig ware.

Den 30. Ditto Kamen ein Casique mit acht Chileserm auß dem
Lande vnd eröffneten wie sie von etlichen Chilesern/ so auß Conception
vber land alhie weren anhelangt/ vernommen hetten/ daß alda Zwey grosse
Spanische Schiffe bereit lägen vmb nach Baldiuia zu fahren/ der Gene-
ral
bate daß man diese Chileser solte lassen zu jhme kommen damit er sich
wegen der warnung bedancken vnd zugleich den zustand vnd die Macht
deß Feindes erkundigen möchte: weiter berichteten sie auch daß die von
Osorno vnd Conco vff dem wege weren vnd mit einer grossen macht in
Zween oder drey tagen ankommen würden/ vnd daß der Gubernator
zu Castro viel Casiquen hatte lassen auffhencken nur allein weil sie hetten
wollen außreissen/ darüber ein grosse menge Chileser nach den Quartieren
von Osorno vnd Conco geflohen weren/ die mit dem ersten auch allhie
sein würden.

Den 2. Septembr. Fuhre der General an Land einen platz zum fort

außzu-
C iij

Der Jacht dahin vnd ferner an Land/ da vngefehr 70. Chileſer vff dem
Marck mit jhren Spieſſen in ordnung ſtunden/ die vbrigen bey Zwey-
hundert zu Fuß vnd Pferd waren geſtern weggezogen willens gleichwolDeß Gene-
rals
anſprch
an die Chi-
leſer.

bald wieder zukommen. Jn gegənwart dieſer Chileſer thate der General
eine Treffliche rede oder anſprach an jhren Oberſten ſo ein Baldivianer
ware/ zuerkeñen gebend die vrſachen vnd den zweck jhrer ankunft/ vnd wie
man nun wegen Eroberung deß Braſils jhnen bequemlich allerhand
Waffen vnd Notturfft koͤnte zubringen/ gabe jhnen darnebens einen
Credentz brieff von dem Printzen von Vranien, welcher jhnen erſtlich
vorgeleſen vnd durch den einen gefangenen Spanier verdolmetſcht wur-
de/ ſo jhnen allen wolgefiel: darauf wurde gedachtem Caſique von we-
gen des Printzen Zween Daͤgen vnd eine Picke verehret/ darvor Er vnd
die andern Chileſer ſich hoͤchlich bedancketen: Nach vielen andern vn-
derredungen ſchieden ſie endlich von einander vnd die Chileſer beſſer Land
wartz hienein/ dann die Statt vnbewohnet war/ mit zuſag auffs ehiſte
mit den andern ſo geſtern wegzogen/ wieder zu kehren/ ſo bald ſie wuͤrden
vernohmen haben daß die von Conco vnd Oſorno wuͤrden gekommen
ſein/ vnd wolten alsdan ferner mit dem General wegen der Buͤndniß
handlen. Wann nicht daß Geruͤcht/ daß die Hollender der Spanier
Feinde vnd den Chileſern zu huͤlff kommen weren/ ſchon darvor von denẽ
auß Caſtro vnd Carel-Mappa were außgebreitet worden/ wuͤrde man
ſchwerlich mit jhnen haben koͤnnen zur ſprach gelangen/ weiln auch ſon-
derlich niemand der Chileſer der Spaniſchen ſprach Kuͤndig ware.

Den 30. Ditto Kamen ein Caſique mit acht Chileſerm auß dem
Lande vnd eroͤffneten wie ſie von etlichen Chileſern/ ſo auß Conception
vber land alhie weren anhelangt/ vernom̃en hetten/ daß alda Zwey groſſe
Spaniſche Schiffe bereit laͤgen vmb nach Baldiuia zu fahren/ der Gene-
ral
bate daß man dieſe Chileſer ſolte laſſen zu jhme kommen damit er ſich
wegen der warnung bedancken vnd zugleich den zuſtand vnd die Macht
deß Feindes erkundigen moͤchte: weiter berichteten ſie auch daß die von
Oſorno vnd Conco vff dem wege weren vnd mit einer groſſen macht in
Zween oder drey tagen ankommen wuͤrden/ vnd daß der Gubernator
zu Caſtro viel Caſiquen hatte laſſen auffhencken nur allein weil ſie hetten
wollen außreiſſen/ daruͤber ein groſſe menge Chileſer nach den Quartieren
von Oſorno vnd Conco geflohen weren/ die mit dem erſten auch allhie
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Den 2. Septembr. Fuhre der General an Land einen platz zum fort

außzu-
C iij
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[21/0039] Der Jacht dahin vnd ferner an Land/ da vngefehr 70. Chileſer vff dem Marck mit jhren Spieſſen in ordnung ſtunden/ die vbrigen bey Zwey- hundert zu Fuß vnd Pferd waren geſtern weggezogen willens gleichwol bald wieder zukommen. Jn gegənwart dieſer Chileſer thate der General eine Treffliche rede oder anſprach an jhren Oberſten ſo ein Baldivianer ware/ zuerkeñen gebend die vrſachen vnd den zweck jhrer ankunft/ vnd wie man nun wegen Eroberung deß Braſils jhnen bequemlich allerhand Waffen vnd Notturfft koͤnte zubringen/ gabe jhnen darnebens einen Credentz brieff von dem Printzen von Vranien, welcher jhnen erſtlich vorgeleſen vnd durch den einen gefangenen Spanier verdolmetſcht wur- de/ ſo jhnen allen wolgefiel: darauf wurde gedachtem Caſique von we- gen des Printzen Zween Daͤgen vnd eine Picke verehret/ darvor Er vnd die andern Chileſer ſich hoͤchlich bedancketen: Nach vielen andern vn- derredungen ſchieden ſie endlich von einander vnd die Chileſer beſſer Land wartz hienein/ dann die Statt vnbewohnet war/ mit zuſag auffs ehiſte mit den andern ſo geſtern wegzogen/ wieder zu kehren/ ſo bald ſie wuͤrden vernohmen haben daß die von Conco vnd Oſorno wuͤrden gekommen ſein/ vnd wolten alsdan ferner mit dem General wegen der Buͤndniß handlen. Wann nicht daß Geruͤcht/ daß die Hollender der Spanier Feinde vnd den Chileſern zu huͤlff kommen weren/ ſchon darvor von denẽ auß Caſtro vnd Carel-Mappa were außgebreitet worden/ wuͤrde man ſchwerlich mit jhnen haben koͤnnen zur ſprach gelangen/ weiln auch ſon- derlich niemand der Chileſer der Spaniſchen ſprach Kuͤndig ware. Deß Gene- rals anſprch an die Chi- leſer. Den 30. Ditto Kamen ein Caſique mit acht Chileſerm auß dem Lande vnd eroͤffneten wie ſie von etlichen Chileſern/ ſo auß Conception vber land alhie weren anhelangt/ vernom̃en hetten/ daß alda Zwey groſſe Spaniſche Schiffe bereit laͤgen vmb nach Baldiuia zu fahren/ der Gene- ral bate daß man dieſe Chileſer ſolte laſſen zu jhme kommen damit er ſich wegen der warnung bedancken vnd zugleich den zuſtand vnd die Macht deß Feindes erkundigen moͤchte: weiter berichteten ſie auch daß die von Oſorno vnd Conco vff dem wege weren vnd mit einer groſſen macht in Zween oder drey tagen ankommen wuͤrden/ vnd daß der Gubernator zu Caſtro viel Caſiquen hatte laſſen auffhencken nur allein weil ſie hetten wollen außreiſſen/ daruͤber ein groſſe menge Chileſer nach den Quartieren von Oſorno vnd Conco geflohen weren/ die mit dem erſten auch allhie ſein wuͤrden. Den 2. Septembr. Fuhre der General an Land einen platz zum fort außzu- C iij

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Zitationshilfe: Hulsius, Levinus: Die fünff vnd zweyntzigste Schifffahrt/ Nach dem Königreich Chili in West-Jndien. Frankfurt (Main), 1649, S. 21. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hulsius_schifffahrt_1649/39>, abgerufen am 22.10.2019.