Hölderlin, Friedrich: Gedichte. Stuttgart u. a., 1826.Der Gott der Jugend. Gehn Dir im Dämmerlichte, Wenn in der Sommernacht Für selige Gesichte Dein liebend Auge wacht, Noch oft der Freunde Manen Und, wie der Sterne Chor, Die Geister der Titanen Des Alterthums empor: Wird da, wo sich im Schönen, Das Göttliche verhüllt, Noch oft das tiefe Sehnen Der Liebe Dir gestillt; Belohnt des Herzens Mühen Der Ruhe Vorgefühl, Und tönt von Melodieen Der Seele Saitenspiel: Der Gott der Jugend. Gehn Dir im Daͤmmerlichte, Wenn in der Sommernacht Fuͤr ſelige Geſichte Dein liebend Auge wacht, Noch oft der Freunde Manen Und, wie der Sterne Chor, Die Geiſter der Titanen Des Alterthums empor: Wird da, wo ſich im Schoͤnen, Das Goͤttliche verhuͤllt, Noch oft das tiefe Sehnen Der Liebe Dir geſtillt; Belohnt des Herzens Muͤhen Der Ruhe Vorgefuͤhl, Und toͤnt von Melodieen Der Seele Saitenſpiel: <TEI> <text> <body> <pb facs="#f0021" n="13"/> <div n="1"> <head><hi rendition="#g">Der Gott der Jugend</hi>.</head><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/> <lg type="poem"> <lg n="1"> <l>Gehn Dir im Daͤmmerlichte,</l><lb/> <l>Wenn in der Sommernacht</l><lb/> <l>Fuͤr ſelige Geſichte</l><lb/> <l>Dein liebend Auge wacht,</l><lb/> <l>Noch oft der Freunde Manen</l><lb/> <l>Und, wie der Sterne Chor,</l><lb/> <l>Die Geiſter der Titanen</l><lb/> <l>Des Alterthums empor:</l> </lg><lb/> <lg n="2"> <l>Wird da, wo ſich im Schoͤnen,</l><lb/> <l>Das Goͤttliche verhuͤllt,</l><lb/> <l>Noch oft das tiefe Sehnen</l><lb/> <l>Der Liebe Dir geſtillt;</l><lb/> <l>Belohnt des Herzens Muͤhen</l><lb/> <l>Der Ruhe Vorgefuͤhl,</l><lb/> <l>Und toͤnt von Melodieen</l><lb/> <l>Der Seele Saitenſpiel:</l> </lg><lb/> </lg> </div> </body> </text> </TEI> [13/0021]
Der Gott der Jugend.
Gehn Dir im Daͤmmerlichte,
Wenn in der Sommernacht
Fuͤr ſelige Geſichte
Dein liebend Auge wacht,
Noch oft der Freunde Manen
Und, wie der Sterne Chor,
Die Geiſter der Titanen
Des Alterthums empor:
Wird da, wo ſich im Schoͤnen,
Das Goͤttliche verhuͤllt,
Noch oft das tiefe Sehnen
Der Liebe Dir geſtillt;
Belohnt des Herzens Muͤhen
Der Ruhe Vorgefuͤhl,
Und toͤnt von Melodieen
Der Seele Saitenſpiel:
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Zitationshilfe: | Hölderlin, Friedrich: Gedichte. Stuttgart u. a., 1826, S. 13. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hoelderlin_gedichte_1826/21>, abgerufen am 23.02.2025. |