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Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 107, Hamburg, 5. Julii 1771.

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Mit allergnädigster Kayserlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- [Abbildung] tung

Des Hamburgischen unpartheyischen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1771.     (Am Freytage, den 5 Julii.)    
Num. 107.



[Beginn Spaltensatz]

Nunmehr ist es gewiß, daß den 17ten dieses Consi-
storium wird gehalten werden. Das Publicum erwar-
tet den Ausgang desselben mit Ungeduld.

Der König von Sardinien hat dem Pabst einige Me-
daillen, die bey Gelegenheit der Vermählung des Gra-
fen von Provence mit der Prinzeßinn von Savoyen ge-
präget worden, geschenkt. Auch hat Monsignor Pas-
sionei Sr. Heiligkeit mit einer kostbaren Sammlung
alter silberner und goldener Medaillen ein Präsent ge-
macht, welche Dieselben nach dem Vaticanischen Museo
bringen lassen.


Den 18ten des vergangenen Aprilmonats wurde The-
rese Mekinkler, die Frau des ersten Sergeanten bey der
Königl. Schweizergarde, Daniel Stempels, von einem
außerordentlich großen Mädchen entbunden. Es wog
an dem Tage, da es getauft wurde, 61 Pfund und 1 1/3 Unze,
und befindet sich seit der Zeit gesund und munter, wächst
auch nach Proportion ihrer Größe. So ungewöhnlich
diese Begebenheit ist, so wahr ist sie doch.


Wir erwarten hier in kurzem Se. Königl. Hoheit,
den Prinz Xaver von Sachsen, welche eine Woche bey
uns bleiben, und hierauf nach Turin abgehen werden.


Zu Sestri hat man nunmehr mit der Erbauung einer
großen Kriegsschebecke für Spanien den Anfang gemacht.

Aus Madrid wird gemeldet, daß der Französische Ge-
sandte daselbst mit den vornehmsten Staatsministern
Sr. Katholischen Majestät seit einiger Zeit lange Con-
ferenzen halte, ohne daß das geringste von ihren Unter-
handlungen bekannt würde.

Aus Bastia heißt es, daß die Truppen des Grafen
von Marboeuf bey Fiumorbo, zwischen den Pro-
vinzen Casinea und Tavagna, von den Berg-Corsen an-
gegriffen worden, und sich mit Hinterlassung einiger Tod-
ten und Verwundeten hätten zurückziehen müssen. Die
[Spaltenumbruch] Corsen sind hierauf ebenfalls zurückgegangen, und haben
7 Maulthiere und ihre Treiber im Stich gelassen. Auch
an andern Orten sind Scharmützel vorgefallen. Sonst
suchen die Französischen Truppen die mißvergnügten
Corsen noch fleißig auf. Einige davon, die auf ihre
Cavallerie stießen, wurden sogleich niedergemacht; die
übrigen, welche sie in ihre Gewalt bekommen, sollen
auf einer Fregatte nach den Americanischen Colonien
gebracht werden. Die Zahl der Corsen, von deren
Treue die Französische Regierung überzeugt ist, soll sich
nicht über 7000 Mann belaufen; doch sind die Einwoh-
ner der Garnisonsplätze nicht mit darunter begriffen.


Unser Herzog hat vor einigen Tagen in der Stadt
Carpi ein kleines Augustiner-Kloster aufgehoben, und
die Einkünfte desselben einem Armenhause vermacht.


Se. Königl. Hoheit, der Großherzog, sind nach Pisa
abgegangen, die Erleuchtung daselbst, bey Gelegenheit
des Festes des heiligen Ranieri, mit anzusehen, die aber
wegen entstandenen Windes an dem bestimmten Tage
nicht hat vor sich gehen können.

Den 16ten dieses ist der Ritter Hamilton, Englischer
Gesandte an dem Neapolitanischen Hofe, aus Neapolis
hier angekommen.


Der Superintendent, Doctor Lütkemann, hat heute
die Reichstagspredigt gehalten.

In kurzem werden Gesandte an verschiedene Höfe
abgehen, um daselbst die Thronbesteigung Sr. jetzt re-
gierenden Königl. Majestät förmlich bekannt zu machen.


Den 16ten dieses machten die Conföderirten eine ver-
stellte Attaque gegen die Verschanzung der Russen bey
Pultusk. Zwischen Praschnitz und Pultusk ist noch ein
verschanzter Posten, zur Sicherheit der großen Land-
straße von Warschau nach Preußen bey dem Dorfe Karn-

Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit.
Staats- und [Abbildung] Gelehrte
Zei- [Abbildung] tung

Des Hamburgiſchen unpartheyiſchen
CORRESPONDENTEN.

Anno 1771.     (Am Freytage, den 5 Julii.)    
Num. 107.



[Beginn Spaltensatz]

Nunmehr iſt es gewiß, daß den 17ten dieſes Conſi-
ſtorium wird gehalten werden. Das Publicum erwar-
tet den Ausgang deſſelben mit Ungeduld.

Der Koͤnig von Sardinien hat dem Pabſt einige Me-
daillen, die bey Gelegenheit der Vermaͤhlung des Gra-
fen von Provence mit der Prinzeßinn von Savoyen ge-
praͤget worden, geſchenkt. Auch hat Monſignor Paſ-
ſionei Sr. Heiligkeit mit einer koſtbaren Sammlung
alter ſilberner und goldener Medaillen ein Praͤſent ge-
macht, welche Dieſelben nach dem Vaticaniſchen Muſeo
bringen laſſen.


Den 18ten des vergangenen Aprilmonats wurde The-
reſe Mekinkler, die Frau des erſten Sergeanten bey der
Koͤnigl. Schweizergarde, Daniel Stempels, von einem
außerordentlich großen Maͤdchen entbunden. Es wog
an dem Tage, da es getauft wurde, 61 Pfund und 1 ⅓ Unze,
und befindet ſich ſeit der Zeit geſund und munter, waͤchſt
auch nach Proportion ihrer Groͤße. So ungewoͤhnlich
dieſe Begebenheit iſt, ſo wahr iſt ſie doch.


Wir erwarten hier in kurzem Se. Koͤnigl. Hoheit,
den Prinz Xaver von Sachſen, welche eine Woche bey
uns bleiben, und hierauf nach Turin abgehen werden.


Zu Seſtri hat man nunmehr mit der Erbauung einer
großen Kriegsſchebecke fuͤr Spanien den Anfang gemacht.

Aus Madrid wird gemeldet, daß der Franzoͤſiſche Ge-
ſandte daſelbſt mit den vornehmſten Staatsminiſtern
Sr. Katholiſchen Majeſtaͤt ſeit einiger Zeit lange Con-
ferenzen halte, ohne daß das geringſte von ihren Unter-
handlungen bekannt wuͤrde.

Aus Baſtia heißt es, daß die Truppen des Grafen
von Marboeuf bey Fiumorbo, zwiſchen den Pro-
vinzen Caſinea und Tavagna, von den Berg-Corſen an-
gegriffen worden, und ſich mit Hinterlaſſung einiger Tod-
ten und Verwundeten haͤtten zuruͤckziehen muͤſſen. Die
[Spaltenumbruch] Corſen ſind hierauf ebenfalls zuruͤckgegangen, und haben
7 Maulthiere und ihre Treiber im Stich gelaſſen. Auch
an andern Orten ſind Scharmuͤtzel vorgefallen. Sonſt
ſuchen die Franzoͤſiſchen Truppen die mißvergnuͤgten
Corſen noch fleißig auf. Einige davon, die auf ihre
Cavallerie ſtießen, wurden ſogleich niedergemacht; die
uͤbrigen, welche ſie in ihre Gewalt bekommen, ſollen
auf einer Fregatte nach den Americaniſchen Colonien
gebracht werden. Die Zahl der Corſen, von deren
Treue die Franzoͤſiſche Regierung uͤberzeugt iſt, ſoll ſich
nicht uͤber 7000 Mann belaufen; doch ſind die Einwoh-
ner der Garniſonsplaͤtze nicht mit darunter begriffen.


Unſer Herzog hat vor einigen Tagen in der Stadt
Carpi ein kleines Auguſtiner-Kloſter aufgehoben, und
die Einkuͤnfte deſſelben einem Armenhauſe vermacht.


Se. Koͤnigl. Hoheit, der Großherzog, ſind nach Piſa
abgegangen, die Erleuchtung daſelbſt, bey Gelegenheit
des Feſtes des heiligen Ranieri, mit anzuſehen, die aber
wegen entſtandenen Windes an dem beſtimmten Tage
nicht hat vor ſich gehen koͤnnen.

Den 16ten dieſes iſt der Ritter Hamilton, Engliſcher
Geſandte an dem Neapolitaniſchen Hofe, aus Neapolis
hier angekommen.


Der Superintendent, Doctor Luͤtkemann, hat heute
die Reichstagspredigt gehalten.

In kurzem werden Geſandte an verſchiedene Hoͤfe
abgehen, um daſelbſt die Thronbeſteigung Sr. jetzt re-
gierenden Koͤnigl. Majeſtaͤt foͤrmlich bekannt zu machen.


Den 16ten dieſes machten die Confoͤderirten eine ver-
ſtellte Attaque gegen die Verſchanzung der Ruſſen bey
Pultusk. Zwiſchen Praſchnitz und Pultusk iſt noch ein
verſchanzter Poſten, zur Sicherheit der großen Land-
ſtraße von Warſchau nach Preußen bey dem Dorfe Karn-

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[[1]/0001] Mit allergnaͤdigſter Kayſerlichen Freyheit. Staats- und [Abbildung] Gelehrte Zei- [Abbildung] tung Des Hamburgiſchen unpartheyiſchen CORRESPONDENTEN. Anno 1771. (Am Freytage, den 5 Julii.) Num. 107. Rom, den 13 Junii. Nunmehr iſt es gewiß, daß den 17ten dieſes Conſi- ſtorium wird gehalten werden. Das Publicum erwar- tet den Ausgang deſſelben mit Ungeduld. Der Koͤnig von Sardinien hat dem Pabſt einige Me- daillen, die bey Gelegenheit der Vermaͤhlung des Gra- fen von Provence mit der Prinzeßinn von Savoyen ge- praͤget worden, geſchenkt. Auch hat Monſignor Paſ- ſionei Sr. Heiligkeit mit einer koſtbaren Sammlung alter ſilberner und goldener Medaillen ein Praͤſent ge- macht, welche Dieſelben nach dem Vaticaniſchen Muſeo bringen laſſen. Neapolis, den 13 Junii. Den 18ten des vergangenen Aprilmonats wurde The- reſe Mekinkler, die Frau des erſten Sergeanten bey der Koͤnigl. Schweizergarde, Daniel Stempels, von einem außerordentlich großen Maͤdchen entbunden. Es wog an dem Tage, da es getauft wurde, 61 Pfund und 1 ⅓ Unze, und befindet ſich ſeit der Zeit geſund und munter, waͤchſt auch nach Proportion ihrer Groͤße. So ungewoͤhnlich dieſe Begebenheit iſt, ſo wahr iſt ſie doch. Mayland, den 14 Junii. Wir erwarten hier in kurzem Se. Koͤnigl. Hoheit, den Prinz Xaver von Sachſen, welche eine Woche bey uns bleiben, und hierauf nach Turin abgehen werden. Genua, den 14 Junii. Zu Seſtri hat man nunmehr mit der Erbauung einer großen Kriegsſchebecke fuͤr Spanien den Anfang gemacht. Aus Madrid wird gemeldet, daß der Franzoͤſiſche Ge- ſandte daſelbſt mit den vornehmſten Staatsminiſtern Sr. Katholiſchen Majeſtaͤt ſeit einiger Zeit lange Con- ferenzen halte, ohne daß das geringſte von ihren Unter- handlungen bekannt wuͤrde. Aus Baſtia heißt es, daß die Truppen des Grafen von Marboeuf bey Fiumorbo, zwiſchen den Pro- vinzen Caſinea und Tavagna, von den Berg-Corſen an- gegriffen worden, und ſich mit Hinterlaſſung einiger Tod- ten und Verwundeten haͤtten zuruͤckziehen muͤſſen. Die Corſen ſind hierauf ebenfalls zuruͤckgegangen, und haben 7 Maulthiere und ihre Treiber im Stich gelaſſen. Auch an andern Orten ſind Scharmuͤtzel vorgefallen. Sonſt ſuchen die Franzoͤſiſchen Truppen die mißvergnuͤgten Corſen noch fleißig auf. Einige davon, die auf ihre Cavallerie ſtießen, wurden ſogleich niedergemacht; die uͤbrigen, welche ſie in ihre Gewalt bekommen, ſollen auf einer Fregatte nach den Americaniſchen Colonien gebracht werden. Die Zahl der Corſen, von deren Treue die Franzoͤſiſche Regierung uͤberzeugt iſt, ſoll ſich nicht uͤber 7000 Mann belaufen; doch ſind die Einwoh- ner der Garniſonsplaͤtze nicht mit darunter begriffen. Modena, den 14 Junii. Unſer Herzog hat vor einigen Tagen in der Stadt Carpi ein kleines Auguſtiner-Kloſter aufgehoben, und die Einkuͤnfte deſſelben einem Armenhauſe vermacht. Florenz, den 18 Junii. Se. Koͤnigl. Hoheit, der Großherzog, ſind nach Piſa abgegangen, die Erleuchtung daſelbſt, bey Gelegenheit des Feſtes des heiligen Ranieri, mit anzuſehen, die aber wegen entſtandenen Windes an dem beſtimmten Tage nicht hat vor ſich gehen koͤnnen. Den 16ten dieſes iſt der Ritter Hamilton, Engliſcher Geſandte an dem Neapolitaniſchen Hofe, aus Neapolis hier angekommen. Stockholm, den 25 Junii. Der Superintendent, Doctor Luͤtkemann, hat heute die Reichstagspredigt gehalten. In kurzem werden Geſandte an verſchiedene Hoͤfe abgehen, um daſelbſt die Thronbeſteigung Sr. jetzt re- gierenden Koͤnigl. Majeſtaͤt foͤrmlich bekannt zu machen. Von der Pohlniſchen Grenze an der Orſitz, vom 21 Junii. Den 16ten dieſes machten die Confoͤderirten eine ver- ſtellte Attaque gegen die Verſchanzung der Ruſſen bey Pultusk. Zwiſchen Praſchnitz und Pultusk iſt noch ein verſchanzter Poſten, zur Sicherheit der großen Land- ſtraße von Warſchau nach Preußen bey dem Dorfe Karn-

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Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Britt-Marie Schuster, Manuel Wille, Arnika Lutz, Fabienne Wollny: Bereitstellung der Texttranskription. (2014-07-07T12:30:46Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.

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Zitationshilfe: Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 107, Hamburg, 5. Julii 1771, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hc_1070507_1771/1>, abgerufen am 27.05.2019.