Juristische Anmerckungen von Ströhmen/ Fischereyen/ u. s. w.
[Spaltenumbruch]
Wegen Verboth des Fischens mit Angeln/ Kugel-werffen/ Hanff-rö- sten in den Wassern/ de An- no 1607
Hat Hertzog Johann Casimir zu Sach- sen-Coburg folgendes verordnet: Wir gebiethen, und verwarnen hiermit ernst- lich, daß sich iederman, wes Standes o- der Wesens er sey, unserer Teiche, Seen, Wasser, Bäche, und Tümpel mit derglei- chen verbothenem Fischen, Angeln, Ku- gel-werffen, Erhebung und Bestehlung der Reusen, so wohl aller andern Mit- tel, bey Vermeidung hoher, ernster, un- nachläßiger Leibes-Straffe, gäntzlich ent- halten, und daran nicht vergreiffen, auch alles dasjenige, so demselben Schaden, Nachtheil, Verringung oder Schmäh- lerung bringen mag, alsobald abschaffen soll.
Hierneben wir ferner alle und iede unsere Unterthanen und Verwandten, die um unsert willen sich billig und schul- dig alles Gehorsams zu erzeigen und zu verhalten, ermahnen und ihnen gebie- then, solchen Fisch-Dieben keinen Unter- schleiff zu verstatten, oder mit denselben Partiten zu treiben; Sondern, da sie der- gleichen Fisch-Diebe innen werden, oder nachrichtige Vermuthung über einem und dem andern spühren, unsern Beamten in geheim anzumelden; Welcher aber solches nicht thun würde, der oder die- selben sollen gleich den Fisch-Dieben am Leibe gestrafft werden; Wie denn unse- re Beamten, Förster, Einspenniger und Fischer derohalben, ihren Pflichten nach, fleißige Aufachtung haben, und keinen Verbrecher unangemeldet passiren, noch iemand hierunter, zuwieder diesem un- sern Verboth, ichtwas nachsehen sollen. Würden wir aber des Gegentheils be- richtet, wollen wir sie nicht weniger in ern- ste Straffe zu nehmen wissen.
Wegen Hegung der Fisch-Bäche
ist in dem Churfürstlich-Sächsischen Man- date de Anno 1626. disponiret: Wir sind nicht weniger gemeynt und entschlossen, uns gegen diejenigen, welche sich in ge- meinen Wassern, ausserhalb der gewöhn- lichen Fisch-Täge, als Mittwochs und Freytages, dem unziemlichen Fischens ge- brauchen, und die Wasser durch tägliches überlegtes unpflegliches Fischen verwü- sten, mit unnachläßiger ernster Straffe [Spaltenumbruch]
zu erzeigen. Und wird hierbey sonder- lich erinnert, daß allen neuen Eingebäu- den, fremden Einkömmlingen, Haus- genossen, ledigen und müßigen Hand- wercks-Gesindlein, in Städten und Dörf- fern, alle Fischerey, was gestalt das ge- schehen könte, sich bey Verlust des Fisch- Zeuges und Straffe eines Gülden von ieder Person, so offt solches überschrit- ten, gäntzlich zu äussern verbothen, iedes Ortes Gerichts-Herren auch hierüber, bey unserer unnachläßigen Straffe und Ungnade, mit Ernst zu halten, schuldig seyn sollen.
§. 2.
In der Landes-Ordnung, welche denen Ständen des Marg-Graf- thums Ober-Lausitz von dem Käyser Anno 1597. confirmirt worden, ist verse- hen: Es soll durchs gantze Jahr keiner dem andern ohne sein Vorwissen und gu- ten Willen oder Erlaubniß unbefugter Weise auf dem Seinen hetzen, jagen, schiessen, fischen, oder einerley ander Weydewerck treiben, oder treiben lassen, welcher es übertritt, der soll 30. Thaler unnachläßiger willkührlicher Poen, als 10. Thaler dem Königlichen Amte, und 10. Thaler dem Lande verfallen seyn, zehen Thaler aber dem Ansager zugeeignet wer- den. Und welcher es einem andern zu gut verschweiget, der soll die Poen auch geben, und solche Poen sollen ernstlich durch die Eltesten in der Güte gefordert, und im Fall der Weigerung mit Hülffe des Amts erlangt werden.
§. 3.
Die Fürstlich Mecklenburgische Landes-Ordnung de Anno 1562. Tit. 26. verordnet, daß niemand hinführo auf des andern Seen oder Wassern, ohne des Herrn Wissen und Willen fischen, und das Hecht-stechen, und die Lächse aus- zufangen gäntzlich verbothen seyn, und die Ubertreter, so darauf ergriffen, oder des überwiesen, ernstlich bestrafft wer- den sollen.
Wegen der Krebs- und Forellen- Bäche
Disponiret die Gräflich Hohenlohische Jagd- und Forst-Ordnung im 5. Tit. fol- gendes: Nachdem in unserer Grafschafft von Alters herkommen, daß alle und ie- de Krebs- und Forellen-Bäche, sie seyn gelegen, wo sie wollen, sonderlich so weit dieselbigen in unserer Forstlichen hohen Obrigkeit Wildbahn, Gebieth und Mar- ckung gehen, für uns und unsere Hof- haltung iedesmahls allerdings gehört,
und
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Juriſtiſche Anmerckungen von Stroͤhmen/ Fiſchereyen/ u. ſ. w.
[Spaltenumbruch]
Wegen Verboth des Fiſchens mit Angeln/ Kugel-werffen/ Hanff-roͤ- ſten in den Waſſern/ de An- no 1607
Hat Hertzog Johann Caſimir zu Sach- ſen-Coburg folgendes verordnet: Wir gebiethen, und verwarnen hiermit ernſt- lich, daß ſich iederman, wes Standes o- der Weſens er ſey, unſerer Teiche, Seen, Waſſer, Baͤche, und Tuͤmpel mit derglei- chen verbothenem Fiſchen, Angeln, Ku- gel-werffen, Erhebung und Beſtehlung der Reuſen, ſo wohl aller andern Mit- tel, bey Vermeidung hoher, ernſter, un- nachlaͤßiger Leibes-Straffe, gaͤntzlich ent- halten, und daran nicht vergreiffen, auch alles dasjenige, ſo demſelben Schaden, Nachtheil, Verringung oder Schmaͤh- lerung bringen mag, alſobald abſchaffen ſoll.
Hierneben wir ferner alle und iede unſere Unterthanen und Verwandten, die um unſert willen ſich billig und ſchul- dig alles Gehorſams zu erzeigen und zu verhalten, ermahnen und ihnen gebie- then, ſolchen Fiſch-Dieben keinen Unter- ſchleiff zu verſtatten, oder mit denſelben Partiten zu treiben; Sondern, da ſie der- gleichen Fiſch-Diebe innen werden, oder nachrichtige Vermuthung uͤbeꝛ einem und dem andern ſpuͤhren, unſern Beamten in geheim anzumelden; Welcher aber ſolches nicht thun wuͤrde, der oder die- ſelben ſollen gleich den Fiſch-Dieben am Leibe geſtrafft werden; Wie denn unſe- re Beamten, Foͤrſter, Einſpenniger und Fiſcher derohalben, ihren Pflichten nach, fleißige Aufachtung haben, und keinen Verbrecher unangemeldet paſſiren, noch iemand hierunter, zuwieder dieſem un- ſern Verboth, ichtwas nachſehen ſollen. Wuͤrden wir aber des Gegentheils be- richtet, wollen wir ſie nicht weniger in ern- ſte Straffe zu nehmen wiſſen.
Wegen Hegung der Fiſch-Baͤche
iſt in dem Churfuͤrſtlich-Saͤchſiſchen Man- date de Anno 1626. diſponiret: Wir ſind nicht weniger gemeynt und entſchloſſen, uns gegen diejenigen, welche ſich in ge- meinen Waſſern, auſſerhalb der gewoͤhn- lichen Fiſch-Taͤge, als Mittwochs und Freytages, dem unziemlichen Fiſchens ge- brauchen, und die Waſſer durch taͤgliches uͤberlegtes unpflegliches Fiſchen verwuͤ- ſten, mit unnachlaͤßiger ernſter Straffe [Spaltenumbruch]
zu erzeigen. Und wird hierbey ſonder- lich erinnert, daß allen neuen Eingebaͤu- den, fremden Einkoͤmmlingen, Haus- genoſſen, ledigen und muͤßigen Hand- wercks-Geſindlein, in Staͤdten und Doͤrf- fern, alle Fiſcherey, was geſtalt das ge- ſchehen koͤnte, ſich bey Verluſt des Fiſch- Zeuges und Straffe eines Guͤlden von ieder Perſon, ſo offt ſolches uͤberſchrit- ten, gaͤntzlich zu aͤuſſern verbothen, iedes Ortes Gerichts-Herren auch hieruͤber, bey unſerer unnachlaͤßigen Straffe und Ungnade, mit Ernſt zu halten, ſchuldig ſeyn ſollen.
§. 2.
In der Landes-Ordnung, welche denen Staͤnden des Marg-Graf- thums Ober-Lauſitz von dem Kaͤyſer Anno 1597. confirmirt worden, iſt verſe- hen: Es ſoll durchs gantze Jahr keiner dem andern ohne ſein Vorwiſſen und gu- ten Willen oder Erlaubniß unbefugter Weiſe auf dem Seinen hetzen, jagen, ſchieſſen, fiſchen, oder einerley ander Weydewerck treiben, oder treiben laſſen, welcher es uͤbertritt, der ſoll 30. Thaler unnachlaͤßiger willkuͤhrlicher Pœn, als 10. Thaler dem Koͤniglichen Amte, und 10. Thaler dem Lande verfallen ſeyn, zehen Thaler aber dem Anſager zugeeignet wer- den. Und welcher es einem andern zu gut verſchweiget, der ſoll die Pœn auch geben, und ſolche Pœn ſollen ernſtlich durch die Elteſten in der Guͤte gefordert, und im Fall der Weigerung mit Huͤlffe des Amts erlangt werden.
§. 3.
Die Fuͤrſtlich Mecklenburgiſche Landes-Ordnung de Anno 1562. Tit. 26. verordnet, daß niemand hinfuͤhro auf des andern Seen oder Waſſern, ohne des Herrn Wiſſen und Willen fiſchen, und das Hecht-ſtechen, und die Laͤchſe aus- zufangen gaͤntzlich verbothen ſeyn, und die Ubertreter, ſo darauf ergriffen, oder des uͤberwieſen, ernſtlich beſtrafft wer- den ſollen.
Wegen der Krebs- und Forellen- Baͤche
Diſponiret die Graͤflich Hohenlohiſche Jagd- und Forſt-Ordnung im 5. Tit. fol- gendes: Nachdem in unſerer Grafſchafft von Alters herkommen, daß alle und ie- de Krebs- und Forellen-Baͤche, ſie ſeyn gelegen, wo ſie wollen, ſonderlich ſo weit dieſelbigen in unſerer Forſtlichen hohen Obrigkeit Wildbahn, Gebieth und Mar- ckung gehen, fuͤr uns und unſere Hof- haltung iedesmahls allerdings gehoͤrt,
und
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Juriſtiſche Anmerckungen von Stroͤhmen/ Fiſchereyen/ u. ſ. w.
Wegen Verboth des Fiſchens mit
Angeln/ Kugel-werffen/ Hanff-roͤ-
ſten in den Waſſern/ de An-
no 1607
Hat Hertzog Johann Caſimir zu Sach-
ſen-Coburg folgendes verordnet: Wir
gebiethen, und verwarnen hiermit ernſt-
lich, daß ſich iederman, wes Standes o-
der Weſens er ſey, unſerer Teiche, Seen,
Waſſer, Baͤche, und Tuͤmpel mit derglei-
chen verbothenem Fiſchen, Angeln, Ku-
gel-werffen, Erhebung und Beſtehlung
der Reuſen, ſo wohl aller andern Mit-
tel, bey Vermeidung hoher, ernſter, un-
nachlaͤßiger Leibes-Straffe, gaͤntzlich ent-
halten, und daran nicht vergreiffen, auch
alles dasjenige, ſo demſelben Schaden,
Nachtheil, Verringung oder Schmaͤh-
lerung bringen mag, alſobald abſchaffen
ſoll.
Hierneben wir ferner alle und iede
unſere Unterthanen und Verwandten,
die um unſert willen ſich billig und ſchul-
dig alles Gehorſams zu erzeigen und zu
verhalten, ermahnen und ihnen gebie-
then, ſolchen Fiſch-Dieben keinen Unter-
ſchleiff zu verſtatten, oder mit denſelben
Partiten zu treiben; Sondern, da ſie der-
gleichen Fiſch-Diebe innen werden, oder
nachrichtige Vermuthung uͤbeꝛ einem und
dem andern ſpuͤhren, unſern Beamten
in geheim anzumelden; Welcher aber
ſolches nicht thun wuͤrde, der oder die-
ſelben ſollen gleich den Fiſch-Dieben am
Leibe geſtrafft werden; Wie denn unſe-
re Beamten, Foͤrſter, Einſpenniger und
Fiſcher derohalben, ihren Pflichten nach,
fleißige Aufachtung haben, und keinen
Verbrecher unangemeldet paſſiren, noch
iemand hierunter, zuwieder dieſem un-
ſern Verboth, ichtwas nachſehen ſollen.
Wuͤrden wir aber des Gegentheils be-
richtet, wollen wir ſie nicht weniger in ern-
ſte Straffe zu nehmen wiſſen.
Wegen Hegung der Fiſch-Baͤche
iſt in dem Churfuͤrſtlich-Saͤchſiſchen Man-
date de Anno 1626. diſponiret: Wir ſind
nicht weniger gemeynt und entſchloſſen,
uns gegen diejenigen, welche ſich in ge-
meinen Waſſern, auſſerhalb der gewoͤhn-
lichen Fiſch-Taͤge, als Mittwochs und
Freytages, dem unziemlichen Fiſchens ge-
brauchen, und die Waſſer durch taͤgliches
uͤberlegtes unpflegliches Fiſchen verwuͤ-
ſten, mit unnachlaͤßiger ernſter Straffe
zu erzeigen. Und wird hierbey ſonder-
lich erinnert, daß allen neuen Eingebaͤu-
den, fremden Einkoͤmmlingen, Haus-
genoſſen, ledigen und muͤßigen Hand-
wercks-Geſindlein, in Staͤdten und Doͤrf-
fern, alle Fiſcherey, was geſtalt das ge-
ſchehen koͤnte, ſich bey Verluſt des Fiſch-
Zeuges und Straffe eines Guͤlden von
ieder Perſon, ſo offt ſolches uͤberſchrit-
ten, gaͤntzlich zu aͤuſſern verbothen, iedes
Ortes Gerichts-Herren auch hieruͤber,
bey unſerer unnachlaͤßigen Straffe und
Ungnade, mit Ernſt zu halten, ſchuldig
ſeyn ſollen.
§. 2. In der Landes-Ordnung,
welche denen Staͤnden des Marg-Graf-
thums Ober-Lauſitz von dem Kaͤyſer
Anno 1597. confirmirt worden, iſt verſe-
hen: Es ſoll durchs gantze Jahr keiner
dem andern ohne ſein Vorwiſſen und gu-
ten Willen oder Erlaubniß unbefugter
Weiſe auf dem Seinen hetzen, jagen,
ſchieſſen, fiſchen, oder einerley ander
Weydewerck treiben, oder treiben laſſen,
welcher es uͤbertritt, der ſoll 30. Thaler
unnachlaͤßiger willkuͤhrlicher Pœn, als 10.
Thaler dem Koͤniglichen Amte, und 10.
Thaler dem Lande verfallen ſeyn, zehen
Thaler aber dem Anſager zugeeignet wer-
den. Und welcher es einem andern zu
gut verſchweiget, der ſoll die Pœn auch
geben, und ſolche Pœn ſollen ernſtlich
durch die Elteſten in der Guͤte gefordert,
und im Fall der Weigerung mit Huͤlffe
des Amts erlangt werden.
§. 3. Die Fuͤrſtlich Mecklenburgiſche
Landes-Ordnung de Anno 1562. Tit. 26.
verordnet, daß niemand hinfuͤhro auf
des andern Seen oder Waſſern, ohne
des Herrn Wiſſen und Willen fiſchen,
und das Hecht-ſtechen, und die Laͤchſe aus-
zufangen gaͤntzlich verbothen ſeyn, und
die Ubertreter, ſo darauf ergriffen, oder
des uͤberwieſen, ernſtlich beſtrafft wer-
den ſollen.
Wegen der Krebs- und Forellen-
Baͤche
Diſponiret die Graͤflich Hohenlohiſche
Jagd- und Forſt-Ordnung im 5. Tit. fol-
gendes: Nachdem in unſerer Grafſchafft
von Alters herkommen, daß alle und ie-
de Krebs- und Forellen-Baͤche, ſie ſeyn
gelegen, wo ſie wollen, ſonderlich ſo weit
dieſelbigen in unſerer Forſtlichen hohen
Obrigkeit Wildbahn, Gebieth und Mar-
ckung gehen, fuͤr uns und unſere Hof-
haltung iedesmahls allerdings gehoͤrt,
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Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724, S. 487. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fleming_jaeger02_1724/655>, abgerufen am 22.02.2025.
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