Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld.
16. Die Maria;
17. Die wilde Frau, Fundgrube;
18. Die mittlere Silberkammer;
19. Gott hilft gewis;
20. Den getreuen Ekkard;
21. Den oberen Johannes;
22. Den untern Johannes;
23. Den Glimmerschacht über Röbliz;
24. Die Aufrichtigkeit daselbst; und
25. Den Erzstollen in Klüften.
§. 15.
Die Werkzeuge, welche man zu dem Gewinnen gebrauchet, sind Keilhauen, Schlä- gel und Eisen, und kleine Bohrer. Man fährt aus denen Schächten auf den Gän- gen nur mit Oertern auf, und richtet da Strossen und Firsten vor, wo man ein edles Mittel trift, und die Erze unter und über sich sezzen. Die Vitriolschiefern werden dagegen flöz- und strebweis, die Alaunschiefern aber in einem breiten Blik, wie die Steine in einem Schieferbruch gewonnen. Die Arbeit wird auf das Lachter verdingt, und alle vier Wochen abgenommen. Die sämtliche Bergleute arbeiten an einem Stük 12 Stunde, und in einer Woche machen sie 61/2 Schichten, wovon die halbe eine ledige Schicht heiset. Der Häuer bekomt wöchentlich 27-, der Lehrhäuer 24-, der Haspel- knecht 20 bis 21-, und der Junge 14, 15, 18, 20 bis 21 Gutegroschen, bei welchem Lohn ihnen die Gewerkschaften noch frei Pulver, Gezähe und Geleucht reichen.
§. 16.
Die Schächte sind nicht über 1/2 Lachter weit, 1 Lachter lang, und iezzo nur 15, 20 bis 30 und höchstens 40 Lachter tief. Jhre Verzimmerung ist daher nicht schwer. Sie ist von eben der Zusammensezzung, wie die, welche ich §. 64. in dem 16. St. beschrie- ben habe. Sie bestehet nämlich nur aus Polzeniöchern, die 1/8 , 1/4 und 3/8 Lachter von einander liegen. Jn denen Strossen verzimmert man, wie gewöhnlich, mit Stempeln und Anpfählen, in den Firsten, Oertern und Stollen aber mit Thürstökken mit Gesich- tern (§. 65. im 16 St). Jn denen Streben verwahrt man hingegen das Dach mit Stempeln.
§. 17.
Man gebraucht hier keine Wettermaschinen, sondern man sucht die frische Wetter durch Lutten mit einem Windfang, und mit Durchschlägen und Uibersichbrechen in
das
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Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld.
16. Die Maria;
17. Die wilde Frau, Fundgrube;
18. Die mittlere Silberkammer;
19. Gott hilft gewis;
20. Den getreuen Ekkard;
21. Den oberen Johannes;
22. Den untern Johannes;
23. Den Glimmerſchacht uͤber Roͤbliz;
24. Die Aufrichtigkeit daſelbſt; und
25. Den Erzſtollen in Kluͤften.
§. 15.
Die Werkzeuge, welche man zu dem Gewinnen gebrauchet, ſind Keilhauen, Schlaͤ- gel und Eiſen, und kleine Bohrer. Man faͤhrt aus denen Schaͤchten auf den Gaͤn- gen nur mit Oertern auf, und richtet da Stroſſen und Firſten vor, wo man ein edles Mittel trift, und die Erze unter und uͤber ſich ſezzen. Die Vitriolſchiefern werden dagegen floͤz- und ſtrebweis, die Alaunſchiefern aber in einem breiten Blik, wie die Steine in einem Schieferbruch gewonnen. Die Arbeit wird auf das Lachter verdingt, und alle vier Wochen abgenommen. Die ſaͤmtliche Bergleute arbeiten an einem Stuͤk 12 Stunde, und in einer Woche machen ſie 6½ Schichten, wovon die halbe eine ledige Schicht heiſet. Der Haͤuer bekomt woͤchentlich 27-, der Lehrhaͤuer 24-, der Haspel- knecht 20 bis 21-, und der Junge 14, 15, 18, 20 bis 21 Gutegroſchen, bei welchem Lohn ihnen die Gewerkſchaften noch frei Pulver, Gezaͤhe und Geleucht reichen.
§. 16.
Die Schaͤchte ſind nicht uͤber ½ Lachter weit, 1 Lachter lang, und iezzo nur 15, 20 bis 30 und hoͤchſtens 40 Lachter tief. Jhre Verzimmerung iſt daher nicht ſchwer. Sie iſt von eben der Zuſammenſezzung, wie die, welche ich §. 64. in dem 16. St. beſchrie- ben habe. Sie beſtehet naͤmlich nur aus Polzenioͤchern, die ⅛, ¼ und ⅜ Lachter von einander liegen. Jn denen Stroſſen verzimmert man, wie gewoͤhnlich, mit Stempeln und Anpfaͤhlen, in den Firſten, Oertern und Stollen aber mit Thuͤrſtoͤkken mit Geſich- tern (§. 65. im 16 St). Jn denen Streben verwahrt man hingegen das Dach mit Stempeln.
§. 17.
Man gebraucht hier keine Wettermaſchinen, ſondern man ſucht die friſche Wetter durch Lutten mit einem Windfang, und mit Durchſchlaͤgen und Uiberſichbrechen in
das
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Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld.
16. Die Maria;
17. Die wilde Frau, Fundgrube;
18. Die mittlere Silberkammer;
19. Gott hilft gewis;
20. Den getreuen Ekkard;
21. Den oberen Johannes;
22. Den untern Johannes;
23. Den Glimmerſchacht uͤber Roͤbliz;
24. Die Aufrichtigkeit daſelbſt; und
25. Den Erzſtollen in Kluͤften.
§. 15.
Die Werkzeuge, welche man zu dem Gewinnen gebrauchet, ſind Keilhauen, Schlaͤ-
gel und Eiſen, und kleine Bohrer. Man faͤhrt aus denen Schaͤchten auf den Gaͤn-
gen nur mit Oertern auf, und richtet da Stroſſen und Firſten vor, wo man ein edles
Mittel trift, und die Erze unter und uͤber ſich ſezzen. Die Vitriolſchiefern werden dagegen
floͤz- und ſtrebweis, die Alaunſchiefern aber in einem breiten Blik, wie die Steine in
einem Schieferbruch gewonnen. Die Arbeit wird auf das Lachter verdingt, und alle
vier Wochen abgenommen. Die ſaͤmtliche Bergleute arbeiten an einem Stuͤk 12
Stunde, und in einer Woche machen ſie 6½ Schichten, wovon die halbe eine ledige
Schicht heiſet. Der Haͤuer bekomt woͤchentlich 27-, der Lehrhaͤuer 24-, der Haspel-
knecht 20 bis 21-, und der Junge 14, 15, 18, 20 bis 21 Gutegroſchen, bei welchem
Lohn ihnen die Gewerkſchaften noch frei Pulver, Gezaͤhe und Geleucht reichen.
§. 16.
Die Schaͤchte ſind nicht uͤber ½ Lachter weit, 1 Lachter lang, und iezzo nur 15, 20
bis 30 und hoͤchſtens 40 Lachter tief. Jhre Verzimmerung iſt daher nicht ſchwer. Sie
iſt von eben der Zuſammenſezzung, wie die, welche ich §. 64. in dem 16. St. beſchrie-
ben habe. Sie beſtehet naͤmlich nur aus Polzenioͤchern, die ⅛, ¼ und ⅜ Lachter von
einander liegen. Jn denen Stroſſen verzimmert man, wie gewoͤhnlich, mit Stempeln
und Anpfaͤhlen, in den Firſten, Oertern und Stollen aber mit Thuͤrſtoͤkken mit Geſich-
tern (§. 65. im 16 St). Jn denen Streben verwahrt man hingegen das Dach mit
Stempeln.
§. 17.
Man gebraucht hier keine Wettermaſchinen, ſondern man ſucht die friſche Wetter
durch Lutten mit einem Windfang, und mit Durchſchlaͤgen und Uiberſichbrechen in
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Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 397. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/417>, abgerufen am 23.02.2025.
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