damit zu belohnen. Wer Geld anbietet, kann von jedermann die Dienste bekommen, welche derselbe ihm zu leisten fähig ist. Auch in unsern Bedürf- nissen, die wir von andern erkaufen, bezahlen wir eigentlich nur die daran gewandte Arbeit.
§. 2.
Wenn nun in einem Volke, bei welchem das Geld im Gebrauch ist, viele Dienste und Arbeit zu bezahlen vorfallen, so geht das Geld fleissig aus einer Hand in die andere, oder es circulirt. Aber nicht, daß das Geld circulirt, sondern daß einer dem andern Verdienst und Auskommen giebt, ist das Gute der Sache. Wenn es ein Volk von lauter Spielern geben könnte, unter welchen das Geld bei tausenden circulirte, so würde dieß doch keine wahre Circulation seyn, weil, was der eine gewinnt, der andere verlieret, ohne etwas wieder dafür zu bekom- men, das ihm nüzlich wäre.
§. 3.
Wenn in einer Nation viel Geld ist, aber dies Geld nicht als Lohn von Dienst und Arbeit aus einer Hand in die andere geht, so ist die Nation noch immer arm und elend. Ja sogar grosse Geld-Geschäfte, die aber nur kleinen Verdienst geben, lassen ein Volk in Mangel und Dürftigkeit. Z. E. vor etwa 30
Cap. 3. Vom Geldes-Umlauf.
damit zu belohnen. Wer Geld anbietet, kann von jedermann die Dienſte bekommen, welche derſelbe ihm zu leiſten faͤhig iſt. Auch in unſern Beduͤrf- niſſen, die wir von andern erkaufen, bezahlen wir eigentlich nur die daran gewandte Arbeit.
§. 2.
Wenn nun in einem Volke, bei welchem das Geld im Gebrauch iſt, viele Dienſte und Arbeit zu bezahlen vorfallen, ſo geht das Geld fleiſſig aus einer Hand in die andere, oder es circulirt. Aber nicht, daß das Geld circulirt, ſondern daß einer dem andern Verdienſt und Auskommen giebt, iſt das Gute der Sache. Wenn es ein Volk von lauter Spielern geben koͤnnte, unter welchen das Geld bei tauſenden circulirte, ſo wuͤrde dieß doch keine wahre Circulation ſeyn, weil, was der eine gewinnt, der andere verlieret, ohne etwas wieder dafuͤr zu bekom- men, das ihm nuͤzlich waͤre.
§. 3.
Wenn in einer Nation viel Geld iſt, aber dies Geld nicht als Lohn von Dienſt und Arbeit aus einer Hand in die andere geht, ſo iſt die Nation noch immer arm und elend. Ja ſogar groſſe Geld-Geſchaͤfte, die aber nur kleinen Verdienſt geben, laſſen ein Volk in Mangel und Duͤrftigkeit. Z. E. vor etwa 30
<TEI><text><body><divn="1"><divn="2"><divn="3"><divn="4"><divn="5"><p><pbfacs="#f0049"n="27"/><fwplace="top"type="header">Cap. 3. Vom Geldes-Umlauf.</fw><lb/>
damit zu belohnen. Wer Geld anbietet, kann von<lb/>
jedermann die Dienſte bekommen, welche derſelbe<lb/>
ihm zu leiſten faͤhig iſt. Auch in unſern Beduͤrf-<lb/>
niſſen, die wir von andern erkaufen, bezahlen wir<lb/>
eigentlich nur die daran gewandte Arbeit.</p></div><lb/><divn="5"><head>§. 2.</head><lb/><p>Wenn nun in einem Volke, bei welchem das<lb/>
Geld im Gebrauch iſt, viele Dienſte und Arbeit zu<lb/>
bezahlen vorfallen, ſo geht das Geld fleiſſig aus<lb/>
einer Hand in die andere, oder es circulirt. Aber<lb/>
nicht, daß das Geld circulirt, ſondern daß einer dem<lb/>
andern Verdienſt und Auskommen giebt, iſt das<lb/>
Gute der Sache. Wenn es ein Volk von lauter<lb/>
Spielern geben koͤnnte, unter welchen das Geld bei<lb/>
tauſenden circulirte, ſo wuͤrde dieß doch keine wahre<lb/>
Circulation ſeyn, weil, was der eine gewinnt, der<lb/>
andere verlieret, ohne etwas wieder dafuͤr zu bekom-<lb/>
men, das ihm nuͤzlich waͤre.</p></div><lb/><divn="5"><head>§. 3.</head><lb/><p>Wenn in einer Nation viel Geld iſt, aber dies<lb/>
Geld nicht als Lohn von Dienſt und Arbeit aus einer<lb/>
Hand in die andere geht, ſo iſt die Nation noch immer<lb/>
arm und elend. Ja ſogar groſſe Geld-Geſchaͤfte, die<lb/>
aber nur kleinen Verdienſt geben, laſſen ein Volk<lb/>
in Mangel und Duͤrftigkeit. Z. E. vor etwa 30<lb/></p></div></div></div></div></div></body></text></TEI>
[27/0049]
Cap. 3. Vom Geldes-Umlauf.
damit zu belohnen. Wer Geld anbietet, kann von
jedermann die Dienſte bekommen, welche derſelbe
ihm zu leiſten faͤhig iſt. Auch in unſern Beduͤrf-
niſſen, die wir von andern erkaufen, bezahlen wir
eigentlich nur die daran gewandte Arbeit.
§. 2.
Wenn nun in einem Volke, bei welchem das
Geld im Gebrauch iſt, viele Dienſte und Arbeit zu
bezahlen vorfallen, ſo geht das Geld fleiſſig aus
einer Hand in die andere, oder es circulirt. Aber
nicht, daß das Geld circulirt, ſondern daß einer dem
andern Verdienſt und Auskommen giebt, iſt das
Gute der Sache. Wenn es ein Volk von lauter
Spielern geben koͤnnte, unter welchen das Geld bei
tauſenden circulirte, ſo wuͤrde dieß doch keine wahre
Circulation ſeyn, weil, was der eine gewinnt, der
andere verlieret, ohne etwas wieder dafuͤr zu bekom-
men, das ihm nuͤzlich waͤre.
§. 3.
Wenn in einer Nation viel Geld iſt, aber dies
Geld nicht als Lohn von Dienſt und Arbeit aus einer
Hand in die andere geht, ſo iſt die Nation noch immer
arm und elend. Ja ſogar groſſe Geld-Geſchaͤfte, die
aber nur kleinen Verdienſt geben, laſſen ein Volk
in Mangel und Duͤrftigkeit. Z. E. vor etwa 30
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Büsch, Johann Georg: Theoretisch-Praktische Darstellung der Handlung in deren mannigfaltigen Geschäften. Bd. 1. Hamburg, 1792, S. 27. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buesch_handlung01_1792/49>, abgerufen am 22.02.2025.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(Kontakt).
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2025. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.