**) (oder Spitzzähne, Hundszähne, canini s. laniarii s. cuspidati) haben conische, stumpfzugespitzte aber überaus robuste Kronen; und zwar auch nur einfache, aber dabey sehr starke seitwärts zusammenge- druckte Wurzeln, die vorzüglich bey denen im Oberkiefer, (den sogenannten Augenzähnen) von ansehnlicher Länge sind.
Sie liegen zunächst an dm Schneidezäh- nen, auf jeder Seite einer, und zwar mit den Wurzeln etwas mehr nach vorn oder außen, daher auch ihre Zahnzellen in beiden Kiefern, zumal bey Kindern in etwas protuberiren.
§. 182.
Der Backenzähne (oder Stockzähne molares s. malares s. genuini) sind fünfe auf
**)
Mäusen und andern nagenden Thieren: oder sie sind doch sehr klein wie beym Pferd. - Von ansehnlicher Größe und ausnehmender Stärke sind sie bey den reisenden Thieren; aber auch bey den mehresten Affen. - Das gemeine Schwein hat die großen Fänge im Unterkiefer: der Hirscheber (Babirussa) aber außer diesen auch die sonderbaren fast in Cirkel gebognen Eckzähne im Oberkiefer. - Das Bisamthier und das Wallroß haben nieder- warts ragende Hauzähne im Oberkiefer. - Auch die Elfenbeinzähne des Elephanten gehören in diese Classe, ob sie gleich ganz gegen die sonstige Weise nicht in den eigentlichen Oberkiefern, sondern im os intermaxillare sitzen (S. 196 u. f. N. **)). -Der Bär und der Dachs haben hinter den großen Eckzähnen in beiden Kiefern noch einige ganz kleine von sonderbarer Bildung.
**) (oder Spitzzähne, Hundszähne, canini s. laniarii s. cuspidati) haben conische, stumpfzugespitzte aber überaus robuste Kronen; und zwar auch nur einfache, aber dabey sehr starke seitwärts zusammenge- druckte Wurzeln, die vorzüglich bey denen im Oberkiefer, (den sogenannten Augenzähnen) von ansehnlicher Länge sind.
Sie liegen zunächst an dm Schneidezäh- nen, auf jeder Seite einer, und zwar mit den Wurzeln etwas mehr nach vorn oder außen, daher auch ihre Zahnzellen in beiden Kiefern, zumal bey Kindern in etwas protuberiren.
§. 182.
Der Backenzähne (oder Stockzähne molares s. malares s. genuini) sind fünfe auf
**)
Mäusen und andern nagenden Thieren: oder sie sind doch sehr klein wie beym Pferd. – Von ansehnlicher Größe und ausnehmender Stärke sind sie bey den reisenden Thieren; aber auch bey den mehresten Affen. – Das gemeine Schwein hat die großen Fänge im Unterkiefer: der Hirscheber (Babirussa) aber außer diesen auch die sonderbaren fast in Cirkel gebognen Eckzähne im Oberkiefer. – Das Bisamthier und das Wallroß haben nieder- warts ragende Hauzähne im Oberkiefer. – Auch die Elfenbeinzähne des Elephanten gehören in diese Classe, ob sie gleich ganz gegen die sonstige Weise nicht in den eigentlichen Oberkiefern, sondern im os intermaxillare sitzen (S. 196 u. f. N. **)). –Der Bär und der Dachs haben hinter den großen Eckzähnen in beiden Kiefern noch einige ganz kleine von sonderbarer Bildung.
<TEI><textxml:id="blume_hbnatur_000062"><body><divn="1"><divn="2"><divn="3"><p><noteanchored="true"place="foot"n="**)"><p><pbfacs="#f0281"xml:id="pb249_0001"n="249"/>
Mäusen und andern nagenden Thieren: oder sie<lb/>
sind doch sehr klein wie beym Pferd. – Von<lb/>
ansehnlicher Größe und ausnehmender Stärke sind<lb/>
sie bey den reisenden Thieren; aber auch bey den<lb/>
mehresten Affen. – Das gemeine Schwein hat<lb/>
die großen Fänge im Unterkiefer: der Hirscheber<lb/>
(<hirendition="#aq">Babirussa</hi>) aber außer diesen auch die sonderbaren<lb/>
fast in Cirkel gebognen Eckzähne im Oberkiefer. –<lb/>
Das Bisamthier und das Wallroß haben nieder-<lb/>
warts ragende Hauzähne im Oberkiefer. – Auch<lb/>
die Elfenbeinzähne des Elephanten gehören in diese<lb/>
Classe, ob sie gleich ganz gegen die sonstige Weise<lb/>
nicht in den eigentlichen Oberkiefern, sondern im<lb/><hirendition="#aq">os intermaxillare</hi> sitzen (S. 196 u. f. N. **)). –</p><p>Der Bär und der Dachs haben hinter den<lb/>
großen Eckzähnen in beiden Kiefern noch einige<lb/>
ganz kleine von sonderbarer Bildung.</p></note> (oder Spitzzähne,<lb/>
Hundszähne, <hirendition="#aq">canini s. laniarii s. cuspidati</hi>)<lb/>
haben conische, stumpfzugespitzte aber überaus<lb/>
robuste Kronen; und zwar auch nur einfache,<lb/>
aber dabey sehr starke seitwärts zusammenge-<lb/>
druckte Wurzeln, die vorzüglich bey denen im<lb/>
Oberkiefer, (den sogenannten Augenzähnen)<lb/>
von ansehnlicher Länge sind.</p><p>Sie liegen zunächst an dm Schneidezäh-<lb/>
nen, auf jeder Seite einer, und zwar mit den<lb/>
Wurzeln etwas mehr nach vorn oder außen,<lb/>
daher auch ihre Zahnzellen in beiden Kiefern,<lb/>
zumal bey Kindern in etwas protuberiren.</p></div><divn="3"><headrendition="#c">§. 182.</head><lb/><p>Der Backenzähne (oder Stockzähne<lb/><hirendition="#aq">molares s. malares s. genuini</hi>) sind fünfe auf<lb/></p></div></div></div></body></text></TEI>
[249/0281]
**) (oder Spitzzähne,
Hundszähne, canini s. laniarii s. cuspidati)
haben conische, stumpfzugespitzte aber überaus
robuste Kronen; und zwar auch nur einfache,
aber dabey sehr starke seitwärts zusammenge-
druckte Wurzeln, die vorzüglich bey denen im
Oberkiefer, (den sogenannten Augenzähnen)
von ansehnlicher Länge sind.
Sie liegen zunächst an dm Schneidezäh-
nen, auf jeder Seite einer, und zwar mit den
Wurzeln etwas mehr nach vorn oder außen,
daher auch ihre Zahnzellen in beiden Kiefern,
zumal bey Kindern in etwas protuberiren.
§. 182.
Der Backenzähne (oder Stockzähne
molares s. malares s. genuini) sind fünfe auf
**) Mäusen und andern nagenden Thieren: oder sie
sind doch sehr klein wie beym Pferd. – Von
ansehnlicher Größe und ausnehmender Stärke sind
sie bey den reisenden Thieren; aber auch bey den
mehresten Affen. – Das gemeine Schwein hat
die großen Fänge im Unterkiefer: der Hirscheber
(Babirussa) aber außer diesen auch die sonderbaren
fast in Cirkel gebognen Eckzähne im Oberkiefer. –
Das Bisamthier und das Wallroß haben nieder-
warts ragende Hauzähne im Oberkiefer. – Auch
die Elfenbeinzähne des Elephanten gehören in diese
Classe, ob sie gleich ganz gegen die sonstige Weise
nicht in den eigentlichen Oberkiefern, sondern im
os intermaxillare sitzen (S. 196 u. f. N. **)). –
Der Bär und der Dachs haben hinter den
großen Eckzähnen in beiden Kiefern noch einige
ganz kleine von sonderbarer Bildung.
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. Göttingen, 1786, S. 249. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1786/281>, abgerufen am 22.02.2025.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(Kontakt).
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2025. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.