Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. Göttingen, 1786.Sechster Abschnitt. Von den Gehörwerkzeugen. §. 45. Man theilt das ganze Gehörwerkzeug*) *) Es sind wenige Theile des thierischen Körpers, die
beides durch ihren bewunderswürdigen Bau so- wol als durch die Wichtigkeit ihrer Verrichtungen so viel anziehendes zu ihrer nähern Untersuchung haben, als die Gehörwerkzeuge! - Kein Wun- der also daß sie, zumal seit 200 Jahren, von so vielen der größten Zergliederer so sorgfältig bear- beitet worden sind, daß uns auch wenig andre Theile mit einer solchen genauen Vollständigkeit bekannt sind.Der erste der hierin rechte Bahn gebrochen, und beynah allein schon das wichtigste des ganzen innern Ohrs entdeckt hat, war der große und be- scheidne Fallopius in seinen unschätzbaren obseruat. anat. Venet. 1561. 8.Von den übrigen hebe ich nur die vorzüglich- sten Classiker aus, die in besondern Werken die Gehörorgane beschrieben haben. Unter diesen vor allen der eifersüchtige aber zum erfinden in der Ana- tomie gebohrne Eustach in der epist. de auditus organis unter den opuscul. anatom. Venet. 1564. 4. und verschiedne Figuren dazu in der erst 1714 ans Licht gekommenen Tafeln, zumal tab. XLIII. fig. 2.3. tab. XLIV. fig. 2. 3. tab. XLV. fig. 2.Nachher sind zumal zu Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts durch die gleich- Sechster Abschnitt. Von den Gehörwerkzeugen. §. 45. Man theilt das ganze Gehörwerkzeug*) *) Es sind wenige Theile des thierischen Körpers, die
beides durch ihren bewunderswürdigen Bau so- wol als durch die Wichtigkeit ihrer Verrichtungen so viel anziehendes zu ihrer nähern Untersuchung haben, als die Gehörwerkzeuge! – Kein Wun- der also daß sie, zumal seit 200 Jahren, von so vielen der größten Zergliederer so sorgfältig bear- beitet worden sind, daß uns auch wenig andre Theile mit einer solchen genauen Vollständigkeit bekannt sind.Der erste der hierin rechte Bahn gebrochen, und beynah allein schon das wichtigste des ganzen innern Ohrs entdeckt hat, war der große und be- scheidne Fallopius in seinen unschätzbaren obseruat. anat. Venet. 1561. 8.Von den übrigen hebe ich nur die vorzüglich- sten Classiker aus, die in besondern Werken die Gehörorgane beschrieben haben. Unter diesen vor allen der eifersüchtige aber zum erfinden in der Ana- tomie gebohrne Eustach in der epist. de auditus organis unter den opuscul. anatom. Venet. 1564. 4. und verschiedne Figuren dazu in der erst 1714 ans Licht gekommenen Tafeln, zumal tab. XLIII. fig. 2.3. tab. XLIV. fig. 2. 3. tab. XLV. fig. 2.Nachher sind zumal zu Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts durch die gleich- <TEI> <text xml:id="blume_hbnatur_000062"> <body> <div n="1"> <div n="2"> <pb facs="#f0164" xml:id="pb132_0001" n="132"/> <head rendition="#c">Sechster Abschnitt.<lb/> Von den Gehörwerkzeugen.</head><lb/> <div n="3"> <head rendition="#c">§. 45.</head><lb/> <p rendition="#no_indent">Man theilt das ganze Gehörwerkzeug<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Es sind wenige Theile des thierischen Körpers, die<lb/> beides durch ihren bewunderswürdigen Bau so-<lb/> wol als durch die Wichtigkeit ihrer Verrichtungen<lb/> so viel anziehendes zu ihrer nähern Untersuchung<lb/> haben, als die Gehörwerkzeuge! – Kein Wun-<lb/> der also daß sie, zumal seit 200 Jahren, von so<lb/> vielen der größten Zergliederer so sorgfältig bear-<lb/> beitet worden sind, daß uns auch wenig andre<lb/> Theile mit einer solchen genauen Vollständigkeit<lb/> bekannt sind.</p><p>Der erste der hierin rechte Bahn gebrochen,<lb/> und beynah allein schon das wichtigste des ganzen<lb/> innern Ohrs entdeckt hat, war der große und be-<lb/> scheidne Fallopius in seinen unschätzbaren <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">obseruat.<lb/> anat</hi></hi>. <hi rendition="#aq">Venet</hi>. 1561. 8.</p><p>Von den übrigen hebe ich nur die vorzüglich-<lb/> sten Classiker aus, die in besondern Werken die<lb/> Gehörorgane beschrieben haben. Unter diesen vor<lb/> allen der eifersüchtige aber zum erfinden in der Ana-<lb/> tomie gebohrne Eustach in der <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">epist. de auditus<lb/> organis</hi></hi> unter den <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">opuscul. anatom</hi></hi><hi rendition="#aq">. Venet</hi>. 1564. 4.<lb/> und verschiedne Figuren dazu in der erst 1714 ans<lb/> Licht gekommenen Tafeln, zumal <hi rendition="#aq">tab</hi>. XLIII. <hi rendition="#aq">fig</hi>. 2.3.<lb/><hi rendition="#aq">tab</hi>. XLIV. <hi rendition="#aq">fig</hi>. 2. 3. <hi rendition="#aq">tab.</hi> XLV. <hi rendition="#aq">fig</hi>. 2.</p><p>Nachher sind zumal zu Ende des vorigen und<lb/> Anfang des jetzigen Jahrhunderts durch die gleich-<lb/></p></note></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [132/0164]
Sechster Abschnitt.
Von den Gehörwerkzeugen.
§. 45.
Man theilt das ganze Gehörwerkzeug *)
*) Es sind wenige Theile des thierischen Körpers, die
beides durch ihren bewunderswürdigen Bau so-
wol als durch die Wichtigkeit ihrer Verrichtungen
so viel anziehendes zu ihrer nähern Untersuchung
haben, als die Gehörwerkzeuge! – Kein Wun-
der also daß sie, zumal seit 200 Jahren, von so
vielen der größten Zergliederer so sorgfältig bear-
beitet worden sind, daß uns auch wenig andre
Theile mit einer solchen genauen Vollständigkeit
bekannt sind.
Der erste der hierin rechte Bahn gebrochen,
und beynah allein schon das wichtigste des ganzen
innern Ohrs entdeckt hat, war der große und be-
scheidne Fallopius in seinen unschätzbaren obseruat.
anat. Venet. 1561. 8.
Von den übrigen hebe ich nur die vorzüglich-
sten Classiker aus, die in besondern Werken die
Gehörorgane beschrieben haben. Unter diesen vor
allen der eifersüchtige aber zum erfinden in der Ana-
tomie gebohrne Eustach in der epist. de auditus
organis unter den opuscul. anatom. Venet. 1564. 4.
und verschiedne Figuren dazu in der erst 1714 ans
Licht gekommenen Tafeln, zumal tab. XLIII. fig. 2.3.
tab. XLIV. fig. 2. 3. tab. XLV. fig. 2.
Nachher sind zumal zu Ende des vorigen und
Anfang des jetzigen Jahrhunderts durch die gleich-
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Zitationshilfe: | Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. Göttingen, 1786, S. 132. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1786/164>, abgerufen am 22.02.2025. |