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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867.

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Helix Sieboldiana.

Die Untersuchung des Kiefers hat mir ergeben, dass diese
Schnecken zu Helix im engeren Sinne gehören und nicht zu Nanina,
wie Albers wohl im Hinblick auf den Mundsaum vermuthet hat.

Helix Sieboldiana Pfr.

Helix ravida (non Benson) Pfr. mon. I. p. 42; Chemn. ed. nov. 31, 1. 2.

-- Sieboldtiana Pfr. Zeitschr. Mal. 1850. S. 87; mon. III. p. 42; Reeve conch.
ic. f. 495; Martens l. c. p. 33.

Testa vix perforata, globosa, tenuis, cornea, pellucida,
nitida, flexuosim striata et obsoletissime subdecussata; spira breviter
conoidea, acutiuscula, anfr. 51/2, convexiusculi, ultimus ventricosus;
apertura lunato-circularis, peristoma simplex, acutum, margine colu-
mellari arcuato, dilatato, fornicatim reflexo.

a) Diam. maj. 24, min. 19, alt. 21; apert. long. 14, lat. 15 Mill.
b) " " 191/2, " 16, " 171/2; " " 11, " 12 "

Insel Nippon, bei Yeddo und Yokohama, nicht ganz selten;
ich fand im September nur junge Exemplare, eins an der Bretter-
wand unserer Wohnung in der Stadt Yeddo selbst. Sept. 1860.

Insel Kiusiu, in der Umgebung von Nangasaki, nicht selten.
Febr. 1861. Auch auf Tsus'sima, Sando und dem benachbarten
Awasima, A. Adams.

Aeussere Weichtheile (der jungen) dunkel, fast schwärzlich.
Keine Drüsenöffnung am Schwanzende; Kiefer mit vorstehenden
Leisten.

Unter b) sind die Maasse des grössten der bei Yokohama
gefundenen Exemplare angegeben, unter a) diejenigen des grössten
von Nangasaki; einzelne Fragmente von dort deuten auf noch
bedeutendere Dimensionen.

Da Ph. Fr. von Siebold, dem wir ausser dieser Schnecke so
Vieles für die Kenntniss von Japan verdanken, seinen Namen ohne t
schreibt, musste die Pfeiffer'sche Orthographie des obigen Artnamens
geändert werden.

Steht der chinesischen H. ravida Bens. sehr nahe, im All-
gemeinen ist sie stärker glänzend, weniger breit, die Spiralstreifen
oft kaum sichtbar, der Nabel fast ganz verdeckt, aber einzelne
Exemplare von Yokohama nähern sich in verschiedenen dieser
Unterschiede der chinesischen Art.

Helix laeta A. Gould.

Proceed. Bost. soc. nat. hist. VI. p. 422. (1859) non Pfr. 1854.

Genabelt?, kugelig, dünn, grünlich-hornfarbig, mit Spiral-

Helix Sieboldiana.

Die Untersuchung des Kiefers hat mir ergeben, dass diese
Schnecken zu Helix im engeren Sinne gehören und nicht zu Nanina,
wie Albers wohl im Hinblick auf den Mundsaum vermuthet hat.

Helix Sieboldiana Pfr.

Helix ravida (non Benson) Pfr. mon. I. p. 42; Chemn. ed. nov. 31, 1. 2.

— Sieboldtiana Pfr. Zeitschr. Mal. 1850. S. 87; mon. III. p. 42; Reeve conch.
ic. f. 495; Martens l. c. p. 33.

Testa vix perforata, globosa, tenuis, cornea, pellucida,
nitida, flexuosim striata et obsoletissime subdecussata; spira breviter
conoidea, acutiuscula, anfr. 5½, convexiusculi, ultimus ventricosus;
apertura lunato-circularis, peristoma simplex, acutum, margine colu-
mellari arcuato, dilatato, fornicatim reflexo.

a) Diam. maj. 24, min. 19, alt. 21; apert. long. 14, lat. 15 Mill.
b) » » 19½, » 16, » 17½; » » 11, » 12 »

Insel Nippon, bei Yeddo und Yokohama, nicht ganz selten;
ich fand im September nur junge Exemplare, eins an der Bretter-
wand unserer Wohnung in der Stadt Yeddo selbst. Sept. 1860.

Insel Kiusiu, in der Umgebung von Nangasaki, nicht selten.
Febr. 1861. Auch auf Tsus’sima, Sando und dem benachbarten
Awasima, A. Adams.

Aeussere Weichtheile (der jungen) dunkel, fast schwärzlich.
Keine Drüsenöffnung am Schwanzende; Kiefer mit vorstehenden
Leisten.

Unter b) sind die Maasse des grössten der bei Yokohama
gefundenen Exemplare angegeben, unter a) diejenigen des grössten
von Nangasaki; einzelne Fragmente von dort deuten auf noch
bedeutendere Dimensionen.

Da Ph. Fr. von Siebold, dem wir ausser dieser Schnecke so
Vieles für die Kenntniss von Japan verdanken, seinen Namen ohne t
schreibt, musste die Pfeiffer’sche Orthographie des obigen Artnamens
geändert werden.

Steht der chinesischen H. ravida Bens. sehr nahe, im All-
gemeinen ist sie stärker glänzend, weniger breit, die Spiralstreifen
oft kaum sichtbar, der Nabel fast ganz verdeckt, aber einzelne
Exemplare von Yokohama nähern sich in verschiedenen dieser
Unterschiede der chinesischen Art.

Helix laeta A. Gould.

Proceed. Bost. soc. nat. hist. VI. p. 422. (1859) non Pfr. 1854.

Genabelt?, kugelig, dünn, grünlich-hornfarbig, mit Spiral-

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[22/0042] Helix Sieboldiana. Die Untersuchung des Kiefers hat mir ergeben, dass diese Schnecken zu Helix im engeren Sinne gehören und nicht zu Nanina, wie Albers wohl im Hinblick auf den Mundsaum vermuthet hat. Helix Sieboldiana Pfr. Helix ravida (non Benson) Pfr. mon. I. p. 42; Chemn. ed. nov. 31, 1. 2. — Sieboldtiana Pfr. Zeitschr. Mal. 1850. S. 87; mon. III. p. 42; Reeve conch. ic. f. 495; Martens l. c. p. 33. Testa vix perforata, globosa, tenuis, cornea, pellucida, nitida, flexuosim striata et obsoletissime subdecussata; spira breviter conoidea, acutiuscula, anfr. 5½, convexiusculi, ultimus ventricosus; apertura lunato-circularis, peristoma simplex, acutum, margine colu- mellari arcuato, dilatato, fornicatim reflexo. a) Diam. maj. 24, min. 19, alt. 21; apert. long. 14, lat. 15 Mill. b) » » 19½, » 16, » 17½; » » 11, » 12 » Insel Nippon, bei Yeddo und Yokohama, nicht ganz selten; ich fand im September nur junge Exemplare, eins an der Bretter- wand unserer Wohnung in der Stadt Yeddo selbst. Sept. 1860. Insel Kiusiu, in der Umgebung von Nangasaki, nicht selten. Febr. 1861. Auch auf Tsus’sima, Sando und dem benachbarten Awasima, A. Adams. Aeussere Weichtheile (der jungen) dunkel, fast schwärzlich. Keine Drüsenöffnung am Schwanzende; Kiefer mit vorstehenden Leisten. Unter b) sind die Maasse des grössten der bei Yokohama gefundenen Exemplare angegeben, unter a) diejenigen des grössten von Nangasaki; einzelne Fragmente von dort deuten auf noch bedeutendere Dimensionen. Da Ph. Fr. von Siebold, dem wir ausser dieser Schnecke so Vieles für die Kenntniss von Japan verdanken, seinen Namen ohne t schreibt, musste die Pfeiffer’sche Orthographie des obigen Artnamens geändert werden. Steht der chinesischen H. ravida Bens. sehr nahe, im All- gemeinen ist sie stärker glänzend, weniger breit, die Spiralstreifen oft kaum sichtbar, der Nabel fast ganz verdeckt, aber einzelne Exemplare von Yokohama nähern sich in verschiedenen dieser Unterschiede der chinesischen Art. Helix laeta A. Gould. Proceed. Bost. soc. nat. hist. VI. p. 422. (1859) non Pfr. 1854. Genabelt?, kugelig, dünn, grünlich-hornfarbig, mit Spiral-

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Zweiter Band. Berlin, 1867, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie02_1867/42>, abgerufen am 18.10.2019.