Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 2. Heidelberg, 1808.Gerechter Gott! sechs Jahr verflossen, Haben wir Churmainzer viel Blut vergossen, Und ist zu hoffen noch keine Ruh. Herr Albini hat Grimmen und Zorn, Er saß zu Pferd mit Stieflen und Sporn: Schießt und haut und stecht nun todt. O ihr Grenadiere! zum Aufmarschieren, Mit blutigen Fahnen zum Abmarschieren, Auf diesen stolzen Franken los! Frisch gewagt, ist halb gewonnen, Nicht verzagt, es wird schon kommen, Wenn's Churmainz gehören soll. O ihr Churmainzer all zusammen, Zu Pferd, zu Fuß in Gottes Namen, Ergreift den Feind nur herzhaft an, Gott der Herr wird uns beschützen, Seinen Schutz und Seegen schicken, General Albini führt uns an. Der Ueberläufer. (Mündlich.) In den Garten wollen wir gehen, Wo die schönen Rosen stehen, Da stehen der Rosen gar zu viel, Brech ich mir eine, wo ich will. Wir haben gar öfters beysammen gesessen, Wie ist mir mein Schatz so treu gewesen, Gerechter Gott! ſechs Jahr verfloſſen, Haben wir Churmainzer viel Blut vergoſſen, Und iſt zu hoffen noch keine Ruh. Herr Albini hat Grimmen und Zorn, Er ſaß zu Pferd mit Stieflen und Sporn: Schießt und haut und ſtecht nun todt. O ihr Grenadiere! zum Aufmarſchieren, Mit blutigen Fahnen zum Abmarſchieren, Auf dieſen ſtolzen Franken los! Friſch gewagt, iſt halb gewonnen, Nicht verzagt, es wird ſchon kommen, Wenn's Churmainz gehoͤren ſoll. O ihr Churmainzer all zuſammen, Zu Pferd, zu Fuß in Gottes Namen, Ergreift den Feind nur herzhaft an, Gott der Herr wird uns beſchuͤtzen, Seinen Schutz und Seegen ſchicken, General Albini fuͤhrt uns an. Der Ueberlaͤufer. (Muͤndlich.) In den Garten wollen wir gehen, Wo die ſchoͤnen Roſen ſtehen, Da ſtehen der Roſen gar zu viel, Brech ich mir eine, wo ich will. Wir haben gar oͤfters beyſammen geſeſſen, Wie iſt mir mein Schatz ſo treu geweſen, <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <lg type="poem"> <pb n="21" facs="#f0033"/> <lg n="3"> <l>Gerechter Gott! ſechs Jahr verfloſſen,</l><lb/> <l>Haben wir Churmainzer viel Blut vergoſſen,</l><lb/> <l>Und iſt zu hoffen noch keine Ruh.</l><lb/> <l>Herr Albini hat Grimmen und Zorn,</l><lb/> <l>Er ſaß zu Pferd mit Stieflen und Sporn:</l><lb/> <l>Schießt und haut und ſtecht nun todt.</l> </lg><lb/> <lg n="4"> <l>O ihr Grenadiere! zum Aufmarſchieren,</l><lb/> <l>Mit blutigen Fahnen zum Abmarſchieren,</l><lb/> <l>Auf dieſen ſtolzen Franken los!</l><lb/> <l>Friſch gewagt, iſt halb gewonnen,</l><lb/> <l>Nicht verzagt, es wird ſchon kommen,</l><lb/> <l>Wenn's Churmainz gehoͤren ſoll.</l> </lg><lb/> <lg n="5"> <l>O ihr Churmainzer all zuſammen,</l><lb/> <l>Zu Pferd, zu Fuß in Gottes Namen,</l><lb/> <l>Ergreift den Feind nur herzhaft an,</l><lb/> <l>Gott der Herr wird uns beſchuͤtzen,</l><lb/> <l>Seinen Schutz und Seegen ſchicken,</l><lb/> <l>General Albini fuͤhrt uns an.</l> </lg> </lg> </div><lb/> <milestone unit="section" rendition="#hr"/> <div n="2"> <head><hi rendition="#g">Der Ueberlaͤufer</hi>.</head><lb/> <p rendition="#c">(Muͤndlich.)</p><lb/> <lg type="poem"> <lg n="1"> <l><hi rendition="#in">I</hi>n den Garten wollen wir gehen,</l><lb/> <l>Wo die ſchoͤnen Roſen ſtehen,</l><lb/> <l>Da ſtehen der Roſen gar zu viel,</l><lb/> <l>Brech ich mir eine, wo ich will.</l> </lg><lb/> <lg n="2"> <l>Wir haben gar oͤfters beyſammen geſeſſen,</l><lb/> <l>Wie iſt mir mein Schatz ſo treu geweſen,</l><lb/> </lg> </lg> </div> </div> </body> </text> </TEI> [21/0033]
Gerechter Gott! ſechs Jahr verfloſſen,
Haben wir Churmainzer viel Blut vergoſſen,
Und iſt zu hoffen noch keine Ruh.
Herr Albini hat Grimmen und Zorn,
Er ſaß zu Pferd mit Stieflen und Sporn:
Schießt und haut und ſtecht nun todt.
O ihr Grenadiere! zum Aufmarſchieren,
Mit blutigen Fahnen zum Abmarſchieren,
Auf dieſen ſtolzen Franken los!
Friſch gewagt, iſt halb gewonnen,
Nicht verzagt, es wird ſchon kommen,
Wenn's Churmainz gehoͤren ſoll.
O ihr Churmainzer all zuſammen,
Zu Pferd, zu Fuß in Gottes Namen,
Ergreift den Feind nur herzhaft an,
Gott der Herr wird uns beſchuͤtzen,
Seinen Schutz und Seegen ſchicken,
General Albini fuͤhrt uns an.
Der Ueberlaͤufer.
(Muͤndlich.)
In den Garten wollen wir gehen,
Wo die ſchoͤnen Roſen ſtehen,
Da ſtehen der Roſen gar zu viel,
Brech ich mir eine, wo ich will.
Wir haben gar oͤfters beyſammen geſeſſen,
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Zitationshilfe: | Arnim, Achim von; Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 2. Heidelberg, 1808, S. 21. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/arnim_wunderhorn02_1808/33>, abgerufen am 03.03.2025. |