innere Seite des Glases verbreiten, und so dasselbe nach und nach laden wollte.
95. Versuch.
Fig. 47 zeigt zwo übereinander gestellte leidner Fla- schen. Man kan mit dieser doppelten Flasche viele Ver- suche anstellen, welche sehr belustigend sind, und die an- genommene Theorie ungemein erläutern.
Man bringe die äußere Belegung der Flasche A in Berührung mit dem ersten Leiter, drehe die Maschine, bis die Flasche geladen ist, stelle den einen Knopf des Ausla- ders auf die Belegung von B, und berühre mit dem an- dern den Knopf der Flasche A, so wird eine Explosion entstehen. Nunmehr stelle man einen Knopf des Ausla- ders auf den Knopf von A, und bringe den andern an die Belegung von A, so wird ein zweyter Schlag erfolgen. Bringt man wiederum einen Knopf des Ausladers an die Belegung von A, so entsteht eine dritte Explosion. Man erhält noch eine vierte, wenn man den Schlag aus der Be- legung von A in den Knopf dieser Flasche gehen läßt.
Die äußere Belegung der obern Flasche steht in Ver- bindung mit der innern Seite der untern, und führt die elektrische Materie aus dem Conductor in die untere große Flasche, welche daher positiv geladen wird; die obere wird nicht geladen, weil die innere Seite nichts von ihrer elektrischen Materie mittheilen kan. Macht man aber eine Verbindung zwischen der innern Seite von A und der äußern von B, so wird ein Theil der Materie aus der in- nern Seite von A in die negative Belegung von B über- geführt, und die Flasche B entladen. Die zwote Explo- sion entsteht durch die Entladung der Flasche A; da aber dieser Flasche äußere Seite durch leitende Substanzen mit der positiven innern Seite der Flasche B verbunden ist, so darf der Knopf des Ausladers nur noch die geringste Zeit über nach der Entladung am Knopfe von A verweilen, und es wird sogleich ein Theil von der Materie der innern Seite
Siebentes Capitel.
innere Seite des Glaſes verbreiten, und ſo daſſelbe nach und nach laden wollte.
95. Verſuch.
Fig. 47 zeigt zwo übereinander geſtellte leidner Fla- ſchen. Man kan mit dieſer doppelten Flaſche viele Ver- ſuche anſtellen, welche ſehr beluſtigend ſind, und die an- genommene Theorie ungemein erläutern.
Man bringe die äußere Belegung der Flaſche A in Berührung mit dem erſten Leiter, drehe die Maſchine, bis die Flaſche geladen iſt, ſtelle den einen Knopf des Ausla- ders auf die Belegung von B, und berühre mit dem an- dern den Knopf der Flaſche A, ſo wird eine Exploſion entſtehen. Nunmehr ſtelle man einen Knopf des Ausla- ders auf den Knopf von A, und bringe den andern an die Belegung von A, ſo wird ein zweyter Schlag erfolgen. Bringt man wiederum einen Knopf des Ausladers an die Belegung von A, ſo entſteht eine dritte Exploſion. Man erhält noch eine vierte, wenn man den Schlag aus der Be- legung von A in den Knopf dieſer Flaſche gehen läßt.
Die äußere Belegung der obern Flaſche ſteht in Ver- bindung mit der innern Seite der untern, und führt die elektriſche Materie aus dem Conductor in die untere große Flaſche, welche daher poſitiv geladen wird; die obere wird nicht geladen, weil die innere Seite nichts von ihrer elektriſchen Materie mittheilen kan. Macht man aber eine Verbindung zwiſchen der innern Seite von A und der äußern von B, ſo wird ein Theil der Materie aus der in- nern Seite von A in die negative Belegung von B über- geführt, und die Flaſche B entladen. Die zwote Explo- ſion entſteht durch die Entladung der Flaſche A; da aber dieſer Flaſche äußere Seite durch leitende Subſtanzen mit der poſitiven innern Seite der Flaſche B verbunden iſt, ſo darf der Knopf des Ausladers nur noch die geringſte Zeit über nach der Entladung am Knopfe von A verweilen, und es wird ſogleich ein Theil von der Materie der innern Seite
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Siebentes Capitel.
innere Seite des Glaſes verbreiten, und ſo daſſelbe nach
und nach laden wollte.
95. Verſuch.
Fig. 47 zeigt zwo übereinander geſtellte leidner Fla-
ſchen. Man kan mit dieſer doppelten Flaſche viele Ver-
ſuche anſtellen, welche ſehr beluſtigend ſind, und die an-
genommene Theorie ungemein erläutern.
Man bringe die äußere Belegung der Flaſche A in
Berührung mit dem erſten Leiter, drehe die Maſchine, bis
die Flaſche geladen iſt, ſtelle den einen Knopf des Ausla-
ders auf die Belegung von B, und berühre mit dem an-
dern den Knopf der Flaſche A, ſo wird eine Exploſion
entſtehen. Nunmehr ſtelle man einen Knopf des Ausla-
ders auf den Knopf von A, und bringe den andern an die
Belegung von A, ſo wird ein zweyter Schlag erfolgen.
Bringt man wiederum einen Knopf des Ausladers an die
Belegung von A, ſo entſteht eine dritte Exploſion. Man
erhält noch eine vierte, wenn man den Schlag aus der Be-
legung von A in den Knopf dieſer Flaſche gehen läßt.
Die äußere Belegung der obern Flaſche ſteht in Ver-
bindung mit der innern Seite der untern, und führt die
elektriſche Materie aus dem Conductor in die untere große
Flaſche, welche daher poſitiv geladen wird; die obere
wird nicht geladen, weil die innere Seite nichts von ihrer
elektriſchen Materie mittheilen kan. Macht man aber eine
Verbindung zwiſchen der innern Seite von A und der
äußern von B, ſo wird ein Theil der Materie aus der in-
nern Seite von A in die negative Belegung von B über-
geführt, und die Flaſche B entladen. Die zwote Explo-
ſion entſteht durch die Entladung der Flaſche A; da aber
dieſer Flaſche äußere Seite durch leitende Subſtanzen mit
der poſitiven innern Seite der Flaſche B verbunden iſt, ſo
darf der Knopf des Ausladers nur noch die geringſte Zeit
über nach der Entladung am Knopfe von A verweilen, und
es wird ſogleich ein Theil von der Materie der innern Seite
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Elena Kirillova: Bearbeitung der digitalen Edition.
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Adams, George: Versuch über die Electricität. Leipzig, 1785, S. 74. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/adams_elektricitaet_1785/94>, abgerufen am 26.02.2025.
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