Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690.Von den Kräuteren. [Spaltenumbruch]
Namen. SAffran heißt Griechisch/ [fremdsprachliches Material - 1 Wort fehlt], Geschlecht und Gestalt. 1. Der gemeine Saffran; Crocus sati- vus, C. B. verus sativus autumnalis, Park. Pa- rad. blühet in dem spathen Herbst/ ehe denn seine Blätter wachsen. Diese Blumen sind purpurfarb/ schön anzusehen/ und den Zeit- losen-blumen gleich. Jn der mitten einer jeden Blum/ so sechs Blätter hat/ findet man den blut-rothen Saffran/ wie ein schma- les Zünglein/ mit dreyen züncklein zwischen den andern gelben zäpfflein wachsend/ wel- che zäpfflein denen in weissen Gilgen ähnlich sind. Die Blüth währet fast einen gantzen Monat/ ungefährlich alle tag muß man auff die Blumen acht geben/ damit sie nicht verderben. So bald sie aber vergan- gen/ kommen die sehr schmalen/ subtilen/ langen blätter hernach geschlichen/ gestaltet wie im Bocksbart-kraut/ bleiben über den gantzen Winter grün/ aber im Frühling verwelcken sie/ und erwarten des Sommers nimmer. Die Wurtzel ist wie ein runde grawe Zwibel. Jm vierten Jahr/ zur zeit des Lentzen/ grabt man sie auß/ da findet man bey einer Zwibel etwan fünff oder sechs andere/ also erjüngeren und mehren sie sich im Erdreich. Diese Wurtzeln werden dar- nach im Lufft gedörret/ und ohne Samen behalten/ biß in den Augstmonat/ alsdenn legt man sie von neuem in das Erdreich. Seine pflantzung geschihet also/ umb Bar- tholomaei im Augstmonat/ bereitet man lange bette von solchem erdreich/ wie zu an- derem Zwibel-werck bräuchlich/ machet da- rinnen etliche kleine durchschnitt oder gräb- lein/ zwey zoll tieff/ setzet die Kiel oder Setz- ling-wurtzeln auffrecht hinein/ und zwar sechs finger weit einen von dem anderen. Kurtz vor oder nach Michaelis stossen diese eingelegte kiel schmale Graß-blätter/ und zugleich ihre Saffran-blumen herauß/ wel- che man mit fleiß alle tag/ sonderlich bey Auff- und Nidergang der Sonnen abnimt; die Graß-blätter aber faulen nachgehends weg/ und hat man weiter auff nichts ach- tung zu geben/ als daß die Bette folgendes Jahr von allem unkraut sauber gehalten wer- den. Auff selbigen Herbst bringen sie aber- mahl/ und zwar in grösserer menge und vollkommenheit/ ihre Blumen. Saffran wächßt gern in dünnem erdreich. Mist und dicke fette erde ist ihme zuwider: Dioscorides achtet den besten/ welcher von den Bergen Coryco und Olympo gebracht wird/ den haben wir nicht/ jedoch so gibt ihm der Böhmisch-und Oesterreichische nichts nach/ ja er übertrift allen andern außländischen Saf- fran/ so man jetzund auß Jtalien/ Sicilien/ oder auß des Egyptischen Meers Jnsuln brin- get. Am Rheinstrom nicht weit von der Statt Landaw/ bey dem Berghauß Neucastel/ umb das Dorff Jlfußheim genant/ deßgleichen im Wormsergäw/ und auf der Pfrimmen/ wird [Spaltenumbruch] der Saffran mit fleiß gepflantzet/ wie solches Hr. Tragus berichtet: auf was weiß er aber sol- le gezielet werden/ zeiget Johannes Colerus in dem 5. buch von dem Gartenbau am 71. cap. an; also pflantzet man ihn in Sicilien/ Jta- lien/ Ungarn/ Teutschland/ Franckreich/ und Engelland/ wie auch in Wallis bey Sitten. 2. Der im Frühling blühende Saffran mit breiten blättern/ und weissen gescheckten blumen/ Crocus vernus minor albicans, C. B. Crocus vernus latifolius albo versicolore flore. 1. Clus. J. B. Von diesem Saffran gibt es auch ein kleinere gattung/ mit veränderung der farbe der blumen/ Crocus vernus minor purpurascens; item Crocus vernus latifolius al- bus vel cinericeus, C. B. vernus latif. albo ver- sicolore flore 2. Clus. 3. Der Frühlings-Saffran mit weissen von purpurrohten strichen gestreifften Blumen/ Crocus vernus latifolius albus variegatus, C. B. Vernus latifolius albo flore interdum purpura- scentibus venis vario, J. B. 4. Der purpurrothe gescheckte Frühlings- Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureus variegatus, C. B. 5. Der Violen-purpurfarbige Frühlings- Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureo- violaceus, C. B. wächßt in den Schweitzeri- schen Alpgebürgen. 6. Der Frühlings-Saffran/ mit grossen purpurfarbigen Blumen/ Crocus vernus la- tifolius flore purpureo magno. C. B. 7. Der Frühlings-Saffran mit gelben gescheckten Blumen/ und Violbraunen stri- chen/ Crocus vernus latifolius, flavo-varius, C. B. 8. Der breitblättig gemeine Frühlings- Saffran/ mit gescheckter gelber Blume; Crocus vernus latifolius flavo-vario flore vul- garis. 9. Der goldgelbe Frühlings-Saffran/ mit breiten blätteren/ Crocus vernus latifolius au- reus. C. B. 10. Der gantz gelbe Frühlings-Saffran mit breiten blätteren/ Crocus vernus latifoli- us flavus. C. B. 11. Der blasse oder bleiche Frühlings-Saf- fran mit breiten blättern/ Crocus vernus la- tifolius pallidus. C. B. 12. Der Frühlings-Saffran mit violblau- en/ bißweilen auch weissen grossen blumen/ und schmalen blätteren/ Crocus vernus angu- stifolius magno flore, C. B. vernus angustifo- lius floribus coeruleis sive violaceis, interdum candidis Hispanicus, J. B. 13. Der Frühlings-Saffran mit schmalen blättern/ doppelter kolben-wurtz/ und weiß- purpurfarbigen blumen/ Crocus vernus an- gustifolius gemino bulbo. C. B. 14. Der Frühlings-Saffran mit kleiner blauer blume/ und schmalen blätteren/ Cro- cus vernus angustifolius parvo flore. C. B. 15. Der Frühlings-Saffran mit purpur- farbigen blumen/ und schmalen binsen-blät- teren/ Crocus vernus juncifolius purpureus, C. B. 16. Der Frühlings-Saffran mit haar-rei- nen blätteren/ und purpurfarben blumen/ Crocus vernus capillari folio, C. B. J. B. 17. Der goldgelbe gescheckte Frühlings- Saffran mit schmalen blättern/ Crocus ver- nus angustifolius variegatus, C. B. 18. Der Y y 3
Von den Kraͤuteren. [Spaltenumbruch]
Namen. SAffran heißt Griechiſch/ [fremdsprachliches Material – 1 Wort fehlt], Geſchlecht und Geſtalt. 1. Der gemeine Saffran; Crocus ſati- vus, C. B. verus ſativus autumnalis, Park. Pa- rad. bluͤhet in dem ſpathen Herbſt/ ehe denn ſeine Blaͤtter wachſen. Dieſe Blumen ſind purpurfarb/ ſchoͤn anzuſehen/ und den Zeit- loſen-blumen gleich. Jn der mitten einer jeden Blum/ ſo ſechs Blaͤtter hat/ findet man den blut-rothen Saffran/ wie ein ſchma- les Zuͤnglein/ mit dreyen zuͤncklein zwiſchen den andern gelben zaͤpfflein wachſend/ wel- che zaͤpfflein denen in weiſſen Gilgen aͤhnlich ſind. Die Bluͤth waͤhret faſt einen gantzen Monat/ ungefaͤhrlich alle tag muß man auff die Blumen acht geben/ damit ſie nicht verderben. So bald ſie aber vergan- gen/ kommen die ſehr ſchmalen/ ſubtilen/ langen blaͤtter hernach geſchlichen/ geſtaltet wie im Bocksbart-kraut/ bleiben uͤber den gantzen Winter gruͤn/ aber im Fruͤhling verwelcken ſie/ und erwarten des Sommers nimmer. Die Wurtzel iſt wie ein runde grawe Zwibel. Jm vierten Jahr/ zur zeit des Lentzen/ grabt man ſie auß/ da findet man bey einer Zwibel etwan fuͤnff oder ſechs andere/ alſo erjuͤngeren und mehren ſie ſich im Erdreich. Dieſe Wurtzeln werden dar- nach im Lufft gedoͤrꝛet/ und ohne Samen behalten/ biß in den Augſtmonat/ alsdenn legt man ſie von neuem in das Erdreich. Seine pflantzung geſchihet alſo/ umb Bar- tholomæi im Augſtmonat/ bereitet man lange bette von ſolchem erdreich/ wie zu an- derem Zwibel-werck braͤuchlich/ machet da- rinnen etliche kleine durchſchnitt oder graͤb- lein/ zwey zoll tieff/ ſetzet die Kiel oder Setz- ling-wurtzeln auffrecht hinein/ und zwar ſechs finger weit einen von dem anderen. Kurtz vor oder nach Michaelis ſtoſſen dieſe eingelegte kiel ſchmale Graß-blaͤtter/ und zugleich ihre Saffran-blumen herauß/ wel- che man mit fleiß alle tag/ ſonderlich bey Auff- und Nidergang der Sonnen abnimt; die Graß-blaͤtter aber faulen nachgehends weg/ und hat man weiter auff nichts ach- tung zu geben/ als daß die Bette folgendes Jahr von allem unkraut ſauber gehalten wer- den. Auff ſelbigen Herbſt bringen ſie aber- mahl/ und zwar in groͤſſerer menge und vollkommenheit/ ihre Blumen. Saffran waͤchßt gern in duͤnnem erdreich. Miſt und dicke fette erde iſt ihme zuwider: Dioſcorides achtet den beſten/ welcher von den Bergen Coryco und Olympo gebracht wird/ den haben wir nicht/ jedoch ſo gibt ihm der Boͤhmiſch-uñ Oeſterꝛeichiſche nichts nach/ ja er uͤbertrift allen andern außlaͤndiſchen Saf- fran/ ſo man jetzund auß Jtalien/ Sicilien/ oder auß des Egyptiſchen Meers Jnſuln brin- get. Am Rheinſtrom nicht weit von der Statt Landaw/ bey dem Berghauß Neucaſtel/ umb das Dorff Jlfußheim genant/ deßgleichen im Wormſergaͤw/ und auf der Pfrimmen/ wird [Spaltenumbruch] der Saffran mit fleiß gepflantzet/ wie ſolches Hr. Tragus berichtet: auf was weiß er aber ſol- le gezielet werden/ zeiget Johannes Colerus in dem 5. buch von dem Gartenbau am 71. cap. an; alſo pflantzet man ihn in Sicilien/ Jta- lien/ Ungarn/ Teutſchland/ Franckreich/ und Engelland/ wie auch in Wallis bey Sitten. 2. Der im Fruͤhling bluͤhende Saffran mit breiten blaͤttern/ und weiſſen geſcheckten blumen/ Crocus vernus minor albicans, C. B. Crocus vernus latifolius albo verſicolore flore. 1. Cluſ. J. B. Von dieſem Saffran gibt es auch ein kleinere gattung/ mit veraͤnderung der farbe der blumen/ Crocus vernus minor purpuraſcens; item Crocus vernus latifolius al- bus vel cinericeus, C. B. vernus latif. albo ver- ſicolore flore 2. Cluſ. 3. Der Fruͤhlings-Saffran mit weiſſen von purpurꝛohten ſtrichen geſtreifften Blumen/ Crocus vernus latifolius albus variegatus, C. B. Vernus latifolius albo flore interdum purpura- ſcentibus venis vario, J. B. 4. Der purpurꝛothe geſcheckte Fruͤhlings- Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureus variegatus, C. B. 5. Der Violen-purpurfarbige Fruͤhlings- Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureo- violaceus, C. B. waͤchßt in den Schweitzeri- ſchen Alpgebuͤrgen. 6. Der Fruͤhlings-Saffran/ mit groſſen purpurfarbigen Blumen/ Crocus vernus la- tifolius flore purpureo magno. C. B. 7. Der Fruͤhlings-Saffran mit gelben geſcheckten Blumen/ und Violbraunen ſtri- chen/ Crocus vernus latifolius, flavo-varius, C. B. 8. Der breitblaͤttig gemeine Fruͤhlings- Saffran/ mit geſcheckter gelber Blume; Crocus vernus latifolius flavo-vario flore vul- garis. 9. Der goldgelbe Fruͤhlings-Saffran/ mit breiten blaͤtteren/ Crocus vernus latifolius au- reus. C. B. 10. Der gantz gelbe Fruͤhlings-Saffran mit breiten blaͤtteren/ Crocus vernus latifoli- us flavus. C. B. 11. Der blaſſe oder bleiche Fruͤhlings-Saf- fran mit breiten blaͤttern/ Crocus vernus la- tifolius pallidus. C. B. 12. Der Fruͤhlings-Saffran mit violblau- en/ bißweilen auch weiſſen groſſen blumen/ und ſchmalen blaͤtteren/ Crocus vernus angu- ſtifolius magno flore, C. B. vernus anguſtifo- lius floribus cœruleis ſive violaceis, interdum candidis Hiſpanicus, J. B. 13. Der Fruͤhlings-Saffran mit ſchmalen blaͤttern/ doppelter kolben-wurtz/ und weiß- purpurfarbigen blumen/ Crocus vernus an- guſtifolius gemino bulbo. C. B. 14. Der Fruͤhlings-Saffran mit kleiner blauer blume/ und ſchmalen blaͤtteren/ Cro- cus vernus anguſtifolius parvo flore. C. B. 15. Der Fruͤhlings-Saffran mit purpur- farbigen blumen/ und ſchmalen binſen-blaͤt- teren/ Crocus vernus juncifolius purpureus, C. B. 16. Der Fruͤhlings-Saffran mit haar-rei- nen blaͤtteren/ und purpurfarben blumen/ Crocus vernus capillari folio, C. B. J. B. 17. Der goldgelbe geſcheckte Fruͤhlings- Saffran mit ſchmalen blaͤttern/ Crocus ver- nus anguſtifolius variegatus, C. B. 18. Der Y y 3
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <pb facs="#f0373" n="357"/> <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Von den Kraͤuteren.</hi> </fw><lb/> <cb/> <div n="3"> <head> <hi rendition="#b">Namen.</hi> </head><lb/> <p><hi rendition="#in">S</hi>Affran heißt Griechiſch/ <foreign xml:lang="ell"><gap reason="fm" unit="words" quantity="1"/></foreign>,<lb/><foreign xml:lang="ell"><gap reason="fm" unit="words" quantity="1"/></foreign>. Lateiniſch/ <hi rendition="#aq">Crocus, Crocum.</hi><lb/> Jtaliaͤniſch/ <hi rendition="#aq">Zafrano.</hi> Frantzoͤſiſch/<lb/><hi rendition="#aq">Saffran.</hi> Spaniſch/ <hi rendition="#aq">Azafran.</hi> Engliſch/ Saff-<lb/> ron. Daͤniſch/ Safran. Niderlaͤndiſch/<lb/> Saffraen.</p> </div><lb/> <div n="3"> <head> <hi rendition="#b">Geſchlecht und Geſtalt.</hi> </head><lb/> <list> <item>1. Der gemeine Saffran; <hi rendition="#aq">Crocus ſati-<lb/> vus, <hi rendition="#i">C. B.</hi> verus ſativus autumnalis, <hi rendition="#i">Park. Pa-<lb/> rad.</hi></hi> bluͤhet in dem ſpathen Herbſt/ ehe denn<lb/> ſeine Blaͤtter wachſen. Dieſe Blumen ſind<lb/> purpurfarb/ ſchoͤn anzuſehen/ und den Zeit-<lb/> loſen-blumen gleich. Jn der mitten einer<lb/> jeden Blum/ ſo ſechs Blaͤtter hat/ findet<lb/> man den blut-rothen Saffran/ wie ein ſchma-<lb/> les Zuͤnglein/ mit dreyen zuͤncklein zwiſchen<lb/> den andern gelben zaͤpfflein wachſend/ wel-<lb/> che zaͤpfflein denen in weiſſen Gilgen aͤhnlich<lb/> ſind. Die Bluͤth waͤhret faſt einen gantzen<lb/> Monat/ ungefaͤhrlich alle tag muß man<lb/> auff die Blumen acht geben/ damit ſie<lb/> nicht verderben. So bald ſie aber vergan-<lb/> gen/ kommen die ſehr ſchmalen/ ſubtilen/<lb/> langen blaͤtter hernach geſchlichen/ geſtaltet<lb/> wie im Bocksbart-kraut/ bleiben uͤber den<lb/> gantzen Winter gruͤn/ aber im Fruͤhling<lb/> verwelcken ſie/ und erwarten des Sommers<lb/> nimmer. Die Wurtzel iſt wie ein runde<lb/> grawe Zwibel. Jm vierten Jahr/ zur zeit<lb/> des Lentzen/ grabt man ſie auß/ da findet<lb/> man bey einer Zwibel etwan fuͤnff oder ſechs<lb/> andere/ alſo erjuͤngeren und mehren ſie ſich<lb/> im Erdreich. Dieſe Wurtzeln werden dar-<lb/> nach im Lufft gedoͤrꝛet/ und ohne Samen<lb/> behalten/ biß in den Augſtmonat/ alsdenn<lb/> legt man ſie von neuem in das Erdreich.<lb/> Seine pflantzung geſchihet alſo/ umb Bar-<lb/> tholom<hi rendition="#aq">æ</hi>i im Augſtmonat/ bereitet man<lb/> lange bette von ſolchem erdreich/ wie zu an-<lb/> derem Zwibel-werck braͤuchlich/ machet da-<lb/> rinnen etliche kleine durchſchnitt oder graͤb-<lb/> lein/ zwey zoll tieff/ ſetzet die Kiel oder Setz-<lb/> ling-wurtzeln auffrecht hinein/ und zwar<lb/> ſechs finger weit einen von dem anderen.<lb/> Kurtz vor oder nach Michaelis ſtoſſen dieſe<lb/> eingelegte kiel ſchmale Graß-blaͤtter/ und<lb/> zugleich ihre Saffran-blumen herauß/ wel-<lb/> che man mit fleiß alle tag/ ſonderlich bey<lb/> Auff- und Nidergang der Sonnen abnimt;<lb/> die Graß-blaͤtter aber faulen nachgehends<lb/> weg/ und hat man weiter auff nichts ach-<lb/> tung zu geben/ als daß die Bette folgendes<lb/> Jahr von allem unkraut ſauber gehalten wer-<lb/> den. Auff ſelbigen Herbſt bringen ſie aber-<lb/> mahl/ und zwar in groͤſſerer menge und<lb/> vollkommenheit/ ihre Blumen.</item><lb/> <item>Saffran waͤchßt gern in duͤnnem erdreich.<lb/> Miſt und dicke fette erde iſt ihme zuwider:<lb/><hi rendition="#aq">Dioſcorides</hi> achtet den beſten/ welcher von den<lb/> Bergen Coryco und Olympo gebracht wird/<lb/> den haben wir nicht/ jedoch ſo gibt ihm der<lb/> Boͤhmiſch-uñ Oeſterꝛeichiſche nichts nach/ ja<lb/> er uͤbertrift allen andern außlaͤndiſchen Saf-<lb/> fran/ ſo man jetzund auß Jtalien/ Sicilien/<lb/> oder auß des Egyptiſchen Meers Jnſuln brin-<lb/> get. Am Rheinſtrom nicht weit von der Statt<lb/> Landaw/ bey dem Berghauß Neucaſtel/ umb<lb/> das Dorff Jlfußheim genant/ deßgleichen im<lb/> Wormſergaͤw/ und auf der Pfrimmen/ wird<lb/><cb/> der Saffran mit fleiß gepflantzet/ wie ſolches<lb/> Hr. <hi rendition="#aq">Tragus</hi> berichtet: auf was weiß er aber ſol-<lb/> le gezielet werden/ zeiget <hi rendition="#aq">Johannes Colerus</hi> in<lb/> dem 5. buch von dem Gartenbau am 71. cap.<lb/> an; alſo pflantzet man ihn in Sicilien/ Jta-<lb/> lien/ Ungarn/ Teutſchland/ Franckreich/ und<lb/> Engelland/ wie auch in Wallis bey Sitten.</item><lb/> <item>2. Der im Fruͤhling bluͤhende Saffran<lb/> mit breiten blaͤttern/ und weiſſen geſcheckten<lb/> blumen/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus minor albicans, <hi rendition="#i">C. B.</hi><lb/> Crocus vernus latifolius albo verſicolore flore.<lb/> 1. <hi rendition="#i">Cluſ. J. B.</hi></hi> Von dieſem Saffran gibt es<lb/> auch ein kleinere gattung/ mit veraͤnderung<lb/> der farbe der blumen/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus minor<lb/> purpuraſcens; item Crocus vernus latifolius al-<lb/> bus vel cinericeus, <hi rendition="#i">C. B.</hi> vernus latif. albo ver-<lb/> ſicolore flore 2. <hi rendition="#i">Cluſ.</hi></hi></item><lb/> <item>3. Der Fruͤhlings-Saffran mit weiſſen von<lb/> purpurꝛohten ſtrichen geſtreifften Blumen/<lb/><hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius albus variegatus, <hi rendition="#i">C. B.</hi><lb/> Vernus latifolius albo flore interdum purpura-<lb/> ſcentibus venis vario, <hi rendition="#i">J. B.</hi></hi></item><lb/> <item>4. Der purpurꝛothe geſcheckte Fruͤhlings-<lb/> Saffran/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius purpureus<lb/> variegatus, <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>5. Der Violen-purpurfarbige Fruͤhlings-<lb/> Saffran/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius purpureo-<lb/> violaceus, <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi> waͤchßt in den Schweitzeri-<lb/> ſchen Alpgebuͤrgen.</item><lb/> <item>6. Der Fruͤhlings-Saffran/ mit groſſen<lb/> purpurfarbigen Blumen/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus la-<lb/> tifolius flore purpureo magno. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>7. Der Fruͤhlings-Saffran mit gelben<lb/> geſcheckten Blumen/ und Violbraunen ſtri-<lb/> chen/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius, flavo-varius, <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>8. Der breitblaͤttig gemeine Fruͤhlings-<lb/> Saffran/ mit geſcheckter gelber Blume;<lb/><hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius flavo-vario flore vul-<lb/> garis.</hi></item><lb/> <item>9. Der goldgelbe Fruͤhlings-Saffran/ mit<lb/> breiten blaͤtteren/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus latifolius au-<lb/> reus. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>10. Der gantz gelbe Fruͤhlings-Saffran<lb/> mit breiten blaͤtteren/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus latifoli-<lb/> us flavus. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>11. Der blaſſe oder bleiche Fruͤhlings-Saf-<lb/> fran mit breiten blaͤttern/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus la-<lb/> tifolius pallidus. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>12. Der Fruͤhlings-Saffran mit violblau-<lb/> en/ bißweilen auch weiſſen groſſen blumen/<lb/> und ſchmalen blaͤtteren/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus angu-<lb/> ſtifolius magno flore, <hi rendition="#i">C. B.</hi> vernus anguſtifo-<lb/> lius floribus cœruleis ſive violaceis, interdum<lb/> candidis Hiſpanicus, <hi rendition="#i">J. B.</hi></hi></item><lb/> <item>13. Der Fruͤhlings-Saffran mit ſchmalen<lb/> blaͤttern/ doppelter kolben-wurtz/ und weiß-<lb/> purpurfarbigen blumen/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus an-<lb/> guſtifolius gemino bulbo. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>14. Der Fruͤhlings-Saffran mit kleiner<lb/> blauer blume/ und ſchmalen blaͤtteren/ <hi rendition="#aq">Cro-<lb/> cus vernus anguſtifolius parvo flore. <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>15. Der Fruͤhlings-Saffran mit purpur-<lb/> farbigen blumen/ und ſchmalen binſen-blaͤt-<lb/> teren/ <hi rendition="#aq">Crocus vernus juncifolius purpureus,<lb/><hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item><lb/> <item>16. Der Fruͤhlings-Saffran mit haar-rei-<lb/> nen blaͤtteren/ und purpurfarben blumen/<lb/><hi rendition="#aq">Crocus vernus capillari folio, <hi rendition="#i">C. B. J. B.</hi></hi></item><lb/> <item>17. Der goldgelbe geſcheckte Fruͤhlings-<lb/> Saffran mit ſchmalen blaͤttern/ <hi rendition="#aq">Crocus ver-<lb/> nus anguſtifolius variegatus, <hi rendition="#i">C. B.</hi></hi></item> </list><lb/> <fw place="bottom" type="sig">Y y 3</fw> <fw place="bottom" type="catch">18. Der</fw><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [357/0373]
Von den Kraͤuteren.
Namen.
SAffran heißt Griechiſch/ _,
_. Lateiniſch/ Crocus, Crocum.
Jtaliaͤniſch/ Zafrano. Frantzoͤſiſch/
Saffran. Spaniſch/ Azafran. Engliſch/ Saff-
ron. Daͤniſch/ Safran. Niderlaͤndiſch/
Saffraen.
Geſchlecht und Geſtalt.
1. Der gemeine Saffran; Crocus ſati-
vus, C. B. verus ſativus autumnalis, Park. Pa-
rad. bluͤhet in dem ſpathen Herbſt/ ehe denn
ſeine Blaͤtter wachſen. Dieſe Blumen ſind
purpurfarb/ ſchoͤn anzuſehen/ und den Zeit-
loſen-blumen gleich. Jn der mitten einer
jeden Blum/ ſo ſechs Blaͤtter hat/ findet
man den blut-rothen Saffran/ wie ein ſchma-
les Zuͤnglein/ mit dreyen zuͤncklein zwiſchen
den andern gelben zaͤpfflein wachſend/ wel-
che zaͤpfflein denen in weiſſen Gilgen aͤhnlich
ſind. Die Bluͤth waͤhret faſt einen gantzen
Monat/ ungefaͤhrlich alle tag muß man
auff die Blumen acht geben/ damit ſie
nicht verderben. So bald ſie aber vergan-
gen/ kommen die ſehr ſchmalen/ ſubtilen/
langen blaͤtter hernach geſchlichen/ geſtaltet
wie im Bocksbart-kraut/ bleiben uͤber den
gantzen Winter gruͤn/ aber im Fruͤhling
verwelcken ſie/ und erwarten des Sommers
nimmer. Die Wurtzel iſt wie ein runde
grawe Zwibel. Jm vierten Jahr/ zur zeit
des Lentzen/ grabt man ſie auß/ da findet
man bey einer Zwibel etwan fuͤnff oder ſechs
andere/ alſo erjuͤngeren und mehren ſie ſich
im Erdreich. Dieſe Wurtzeln werden dar-
nach im Lufft gedoͤrꝛet/ und ohne Samen
behalten/ biß in den Augſtmonat/ alsdenn
legt man ſie von neuem in das Erdreich.
Seine pflantzung geſchihet alſo/ umb Bar-
tholomæi im Augſtmonat/ bereitet man
lange bette von ſolchem erdreich/ wie zu an-
derem Zwibel-werck braͤuchlich/ machet da-
rinnen etliche kleine durchſchnitt oder graͤb-
lein/ zwey zoll tieff/ ſetzet die Kiel oder Setz-
ling-wurtzeln auffrecht hinein/ und zwar
ſechs finger weit einen von dem anderen.
Kurtz vor oder nach Michaelis ſtoſſen dieſe
eingelegte kiel ſchmale Graß-blaͤtter/ und
zugleich ihre Saffran-blumen herauß/ wel-
che man mit fleiß alle tag/ ſonderlich bey
Auff- und Nidergang der Sonnen abnimt;
die Graß-blaͤtter aber faulen nachgehends
weg/ und hat man weiter auff nichts ach-
tung zu geben/ als daß die Bette folgendes
Jahr von allem unkraut ſauber gehalten wer-
den. Auff ſelbigen Herbſt bringen ſie aber-
mahl/ und zwar in groͤſſerer menge und
vollkommenheit/ ihre Blumen.
Saffran waͤchßt gern in duͤnnem erdreich.
Miſt und dicke fette erde iſt ihme zuwider:
Dioſcorides achtet den beſten/ welcher von den
Bergen Coryco und Olympo gebracht wird/
den haben wir nicht/ jedoch ſo gibt ihm der
Boͤhmiſch-uñ Oeſterꝛeichiſche nichts nach/ ja
er uͤbertrift allen andern außlaͤndiſchen Saf-
fran/ ſo man jetzund auß Jtalien/ Sicilien/
oder auß des Egyptiſchen Meers Jnſuln brin-
get. Am Rheinſtrom nicht weit von der Statt
Landaw/ bey dem Berghauß Neucaſtel/ umb
das Dorff Jlfußheim genant/ deßgleichen im
Wormſergaͤw/ und auf der Pfrimmen/ wird
der Saffran mit fleiß gepflantzet/ wie ſolches
Hr. Tragus berichtet: auf was weiß er aber ſol-
le gezielet werden/ zeiget Johannes Colerus in
dem 5. buch von dem Gartenbau am 71. cap.
an; alſo pflantzet man ihn in Sicilien/ Jta-
lien/ Ungarn/ Teutſchland/ Franckreich/ und
Engelland/ wie auch in Wallis bey Sitten.
2. Der im Fruͤhling bluͤhende Saffran
mit breiten blaͤttern/ und weiſſen geſcheckten
blumen/ Crocus vernus minor albicans, C. B.
Crocus vernus latifolius albo verſicolore flore.
1. Cluſ. J. B. Von dieſem Saffran gibt es
auch ein kleinere gattung/ mit veraͤnderung
der farbe der blumen/ Crocus vernus minor
purpuraſcens; item Crocus vernus latifolius al-
bus vel cinericeus, C. B. vernus latif. albo ver-
ſicolore flore 2. Cluſ.
3. Der Fruͤhlings-Saffran mit weiſſen von
purpurꝛohten ſtrichen geſtreifften Blumen/
Crocus vernus latifolius albus variegatus, C. B.
Vernus latifolius albo flore interdum purpura-
ſcentibus venis vario, J. B.
4. Der purpurꝛothe geſcheckte Fruͤhlings-
Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureus
variegatus, C. B.
5. Der Violen-purpurfarbige Fruͤhlings-
Saffran/ Crocus vernus latifolius purpureo-
violaceus, C. B. waͤchßt in den Schweitzeri-
ſchen Alpgebuͤrgen.
6. Der Fruͤhlings-Saffran/ mit groſſen
purpurfarbigen Blumen/ Crocus vernus la-
tifolius flore purpureo magno. C. B.
7. Der Fruͤhlings-Saffran mit gelben
geſcheckten Blumen/ und Violbraunen ſtri-
chen/ Crocus vernus latifolius, flavo-varius, C. B.
8. Der breitblaͤttig gemeine Fruͤhlings-
Saffran/ mit geſcheckter gelber Blume;
Crocus vernus latifolius flavo-vario flore vul-
garis.
9. Der goldgelbe Fruͤhlings-Saffran/ mit
breiten blaͤtteren/ Crocus vernus latifolius au-
reus. C. B.
10. Der gantz gelbe Fruͤhlings-Saffran
mit breiten blaͤtteren/ Crocus vernus latifoli-
us flavus. C. B.
11. Der blaſſe oder bleiche Fruͤhlings-Saf-
fran mit breiten blaͤttern/ Crocus vernus la-
tifolius pallidus. C. B.
12. Der Fruͤhlings-Saffran mit violblau-
en/ bißweilen auch weiſſen groſſen blumen/
und ſchmalen blaͤtteren/ Crocus vernus angu-
ſtifolius magno flore, C. B. vernus anguſtifo-
lius floribus cœruleis ſive violaceis, interdum
candidis Hiſpanicus, J. B.
13. Der Fruͤhlings-Saffran mit ſchmalen
blaͤttern/ doppelter kolben-wurtz/ und weiß-
purpurfarbigen blumen/ Crocus vernus an-
guſtifolius gemino bulbo. C. B.
14. Der Fruͤhlings-Saffran mit kleiner
blauer blume/ und ſchmalen blaͤtteren/ Cro-
cus vernus anguſtifolius parvo flore. C. B.
15. Der Fruͤhlings-Saffran mit purpur-
farbigen blumen/ und ſchmalen binſen-blaͤt-
teren/ Crocus vernus juncifolius purpureus,
C. B.
16. Der Fruͤhlings-Saffran mit haar-rei-
nen blaͤtteren/ und purpurfarben blumen/
Crocus vernus capillari folio, C. B. J. B.
17. Der goldgelbe geſcheckte Fruͤhlings-
Saffran mit ſchmalen blaͤttern/ Crocus ver-
nus anguſtifolius variegatus, C. B.
18. Der
Y y 3
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/zwinger_theatrum_1690 |
URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/zwinger_theatrum_1690/373 |
Zitationshilfe: | Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690, S. 357. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zwinger_theatrum_1690/373>, abgerufen am 27.02.2025. |