ein Tod, -- der mich Frieden finden läßet, in der lezten furchtbarsten Unruhe der Natur; und Trost, aus jener bessern Welt jenseit des Gra- bes, wenn diesseit des Grabes mir alle Tröstungen verschwinden; und Hoffnung auf die Ewigkeit, die in Freuden ohne Na- men, ohne Maaße, ohne Ziel übergeht: -- solch ein Tod, -- die Freude, die dem Glück- lichsten auf Erden noch fehlt; die lezte Ruhe der Müden: -- ach, um den betet meine See- le: Vater! Mittler! Vollender! betet: -- den Tod ihres Versöhners vor Augen. -- Laß mich seines Todes sterben! laß mein Ende wie das Seinige seyn! Vollendung meiner Mühe, wie das Seinige! Segen meinen Brü- dern, wie das Seinige! Uebergang ins Leben der Wonne, wie das Seinige! dann ruf ich auch einst mit Freuden: Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen!
Getrost meine Seele! Jesus Christus hats auch dir verheißen: "ich will wiederkommen, und dich zu mir nehmen." Er vergißt deiner im Leben nicht, er wird auch im Tode dein nicht vergeßen: nur vergiß auch seiner nicht! denn, ihm must du leben, wenn du ihm zu sterben wünschest; ihm auf der Bahn des Le-
bens,
ein Tod, — der mich Frieden finden läßet, in der lezten furchtbarſten Unruhe der Natur; und Troſt, aus jener beſſern Welt jenſeit des Gra- bes, wenn dieſſeit des Grabes mir alle Tröſtungen verſchwinden; und Hoffnung auf die Ewigkeit, die in Freuden ohne Na- men, ohne Maaße, ohne Ziel übergeht: — ſolch ein Tod, — die Freude, die dem Glück- lichſten auf Erden noch fehlt; die lezte Ruhe der Müden: — ach, um den betet meine See- le: Vater! Mittler! Vollender! betet: — den Tod ihres Verſöhners vor Augen. — Laß mich ſeines Todes ſterben! laß mein Ende wie das Seinige ſeyn! Vollendung meiner Mühe, wie das Seinige! Segen meinen Brü- dern, wie das Seinige! Uebergang ins Leben der Wonne, wie das Seinige! dann ruf ich auch einſt mit Freuden: Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen!
Getroſt meine Seele! Jeſus Chriſtus hats auch dir verheißen: “ich will wiederkommen, und dich zu mir nehmen.” Er vergißt deiner im Leben nicht, er wird auch im Tode dein nicht vergeßen: nur vergiß auch ſeiner nicht! denn, ihm muſt du leben, wenn du ihm zu ſterben wünſcheſt; ihm auf der Bahn des Le-
bens,
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ein Tod, — der mich Frieden finden läßet, in
der lezten furchtbarſten Unruhe der Natur; und
Troſt, aus jener beſſern Welt jenſeit des Gra-
bes, wenn dieſſeit des Grabes mir alle
Tröſtungen verſchwinden; und Hoffnung
auf die Ewigkeit, die in Freuden ohne Na-
men, ohne Maaße, ohne Ziel übergeht: —
ſolch ein Tod, — die Freude, die dem Glück-
lichſten auf Erden noch fehlt; die lezte Ruhe
der Müden: — ach, um den betet meine See-
le: Vater! Mittler! Vollender! betet: —
den Tod ihres Verſöhners vor Augen. — Laß
mich ſeines Todes ſterben! laß mein Ende
wie das Seinige ſeyn! Vollendung meiner
Mühe, wie das Seinige! Segen meinen Brü-
dern, wie das Seinige! Uebergang ins Leben
der Wonne, wie das Seinige! dann ruf ich
auch einſt mit Freuden: Vater, ich befehle
meine Seele deinen Händen!
Getroſt meine Seele! Jeſus Chriſtus hats
auch dir verheißen: “ich will wiederkommen,
und dich zu mir nehmen.” Er vergißt deiner
im Leben nicht, er wird auch im Tode dein
nicht vergeßen: nur vergiß auch ſeiner nicht!
denn, ihm muſt du leben, wenn du ihm zu
ſterben wünſcheſt; ihm auf der Bahn des Le-
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Wolfrath, Friedrich Wilhelm: Freuden der einsamen Andacht für denkende Christen. Hamburg/Kiel, 1784, S. 285. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wolfrath_freuden_1784/337>, abgerufen am 16.02.2025.
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