Jch habe in Kugeln, dergleichen an den thermometrischen Röhren sind, Sand- körnchen gethan, und die kurzen Röhren an den Kugeln über dem Feuer zugeschmelzt, nachdem die Luft durch die Hitze herausgetrie- ben gewesen. Diese Kugeln habe ich nun entweder gegen ein electrisirtes Glasrohr, oder gegen ein electrisirtes Metall halten mögen: so sind die Sandkörner darinnen allezeit ru- hig geblieben.
Sie bleiben auch ohne Bewegung, wenn gleich die Kugeln an den Spitzen offen, und folglich voll Luft sind.
§. 102.
Reibt man eine enge und luftlee- re Glasröhre zwischen den Fingern; oder legt die Hand auf eine luftleere Glaskugel, die man mit einem Rade herumdrehet, oder reibt die Kugel an einem ledernen Küßchen, indem man sie durch Treten bewegt: so entstehet inwendig ein Licht, welches fast die ganze Glasröhre einnimmt, und in der Ku- gel sich in verschiedne Gegenden vertheilet.
§. 103.
von der Electricitaͤt.
§. 101.
Jch habe in Kugeln, dergleichen an den thermometriſchen Roͤhren ſind, Sand- koͤrnchen gethan, und die kurzen Roͤhren an den Kugeln uͤber dem Feuer zugeſchmelzt, nachdem die Luft durch die Hitze herausgetrie- ben geweſen. Dieſe Kugeln habe ich nun entweder gegen ein electriſirtes Glasrohr, oder gegen ein electriſirtes Metall halten moͤgen: ſo ſind die Sandkoͤrner darinnen allezeit ru- hig geblieben.
Sie bleiben auch ohne Bewegung, wenn gleich die Kugeln an den Spitzen offen, und folglich voll Luft ſind.
§. 102.
Reibt man eine enge und luftlee- re Glasroͤhre zwiſchen den Fingern; oder legt die Hand auf eine luftleere Glaskugel, die man mit einem Rade herumdrehet, oder reibt die Kugel an einem ledernen Kuͤßchen, indem man ſie durch Treten bewegt: ſo entſtehet inwendig ein Licht, welches faſt die ganze Glasroͤhre einnimmt, und in der Ku- gel ſich in verſchiedne Gegenden vertheilet.
§. 103.
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von der Electricitaͤt.
§. 101.Jch habe in Kugeln, dergleichen
an den thermometriſchen Roͤhren ſind, Sand-
koͤrnchen gethan, und die kurzen Roͤhren an
den Kugeln uͤber dem Feuer zugeſchmelzt,
nachdem die Luft durch die Hitze herausgetrie-
ben geweſen. Dieſe Kugeln habe ich nun
entweder gegen ein electriſirtes Glasrohr, oder
gegen ein electriſirtes Metall halten moͤgen:
ſo ſind die Sandkoͤrner darinnen allezeit ru-
hig geblieben.
Sie bleiben auch ohne Bewegung, wenn
gleich die Kugeln an den Spitzen offen, und
folglich voll Luft ſind.
§. 102.Reibt man eine enge und luftlee-
re Glasroͤhre zwiſchen den Fingern; oder
legt die Hand auf eine luftleere Glaskugel,
die man mit einem Rade herumdrehet, oder
reibt die Kugel an einem ledernen Kuͤßchen,
indem man ſie durch Treten bewegt: ſo
entſtehet inwendig ein Licht, welches faſt die
ganze Glasroͤhre einnimmt, und in der Ku-
gel ſich in verſchiedne Gegenden vertheilet.
§. 103.
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Winkler, Johann Heinrich: Gedanken von den Eigenschaften, Wirkungen und Ursachen der Electricität. Leipzig, 1744, S. 75. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/winkler_gedanken_1744/107>, abgerufen am 28.02.2025.
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