Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669.ES hat der Königliche Obrister Friedling den Parlamentischen/ die Stadt Reading in Engelland/ im Jahr 1643. übergeben/ den der König zu Oxfort selbsten mit einem Stock geprügelt/ da dann besagter Obrister ihme ins Gesicht gesagt/ daß dieser Schimpff grösser were/ dann daß der König ihme Satisfaction geben/ oder darfür gnug thun könte; begehrte deßwegen des Königs-Gnad/ ihn alsobald auffhencken zu lassen: und ob Er zwar zu hencken verurtheilet worden/ haben jedoch die meisten Befehlchshaber und Soldaten ihr Leben darbey auffsetzen wollen/ ihme beym Leben zuerhalten/ weil er in wehrender Belägerung Reading / wie ein ehrlicher Commendant/ oder Gebietiger/ gethan hette; stehet in der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 1643. Jahrs/ am 59. Blat. 1. Cavallier aestimiren ihre Ehre hoch/ wie dann dieser Obrister gemeinet/ der König/ als ein grosser Herr/ könne ihm wegen angethanen Schimpfs nicht Satisfaciren. Wann es ein anderer gethan/ so hett Er gewiß mit ihm Kugeln wechseln/ oder den Degen messen müssen. 2. So gehets unter den Menschen her. Was thut aber GOtt? Der sitzt in ES hat der Königliche Obrister Friedling den Parlamentischen/ die Stadt Reading in Engelland/ im Jahr 1643. übergeben/ den der König zu Oxfort selbsten mit einem Stock geprügelt/ da dann besagter Obrister ihme ins Gesicht gesagt/ daß dieser Schimpff grösser were/ dann daß der König ihme Satisfaction geben/ oder darfür gnug thun könte; begehrte deßwegen des Königs-Gnad/ ihn alsobald auffhencken zu lassen: und ob Er zwar zu hencken verurtheilet worden/ haben jedoch die meisten Befehlchshaber und Soldaten ihr Leben darbey auffsetzen wollen/ ihme beym Leben zuerhalten/ weil er in wehrender Belägerung Reading / wie ein ehrlicher Commendant/ oder Gebietiger/ gethan hette; stehet in der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 1643. Jahrs/ am 59. Blat. 1. Cavallier aestimiren ihre Ehre hoch/ wie dann dieser Obrister gemeinet/ der König/ als ein grosser Herr/ könne ihm wegẽ angethanen Schimpfs nicht Satisfaciren. Wann es ein anderer gethan/ so hett Er gewiß mit ihm Kugeln wechseln/ oder den Degen messen müssen. 2. So gehets unter den Menschen her. Was thut aber GOtt? Der sitzt in <TEI> <text> <body> <div> <pb facs="#f0401" n="381"/> <p>ES hat der Königliche Obrister Friedling den Parlamentischen/ die Stadt Reading in Engelland/ im Jahr 1643. übergeben/ den der König zu Oxfort selbsten mit einem Stock geprügelt/ da dann besagter Obrister ihme ins Gesicht gesagt/ daß dieser Schimpff grösser were/ dann daß der König ihme Satisfaction geben/ oder darfür gnug thun könte; begehrte deßwegen des Königs-Gnad/ ihn alsobald auffhencken zu lassen: und ob Er zwar zu hencken verurtheilet worden/ haben jedoch die meisten Befehlchshaber und Soldaten ihr Leben darbey auffsetzen wollen/ ihme beym Leben zuerhalten/ weil er in wehrender Belägerung Reading / wie ein ehrlicher Commendant/ oder Gebietiger/ gethan hette; stehet in der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 1643. Jahrs/ am 59. Blat.</p> <p>1. Cavallier aestimiren ihre Ehre hoch/ wie dann dieser Obrister gemeinet/ der König/ als ein grosser Herr/ könne ihm wegẽ angethanen Schimpfs nicht Satisfaciren. Wann es ein anderer gethan/ so hett Er gewiß mit ihm Kugeln wechseln/ oder den Degen messen müssen.</p> <p>2. So gehets unter den Menschen her. Was thut aber GOtt? Der sitzt in </p> </div> </body> </text> </TEI> [381/0401]
ES hat der Königliche Obrister Friedling den Parlamentischen/ die Stadt Reading in Engelland/ im Jahr 1643. übergeben/ den der König zu Oxfort selbsten mit einem Stock geprügelt/ da dann besagter Obrister ihme ins Gesicht gesagt/ daß dieser Schimpff grösser were/ dann daß der König ihme Satisfaction geben/ oder darfür gnug thun könte; begehrte deßwegen des Königs-Gnad/ ihn alsobald auffhencken zu lassen: und ob Er zwar zu hencken verurtheilet worden/ haben jedoch die meisten Befehlchshaber und Soldaten ihr Leben darbey auffsetzen wollen/ ihme beym Leben zuerhalten/ weil er in wehrender Belägerung Reading / wie ein ehrlicher Commendant/ oder Gebietiger/ gethan hette; stehet in der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 1643. Jahrs/ am 59. Blat.
1. Cavallier aestimiren ihre Ehre hoch/ wie dann dieser Obrister gemeinet/ der König/ als ein grosser Herr/ könne ihm wegẽ angethanen Schimpfs nicht Satisfaciren. Wann es ein anderer gethan/ so hett Er gewiß mit ihm Kugeln wechseln/ oder den Degen messen müssen.
2. So gehets unter den Menschen her. Was thut aber GOtt? Der sitzt in
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