und in der Förderstrecke außerdem noch drei Lampen bedient, zusammen also sieben. Da die Richtung der Förderstrecke auf die Länge der Kammer vertical ist, so wird, wenn die vorhin genannten acht Lampen ausgeschaltet werden, der gesammte Gruben- raum für die Förderungszwecke hinreichend beleuchtet. Mit der fortschreitenden Teufe werden auch die Lampen gesenkt, was seit zwei Jahren einmal vorgekommen ist. Die Differentiallampen erhalten Kohlenstäbe von 20 Centimeter Länge und 0·5 Centi- meter Dicke und erzeugen einen Lichtbogen von 3 bis 4 Millimeter. Während des Einsetzens neuer Kohlen (nach je vier Stunden) wird der Strom durch einfache Nebenlampen geleitet.
In der achtstündigen Arbeitsschicht werden 56 Stück Kohle consumirt, per Tag 84 und per Jahr 25.000. Rechnet man das Stück mit 15 Kreuzer ö. W., so macht dies im Jahre eine Ausgabe von 3750 Gulden. Die Bedienung der Lampen kostet jährlich 500 Gulden, Brennmaterial, Oel und andere zur Wartung der Maschinen nöthige Materialien 2000 Gulden. Die elektrischen Maschinen bedient der auch sonst nöthige Maschinenwärter, weshalb dadurch die elektrische Beleuchtung mit dieser Post nicht belastet wird. Die Gesammtkosten betragen also jährlich 6250 Gulden. Vergleicht man damit die Auslagen für die frühere Talg-, Oel- und Photogenbeleuchtung, so ergiebt sich, daß die elektrische Beleuchtung nicht viel mehr kostet; hingegen ist die Beleuchtung besser, der Gesundheit weniger schädlich, und dient auch im Falle geringer Ventilation zur Erhaltung einer reinen Atmosphäre, welche früher durch die Grubenlichter aufgezehrt, verun- reinigt und verraucht wurde. Der Arbeiter leistet mehr, die Sicherheit ist größer und die Aufsicht leichter.
Das Blenden der Lichter fällt außer Frage, da der Arbeiter der Sohle zu- gekehrt, die Lampen nicht sieht, weswegen auch die matten Schirme oder Glas- kugeln weggelassen sind. Das ungarische Ministerium hat die ganze Einrichtung um den Preis von 10.000 Gulden angekauft: die Maschinen arbeiten seit ungefähr drei Jahren ohne Anstand, und die elektrische Beleuchtung ist somit als vollkommen gelungen zu betrachten. Anfangs befürchtete man, daß der empfindliche, zwar in eine Metallkapsel gehüllte Mechanismus der Lampen durch den unvermeidlichen Salzstaub und durch die Wasserdämpfe leiden würde; die Praxis zeigte aber, daß man die Lampen halbjährig nur einmal zu reinigen braucht, welche Arbeit ein Maschinenschlosser verrichtet. Die Arbeiter gewöhnten sich an die elektrische Beleuchtung so sehr, daß sie in einem Falle, als sich die Locomobile in Reparatur befand, die Arbeit bei der alten Beleuchtung nur gezwungen aufnahmen.
Fig. 539 stellt einen Theil der elektrisch beleuchteten Grube dar und ist nach einer Photographie angefertigt, welche der Verfasser durch die Güte des Herrn Professors H. Höfer, des Redacteurs der "Oesterr. Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen", erhielt; dieser Zeitschrift ist auch obiger Bericht entlehnt.
Eine zweite Beleuchtungsanlage, über welche die genannte Zeitschrift berichtet, ist die Hütte Gradenberg bei Köflach (Steiermark). Das Walzwerk erzeugt jährlich 50.000 bis 55000 Metercentner fertiges Stabeisen. Die Adjustirung desselben, d. h. das Geraderichten, Befeilen der Enden und Binden in Buschen besorgt eine Arbeiter-Kür von sechs Mann und zwei Jungen. Da der den Einschlägern zugewiesene Hüttenraum neben den Haupteingängen der Hütte gelegen ist, konnte wegen der dort herrschenden Zugluft keine der gewöhnlichen Lampenarten befriedigende Dienste leisten, sondern verursachte ständige Calamitäten mit den Lampengläsern. Es wurden schließlich Pechabfälle benützt, die jährlich 180 bis 200 fl. kosteten. Man führte daher im Herbste 1881 für den genannten Raum und eine kleine Reparatur- werkstätte die elektrische Beleuchtung ein. Die Ausführung der Anlage übernahm die Firma Siemens & Halske. Die Anlage besteht aus einer Wechselstrom-Maschine mit ihrer Erreger-
und in der Förderſtrecke außerdem noch drei Lampen bedient, zuſammen alſo ſieben. Da die Richtung der Förderſtrecke auf die Länge der Kammer vertical iſt, ſo wird, wenn die vorhin genannten acht Lampen ausgeſchaltet werden, der geſammte Gruben- raum für die Förderungszwecke hinreichend beleuchtet. Mit der fortſchreitenden Teufe werden auch die Lampen geſenkt, was ſeit zwei Jahren einmal vorgekommen iſt. Die Differentiallampen erhalten Kohlenſtäbe von 20 Centimeter Länge und 0·5 Centi- meter Dicke und erzeugen einen Lichtbogen von 3 bis 4 Millimeter. Während des Einſetzens neuer Kohlen (nach je vier Stunden) wird der Strom durch einfache Nebenlampen geleitet.
In der achtſtündigen Arbeitsſchicht werden 56 Stück Kohle conſumirt, per Tag 84 und per Jahr 25.000. Rechnet man das Stück mit 15 Kreuzer ö. W., ſo macht dies im Jahre eine Ausgabe von 3750 Gulden. Die Bedienung der Lampen koſtet jährlich 500 Gulden, Brennmaterial, Oel und andere zur Wartung der Maſchinen nöthige Materialien 2000 Gulden. Die elektriſchen Maſchinen bedient der auch ſonſt nöthige Maſchinenwärter, weshalb dadurch die elektriſche Beleuchtung mit dieſer Poſt nicht belaſtet wird. Die Geſammtkoſten betragen alſo jährlich 6250 Gulden. Vergleicht man damit die Auslagen für die frühere Talg-, Oel- und Photogenbeleuchtung, ſo ergiebt ſich, daß die elektriſche Beleuchtung nicht viel mehr koſtet; hingegen iſt die Beleuchtung beſſer, der Geſundheit weniger ſchädlich, und dient auch im Falle geringer Ventilation zur Erhaltung einer reinen Atmoſphäre, welche früher durch die Grubenlichter aufgezehrt, verun- reinigt und verraucht wurde. Der Arbeiter leiſtet mehr, die Sicherheit iſt größer und die Aufſicht leichter.
Das Blenden der Lichter fällt außer Frage, da der Arbeiter der Sohle zu- gekehrt, die Lampen nicht ſieht, weswegen auch die matten Schirme oder Glas- kugeln weggelaſſen ſind. Das ungariſche Miniſterium hat die ganze Einrichtung um den Preis von 10.000 Gulden angekauft: die Maſchinen arbeiten ſeit ungefähr drei Jahren ohne Anſtand, und die elektriſche Beleuchtung iſt ſomit als vollkommen gelungen zu betrachten. Anfangs befürchtete man, daß der empfindliche, zwar in eine Metallkapſel gehüllte Mechanismus der Lampen durch den unvermeidlichen Salzſtaub und durch die Waſſerdämpfe leiden würde; die Praxis zeigte aber, daß man die Lampen halbjährig nur einmal zu reinigen braucht, welche Arbeit ein Maſchinenſchloſſer verrichtet. Die Arbeiter gewöhnten ſich an die elektriſche Beleuchtung ſo ſehr, daß ſie in einem Falle, als ſich die Locomobile in Reparatur befand, die Arbeit bei der alten Beleuchtung nur gezwungen aufnahmen.
Fig. 539 ſtellt einen Theil der elektriſch beleuchteten Grube dar und iſt nach einer Photographie angefertigt, welche der Verfaſſer durch die Güte des Herrn Profeſſors H. Höfer, des Redacteurs der „Oeſterr. Zeitſchrift für Berg- und Hüttenweſen“, erhielt; dieſer Zeitſchrift iſt auch obiger Bericht entlehnt.
Eine zweite Beleuchtungsanlage, über welche die genannte Zeitſchrift berichtet, iſt die Hütte Gradenberg bei Köflach (Steiermark). Das Walzwerk erzeugt jährlich 50.000 bis 55000 Metercentner fertiges Stabeiſen. Die Adjuſtirung desſelben, d. h. das Geraderichten, Befeilen der Enden und Binden in Buſchen beſorgt eine Arbeiter-Kür von ſechs Mann und zwei Jungen. Da der den Einſchlägern zugewieſene Hüttenraum neben den Haupteingängen der Hütte gelegen iſt, konnte wegen der dort herrſchenden Zugluft keine der gewöhnlichen Lampenarten befriedigende Dienſte leiſten, ſondern verurſachte ſtändige Calamitäten mit den Lampengläſern. Es wurden ſchließlich Pechabfälle benützt, die jährlich 180 bis 200 fl. koſteten. Man führte daher im Herbſte 1881 für den genannten Raum und eine kleine Reparatur- werkſtätte die elektriſche Beleuchtung ein. Die Ausführung der Anlage übernahm die Firma Siemens & Halske. Die Anlage beſteht aus einer Wechſelſtrom-Maſchine mit ihrer Erreger-
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und in der Förderſtrecke außerdem noch drei Lampen bedient, zuſammen alſo ſieben.
Da die Richtung der Förderſtrecke auf die Länge der Kammer vertical iſt, ſo wird,
wenn die vorhin genannten acht Lampen ausgeſchaltet werden, der geſammte Gruben-
raum für die Förderungszwecke hinreichend beleuchtet. Mit der fortſchreitenden Teufe
werden auch die Lampen geſenkt, was ſeit zwei Jahren einmal vorgekommen iſt.
Die Differentiallampen erhalten Kohlenſtäbe von 20 Centimeter Länge und 0·5 Centi-
meter Dicke und erzeugen einen Lichtbogen von 3 bis 4 Millimeter. Während des
Einſetzens neuer Kohlen (nach je vier Stunden) wird der Strom durch einfache
Nebenlampen geleitet.
In der achtſtündigen Arbeitsſchicht werden 56 Stück Kohle conſumirt, per
Tag 84 und per Jahr 25.000. Rechnet man das Stück mit 15 Kreuzer ö. W.,
ſo macht dies im Jahre eine Ausgabe von 3750 Gulden. Die Bedienung der
Lampen koſtet jährlich 500 Gulden, Brennmaterial, Oel und andere zur Wartung
der Maſchinen nöthige Materialien 2000 Gulden. Die elektriſchen Maſchinen bedient
der auch ſonſt nöthige Maſchinenwärter, weshalb dadurch die elektriſche Beleuchtung
mit dieſer Poſt nicht belaſtet wird. Die Geſammtkoſten betragen alſo jährlich
6250 Gulden. Vergleicht man damit die Auslagen für die frühere Talg-, Oel-
und Photogenbeleuchtung, ſo ergiebt ſich, daß die elektriſche Beleuchtung nicht viel
mehr koſtet; hingegen iſt die Beleuchtung beſſer, der Geſundheit weniger
ſchädlich, und dient auch im Falle geringer Ventilation zur Erhaltung einer
reinen Atmoſphäre, welche früher durch die Grubenlichter aufgezehrt, verun-
reinigt und verraucht wurde. Der Arbeiter leiſtet mehr, die Sicherheit iſt
größer und die Aufſicht leichter.
Das Blenden der Lichter fällt außer Frage, da der Arbeiter der Sohle zu-
gekehrt, die Lampen nicht ſieht, weswegen auch die matten Schirme oder Glas-
kugeln weggelaſſen ſind. Das ungariſche Miniſterium hat die ganze Einrichtung
um den Preis von 10.000 Gulden angekauft: die Maſchinen arbeiten ſeit ungefähr
drei Jahren ohne Anſtand, und die elektriſche Beleuchtung iſt ſomit als vollkommen
gelungen zu betrachten. Anfangs befürchtete man, daß der empfindliche, zwar in
eine Metallkapſel gehüllte Mechanismus der Lampen durch den unvermeidlichen
Salzſtaub und durch die Waſſerdämpfe leiden würde; die Praxis zeigte aber, daß
man die Lampen halbjährig nur einmal zu reinigen braucht, welche Arbeit ein
Maſchinenſchloſſer verrichtet. Die Arbeiter gewöhnten ſich an die elektriſche Beleuchtung
ſo ſehr, daß ſie in einem Falle, als ſich die Locomobile in Reparatur befand, die
Arbeit bei der alten Beleuchtung nur gezwungen aufnahmen.
Fig. 539 ſtellt einen Theil der elektriſch beleuchteten Grube dar und iſt nach
einer Photographie angefertigt, welche der Verfaſſer durch die Güte des Herrn
Profeſſors H. Höfer, des Redacteurs der „Oeſterr. Zeitſchrift für Berg- und
Hüttenweſen“, erhielt; dieſer Zeitſchrift iſt auch obiger Bericht entlehnt.
Eine zweite Beleuchtungsanlage, über welche die genannte Zeitſchrift berichtet, iſt die
Hütte Gradenberg bei Köflach (Steiermark). Das Walzwerk erzeugt jährlich 50.000 bis
55000 Metercentner fertiges Stabeiſen. Die Adjuſtirung desſelben, d. h. das Geraderichten,
Befeilen der Enden und Binden in Buſchen beſorgt eine Arbeiter-Kür von ſechs Mann und
zwei Jungen. Da der den Einſchlägern zugewieſene Hüttenraum neben den Haupteingängen
der Hütte gelegen iſt, konnte wegen der dort herrſchenden Zugluft keine der gewöhnlichen
Lampenarten befriedigende Dienſte leiſten, ſondern verurſachte ſtändige Calamitäten mit den
Lampengläſern. Es wurden ſchließlich Pechabfälle benützt, die jährlich 180 bis 200 fl. koſteten.
Man führte daher im Herbſte 1881 für den genannten Raum und eine kleine Reparatur-
werkſtätte die elektriſche Beleuchtung ein. Die Ausführung der Anlage übernahm die Firma
Siemens & Halske. Die Anlage beſteht aus einer Wechſelſtrom-Maſchine mit ihrer Erreger-
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Urbanitzky, Alfred von: Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Wien; Leipzig, 1885, S. 741. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/urbanitzky_electricitaet_1885/755>, abgerufen am 22.11.2024.
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