Schlegel, Friedrich von: Lucinde. Berlin, 1799.an eine Urne; seine ernsten Blicke Jener erste sinnliche Jüngling an eine Urne; ſeine ernſten Blicke Jener erſte ſinnliche Jüngling <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0050" n="45"/> an eine Urne; ſeine ernſten Blicke<lb/> ſchienen bald ein verlohrnes Gut<lb/> auf dem Boden zu ſuchen, bald die<lb/> blaſſen Sterne, die ſchon zu ſchim-<lb/> mern begannen, etwas zu fragen;<lb/> ein Seufzer öffnete die Lippen, um<lb/> die ein ſanftes Lächeln ſchwebte. —</p><lb/> <p>Jener erſte ſinnliche Jüngling<lb/> war unterdeſſen der einſamen Leibes-<lb/> übungen überdrüſſig geworden und<lb/> eilte mit leichten Schritten gerade auf<lb/> uns zu. Er war nun ganz bekleidet,<lb/> faſt wie ein Schäfer, aber ſehr bunt<lb/> und ſonderbar. Er hätte ſo auf<lb/> einer Maskerade erſcheinen können,<lb/> auch ſpielten die Finger ſeiner Lin-<lb/> ken mit den Fäden, an denen eine<lb/> Maske hing. Man hätte den fan-<lb/> taſtiſchen Knaben eben ſo gut für<lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [45/0050]
an eine Urne; ſeine ernſten Blicke
ſchienen bald ein verlohrnes Gut
auf dem Boden zu ſuchen, bald die
blaſſen Sterne, die ſchon zu ſchim-
mern begannen, etwas zu fragen;
ein Seufzer öffnete die Lippen, um
die ein ſanftes Lächeln ſchwebte. —
Jener erſte ſinnliche Jüngling
war unterdeſſen der einſamen Leibes-
übungen überdrüſſig geworden und
eilte mit leichten Schritten gerade auf
uns zu. Er war nun ganz bekleidet,
faſt wie ein Schäfer, aber ſehr bunt
und ſonderbar. Er hätte ſo auf
einer Maskerade erſcheinen können,
auch ſpielten die Finger ſeiner Lin-
ken mit den Fäden, an denen eine
Maske hing. Man hätte den fan-
taſtiſchen Knaben eben ſo gut für
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDarüber hinaus sind keine weiteren Teile erschien… [mehr] Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |