schen Ceridwen1) zunächst verwandt sein, so stellen sich beide und besonders die erstere dennoch der germanischen Isis und Holda, ja selbst der ägyptischen Isis zur Seite. An die ägyptische Isis erinnert durch Namen und Wesen nicht allein die deutsche Isis, sondern auch die indische Göttermutter Bhavani, indem sie den Beinamen Isi und Isani trägt, d. i. die Frau, gleich Hera und Frouwa.2) In dem deutschen Ortsnamen Isenberg, Isebuk u. s. w. bezeichnet jedoch zufolge Rochholz, a. a. O., II. S. 300 Anm., Ise, Wasserströmung, Flussgefälle. Durch das Schiff, welches der Nehalennia wie der Ceridwen als Symbol beigetheilt ist, treten dieselben mit den deutschen Wolkengöttinnen in noch nähere Berührung. Wenn eine belgische Steintafel einen Eber mit einem denselben anbellenden Hunde und die Inschrift zeigt: Bellicus Surbur,3) so möchte dieselbe, wie überhaupt das bei den britischen Kelten so viel gebrauchte Symbol der Eberjagd, als dem Mithrasdienste entlehnt zu betrachten und auf den Kampf des Lichtes und des Guten gegen die Finsterniss und das Böse zu beziehen sein.
Gemäss einer Moselsage beschreibt ein Kind die Unterweltsgöttin, die Mutter, dass sie ein Licht getragen habe und ein weisses Hündlein neben ihr gelaufen sei.4) Der König im Fahrenberg ruht mit seinen Füssen auf einem Hunde, während ein zweiter vor der Thüre Wache hält.5) In baierischen Sagen folgt der Hund, welcher gewöhnlich von schwarzer Farbe ist, den drei Fräulein, den drei Normen, oder auch der einen von ihnen, der weissen Jungfrau und Frau; ebenso erscheint er unzählige Male in deutschen und schweizerischen Sagen, sei es, dass er als Hüter eines Schatzes auftritt, oder dass er überhaupt nur geistert.6) Die Hunde, welche bei den Griechen der Mondsgöttin
1) Vergl. darüber Eckermann, III. 2. S. 190 ff.
2) Vergl. Hocker, Stammsagen, S. 139; Quitzmann, a, a. O., S. 117 ff.; Simrok, Mythologie, S. 398 ff.
3) Ekermann, III, 2. S. 263,
4) Hocker, Moselsagen, Nr. 51.
5) Quitzmann, a. a. O., S. 49.
6) Quitzmann, S. 243 oben; Rochholz, II. S. 27 ff. und besonders S. 38 Anm.
schen Ceridwen1) zunächst verwandt sein, so stellen sich beide und besonders die erstere dennoch der germanischen Isis und Holda, ja selbst der ägyptischen Isis zur Seite. An die ägyptische Isis erinnert durch Namen und Wesen nicht allein die deutsche Isis, sondern auch die indische Göttermutter Bhavani, indem sie den Beinamen Isi und Isani trägt, d. i. die Frau, gleich Hera und Frouwa.2) In dem deutschen Ortsnamen Isenberg, Isebuk u. s. w. bezeichnet jedoch zufolge Rochholz, a. a. O., II. S. 300 Anm., Ise, Wasserströmung, Flussgefälle. Durch das Schiff, welches der Nehalennia wie der Ceridwen als Symbol beigetheilt ist, treten dieselben mit den deutschen Wolkengöttinnen in noch nähere Berührung. Wenn eine belgische Steintafel einen Eber mit einem denselben anbellenden Hunde und die Inschrift zeigt: Bellicus Surbur,3) so möchte dieselbe, wie überhaupt das bei den britischen Kelten so viel gebrauchte Symbol der Eberjagd, als dem Mithrasdienste entlehnt zu betrachten und auf den Kampf des Lichtes und des Guten gegen die Finsterniss und das Böse zu beziehen sein.
Gemäss einer Moselsage beschreibt ein Kind die Unterweltsgöttin, die Mutter, dass sie ein Licht getragen habe und ein weisses Hündlein neben ihr gelaufen sei.4) Der König im Fahrenberg ruht mit seinen Füssen auf einem Hunde, während ein zweiter vor der Thüre Wache hält.5) In baierischen Sagen folgt der Hund, welcher gewöhnlich von schwarzer Farbe ist, den drei Fräulein, den drei Normen, oder auch der einen von ihnen, der weissen Jungfrau und Frau; ebenso erscheint er unzählige Male in deutschen und schweizerischen Sagen, sei es, dass er als Hüter eines Schatzes auftritt, oder dass er überhaupt nur geistert.6) Die Hunde, welche bei den Griechen der Mondsgöttin
1) Vergl. darüber Eckermann, III. 2. S. 190 ff.
2) Vergl. Hocker, Stammsagen, S. 139; Quitzmann, a, a. O., S. 117 ff.; Simrok, Mythologie, S. 398 ff.
3) Ekermann, III, 2. S. 263,
4) Hocker, Moselsagen, Nr. 51.
5) Quitzmann, a. a. O., S. 49.
6) Quitzmann, S. 243 oben; Rochholz, II. S. 27 ff. und besonders S. 38 Anm.
<TEI><text><body><divn="1"><p><pbfacs="#f0434"n="414"/>
schen Ceridwen<noteplace="foot"n="1)">Vergl. darüber Eckermann, III. 2. S. 190 ff.<lb/></note> zunächst verwandt sein, so stellen sich beide und besonders die erstere dennoch der germanischen Isis und Holda, ja selbst der ägyptischen Isis zur Seite. An die ägyptische Isis erinnert durch Namen und Wesen nicht allein die deutsche Isis, sondern auch die indische Göttermutter Bhavani, indem sie den Beinamen Isi und Isani trägt, d. i. die Frau, gleich Hera und Frouwa.<noteplace="foot"n="2)">Vergl. Hocker, Stammsagen, S. 139; Quitzmann, a, a. O., S. 117 ff.; Simrok, Mythologie, S. 398 ff.<lb/></note> In dem deutschen Ortsnamen Isenberg, Isebuk u. s. w. bezeichnet jedoch zufolge Rochholz, a. a. O., II. S. 300 Anm., Ise, Wasserströmung, Flussgefälle. Durch das Schiff, welches der Nehalennia wie der Ceridwen als Symbol beigetheilt ist, treten dieselben mit den deutschen Wolkengöttinnen in noch nähere Berührung. Wenn eine belgische Steintafel einen Eber mit einem denselben anbellenden Hunde und die Inschrift zeigt: Bellicus Surbur,<noteplace="foot"n="3)">Ekermann, III, 2. S. 263,<lb/></note> so möchte dieselbe, wie überhaupt das bei den britischen Kelten so viel gebrauchte Symbol der Eberjagd, als dem Mithrasdienste entlehnt zu betrachten und auf den Kampf des Lichtes und des Guten gegen die Finsterniss und das Böse zu beziehen sein.</p><p>
Gemäss einer Moselsage beschreibt ein Kind die Unterweltsgöttin, die Mutter, dass sie ein Licht getragen habe und ein weisses Hündlein neben ihr gelaufen sei.<noteplace="foot"n="4)">Hocker, Moselsagen, Nr. 51.<lb/></note> Der König im Fahrenberg ruht mit seinen Füssen auf einem Hunde, während ein zweiter vor der Thüre Wache hält.<noteplace="foot"n="5)">Quitzmann, a. a. O., S. 49.<lb/></note> In baierischen Sagen folgt der Hund, welcher gewöhnlich von schwarzer Farbe ist, den drei Fräulein, den drei Normen, oder auch der einen von ihnen, der weissen Jungfrau und Frau; ebenso erscheint er unzählige Male in deutschen und schweizerischen Sagen, sei es, dass er als Hüter eines Schatzes auftritt, oder dass er überhaupt nur geistert.<noteplace="foot"n="6)">Quitzmann, S. 243 oben; Rochholz, II. S. 27 ff. und besonders S. 38 Anm.<lb/></note> Die Hunde, welche bei den Griechen der Mondsgöttin
</p></div></body></text></TEI>
[414/0434]
schen Ceridwen 1) zunächst verwandt sein, so stellen sich beide und besonders die erstere dennoch der germanischen Isis und Holda, ja selbst der ägyptischen Isis zur Seite. An die ägyptische Isis erinnert durch Namen und Wesen nicht allein die deutsche Isis, sondern auch die indische Göttermutter Bhavani, indem sie den Beinamen Isi und Isani trägt, d. i. die Frau, gleich Hera und Frouwa. 2) In dem deutschen Ortsnamen Isenberg, Isebuk u. s. w. bezeichnet jedoch zufolge Rochholz, a. a. O., II. S. 300 Anm., Ise, Wasserströmung, Flussgefälle. Durch das Schiff, welches der Nehalennia wie der Ceridwen als Symbol beigetheilt ist, treten dieselben mit den deutschen Wolkengöttinnen in noch nähere Berührung. Wenn eine belgische Steintafel einen Eber mit einem denselben anbellenden Hunde und die Inschrift zeigt: Bellicus Surbur, 3) so möchte dieselbe, wie überhaupt das bei den britischen Kelten so viel gebrauchte Symbol der Eberjagd, als dem Mithrasdienste entlehnt zu betrachten und auf den Kampf des Lichtes und des Guten gegen die Finsterniss und das Böse zu beziehen sein.
Gemäss einer Moselsage beschreibt ein Kind die Unterweltsgöttin, die Mutter, dass sie ein Licht getragen habe und ein weisses Hündlein neben ihr gelaufen sei. 4) Der König im Fahrenberg ruht mit seinen Füssen auf einem Hunde, während ein zweiter vor der Thüre Wache hält. 5) In baierischen Sagen folgt der Hund, welcher gewöhnlich von schwarzer Farbe ist, den drei Fräulein, den drei Normen, oder auch der einen von ihnen, der weissen Jungfrau und Frau; ebenso erscheint er unzählige Male in deutschen und schweizerischen Sagen, sei es, dass er als Hüter eines Schatzes auftritt, oder dass er überhaupt nur geistert. 6) Die Hunde, welche bei den Griechen der Mondsgöttin
1) Vergl. darüber Eckermann, III. 2. S. 190 ff.
2) Vergl. Hocker, Stammsagen, S. 139; Quitzmann, a, a. O., S. 117 ff.; Simrok, Mythologie, S. 398 ff.
3) Ekermann, III, 2. S. 263,
4) Hocker, Moselsagen, Nr. 51.
5) Quitzmann, a. a. O., S. 49.
6) Quitzmann, S. 243 oben; Rochholz, II. S. 27 ff. und besonders S. 38 Anm.
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Sie haben einen Fehler gefunden?
Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform
DTAQ melden.
Kommentar zur DTA-Ausgabe
Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert.
Weitere Informationen …
Internetloge: Bereitstellung der Texttranskription.
(2013-08-21T13:44:32Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Frederike Neuber: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2013-08-21T13:44:32Z)
Christian Thomas: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2013-08-21T13:44:32Z)
Maxi Grubert: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2013-08-21T13:44:32Z)
Schauberg, Joseph: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Bd. 2. Schaffhausen, 1861, S. 414. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schauberg_freimaurerei02_1861/434>, abgerufen am 16.02.2025.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2025 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(Kontakt).
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2025. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.