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Raabe, Wilhelm: Das Odfeld. Leipzig, 1889.

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konnten alſo, wenn ſie ſich etwas mit dem Prügel in
der Fauſt zu ſagen hatten, wohl aneinander gelangen,
und daß ſie bis in die jüngſte Zeit ausgiebigen Ge¬
brauch von der Weggelegenheit machten, davon wird
der Leſer Erfahrung gewinnen, wenn er nur um ein
Kleines weiterblättert.

Wie hübſch iſt es, wenn Brüder friedlich beiein¬
ander wohnen, und wie ſelten iſt es! Und da es ſo
ſelten iſt, ſo hat es zu allen Zeiten Leute gegeben, die
ihrer Nerven wegen den Verkehr und Umgang mit
ihrer Nachbarſchaft nach Thunlichkeit mieden oder ihn
wohl ganz abbrachen und ſich auf ſich ſelber zurück¬
zogen. Ein ſolcher Einſiedler hätte im Jahre Sieben¬
zehnhunderteinundſechzig Magiſter Buchius im Kloſter
Amelungsborn wohl ſein mögen, und ein ſolcher iſt
tauſend Jahr früher der Gründer des Kloſters unbe¬
dingt geweſen.

Das heißt ſo unbedingt der Gründer kann der
Mann Amelung, der vor undenklichen Zeiten, im Thal
unter dem Auerberge, oder dießmal genauer unterm
Küchenbrink, den Born, der nachher ſeinen Namen trug,
aufgrub, nicht genannt werden. Der Mann wollte
nichts gründen, der Mann wollte ſicherlich nichts weiter
als endlich ſeine Ruhe vor der Brüder- und Schweſter¬
ſchaft dieſer Welt. Hoffentlich iſt ſie ihm zu Theil
geworden im Eichenſchatten des Hoopthals und iſt der
wilde Eber mit ſeinen Angehörigen auf der Eicheln¬
ſuche ſein ſchlimmſter Störenfried geblieben, bis, wie

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Zitationshilfe: Raabe, Wilhelm: Das Odfeld. Leipzig, 1889, S. 3. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/raabe_odfeld_1889/11>, abgerufen am 27.02.2025.