mittelst der Thermodynamik als durch den ersten mitbestimmt darstellen lässt, so haben wir es hier nur mit jenem zu thun.
Die Definition des Molekulargewichts für ein chemisch homogenes ideales Gas wird ermöglicht durch den weiteren Er- fahrungssatz, dass die idealen Gase sich nicht nur, wie überhaupt alle Stoffe, nach einfachen Aequivalentzahlen, sondern auch, bei gleicher Temperatur und gleichem Druck genommen, nach ein- fachen Volumenverhältnissen verbinden (Gay Lussac). Daraus folgt sogleich, dass die in gleichen Volumina verschiedener Gase enthaltenen Aequivalentzahlen in einfachen Verhältnissen stehen. Die Werthe dieser Verhältnisse schwanken aber, gemäss der beschriebenen Willkühr in der Wahl des Aequivalentgewichts. Die Willkühr wird aber beseitigt durch die Definition des Mole- kulargewichts. Setzt man nämlich diese Verhältnisse allgemein = 1, d. h. stellt man die Bedingung auf, dass die Zahlen der in gleichen Gasvolumina enthaltenen Aequivalente einander gleich sind, so trifft man damit eine spezielle Auswahl unter den ver- schiedenen Möglichkeiten und erhält so ein bestimmtes Aequi- valentgewicht für jedes Gas, das nun als Molekulargewicht des Gases bezeichnet wird, und ebenso für eine gegebene Gasmenge durch Division des Gesammtgewichts durch das Molekulargewicht eine bestimmte Aequivalentzahl, welche die Anzahl der in der Gasmenge enthaltenen Moleküle genannt wird. In gleichen Volumina besitzen also alle idealen Gase gleichviel Moleküle (Avogadro). Daher werden in chemisch homogenen Gasen die Verhältnisse der Molekulargewichte direkt durch die in gleichen Volumina enthaltenen Massen, d. h. durch die Dichten, gegeben. Das Verhältniss der Dichten ist gleich dem Verhältniss der Molekulargewichte.
§ 37. Setzt man das Molekulargewicht des Wasserstoffs = m0, so ist mithin das Molekulargewicht irgend eines chemisch homo- genen Gases gleich dem Produkte von m0 und der spezifischen Dichte des Gases, bezogen auf Wasserstoff (§ 11). Folgende Tabelle enthält für einige Gase die spezifischen Dichten, bezogen auf Wasserstoff, und das Molekulargewicht.
[Tabelle]
Grundthatsachen und Definitionen.
mittelst der Thermodynamik als durch den ersten mitbestimmt darstellen lässt, so haben wir es hier nur mit jenem zu thun.
Die Definition des Molekulargewichts für ein chemisch homogenes ideales Gas wird ermöglicht durch den weiteren Er- fahrungssatz, dass die idealen Gase sich nicht nur, wie überhaupt alle Stoffe, nach einfachen Aequivalentzahlen, sondern auch, bei gleicher Temperatur und gleichem Druck genommen, nach ein- fachen Volumenverhältnissen verbinden (Gay Lussac). Daraus folgt sogleich, dass die in gleichen Volumina verschiedener Gase enthaltenen Aequivalentzahlen in einfachen Verhältnissen stehen. Die Werthe dieser Verhältnisse schwanken aber, gemäss der beschriebenen Willkühr in der Wahl des Aequivalentgewichts. Die Willkühr wird aber beseitigt durch die Definition des Mole- kulargewichts. Setzt man nämlich diese Verhältnisse allgemein = 1, d. h. stellt man die Bedingung auf, dass die Zahlen der in gleichen Gasvolumina enthaltenen Aequivalente einander gleich sind, so trifft man damit eine spezielle Auswahl unter den ver- schiedenen Möglichkeiten und erhält so ein bestimmtes Aequi- valentgewicht für jedes Gas, das nun als Molekulargewicht des Gases bezeichnet wird, und ebenso für eine gegebene Gasmenge durch Division des Gesammtgewichts durch das Molekulargewicht eine bestimmte Aequivalentzahl, welche die Anzahl der in der Gasmenge enthaltenen Moleküle genannt wird. In gleichen Volumina besitzen also alle idealen Gase gleichviel Moleküle (Avogadro). Daher werden in chemisch homogenen Gasen die Verhältnisse der Molekulargewichte direkt durch die in gleichen Volumina enthaltenen Massen, d. h. durch die Dichten, gegeben. Das Verhältniss der Dichten ist gleich dem Verhältniss der Molekulargewichte.
§ 37. Setzt man das Molekulargewicht des Wasserstoffs = m0, so ist mithin das Molekulargewicht irgend eines chemisch homo- genen Gases gleich dem Produkte von m0 und der spezifischen Dichte des Gases, bezogen auf Wasserstoff (§ 11). Folgende Tabelle enthält für einige Gase die spezifischen Dichten, bezogen auf Wasserstoff, und das Molekulargewicht.
[Tabelle]
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[22/0038]
Grundthatsachen und Definitionen.
mittelst der Thermodynamik als durch den ersten mitbestimmt
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Die Definition des Molekulargewichts für ein chemisch
homogenes ideales Gas wird ermöglicht durch den weiteren Er-
fahrungssatz, dass die idealen Gase sich nicht nur, wie überhaupt
alle Stoffe, nach einfachen Aequivalentzahlen, sondern auch, bei
gleicher Temperatur und gleichem Druck genommen, nach ein-
fachen Volumenverhältnissen verbinden (Gay Lussac). Daraus
folgt sogleich, dass die in gleichen Volumina verschiedener Gase
enthaltenen Aequivalentzahlen in einfachen Verhältnissen stehen.
Die Werthe dieser Verhältnisse schwanken aber, gemäss der
beschriebenen Willkühr in der Wahl des Aequivalentgewichts.
Die Willkühr wird aber beseitigt durch die Definition des Mole-
kulargewichts. Setzt man nämlich diese Verhältnisse allgemein = 1,
d. h. stellt man die Bedingung auf, dass die Zahlen der in
gleichen Gasvolumina enthaltenen Aequivalente einander gleich
sind, so trifft man damit eine spezielle Auswahl unter den ver-
schiedenen Möglichkeiten und erhält so ein bestimmtes Aequi-
valentgewicht für jedes Gas, das nun als Molekulargewicht des
Gases bezeichnet wird, und ebenso für eine gegebene Gasmenge
durch Division des Gesammtgewichts durch das Molekulargewicht
eine bestimmte Aequivalentzahl, welche die Anzahl der in
der Gasmenge enthaltenen Moleküle genannt wird. In gleichen
Volumina besitzen also alle idealen Gase gleichviel Moleküle
(Avogadro). Daher werden in chemisch homogenen Gasen die
Verhältnisse der Molekulargewichte direkt durch die in gleichen
Volumina enthaltenen Massen, d. h. durch die Dichten, gegeben.
Das Verhältniss der Dichten ist gleich dem Verhältniss der
Molekulargewichte.
§ 37. Setzt man das Molekulargewicht des Wasserstoffs = m0,
so ist mithin das Molekulargewicht irgend eines chemisch homo-
genen Gases gleich dem Produkte von m0 und der spezifischen Dichte
des Gases, bezogen auf Wasserstoff (§ 11). Folgende Tabelle enthält
für einige Gase die spezifischen Dichten, bezogen auf Wasserstoff,
und das Molekulargewicht.
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Planck, Max: Vorlesungen über Thermodynamik. Leipzig: Veit & C., 1897, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/planck_thermodynamik_1897/38>, abgerufen am 17.02.2025.
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