Neue Rheinische Zeitung. Nr. 15. Köln, 15. Juni 1848.reffend, ein Gewebe von Lügen und Unrichtigkeiten sei und deßhalb keiner speziellen Entgegnung bedürfe. Paris, 12. Juni. Die Mitglieder der Klubs der Union haben der National-Versammlung eine Petition eingereicht, worin sie auf Annulirung der Wahl von Louis Bonaparte antragen. Diesen Morgen hat man in der Nähe des Porte St. Denis ein Individuum arretirt, welches aufrührerische Maueranschläge anklebte und schrie : es lebe Heinrich der Fünfte! Am Ende des Monats April überschritt die Zahl der Häuser, die ihre Zahlungen einstellten, 1500. Heute erhebt sie sich fast auf 6000. Man liest in der Presse: "Der Finanzplan Duclercs ist kein Geheimnis mehr. Der Staat befindet sich in einem Rückstand von 1 Milliard und die Regierung braucht außerdem 500 Millionen. Um diese Summe von 15 Millionen, die man durch Steuern nicht beibringen kann, zu decken, will die Regierung der Bank eine Summe von 400 Millionen abverlangen und auf Hypotheke die Eisenbahnen geben. Außerdem nimmt sie sich vor, für 11 Millionen Bankbillets auszugeben. Bleibt übrig zu wissen, ob die Ausgabe von 1100 Millionen Banknoten die Genehmigung der Bank und der National-Versammlung erhält." Der Messager seinerseits versichert, die Bank von Frankreich habe sich mit der Regierung über die Ausführung des Systems von Duclerc verständigt. Der Pariser Arbeiterklub, der früher schon gegen die bewaffnete Expedition nach Deutschland energisch aufgetreten war, hat der Reforme einen neuen Protest zugesandt, woraus wir folgendes entnehmen: "Mit großer Entrüstung haben wir einen in französischer und deutscher Sprache abgefaßten Maueranschlag gelesen, herrührend von einem sogenannten demokratischen deutschen Comite, das für die Freiheit der Völker gebildet zu sein vorgibt, und den deutschen Proletarier von Paris auffordert, sich in Freikorps einzuschreiben, um unter Mailands und Karl Alberts Fahnen dienen zu gehen. Der Maueranschlag wendet sich an die deutschen Arbeiter, indem er ihnen zuruft: Was findet ihr heute in größeren industiellen Städten? Elend. Was werdet Ihr in Italien finden? Ruhm! Diese Phrase ist lügenhaft. Der demokratische Arbeiter hat heut zu Tage in allen großen und industriellen Städten mitzuarbeiten an der Befreiung des Proletariats. Dies scheint uns glorreicher als unser Blut zu vergießen in der Lombardei, im Dienste seiner Majestät, Karl Alberts, Königs von Sardinien, Cypern und Jerusalem. Wir verwarnen unsere Brüder, die deutschen Proletarier, dieser Aufforderung zu trauen, die von einem Comite herrührt ohne moralische und materiellen Garantien, trotz seines prunkenden Titels." Im Namen des deutschen Arbeiterklubs: Everbeck, Präsident. Schneeberger, Richard, Küster, Wagener, Arbeiter. - Rasvail hat aus Vicennes eine Dankadresse an die Wähler gerichtet, die ihm ihre Stimmen gegeben. Die exekutive Kommission hat einen Schock neuer Präfekten ernannt, worunter wir die Namen von Hektor Carnot und Pereira bemerken. Das Bien public, Journal Lamartine's, enhält einen heftigen Artikel gegen Louis Napoleon. Armand Marrast ist einstimmig zum Berichterstatter von dem mit dem Konstitutionsentwurf beschäftigten Ausschuß ernannt worden. - Der Polizeipräfekt hat ein Dekret gegen die öffentlichen Ausrufer erlassen, dessen Hauptinhalt folgt: Art. 1. Gemäß Art. 3 des Gesetzes vom 10. Dezember 1830, darf nur der Titel von Journalen, täglichen oder periodischen Blättern, "Urtheilen," und andren "Akten" einer konstituirten Behörde in den Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten ausgerufen werden. Jede andere Schrift, Drucksache, Litographie u.s.w. darf nur ausgerufen werden, wenn der Ausrufer oder Vertheiler den Titel angezeigt hat, worunter er sie ankündigen will, und ein Exemplar der Schrift u. s. w. dem Polizeikommissariat im Viertel des Justizpalastes eingehändigt hat. Großbritannien.
* London, 12. Juni. Gestern wurde die Ruhe in und um die Stadt nicht gestört. Für heute Abend sind indeß viele Chartisten-Versammlungen verabredet. Das beabsichtigte Meeting auf Bischof Bonner's Feld wurde von der Behörde untersagt. Die bis zu diesem Augenblick (5 Uhr Nachmittags) aus den Provinzen eingetroffenen Nachrichten zeigen, daß auch in Manchester, Liverpool u. s. w. nichts außerordentliches vorgefallen war. - Die wegen Hr. Ernest Jones durch Feargus O'Connor angebotene Bürgschafchaft wurde nicht angenommen, da letzterer Mitglied des Parlaments ist. London, 12. Juni. Aus Indien trafen weitere Mittheilungen über den Aufstand in Lahore ein, welche die über Marseille erhaltenen Nachrichten bestätigen. Zwei englische Kommissionäre fanden ihren Tod und ein Theil der Truppen befand sich in großer Gefahr. Bei den trefflichen, durch Lord Hardinge früher getroffenen militärischen Maßregeln, glaubte man indeß die Sache schnell zu Ende bringen zu können und dadurch den Rest der Unzufriedenen im Punjaub zu vernichten. - 12. Juni, 3. Uhr. Konsols 843/4 und 7/8. Dublin, 10. Juni. Herr John O'Connell, der, wie der Korrespondent der Times sagt, eine ungemeine Abneigung gegen Pulverdampf hat, erklärt in einem Briefe an den Herausgeber des "Evening Freeman," daß er nicht in die alle Alt- und Jungirländer umfassende League eintreten könne und sich an die durch Daniel O'Connell gegründete Repeal-Association halten werde. Die League hat inzwischen eine Proklamation erlassen, in der sie ihre innere Einrichtung auseinandersetzt. Die Bewaffnung ihrer Mitglieder nimmt guten Fortgang. - Der "Baumwollheiland" Richard Cobden, der sich dieser Tage etwas zweideutig über die Chartisten ausdrückte, ist von Hrn. Feargus O'Connor wieder aufgefordert worden, sich nächstens in der Westriding vor Yorkshire mit ihm einzufinden, um die 6 Punkte der Volks-Charte vor allem Volke zu debattiren, damit man sehe, ob das Gewäsch der Freihandelsmänner tiefer in's Volk gedrungen sei, als die Agitation der Chartisten. Nachwahl der Stadt Köln. Als Stellvertreter nach Frankfurt: Pelmann, Appell.-Gerichtsrath in Köln. Herrn Frenken, Abgeordneten von Heinsberg. In der Sitzung vom 31. Mai haben Sie, auf eine bereits am vorigen Tage geschlossene Debatte zurückkommend, Veranlassung genommen, über die Unruhen in Aachen zu sprechen. Hätten Sie nur Ihre Meinung geäußert, so würden wir, in Berücksichtigung, daß ein Deputirter wegen seiner Ansichten nicht zur Verantwortung gezogen werden darf, die Sache nicht weiter berühren, Sie haben aber Thatsachen berichtet, die unwahr sind; Sie haben im Namen einer Stadt gesprochen, von welcher Sie kein Mandat haben und so sind wir berechtigt und verpflichtet, Ihre Aeusserungen und Ihre angenommene Qualität öffentlich zu desavouiren. Sie behaupten, H. Abgeordneter, daß es sich nicht erwiesen habe, daß sich die Kriegs-Reservisten Ordnungswidrigkeiten hätten zu Schulden kommen lassen. Sie sagen da eine unverzeihliche Unwahrheit; denn, obgleich die gemischte Commission, welche die von den Reservisten begangenen Ungebührlichkeiten untersuchen sollte, leider nie in's Leben getreten ist, wahrscheinlich weil die Reservisten bereits Aachen hatten verlassen müßen, so ist doch in der Untersuchung gegen die Civil-Tumultuanten nebenbei gerichtlich constatirt worden, daß die Reservisten durch Angriffe auf Frauenzimmer, durch Abreißen von deutschen Cocarden, die Veranlassung zu dem ganzen Aufruhr gewesen sind. Wenn Ihnen hierüber noch Zweifel bleiben, so können wir Ihnen die Aussage von 100 glaubwürdigen Zeugen verschaffen, so können wir Ihnen Beweise anderer Städte liefern, wo die nämlichen Reservisten Spuren desselben frechen Benehmens bei ihrem Durchmarsche zurückgelassen haben. Wie dürfen Sie nun aber H. Abgeordneter, da Sie in einer dunkeln Unwissenheit über das ganze Sachverhältniß zu sein scheinen, solche Thatsachen wegläugnen, wie dürfen Sie, da Sie doch nur Abgeordneter von Heinsberg sind, das Recht usurpiren, Namens der Stadt Aachen einen Dank auszusprechen? Wir fordern Sie auf, öffentlich zu erklären, von wem Sie hierzu Vollmacht hatten; protestiren inzwischen aber entschieden gegen Ihre wahrheitswidrigen Angaben und noch nachdrücklicher gegen Ihre Anmaßung im Namen der Stadt Aachen zu sprechen. Schließlich können wir nicht umhin, zu bemerken, daß die Bürgerschaft von Aachen mit dem hier stationirenden 34 Infanterie Regiment und mit der damals hier anwesenden Dragoner Abtheilung nie in Conflict gerathen ist, sondern mit diesen Truppen stets im besten Einverständnisse gelebt hat und noch lebt. Aachen, 10. Juni 1848. Mehrere Aachener Bürger. Hamm, den 11. Juni 1848. An die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung: Der Arbeiterverein zu Hamm hat nachstehende Adresse, in Betreff der Ausweisung der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz an die Nationalversammlung zu Frankfurt erlassen: "An den Präsidenten der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt. die Angelegenheit, in welcher wir uns an Sie als Präsidenten der Nationalversammlung wenden, ist eine menschliche. In einer Zeit wie die jetzige, wo kein geschriebenes Gesetz mehr existirt, müssen die ewigen Rechte der Menschheit um so höher geschätzt werden. Wenn diese Rechte aber von der Obrigkeit, welche kein Gefühl für uns, sondern nur Macht über uns hat, mit Füßen getreten werden, wenn die Vertreter der deutschen Nation diesen Frevel an der Menschheit unter ihren Augen ungehindert ausüben lassen, wenn sie, von wahren Freunden und Vertretern des Volkes auf diesen Frevel wiederholt aufmerksam gemacht, dennoch darüber hinweg sehen: dann hört auch der Geduldigste auf, zu vertrauen und Jeder, der wahres Gefühl für Menschenrecht im Herzen trägt, hält es für seine Pflicht, selbst für seine gekränkten Brüder aufzutreten. In einer Person kann das sittliche Gefühl der gesammten Menschheit verletzt werden. Die deutsche Nationalversammlung soll die ganze Nation vertreten, die Nation ist aber aus einzelnen zusammengesetzt und wird der einzelne in seinen Menschenrechten verletzt, so ist es Pflicht der Versammlung, ihn darin zu schützen, ja es ist um so mehr ihre Pflicht, als er grade jetzt in dieser gesetzlosen Zeit seine vereinzelte Stellung um so schmerzlicher empfinden muß - Die verschiedenen Ausweisungen der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz waren Akte der Gewalt, unzeitgemäße Nachahmungen veralteter Polizeimaßregeln. Die Bürger von Höchst haben die Ungerechtigkeit einer solchen Gewaltthat eingesehen und den Beleidigten die gebührende Genugthuung erwiesen, die freie Stadt Frankfurt hat dies bis jetzt nicht gethan. Wir tragen darauf an, daß diese Angelegenheit, nachdem die Herrn Schlöffel und Jordan bereits wiederholt vergebens ihre Stimmen dafür erhoben, dennoch in der Nationalversammlung zur Sprache gebracht werde und erwarten von dem Rechtlichkeitsgefühl unserer Vertreter, daß sie den tief Beleidigten diejenige Genugthuung auswirken werden, die einer so unrechtmäßigen Kränkung entspricht. Hamm, den 11. Juni 1848. Folgen die Unterschriften von 221 Mitgliedern des Arbeitervereins. Civilstand der Stadt Köln. Geburten. 10 u. 11. Juni. Peter Joh., S v. Franz Oedekoven, Lithograph, Burgmauer. - Bertram, S. v. Joh. Iltgen, Maurer, Entenpfuhl. - Marg. Doroth., T. v. Heinrich Jos. Hackenbruch, Sattler, Peterstr. - Anna Maria Kath, T. v. Franz Ant. Helnerus, Schneider, Salzmagazin. - Agnes, T. von Gerhard Schwarz, Taglöhner, Hühnerg. - Wilhelm. Louise, T. v. Wilh. Schneider, Regier.-Diätar, Hämmerg. - Joh. Gustav, S. v. Franz Hub. Hartkopf, Regenschirmfabrik., Breitstraße. - Heinr. Napoleon Joh. Bern., S. v. Peter Bernard Tousin, Kleidermacher, gr. Griechenm. Anna, T. v. Eberhard Nießer, Rothgerber, kl. Griechenm. - Peter, S. v. Kaspar Brambach, Seiler, Mühlenbach. - Gudula, T. von Heinrich Gehlen, Schreiner, gr. Witschg. - Friedr. Egon, S. v. Otto Falk, Anstr., Kostg. - Gertr., T. v. Friedr. Lohner, Schmid, Stavenhof. - Kath., T. v. Franz Arnold Proenen, Kaufm., Mühleng. - Hubertina Adelh., T. v. Johann Neunzig, Tischler, Gereonskloster. - Joh Hubertina, T. v. Jos. Maria Großi, Glaser, Kammachergasse. - Ther. Adelh., T. v. Friedr. Wilh. Jacquemien, Bleiarbeiter vor St. Martin. - Laurenz, S v. Laurenz Blum, Taglöhner, vor den 7 Burgen. - Christian, S. v. Christian Exleben, Schreiner, Entenpfuhl. - Anna Christina, T. v. Kaspar Kolfenbach, Tagl., Glockenring. Sterbefälle. 10. u. 11. Juni. Nikol. Breuer, Schuster, 54 J. alt, verh., Weidengasse. - Joh. Heinr. Harrnherm, Pförtner, 28 J. alt, unverh., gr. Budeng. - Kath. Frank, 10 M. alt, Columbastr. - Franziska Klauer, 1 J. 8 M. alt, Schafenstr. - Gertr. Bachem geb. Winter, 32 J alt, Kostg. - Math. Faßbender, 13 T. alt, Kranenbaumerhof. Kath. Berisch, 8 M alt, Thieboldsg. - Ant. Odendahl, 5 J. alt, Weideng. - Stephan Siebenaller, Cigarrenmacher, 23 J. alt, unverh., Ketteng. - Math. Decker, Ziegelarbeiter, 45 J. alt, verh., Klingelpütz. Heirathen. 9. Juni. Serv. Eick, Angestellter bei der Armenverwaltung, und Walb. Eleon. Maria Jos. Reifferscheid von Wadenheim. 10. Juni Peter Cüster, Kellner, und Kath. Jammel von Hoeningen. - Bern. Maro, Spezereih., Wittwer, und Anna Sibilla Bey, von Schwerfen. Schiffahrts-Anzeige. Köln, 14. Juni 1848. In Ladung: Nach Ruhrort b. Emmerich H. Lübbers; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; H. Schumacher nach Koblenz und der Mosel und Saar L. Tillmann; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Pisbach; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn H. Bechert; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim M. Oberbahn. Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Peer, Köln Nr. 10. Wasserstand. Köln, am 14. Juni. Rheinhöhe 8' 8". Eine Wohnung, mit oder ohne Möbeln, Aussicht nach dem Rheine bietend, steht zu vermiethen, Holzmarkt Nro. 71. Da Herr Ritz aus Aachen, Abgeordneter des Kreises Gladbach, unsere Gesinnungen am Landtag in Berlin nach Wunsch vertritt, so können wir nicht umhin, demjenigen, der Herrn Ritz zur Wahl vorschlug, so wie auch den Wahlmännern, die ihn wählten, unsern wärmsten Dank abzustatten. Mehrere liberal gesinnte Urwähler des Kreises. "Neue Rheinische Zeitung." General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf: Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr, bei Drimborn, Glockengasse Nro. 13 und 15. Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten. Köln, den 2. Juni 1848. Das provisorische Comite. Die geschlossenen Gesellschaften und der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr. Es liegt außer allem Zweifel, daß die Bewegung unserer Zeit sich durch das Streben nach Verbreitung der Humanität charakterisirt. Nichts aber ist diesem Streben entgegengesetzter, als das Bestehen der geschlossenen Gesellschaften, welche der Humanität schnurstraks widersprechen und in die jetzige Zeit nimmer hineinpassen. Man beklagt sich über die Rohheit und Unwissenheit der sogenannten niedern Volksklassen und über ihren Mangel an Freiheitsgefühl; aber man thut nichts, was ihre geistige Hebung fördern könnte. Man hält sich für zu gut und für zu gebildet, mit dem geringen Manne gesellschaftlichen Umgang zu pflegen; man übersieht es aber, daß man sich dreist in jede Gesellschaft mischen kann, ohne sich etwas zu vergeben, wenn man sich selbst nur würdig beträgt. Es ist etwas Anderes, sich mit Jemanden gemein machen, und etwas Anderes, mit ihm gesellschaftlich umgehen und ihm liebreich begegnen. Die geschlossenen Gesellschaften tragen so etwas Zurückstoßendes und Geringschätziges für diejenigen in sich, welchen man den Zutritt in sie verwehrt; dagegen ist der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr für den Augenblick, abgesehen von aller Humanität, ein weit wichtigeres Volksbildungsmittel, als die Volksschule selbst, deren Wirksamkeit nicht auf die Gegenwart, sondern lediglich auf die Zukunft gerichtet ist. Der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr kann nur den Hochmuth, das Vorurtheil und die Lieblosigkeit unangenehm berühren, sonst kostet er Niemanden ein Opfer und bringt Vielen Gewinn; ohne ihn ist alles Gerede ron Liberalität ein eitles, ohne ihn wird das Streben nach wahrer Freiheit immerhin ein vergebliches bleiben. Ich bitte die Redaktionen aller Zeitungen und Lokalblätter, diese Zeilen aufzunehmen; alle diejenigen aber, welche meine Ansicht theilen, mögen sich öffentlich darüber aussprechen, damit diese vielleicht wichtigste Aufgabe unserer Zeit nicht wieder in Vergessenheit gerathe. Meurs, den 11. Juni 1847. Alex. Wormovius 15 a 1600 Thlr. gegen dreifachen Werth auf erste Hypotheke gesucht. Die Expedition sagt wo. Messingene, bleierne und eiserne Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei Aug. Hönig, Altenmarkt Nro. 56 in Köln. Banner und Compagnie-Fahnen mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann. Die so beliebten Kirschen-Torten sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu haben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften, Blindgasse und Cattenbug Nr. 12. Franz Stollwerck, Hoflieferant. Eis täglich in und außer dem Hause a Portion 4 Sgr. bei Franz Stollwerck, Hoflieferant. Es befinden sich mehrere Regenschirme bei mir, deren Eigenthümer mir entfallen sind; ich ersuche deshalb jeden, der mir Schirme zur Reparatur etc. etc. übergeben, solche Eulengartengasse Nro. 5 in Emfang zu nehmen. Viktor Jansen, Regenschirmfabrikant, Es wünscht Jemand sich mit Abschreiben zu beschäftigen. Weingartengasse Nr. 6. Heute Donnerstag, den 15. Juni 1848, Abends 6 Uhr, Großes Vokal- und Instrumental- Konzert vom Kölner Bürgerwehr-Musikchor des 4. und 5. Banners, unter Leitung des Lehrers Herrn Herr und gefälliger Mitwirkung der Dilletanten und des Bürger-Handwerker-Gesang-Vereines im Marienbildchen bei Hrn. Rener in Deutz. (Die Einnahme ist zur Anschaffung der nöthigsten Instrumente und Musikalien für das Bürgerwehr-Musikchor bestimmt.) Programm. I. Abtheilung. 1. Festklänge. Marsch von F. Kreinecker. 2. Ouvertüre aus der Oper "Gustav Adolph" von Auber. 3. Scene, Arie und Cavatine "aus Moses" von Rossini. 4. Introduction und Walzer über Themas aus Oberon von K. M. v. Weber. 5. Bürgerwehrlied mit Chorgesang. ged. von Sternau, in Musik gesetzt von unserem wackern Landsmanne J. Offenbach aus Paris. II. Abtheilung. 6. Neuer Bürgerwehr-Marsch über ein beliebtes rheinisches Volkslied von W. Herr. 7. Ouvertüre zur Oper "Die Königin für einen Tag" von Adam. 8. Große Polonaise, arrangirt von Schönau. 9. Albert-Walzer von Labytzky. 10. Marsch mit Chorgesang über Reichardts und Arndts deutsches Vaterland, arrangirt von Herr. III. Abtheilung. 11. Potpourri aus "Graf Ory" von Rossini. 12. Polka-Lese von verschiedenen Komponisten. 13. Scene und Duett aus "Rebucadnezar" von Verdi. 14. Galopade aus "Teufels-Antheil" von Auber, arrangirt von Canthal. 15. Marsch über die Schleswig-Holsteiner-National-Hymne mit Chorgesang, arrangirt von Herr. Karten sind bei sämmtlichen Zugführern a 5 Sgr. und Abends an der Kasse 71/2 Sgr. zu haben. Ein Mädchen, welches im Nähen und Stricken erfahren ist, und mit Kindern gut umzugehen weiß, sucht einen Dienst. Nähere Auskunft in der Expedition d. Bl. Gründlicher Unterricht in der italienischen Sprache, und für Kaufleute mit besonderer Hinweisung auf die Handelskorrespondenz, Kupfergasse 1 A. Der Gerant, Korff. reffend, ein Gewebe von Lügen und Unrichtigkeiten sei und deßhalb keiner speziellen Entgegnung bedürfe. Paris, 12. Juni. Die Mitglieder der Klubs der Union haben der National-Versammlung eine Petition eingereicht, worin sie auf Annulirung der Wahl von Louis Bonaparte antragen. Diesen Morgen hat man in der Nähe des Porte St. Denis ein Individuum arretirt, welches aufrührerische Maueranschläge anklebte und schrie : es lebe Heinrich der Fünfte! Am Ende des Monats April überschritt die Zahl der Häuser, die ihre Zahlungen einstellten, 1500. Heute erhebt sie sich fast auf 6000. Man liest in der Presse: „Der Finanzplan Duclercs ist kein Geheimnis mehr. Der Staat befindet sich in einem Rückstand von 1 Milliard und die Regierung braucht außerdem 500 Millionen. Um diese Summe von 15 Millionen, die man durch Steuern nicht beibringen kann, zu decken, will die Regierung der Bank eine Summe von 400 Millionen abverlangen und auf Hypotheke die Eisenbahnen geben. Außerdem nimmt sie sich vor, für 11 Millionen Bankbillets auszugeben. Bleibt übrig zu wissen, ob die Ausgabe von 1100 Millionen Banknoten die Genehmigung der Bank und der National-Versammlung erhält.“ Der Messager seinerseits versichert, die Bank von Frankreich habe sich mit der Regierung über die Ausführung des Systems von Duclerc verständigt. Der Pariser Arbeiterklub, der früher schon gegen die bewaffnete Expedition nach Deutschland energisch aufgetreten war, hat der Reforme einen neuen Protest zugesandt, woraus wir folgendes entnehmen: „Mit großer Entrüstung haben wir einen in französischer und deutscher Sprache abgefaßten Maueranschlag gelesen, herrührend von einem sogenannten demokratischen deutschen Comite, das für die Freiheit der Völker gebildet zu sein vorgibt, und den deutschen Proletarier von Paris auffordert, sich in Freikorps einzuschreiben, um unter Mailands und Karl Alberts Fahnen dienen zu gehen. Der Maueranschlag wendet sich an die deutschen Arbeiter, indem er ihnen zuruft: Was findet ihr heute in größeren industiellen Städten? Elend. Was werdet Ihr in Italien finden? Ruhm! Diese Phrase ist lügenhaft. Der demokratische Arbeiter hat heut zu Tage in allen großen und industriellen Städten mitzuarbeiten an der Befreiung des Proletariats. Dies scheint uns glorreicher als unser Blut zu vergießen in der Lombardei, im Dienste seiner Majestät, Karl Alberts, Königs von Sardinien, Cypern und Jerusalem. Wir verwarnen unsere Brüder, die deutschen Proletarier, dieser Aufforderung zu trauen, die von einem Comite herrührt ohne moralische und materiellen Garantien, trotz seines prunkenden Titels.“ Im Namen des deutschen Arbeiterklubs: Everbeck, Präsident. Schneeberger, Richard, Küster, Wagener, Arbeiter. ‒ Rasvail hat aus Vicennes eine Dankadresse an die Wähler gerichtet, die ihm ihre Stimmen gegeben. Die exekutive Kommission hat einen Schock neuer Präfekten ernannt, worunter wir die Namen von Hektor Carnot und Pereira bemerken. Das Bien public, Journal Lamartine's, enhält einen heftigen Artikel gegen Louis Napoleon. Armand Marrast ist einstimmig zum Berichterstatter von dem mit dem Konstitutionsentwurf beschäftigten Ausschuß ernannt worden. ‒ Der Polizeipräfekt hat ein Dekret gegen die öffentlichen Ausrufer erlassen, dessen Hauptinhalt folgt: Art. 1. Gemäß Art. 3 des Gesetzes vom 10. Dezember 1830, darf nur der Titel von Journalen, täglichen oder periodischen Blättern, „Urtheilen,“ und andren „Akten“ einer konstituirten Behörde in den Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten ausgerufen werden. Jede andere Schrift, Drucksache, Litographie u.s.w. darf nur ausgerufen werden, wenn der Ausrufer oder Vertheiler den Titel angezeigt hat, worunter er sie ankündigen will, und ein Exemplar der Schrift u. s. w. dem Polizeikommissariat im Viertel des Justizpalastes eingehändigt hat. Großbritannien.
* London, 12. Juni. Gestern wurde die Ruhe in und um die Stadt nicht gestört. Für heute Abend sind indeß viele Chartisten-Versammlungen verabredet. Das beabsichtigte Meeting auf Bischof Bonner's Feld wurde von der Behörde untersagt. Die bis zu diesem Augenblick (5 Uhr Nachmittags) aus den Provinzen eingetroffenen Nachrichten zeigen, daß auch in Manchester, Liverpool u. s. w. nichts außerordentliches vorgefallen war. ‒ Die wegen Hr. Ernest Jones durch Feargus O'Connor angebotene Bürgschafchaft wurde nicht angenommen, da letzterer Mitglied des Parlaments ist. London, 12. Juni. Aus Indien trafen weitere Mittheilungen über den Aufstand in Lahore ein, welche die über Marseille erhaltenen Nachrichten bestätigen. Zwei englische Kommissionäre fanden ihren Tod und ein Theil der Truppen befand sich in großer Gefahr. Bei den trefflichen, durch Lord Hardinge früher getroffenen militärischen Maßregeln, glaubte man indeß die Sache schnell zu Ende bringen zu können und dadurch den Rest der Unzufriedenen im Punjaub zu vernichten. ‒ 12. Juni, 3. Uhr. Konsols 843/4 und 7/8. Dublin, 10. Juni. Herr John O'Connell, der, wie der Korrespondent der Times sagt, eine ungemeine Abneigung gegen Pulverdampf hat, erklärt in einem Briefe an den Herausgeber des „Evening Freeman,“ daß er nicht in die alle Alt- und Jungirländer umfassende League eintreten könne und sich an die durch Daniel O'Connell gegründete Repeal-Association halten werde. Die League hat inzwischen eine Proklamation erlassen, in der sie ihre innere Einrichtung auseinandersetzt. Die Bewaffnung ihrer Mitglieder nimmt guten Fortgang. ‒ Der „Baumwollheiland“ Richard Cobden, der sich dieser Tage etwas zweideutig über die Chartisten ausdrückte, ist von Hrn. Feargus O'Connor wieder aufgefordert worden, sich nächstens in der Westriding vor Yorkshire mit ihm einzufinden, um die 6 Punkte der Volks-Charte vor allem Volke zu debattiren, damit man sehe, ob das Gewäsch der Freihandelsmänner tiefer in's Volk gedrungen sei, als die Agitation der Chartisten. Nachwahl der Stadt Köln. Als Stellvertreter nach Frankfurt: Pelmann, Appell.-Gerichtsrath in Köln. Herrn Frenken, Abgeordneten von Heinsberg. In der Sitzung vom 31. Mai haben Sie, auf eine bereits am vorigen Tage geschlossene Debatte zurückkommend, Veranlassung genommen, über die Unruhen in Aachen zu sprechen. Hätten Sie nur Ihre Meinung geäußert, so würden wir, in Berücksichtigung, daß ein Deputirter wegen seiner Ansichten nicht zur Verantwortung gezogen werden darf, die Sache nicht weiter berühren, Sie haben aber Thatsachen berichtet, die unwahr sind; Sie haben im Namen einer Stadt gesprochen, von welcher Sie kein Mandat haben und so sind wir berechtigt und verpflichtet, Ihre Aeusserungen und Ihre angenommene Qualität öffentlich zu desavouiren. Sie behaupten, H. Abgeordneter, daß es sich nicht erwiesen habe, daß sich die Kriegs-Reservisten Ordnungswidrigkeiten hätten zu Schulden kommen lassen. Sie sagen da eine unverzeihliche Unwahrheit; denn, obgleich die gemischte Commission, welche die von den Reservisten begangenen Ungebührlichkeiten untersuchen sollte, leider nie in's Leben getreten ist, wahrscheinlich weil die Reservisten bereits Aachen hatten verlassen müßen, so ist doch in der Untersuchung gegen die Civil-Tumultuanten nebenbei gerichtlich constatirt worden, daß die Reservisten durch Angriffe auf Frauenzimmer, durch Abreißen von deutschen Cocarden, die Veranlassung zu dem ganzen Aufruhr gewesen sind. Wenn Ihnen hierüber noch Zweifel bleiben, so können wir Ihnen die Aussage von 100 glaubwürdigen Zeugen verschaffen, so können wir Ihnen Beweise anderer Städte liefern, wo die nämlichen Reservisten Spuren desselben frechen Benehmens bei ihrem Durchmarsche zurückgelassen haben. Wie dürfen Sie nun aber H. Abgeordneter, da Sie in einer dunkeln Unwissenheit über das ganze Sachverhältniß zu sein scheinen, solche Thatsachen wegläugnen, wie dürfen Sie, da Sie doch nur Abgeordneter von Heinsberg sind, das Recht usurpiren, Namens der Stadt Aachen einen Dank auszusprechen? Wir fordern Sie auf, öffentlich zu erklären, von wem Sie hierzu Vollmacht hatten; protestiren inzwischen aber entschieden gegen Ihre wahrheitswidrigen Angaben und noch nachdrücklicher gegen Ihre Anmaßung im Namen der Stadt Aachen zu sprechen. Schließlich können wir nicht umhin, zu bemerken, daß die Bürgerschaft von Aachen mit dem hier stationirenden 34 Infanterie Regiment und mit der damals hier anwesenden Dragoner Abtheilung nie in Conflict gerathen ist, sondern mit diesen Truppen stets im besten Einverständnisse gelebt hat und noch lebt. Aachen, 10. Juni 1848. Mehrere Aachener Bürger. Hamm, den 11. Juni 1848. An die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung: Der Arbeiterverein zu Hamm hat nachstehende Adresse, in Betreff der Ausweisung der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz an die Nationalversammlung zu Frankfurt erlassen: „An den Präsidenten der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt. die Angelegenheit, in welcher wir uns an Sie als Präsidenten der Nationalversammlung wenden, ist eine menschliche. In einer Zeit wie die jetzige, wo kein geschriebenes Gesetz mehr existirt, müssen die ewigen Rechte der Menschheit um so höher geschätzt werden. Wenn diese Rechte aber von der Obrigkeit, welche kein Gefühl für uns, sondern nur Macht über uns hat, mit Füßen getreten werden, wenn die Vertreter der deutschen Nation diesen Frevel an der Menschheit unter ihren Augen ungehindert ausüben lassen, wenn sie, von wahren Freunden und Vertretern des Volkes auf diesen Frevel wiederholt aufmerksam gemacht, dennoch darüber hinweg sehen: dann hört auch der Geduldigste auf, zu vertrauen und Jeder, der wahres Gefühl für Menschenrecht im Herzen trägt, hält es für seine Pflicht, selbst für seine gekränkten Brüder aufzutreten. In einer Person kann das sittliche Gefühl der gesammten Menschheit verletzt werden. Die deutsche Nationalversammlung soll die ganze Nation vertreten, die Nation ist aber aus einzelnen zusammengesetzt und wird der einzelne in seinen Menschenrechten verletzt, so ist es Pflicht der Versammlung, ihn darin zu schützen, ja es ist um so mehr ihre Pflicht, als er grade jetzt in dieser gesetzlosen Zeit seine vereinzelte Stellung um so schmerzlicher empfinden muß ‒ Die verschiedenen Ausweisungen der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz waren Akte der Gewalt, unzeitgemäße Nachahmungen veralteter Polizeimaßregeln. Die Bürger von Höchst haben die Ungerechtigkeit einer solchen Gewaltthat eingesehen und den Beleidigten die gebührende Genugthuung erwiesen, die freie Stadt Frankfurt hat dies bis jetzt nicht gethan. Wir tragen darauf an, daß diese Angelegenheit, nachdem die Herrn Schlöffel und Jordan bereits wiederholt vergebens ihre Stimmen dafür erhoben, dennoch in der Nationalversammlung zur Sprache gebracht werde und erwarten von dem Rechtlichkeitsgefühl unserer Vertreter, daß sie den tief Beleidigten diejenige Genugthuung auswirken werden, die einer so unrechtmäßigen Kränkung entspricht. Hamm, den 11. Juni 1848. Folgen die Unterschriften von 221 Mitgliedern des Arbeitervereins. Civilstand der Stadt Köln. Geburten. 10 u. 11. Juni. Peter Joh., S v. Franz Oedekoven, Lithograph, Burgmauer. ‒ Bertram, S. v. Joh. Iltgen, Maurer, Entenpfuhl. ‒ Marg. Doroth., T. v. Heinrich Jos. Hackenbruch, Sattler, Peterstr. ‒ Anna Maria Kath, T. v. Franz Ant. Helnerus, Schneider, Salzmagazin. ‒ Agnes, T. von Gerhard Schwarz, Taglöhner, Hühnerg. ‒ Wilhelm. Louise, T. v. Wilh. Schneider, Regier.-Diätar, Hämmerg. ‒ Joh. Gustav, S. v. Franz Hub. Hartkopf, Regenschirmfabrik., Breitstraße. ‒ Heinr. Napoleon Joh. Bern., S. v. Peter Bernard Tousin, Kleidermacher, gr. Griechenm. Anna, T. v. Eberhard Nießer, Rothgerber, kl. Griechenm. ‒ Peter, S. v. Kaspar Brambach, Seiler, Mühlenbach. ‒ Gudula, T. von Heinrich Gehlen, Schreiner, gr. Witschg. ‒ Friedr. Egon, S. v. Otto Falk, Anstr., Kostg. ‒ Gertr., T. v. Friedr. Lohner, Schmid, Stavenhof. ‒ Kath., T. v. Franz Arnold Proenen, Kaufm., Mühleng. ‒ Hubertina Adelh., T. v. Johann Neunzig, Tischler, Gereonskloster. ‒ Joh Hubertina, T. v. Jos. Maria Großi, Glaser, Kammachergasse. ‒ Ther. Adelh., T. v. Friedr. Wilh. Jacquemien, Bleiarbeiter vor St. Martin. ‒ Laurenz, S v. Laurenz Blum, Taglöhner, vor den 7 Burgen. ‒ Christian, S. v. Christian Exleben, Schreiner, Entenpfuhl. ‒ Anna Christina, T. v. Kaspar Kolfenbach, Tagl., Glockenring. Sterbefälle. 10. u. 11. Juni. Nikol. Breuer, Schuster, 54 J. alt, verh., Weidengasse. ‒ Joh. Heinr. Harrnherm, Pförtner, 28 J. alt, unverh., gr. Budeng. ‒ Kath. Frank, 10 M. alt, Columbastr. ‒ Franziska Klauer, 1 J. 8 M. alt, Schafenstr. ‒ Gertr. Bachem geb. Winter, 32 J alt, Kostg. ‒ Math. Faßbender, 13 T. alt, Kranenbaumerhof. Kath. Berisch, 8 M alt, Thieboldsg. ‒ Ant. Odendahl, 5 J. alt, Weideng. ‒ Stephan Siebenaller, Cigarrenmacher, 23 J. alt, unverh., Ketteng. ‒ Math. Decker, Ziegelarbeiter, 45 J. alt, verh., Klingelpütz. Heirathen. 9. Juni. Serv. Eick, Angestellter bei der Armenverwaltung, und Walb. Eleon. Maria Jos. Reifferscheid von Wadenheim. 10. Juni Peter Cüster, Kellner, und Kath. Jammel von Hoeningen. ‒ Bern. Maro, Spezereih., Wittwer, und Anna Sibilla Bey, von Schwerfen. Schiffahrts-Anzeige. Köln, 14. Juni 1848. In Ladung: Nach Ruhrort b. Emmerich H. Lübbers; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; H. Schumacher nach Koblenz und der Mosel und Saar L. Tillmann; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Pisbach; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn H. Bechert; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim M. Oberbahn. Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Peer, Köln Nr. 10. Wasserstand. Köln, am 14. Juni. Rheinhöhe 8′ 8″. Eine Wohnung, mit oder ohne Möbeln, Aussicht nach dem Rheine bietend, steht zu vermiethen, Holzmarkt Nro. 71. Da Herr Ritz aus Aachen, Abgeordneter des Kreises Gladbach, unsere Gesinnungen am Landtag in Berlin nach Wunsch vertritt, so können wir nicht umhin, demjenigen, der Herrn Ritz zur Wahl vorschlug, so wie auch den Wahlmännern, die ihn wählten, unsern wärmsten Dank abzustatten. Mehrere liberal gesinnte Urwähler des Kreises. „Neue Rheinische Zeitung.“ General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf: Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr, bei Drimborn, Glockengasse Nro. 13 und 15. Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten. Köln, den 2. Juni 1848. Das provisorische Comité. Die geschlossenen Gesellschaften und der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr. Es liegt außer allem Zweifel, daß die Bewegung unserer Zeit sich durch das Streben nach Verbreitung der Humanität charakterisirt. Nichts aber ist diesem Streben entgegengesetzter, als das Bestehen der geschlossenen Gesellschaften, welche der Humanität schnurstraks widersprechen und in die jetzige Zeit nimmer hineinpassen. Man beklagt sich über die Rohheit und Unwissenheit der sogenannten niedern Volksklassen und über ihren Mangel an Freiheitsgefühl; aber man thut nichts, was ihre geistige Hebung fördern könnte. Man hält sich für zu gut und für zu gebildet, mit dem geringen Manne gesellschaftlichen Umgang zu pflegen; man übersieht es aber, daß man sich dreist in jede Gesellschaft mischen kann, ohne sich etwas zu vergeben, wenn man sich selbst nur würdig beträgt. Es ist etwas Anderes, sich mit Jemanden gemein machen, und etwas Anderes, mit ihm gesellschaftlich umgehen und ihm liebreich begegnen. Die geschlossenen Gesellschaften tragen so etwas Zurückstoßendes und Geringschätziges für diejenigen in sich, welchen man den Zutritt in sie verwehrt; dagegen ist der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr für den Augenblick, abgesehen von aller Humanität, ein weit wichtigeres Volksbildungsmittel, als die Volksschule selbst, deren Wirksamkeit nicht auf die Gegenwart, sondern lediglich auf die Zukunft gerichtet ist. Der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr kann nur den Hochmuth, das Vorurtheil und die Lieblosigkeit unangenehm berühren, sonst kostet er Niemanden ein Opfer und bringt Vielen Gewinn; ohne ihn ist alles Gerede ron Liberalität ein eitles, ohne ihn wird das Streben nach wahrer Freiheit immerhin ein vergebliches bleiben. Ich bitte die Redaktionen aller Zeitungen und Lokalblätter, diese Zeilen aufzunehmen; alle diejenigen aber, welche meine Ansicht theilen, mögen sich öffentlich darüber aussprechen, damit diese vielleicht wichtigste Aufgabe unserer Zeit nicht wieder in Vergessenheit gerathe. Meurs, den 11. Juni 1847. Alex. Wormovius 15 à 1600 Thlr. gegen dreifachen Werth auf erste Hypotheke gesucht. Die Expedition sagt wo. Messingene, bleierne und eiserne Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei Aug. Hönig, Altenmarkt Nro. 56 in Köln. Banner und Compagnie-Fahnen mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann. Die so beliebten Kirschen-Torten sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu haben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften, Blindgasse und Cattenbug Nr. 12. Franz Stollwerck, Hoflieferant. Eis täglich in und außer dem Hause à Portion 4 Sgr. bei Franz Stollwerck, Hoflieferant. Es befinden sich mehrere Regenschirme bei mir, deren Eigenthümer mir entfallen sind; ich ersuche deshalb jeden, der mir Schirme zur Reparatur etc. etc. übergeben, solche Eulengartengasse Nro. 5 in Emfang zu nehmen. Viktor Jansen, Regenschirmfabrikant, Es wünscht Jemand sich mit Abschreiben zu beschäftigen. Weingartengasse Nr. 6. Heute Donnerstag, den 15. Juni 1848, Abends 6 Uhr, Großes Vokal- und Instrumental- Konzert vom Kölner Bürgerwehr-Musikchor des 4. und 5. Banners, unter Leitung des Lehrers Herrn Herr und gefälliger Mitwirkung der Dilletanten und des Bürger-Handwerker-Gesang-Vereines im Marienbildchen bei Hrn. Rener in Deutz. (Die Einnahme ist zur Anschaffung der nöthigsten Instrumente und Musikalien für das Bürgerwehr-Musikchor bestimmt.) Programm. I. Abtheilung. 1. Festklänge. Marsch von F. Kreinecker. 2. Ouvertüre aus der Oper „Gustav Adolph“ von Auber. 3. Scene, Arie und Cavatine „aus Moses“ von Rossini. 4. Introduction und Walzer über Themas aus Oberon von K. M. v. Weber. 5. Bürgerwehrlied mit Chorgesang. ged. von Sternau, in Musik gesetzt von unserem wackern Landsmanne J. Offenbach aus Paris. II. Abtheilung. 6. Neuer Bürgerwehr-Marsch über ein beliebtes rheinisches Volkslied von W. Herr. 7. Ouvertüre zur Oper „Die Königin für einen Tag“ von Adam. 8. Große Polonaise, arrangirt von Schönau. 9. Albert-Walzer von Labytzky. 10. Marsch mit Chorgesang über Reichardts und Arndts deutsches Vaterland, arrangirt von Herr. III. Abtheilung. 11. Potpourri aus „Graf Ory“ von Rossini. 12. Polka-Lese von verschiedenen Komponisten. 13. Scene und Duett aus „Rebucadnezar“ von Verdi. 14. Galopade aus „Teufels-Antheil“ von Auber, arrangirt von Canthal. 15. Marsch über die Schleswig-Holsteiner-National-Hymne mit Chorgesang, arrangirt von Herr. Karten sind bei sämmtlichen Zugführern à 5 Sgr. und Abends an der Kasse 71/2 Sgr. zu haben. Ein Mädchen, welches im Nähen und Stricken erfahren ist, und mit Kindern gut umzugehen weiß, sucht einen Dienst. Nähere Auskunft in der Expedition d. Bl. Gründlicher Unterricht in der italienischen Sprache, und für Kaufleute mit besonderer Hinweisung auf die Handelskorrespondenz, Kupfergasse 1 A. Der Gerant, Korff. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div xml:id="ar015_017" type="jArticle"> <p><pb facs="#f0004" n="0064"/> reffend, ein Gewebe von Lügen und Unrichtigkeiten sei und deßhalb keiner speziellen Entgegnung bedürfe.</p> </div> <div xml:id="ar015_018" type="jArticle"> <head>Paris, 12. Juni.</head> <p>Die Mitglieder der Klubs der Union haben der National-Versammlung eine Petition eingereicht, worin sie auf Annulirung der Wahl von Louis Bonaparte antragen.</p> <p>Diesen Morgen hat man in der Nähe des Porte St. Denis ein Individuum arretirt, welches aufrührerische Maueranschläge anklebte und schrie : es lebe Heinrich der Fünfte!</p> <p>Am Ende des Monats April überschritt die Zahl der Häuser, die ihre Zahlungen einstellten, 1500. Heute erhebt sie sich fast auf 6000.</p> <p>Man liest in der <hi rendition="#g">Presse:</hi> „Der Finanzplan Duclercs ist kein Geheimnis mehr. Der Staat befindet sich in einem Rückstand von 1 Milliard und die Regierung braucht außerdem 500 Millionen. Um diese Summe von 15 Millionen, die man durch Steuern nicht beibringen kann, zu decken, will die Regierung der Bank eine Summe von 400 Millionen abverlangen und auf Hypotheke die Eisenbahnen geben. Außerdem nimmt sie sich vor, für 11 Millionen Bankbillets auszugeben. Bleibt übrig zu wissen, ob die Ausgabe von 1100 Millionen Banknoten die Genehmigung der Bank und der National-Versammlung erhält.“ Der <hi rendition="#g">Messager</hi> seinerseits versichert, die Bank von Frankreich habe sich mit der Regierung über die Ausführung des Systems von Duclerc verständigt.</p> <p>Der <hi rendition="#g">Pariser Arbeiterklub,</hi> der früher schon gegen die bewaffnete Expedition nach Deutschland energisch aufgetreten war, hat der <hi rendition="#g">Reforme</hi> einen neuen Protest zugesandt, woraus wir folgendes entnehmen:</p> <p>„Mit großer Entrüstung haben wir einen in französischer und deutscher Sprache abgefaßten Maueranschlag gelesen, herrührend von einem sogenannten <hi rendition="#g">demokratischen deutschen Comite,</hi> das für die <hi rendition="#g">Freiheit der Völker</hi> gebildet zu sein vorgibt, und den deutschen Proletarier von Paris auffordert, sich in Freikorps einzuschreiben, um unter Mailands und Karl Alberts Fahnen dienen zu gehen. Der Maueranschlag wendet sich an die deutschen Arbeiter, indem er ihnen zuruft: Was findet ihr heute in größeren industiellen Städten? <hi rendition="#g">Elend.</hi> Was werdet Ihr in Italien finden? Ruhm! Diese Phrase ist lügenhaft. Der demokratische Arbeiter hat heut zu Tage in allen großen und industriellen Städten mitzuarbeiten an der <hi rendition="#g">Befreiung des Proletariats.</hi> Dies scheint uns glorreicher als unser Blut zu vergießen in der Lombardei, im Dienste seiner Majestät, Karl Alberts, Königs von Sardinien, Cypern und Jerusalem. Wir verwarnen unsere Brüder, die deutschen Proletarier, dieser Aufforderung zu trauen, die von einem Comite herrührt ohne moralische und materiellen Garantien, trotz seines prunkenden Titels.“ Im Namen des deutschen Arbeiterklubs: <hi rendition="#g">Everbeck,</hi> Präsident. <hi rendition="#g">Schneeberger, Richard, Küster, Wagener,</hi> Arbeiter.</p> <p>‒ <hi rendition="#g">Rasvail</hi> hat aus Vicennes eine Dankadresse an die Wähler gerichtet, die ihm ihre Stimmen gegeben.</p> <p>Die exekutive Kommission hat einen Schock neuer Präfekten ernannt, worunter wir die Namen von Hektor Carnot und Pereira bemerken.</p> <p>Das <hi rendition="#g">Bien public,</hi> Journal Lamartine's, enhält einen heftigen Artikel gegen Louis Napoleon.</p> <p>Armand Marrast ist einstimmig zum Berichterstatter von dem mit dem Konstitutionsentwurf beschäftigten Ausschuß ernannt worden.</p> <p>‒ Der Polizeipräfekt hat ein Dekret gegen die öffentlichen Ausrufer erlassen, dessen Hauptinhalt folgt:</p> <p>Art. 1. Gemäß Art. 3 des Gesetzes vom 10. Dezember 1830, darf <hi rendition="#g">nur der Titel</hi> von Journalen, täglichen oder periodischen Blättern, „Urtheilen,“ und andren „Akten“ einer konstituirten Behörde in den Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten ausgerufen werden. Jede andere Schrift, Drucksache, Litographie u.s.w. darf nur ausgerufen werden, wenn der Ausrufer oder Vertheiler den Titel angezeigt hat, worunter er sie ankündigen will, und ein Exemplar der Schrift u. s. w. dem Polizeikommissariat im Viertel des Justizpalastes eingehändigt hat.</p> </div> </div> <div n="1"> <head>Großbritannien.</head> <div xml:id="ar015_019" type="jArticle"> <head><bibl><author>*</author></bibl> London, 12. Juni.</head> <p>Gestern wurde die Ruhe in und um die Stadt nicht gestört. Für heute Abend sind indeß viele Chartisten-Versammlungen verabredet. Das beabsichtigte Meeting auf Bischof Bonner's Feld wurde von der Behörde untersagt. Die bis zu diesem Augenblick (5 Uhr Nachmittags) aus den Provinzen eingetroffenen Nachrichten zeigen, daß auch in Manchester, Liverpool u. s. w. nichts außerordentliches vorgefallen war.</p> <p>‒ Die wegen Hr. Ernest Jones durch Feargus O'Connor angebotene Bürgschafchaft wurde nicht angenommen, da letzterer Mitglied des Parlaments ist.</p> </div> <div xml:id="ar015_020" type="jArticle"> <head>London, 12. Juni.</head> <p>Aus Indien trafen weitere Mittheilungen über den Aufstand in Lahore ein, welche die über Marseille erhaltenen Nachrichten bestätigen. Zwei englische Kommissionäre fanden ihren Tod und ein Theil der Truppen befand sich in großer Gefahr. Bei den trefflichen, durch Lord Hardinge früher getroffenen militärischen Maßregeln, glaubte man indeß die Sache schnell zu Ende bringen zu können und dadurch den Rest der Unzufriedenen im Punjaub zu vernichten.</p> <p>‒ 12. Juni, 3. Uhr. Konsols 843/4 und 7/8.</p> </div> <div xml:id="ar015_021" type="jArticle"> <head>Dublin, 10. Juni.</head> <p>Herr John O'Connell, der, wie der Korrespondent der Times sagt, eine ungemeine Abneigung gegen Pulverdampf hat, erklärt in einem Briefe an den Herausgeber des „Evening Freeman,“ daß er nicht in die alle Alt- und Jungirländer umfassende League eintreten könne und sich an die durch Daniel O'Connell gegründete Repeal-Association halten werde.</p> <p>Die League hat inzwischen eine Proklamation erlassen, in der sie ihre innere Einrichtung auseinandersetzt. Die Bewaffnung ihrer Mitglieder nimmt guten Fortgang.</p> <p>‒ Der „Baumwollheiland“ Richard Cobden, der sich dieser Tage etwas zweideutig über die Chartisten ausdrückte, ist von Hrn. Feargus O'Connor wieder aufgefordert worden, sich nächstens in der Westriding vor Yorkshire mit ihm einzufinden, um die 6 Punkte der Volks-Charte vor allem Volke zu debattiren, damit man sehe, ob das Gewäsch der Freihandelsmänner tiefer in's Volk gedrungen sei, als die Agitation der Chartisten.</p> </div> </div> <div type="jReadersLetters" n="1"> <div xml:id="ar015_022" type="jArticle"> <head>Nachwahl der Stadt Köln.</head> <p>Als Stellvertreter nach Frankfurt:</p> <p><hi rendition="#g">Pelmann,</hi> Appell.-Gerichtsrath in Köln.</p> <p>Herrn <hi rendition="#g">Frenken,</hi> Abgeordneten von Heinsberg.</p> <p>In der Sitzung vom 31. Mai haben Sie, auf eine bereits am vorigen Tage geschlossene Debatte zurückkommend, Veranlassung genommen, über die Unruhen in Aachen zu sprechen. Hätten Sie nur Ihre Meinung geäußert, so würden wir, in Berücksichtigung, daß ein Deputirter wegen seiner Ansichten nicht zur Verantwortung gezogen werden darf, die Sache nicht weiter berühren, Sie haben aber Thatsachen berichtet, die unwahr sind; Sie haben im Namen einer Stadt gesprochen, von welcher Sie kein Mandat haben und so sind wir berechtigt und verpflichtet, Ihre Aeusserungen und Ihre angenommene Qualität öffentlich zu desavouiren.</p> <p>Sie behaupten, H. Abgeordneter, daß es sich nicht erwiesen habe, daß sich die Kriegs-Reservisten Ordnungswidrigkeiten hätten zu Schulden kommen lassen. Sie sagen da eine unverzeihliche Unwahrheit; denn, obgleich die gemischte Commission, welche die von den Reservisten begangenen Ungebührlichkeiten untersuchen sollte, leider <hi rendition="#g">nie</hi> in's Leben getreten ist, wahrscheinlich weil die Reservisten bereits Aachen hatten verlassen müßen, so ist doch in der Untersuchung gegen die Civil-Tumultuanten nebenbei gerichtlich constatirt worden, daß die Reservisten durch Angriffe auf Frauenzimmer, durch Abreißen von deutschen Cocarden, die Veranlassung zu dem ganzen Aufruhr gewesen sind.</p> <p>Wenn Ihnen hierüber noch Zweifel bleiben, so können wir Ihnen die Aussage von 100 glaubwürdigen Zeugen verschaffen, so können wir Ihnen Beweise anderer Städte liefern, wo die nämlichen Reservisten Spuren desselben frechen Benehmens bei ihrem Durchmarsche zurückgelassen haben.</p> <p>Wie dürfen Sie nun aber H. Abgeordneter, da Sie in einer dunkeln Unwissenheit über das ganze Sachverhältniß zu sein scheinen, solche Thatsachen wegläugnen, wie dürfen Sie, da Sie doch nur Abgeordneter von Heinsberg sind, das Recht usurpiren, Namens der Stadt Aachen einen Dank auszusprechen?</p> <p>Wir fordern Sie auf, öffentlich zu erklären, von wem Sie hierzu Vollmacht hatten; protestiren inzwischen aber entschieden gegen Ihre wahrheitswidrigen Angaben und noch nachdrücklicher gegen Ihre Anmaßung im Namen der Stadt Aachen zu sprechen.</p> <p>Schließlich können wir nicht umhin, zu bemerken, daß die Bürgerschaft von Aachen mit dem hier stationirenden 34 Infanterie Regiment und mit der damals hier anwesenden Dragoner Abtheilung nie in Conflict gerathen ist, sondern mit diesen Truppen stets im besten Einverständnisse gelebt hat und noch lebt.</p> <p>Aachen, 10. Juni 1848.</p> <p> <hi rendition="#g">Mehrere Aachener Bürger.</hi> </p> </div> <div xml:id="ar015_023" type="jArticle"> <head>Hamm, den 11. Juni 1848.</head> <p>An die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung:</p> <p>Der Arbeiterverein zu Hamm hat nachstehende Adresse, in Betreff der Ausweisung der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz an die Nationalversammlung zu Frankfurt erlassen:</p> <p>„An den Präsidenten der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt. die Angelegenheit, in welcher wir uns an Sie als Präsidenten der Nationalversammlung wenden, ist eine menschliche. In einer Zeit wie die jetzige, wo kein geschriebenes Gesetz mehr existirt, müssen die ewigen Rechte der Menschheit um so höher geschätzt werden. Wenn diese Rechte aber von der Obrigkeit, welche kein Gefühl für uns, sondern nur Macht über uns hat, mit Füßen getreten werden, wenn die Vertreter der deutschen Nation diesen Frevel an der Menschheit unter ihren Augen ungehindert ausüben lassen, wenn sie, von wahren Freunden und Vertretern des Volkes auf diesen Frevel wiederholt aufmerksam gemacht, dennoch darüber hinweg sehen: dann hört auch der Geduldigste auf, zu vertrauen und Jeder, der wahres Gefühl für Menschenrecht im Herzen trägt, hält es für seine Pflicht, selbst für seine gekränkten Brüder aufzutreten. In einer Person kann das sittliche Gefühl der gesammten Menschheit verletzt werden. Die deutsche Nationalversammlung soll die ganze Nation vertreten, die Nation ist aber aus einzelnen zusammengesetzt und wird der einzelne in seinen Menschenrechten verletzt, so ist es Pflicht der Versammlung, ihn darin zu schützen, ja es ist um so mehr ihre Pflicht, als er grade jetzt in dieser gesetzlosen Zeit seine vereinzelte Stellung um so schmerzlicher empfinden muß ‒ Die verschiedenen Ausweisungen der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz waren Akte der Gewalt, unzeitgemäße Nachahmungen veralteter Polizeimaßregeln. Die Bürger von Höchst haben die Ungerechtigkeit einer solchen Gewaltthat eingesehen und den Beleidigten die gebührende Genugthuung erwiesen, die freie Stadt Frankfurt hat dies bis jetzt nicht gethan. Wir tragen darauf an, daß diese Angelegenheit, nachdem die Herrn Schlöffel und Jordan bereits wiederholt vergebens ihre Stimmen dafür erhoben, dennoch in der Nationalversammlung zur Sprache gebracht werde und erwarten von dem Rechtlichkeitsgefühl unserer Vertreter, daß sie den tief Beleidigten diejenige Genugthuung auswirken werden, die einer so unrechtmäßigen Kränkung entspricht.</p> <p><hi rendition="#g">Hamm,</hi> den 11. Juni 1848.</p> <p>Folgen die Unterschriften von 221 Mitgliedern</p> <p>des Arbeitervereins.</p> </div> </div> <div type="jAnnouncements" n="1"> <div type="jAn"> <p> <hi rendition="#b">Civilstand der Stadt Köln.</hi> </p> <p> <hi rendition="#g">Geburten.</hi> </p> <p>10 u. 11. Juni. Peter Joh., S v. Franz Oedekoven, Lithograph, Burgmauer. ‒ Bertram, S. v. Joh. Iltgen, Maurer, Entenpfuhl. ‒ Marg. Doroth., T. v. Heinrich Jos. Hackenbruch, Sattler, Peterstr. ‒ Anna Maria Kath, T. v. Franz Ant. Helnerus, Schneider, Salzmagazin. ‒ Agnes, T. von Gerhard Schwarz, Taglöhner, Hühnerg. ‒ Wilhelm. Louise, T. v. Wilh. Schneider, Regier.-Diätar, Hämmerg. ‒ Joh. Gustav, S. v. Franz Hub. Hartkopf, Regenschirmfabrik., Breitstraße. ‒ Heinr. Napoleon Joh. Bern., S. v. Peter Bernard Tousin, Kleidermacher, gr. Griechenm.</p> <p>Anna, T. v. Eberhard Nießer, Rothgerber, kl. Griechenm. ‒ Peter, S. v. Kaspar Brambach, Seiler, Mühlenbach. ‒ Gudula, T. von Heinrich Gehlen, Schreiner, gr. Witschg. ‒ Friedr. Egon, S. v. Otto Falk, Anstr., Kostg. ‒ Gertr., T. v. Friedr. Lohner, Schmid, Stavenhof. ‒ Kath., T. v. Franz Arnold Proenen, Kaufm., Mühleng. ‒ Hubertina Adelh., T. v. Johann Neunzig, Tischler, Gereonskloster. ‒ Joh Hubertina, T. v. Jos. Maria Großi, Glaser, Kammachergasse. ‒ Ther. Adelh., T. v. Friedr. Wilh. Jacquemien, Bleiarbeiter vor St. Martin. ‒ Laurenz, S v. Laurenz Blum, Taglöhner, vor den 7 Burgen. ‒ Christian, S. v. Christian Exleben, Schreiner, Entenpfuhl. ‒ Anna Christina, T. v. Kaspar Kolfenbach, Tagl., Glockenring.</p> <p> <hi rendition="#g">Sterbefälle.</hi> </p> <p>10. u. 11. Juni. Nikol. Breuer, Schuster, 54 J. alt, verh., Weidengasse. ‒ Joh. Heinr. Harrnherm, Pförtner, 28 J. alt, unverh., gr. Budeng. ‒ Kath. Frank, 10 M. alt, Columbastr. ‒ Franziska Klauer, 1 J. 8 M. alt, Schafenstr. ‒ Gertr. Bachem geb. Winter, 32 J alt, Kostg. ‒ Math. Faßbender, 13 T. alt, Kranenbaumerhof.</p> <p>Kath. Berisch, 8 M alt, Thieboldsg. ‒ Ant. Odendahl, 5 J. alt, Weideng. ‒ Stephan Siebenaller, Cigarrenmacher, 23 J. alt, unverh., Ketteng. ‒ Math. Decker, Ziegelarbeiter, 45 J. alt, verh., Klingelpütz.</p> <p> <hi rendition="#g">Heirathen.</hi> </p> <p>9. Juni. Serv. Eick, Angestellter bei der Armenverwaltung, und Walb. Eleon. Maria Jos. Reifferscheid von Wadenheim.</p> <p>10. Juni Peter Cüster, Kellner, und Kath. Jammel von Hoeningen. ‒ Bern. Maro, Spezereih., Wittwer, und Anna Sibilla Bey, von Schwerfen.</p> </div> <div type="jAn"> <p><hi rendition="#b">Schiffahrts-Anzeige.</hi> Köln, 14. Juni 1848.</p> <p><hi rendition="#g">In Ladung:</hi> Nach Ruhrort b. Emmerich H. Lübbers; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; H. Schumacher nach Koblenz und der Mosel und Saar L. Tillmann; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Pisbach; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn H. Bechert; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim M. Oberbahn.</p> <p>Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Peer, Köln Nr. 10.<lb/> Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Coesen, Köln Nr. 2.</p> </div> <div type="jAn"> <p> <hi rendition="#g">Wasserstand.</hi> </p> <p>Köln, am 14. Juni. Rheinhöhe 8′ 8″.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Eine Wohnung, mit oder ohne Möbeln, Aussicht nach dem Rheine bietend, steht zu vermiethen, Holzmarkt Nro. 71.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Da Herr Ritz aus Aachen, Abgeordneter des Kreises Gladbach, unsere Gesinnungen am Landtag in Berlin nach Wunsch vertritt, so können wir nicht umhin, demjenigen, der Herrn Ritz zur Wahl vorschlug, so wie auch den Wahlmännern, die ihn wählten, unsern wärmsten Dank abzustatten.</p> <p> <hi rendition="#b">Mehrere liberal gesinnte Urwähler des Kreises.</hi> </p> </div> <div type="jAn"> <p> <hi rendition="#b">„Neue Rheinische Zeitung.“</hi> </p> <p>General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf:</p> <p> <hi rendition="#b">Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr,</hi> </p> <p>bei <hi rendition="#g">Drimborn,</hi> Glockengasse Nro. 13 und 15.</p> <p>Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten.</p> <p>Köln, den 2. Juni 1848.</p> <p> <hi rendition="#b">Das provisorische Comité.</hi> </p> </div> <div type="jAn"> <p> <hi rendition="#b">Die geschlossenen Gesellschaften und der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr.</hi> </p> <p>Es liegt außer allem Zweifel, daß die Bewegung unserer Zeit sich durch das Streben nach Verbreitung der Humanität charakterisirt. Nichts aber ist diesem Streben entgegengesetzter, als das Bestehen der geschlossenen Gesellschaften, welche der Humanität schnurstraks widersprechen und in die jetzige Zeit nimmer hineinpassen. Man beklagt sich über die Rohheit und Unwissenheit der sogenannten niedern Volksklassen und über ihren Mangel an Freiheitsgefühl; aber man thut nichts, was ihre geistige Hebung fördern könnte. Man hält sich für zu gut und für zu gebildet, mit dem geringen Manne gesellschaftlichen Umgang zu pflegen; man übersieht es aber, daß man sich dreist in jede Gesellschaft mischen kann, ohne sich etwas zu vergeben, wenn man sich selbst nur würdig beträgt. Es ist etwas Anderes, sich mit Jemanden gemein machen, und etwas Anderes, mit ihm gesellschaftlich umgehen und ihm liebreich begegnen. Die geschlossenen Gesellschaften tragen so etwas Zurückstoßendes und Geringschätziges für diejenigen in sich, welchen man den Zutritt in sie verwehrt; dagegen ist der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr für den Augenblick, abgesehen von aller Humanität, ein weit wichtigeres Volksbildungsmittel, als die Volksschule selbst, deren Wirksamkeit nicht auf die Gegenwart, sondern lediglich auf die Zukunft gerichtet ist. Der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr kann nur den Hochmuth, das Vorurtheil und die Lieblosigkeit unangenehm berühren, sonst kostet er Niemanden ein Opfer und bringt Vielen Gewinn; ohne ihn ist alles Gerede ron Liberalität ein eitles, ohne ihn wird das Streben nach wahrer Freiheit immerhin ein vergebliches bleiben.</p> <p>Ich bitte die Redaktionen aller Zeitungen und Lokalblätter, diese Zeilen aufzunehmen; alle diejenigen aber, welche meine Ansicht theilen, mögen sich öffentlich darüber aussprechen, damit diese vielleicht wichtigste Aufgabe unserer Zeit nicht wieder in Vergessenheit gerathe.</p> <p>Meurs, den 11. Juni 1847.</p> <p> <hi rendition="#g">Alex. Wormovius</hi> </p> </div> <div type="jAn"> <p>15 à 1600 Thlr. gegen dreifachen Werth auf erste Hypotheke gesucht. Die Expedition sagt wo.</p> </div> <div type="jAn"> <p><hi rendition="#b">Messingene, bleierne und eiserne</hi> Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei <hi rendition="#b">Aug. Hönig,</hi></p> <p>Altenmarkt Nro. 56 in Köln.</p> </div> <div type="jAn"> <p><hi rendition="#b">Banner und Compagnie-Fahnen</hi> mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Die so beliebten</p> <p> <hi rendition="#b">Kirschen-Torten</hi> </p> <p>sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu haben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften, Blindgasse und Cattenbug Nr. 12.</p> <p><hi rendition="#g">Franz Stollwerck,</hi> Hoflieferant.</p> </div> <div type="jAn"> <p> <hi rendition="#b">Eis</hi> </p> <p>täglich in und außer dem Hause à Portion 4 Sgr. bei</p> <p><hi rendition="#g">Franz Stollwerck,</hi> Hoflieferant.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Es befinden sich mehrere Regenschirme bei mir, deren Eigenthümer mir entfallen sind; ich ersuche deshalb jeden, der mir Schirme zur Reparatur etc. etc. übergeben, solche Eulengartengasse Nro. 5 in Emfang zu nehmen.</p> <p> <hi rendition="#b">Viktor Jansen,</hi> </p> <p>Regenschirmfabrikant,</p> </div> <div type="jAn"> <p>Es wünscht Jemand sich mit Abschreiben zu beschäftigen. Weingartengasse Nr. 6.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Heute Donnerstag, den <hi rendition="#b">15. Juni 1848,</hi></p> <p>Abends <hi rendition="#b">6</hi> Uhr,</p> <p> <hi rendition="#b">Großes Vokal- und Instrumental-</hi> </p> <p> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Konzert</hi> </hi> </p> <p>vom Kölner Bürgerwehr-Musikchor</p> <p>des 4. und 5. Banners,</p> <p>unter Leitung des Lehrers Herrn Herr und gefälliger Mitwirkung der Dilletanten und des Bürger-Handwerker-Gesang-Vereines</p> <p> <hi rendition="#b">im Marienbildchen bei Hrn. Rener in Deutz.</hi> </p> <p>(Die Einnahme ist zur Anschaffung der nöthigsten Instrumente und Musikalien für das Bürgerwehr-Musikchor bestimmt.)</p> <list> <head> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Programm.</hi> </hi> </head> <item> <list> <head> <hi rendition="#g">I. Abtheilung.</hi> </head> <item>1. Festklänge. Marsch von F. Kreinecker.</item> <item>2. Ouvertüre aus der Oper „Gustav Adolph“ von Auber.</item> <item>3. Scene, Arie und Cavatine „aus Moses“ von Rossini.</item> <item>4. Introduction und Walzer über Themas aus Oberon von K. M. v. Weber.</item> <item>5. Bürgerwehrlied mit Chorgesang. ged. von Sternau, in Musik gesetzt von unserem wackern Landsmanne J. Offenbach aus Paris.</item> </list> </item> <item> <list> <head> <hi rendition="#g">II. Abtheilung.</hi> </head> <item>6. Neuer Bürgerwehr-Marsch über ein beliebtes rheinisches Volkslied von W. Herr.</item> <item>7. Ouvertüre zur Oper „Die Königin für einen Tag“ von Adam.</item> <item>8. Große Polonaise, arrangirt von Schönau.</item> <item>9. Albert-Walzer von Labytzky.</item> <item>10. Marsch mit Chorgesang über Reichardts und Arndts deutsches Vaterland, arrangirt von Herr.</item> </list> </item> <item> <list> <head> <hi rendition="#g">III. Abtheilung.</hi> </head> <item>11. Potpourri aus „Graf Ory“ von Rossini.</item> <item><choice><sic>13.</sic><corr>12.</corr></choice> Polka-Lese von verschiedenen Komponisten.</item> <item>13. Scene und Duett aus „Rebucadnezar“ von Verdi.</item> <item>14. Galopade aus „Teufels-Antheil“ von Auber, arrangirt von Canthal.</item> <item>15. Marsch über die Schleswig-Holsteiner-National-Hymne mit Chorgesang, arrangirt von Herr.</item> </list> </item> </list> <p>Karten sind bei sämmtlichen Zugführern à 5 Sgr. und Abends an der Kasse 71/2 Sgr. zu haben.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Ein Mädchen, welches im Nähen und Stricken erfahren ist, und mit Kindern gut umzugehen weiß, sucht einen Dienst. Nähere Auskunft in der Expedition d. Bl.</p> </div> <div type="jAn"> <p>Gründlicher Unterricht in der italienischen Sprache, und für Kaufleute mit besonderer Hinweisung auf die Handelskorrespondenz, Kupfergasse 1 A.</p> </div> </div> <div type="imprint"> <p>Der Gerant, <hi rendition="#g">Korff.</hi><lb/> Druck von W. <hi rendition="#g">Clouth,</hi> St. Agatha Nro. 12.</p> </div> </body> </text> </TEI> [0064/0004]
reffend, ein Gewebe von Lügen und Unrichtigkeiten sei und deßhalb keiner speziellen Entgegnung bedürfe.
Paris, 12. Juni. Die Mitglieder der Klubs der Union haben der National-Versammlung eine Petition eingereicht, worin sie auf Annulirung der Wahl von Louis Bonaparte antragen.
Diesen Morgen hat man in der Nähe des Porte St. Denis ein Individuum arretirt, welches aufrührerische Maueranschläge anklebte und schrie : es lebe Heinrich der Fünfte!
Am Ende des Monats April überschritt die Zahl der Häuser, die ihre Zahlungen einstellten, 1500. Heute erhebt sie sich fast auf 6000.
Man liest in der Presse: „Der Finanzplan Duclercs ist kein Geheimnis mehr. Der Staat befindet sich in einem Rückstand von 1 Milliard und die Regierung braucht außerdem 500 Millionen. Um diese Summe von 15 Millionen, die man durch Steuern nicht beibringen kann, zu decken, will die Regierung der Bank eine Summe von 400 Millionen abverlangen und auf Hypotheke die Eisenbahnen geben. Außerdem nimmt sie sich vor, für 11 Millionen Bankbillets auszugeben. Bleibt übrig zu wissen, ob die Ausgabe von 1100 Millionen Banknoten die Genehmigung der Bank und der National-Versammlung erhält.“ Der Messager seinerseits versichert, die Bank von Frankreich habe sich mit der Regierung über die Ausführung des Systems von Duclerc verständigt.
Der Pariser Arbeiterklub, der früher schon gegen die bewaffnete Expedition nach Deutschland energisch aufgetreten war, hat der Reforme einen neuen Protest zugesandt, woraus wir folgendes entnehmen:
„Mit großer Entrüstung haben wir einen in französischer und deutscher Sprache abgefaßten Maueranschlag gelesen, herrührend von einem sogenannten demokratischen deutschen Comite, das für die Freiheit der Völker gebildet zu sein vorgibt, und den deutschen Proletarier von Paris auffordert, sich in Freikorps einzuschreiben, um unter Mailands und Karl Alberts Fahnen dienen zu gehen. Der Maueranschlag wendet sich an die deutschen Arbeiter, indem er ihnen zuruft: Was findet ihr heute in größeren industiellen Städten? Elend. Was werdet Ihr in Italien finden? Ruhm! Diese Phrase ist lügenhaft. Der demokratische Arbeiter hat heut zu Tage in allen großen und industriellen Städten mitzuarbeiten an der Befreiung des Proletariats. Dies scheint uns glorreicher als unser Blut zu vergießen in der Lombardei, im Dienste seiner Majestät, Karl Alberts, Königs von Sardinien, Cypern und Jerusalem. Wir verwarnen unsere Brüder, die deutschen Proletarier, dieser Aufforderung zu trauen, die von einem Comite herrührt ohne moralische und materiellen Garantien, trotz seines prunkenden Titels.“ Im Namen des deutschen Arbeiterklubs: Everbeck, Präsident. Schneeberger, Richard, Küster, Wagener, Arbeiter.
‒ Rasvail hat aus Vicennes eine Dankadresse an die Wähler gerichtet, die ihm ihre Stimmen gegeben.
Die exekutive Kommission hat einen Schock neuer Präfekten ernannt, worunter wir die Namen von Hektor Carnot und Pereira bemerken.
Das Bien public, Journal Lamartine's, enhält einen heftigen Artikel gegen Louis Napoleon.
Armand Marrast ist einstimmig zum Berichterstatter von dem mit dem Konstitutionsentwurf beschäftigten Ausschuß ernannt worden.
‒ Der Polizeipräfekt hat ein Dekret gegen die öffentlichen Ausrufer erlassen, dessen Hauptinhalt folgt:
Art. 1. Gemäß Art. 3 des Gesetzes vom 10. Dezember 1830, darf nur der Titel von Journalen, täglichen oder periodischen Blättern, „Urtheilen,“ und andren „Akten“ einer konstituirten Behörde in den Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten ausgerufen werden. Jede andere Schrift, Drucksache, Litographie u.s.w. darf nur ausgerufen werden, wenn der Ausrufer oder Vertheiler den Titel angezeigt hat, worunter er sie ankündigen will, und ein Exemplar der Schrift u. s. w. dem Polizeikommissariat im Viertel des Justizpalastes eingehändigt hat.
Großbritannien. * London, 12. Juni. Gestern wurde die Ruhe in und um die Stadt nicht gestört. Für heute Abend sind indeß viele Chartisten-Versammlungen verabredet. Das beabsichtigte Meeting auf Bischof Bonner's Feld wurde von der Behörde untersagt. Die bis zu diesem Augenblick (5 Uhr Nachmittags) aus den Provinzen eingetroffenen Nachrichten zeigen, daß auch in Manchester, Liverpool u. s. w. nichts außerordentliches vorgefallen war.
‒ Die wegen Hr. Ernest Jones durch Feargus O'Connor angebotene Bürgschafchaft wurde nicht angenommen, da letzterer Mitglied des Parlaments ist.
London, 12. Juni. Aus Indien trafen weitere Mittheilungen über den Aufstand in Lahore ein, welche die über Marseille erhaltenen Nachrichten bestätigen. Zwei englische Kommissionäre fanden ihren Tod und ein Theil der Truppen befand sich in großer Gefahr. Bei den trefflichen, durch Lord Hardinge früher getroffenen militärischen Maßregeln, glaubte man indeß die Sache schnell zu Ende bringen zu können und dadurch den Rest der Unzufriedenen im Punjaub zu vernichten.
‒ 12. Juni, 3. Uhr. Konsols 843/4 und 7/8.
Dublin, 10. Juni. Herr John O'Connell, der, wie der Korrespondent der Times sagt, eine ungemeine Abneigung gegen Pulverdampf hat, erklärt in einem Briefe an den Herausgeber des „Evening Freeman,“ daß er nicht in die alle Alt- und Jungirländer umfassende League eintreten könne und sich an die durch Daniel O'Connell gegründete Repeal-Association halten werde.
Die League hat inzwischen eine Proklamation erlassen, in der sie ihre innere Einrichtung auseinandersetzt. Die Bewaffnung ihrer Mitglieder nimmt guten Fortgang.
‒ Der „Baumwollheiland“ Richard Cobden, der sich dieser Tage etwas zweideutig über die Chartisten ausdrückte, ist von Hrn. Feargus O'Connor wieder aufgefordert worden, sich nächstens in der Westriding vor Yorkshire mit ihm einzufinden, um die 6 Punkte der Volks-Charte vor allem Volke zu debattiren, damit man sehe, ob das Gewäsch der Freihandelsmänner tiefer in's Volk gedrungen sei, als die Agitation der Chartisten.
Nachwahl der Stadt Köln. Als Stellvertreter nach Frankfurt:
Pelmann, Appell.-Gerichtsrath in Köln.
Herrn Frenken, Abgeordneten von Heinsberg.
In der Sitzung vom 31. Mai haben Sie, auf eine bereits am vorigen Tage geschlossene Debatte zurückkommend, Veranlassung genommen, über die Unruhen in Aachen zu sprechen. Hätten Sie nur Ihre Meinung geäußert, so würden wir, in Berücksichtigung, daß ein Deputirter wegen seiner Ansichten nicht zur Verantwortung gezogen werden darf, die Sache nicht weiter berühren, Sie haben aber Thatsachen berichtet, die unwahr sind; Sie haben im Namen einer Stadt gesprochen, von welcher Sie kein Mandat haben und so sind wir berechtigt und verpflichtet, Ihre Aeusserungen und Ihre angenommene Qualität öffentlich zu desavouiren.
Sie behaupten, H. Abgeordneter, daß es sich nicht erwiesen habe, daß sich die Kriegs-Reservisten Ordnungswidrigkeiten hätten zu Schulden kommen lassen. Sie sagen da eine unverzeihliche Unwahrheit; denn, obgleich die gemischte Commission, welche die von den Reservisten begangenen Ungebührlichkeiten untersuchen sollte, leider nie in's Leben getreten ist, wahrscheinlich weil die Reservisten bereits Aachen hatten verlassen müßen, so ist doch in der Untersuchung gegen die Civil-Tumultuanten nebenbei gerichtlich constatirt worden, daß die Reservisten durch Angriffe auf Frauenzimmer, durch Abreißen von deutschen Cocarden, die Veranlassung zu dem ganzen Aufruhr gewesen sind.
Wenn Ihnen hierüber noch Zweifel bleiben, so können wir Ihnen die Aussage von 100 glaubwürdigen Zeugen verschaffen, so können wir Ihnen Beweise anderer Städte liefern, wo die nämlichen Reservisten Spuren desselben frechen Benehmens bei ihrem Durchmarsche zurückgelassen haben.
Wie dürfen Sie nun aber H. Abgeordneter, da Sie in einer dunkeln Unwissenheit über das ganze Sachverhältniß zu sein scheinen, solche Thatsachen wegläugnen, wie dürfen Sie, da Sie doch nur Abgeordneter von Heinsberg sind, das Recht usurpiren, Namens der Stadt Aachen einen Dank auszusprechen?
Wir fordern Sie auf, öffentlich zu erklären, von wem Sie hierzu Vollmacht hatten; protestiren inzwischen aber entschieden gegen Ihre wahrheitswidrigen Angaben und noch nachdrücklicher gegen Ihre Anmaßung im Namen der Stadt Aachen zu sprechen.
Schließlich können wir nicht umhin, zu bemerken, daß die Bürgerschaft von Aachen mit dem hier stationirenden 34 Infanterie Regiment und mit der damals hier anwesenden Dragoner Abtheilung nie in Conflict gerathen ist, sondern mit diesen Truppen stets im besten Einverständnisse gelebt hat und noch lebt.
Aachen, 10. Juni 1848.
Mehrere Aachener Bürger.
Hamm, den 11. Juni 1848. An die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung:
Der Arbeiterverein zu Hamm hat nachstehende Adresse, in Betreff der Ausweisung der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz an die Nationalversammlung zu Frankfurt erlassen:
„An den Präsidenten der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt. die Angelegenheit, in welcher wir uns an Sie als Präsidenten der Nationalversammlung wenden, ist eine menschliche. In einer Zeit wie die jetzige, wo kein geschriebenes Gesetz mehr existirt, müssen die ewigen Rechte der Menschheit um so höher geschätzt werden. Wenn diese Rechte aber von der Obrigkeit, welche kein Gefühl für uns, sondern nur Macht über uns hat, mit Füßen getreten werden, wenn die Vertreter der deutschen Nation diesen Frevel an der Menschheit unter ihren Augen ungehindert ausüben lassen, wenn sie, von wahren Freunden und Vertretern des Volkes auf diesen Frevel wiederholt aufmerksam gemacht, dennoch darüber hinweg sehen: dann hört auch der Geduldigste auf, zu vertrauen und Jeder, der wahres Gefühl für Menschenrecht im Herzen trägt, hält es für seine Pflicht, selbst für seine gekränkten Brüder aufzutreten. In einer Person kann das sittliche Gefühl der gesammten Menschheit verletzt werden. Die deutsche Nationalversammlung soll die ganze Nation vertreten, die Nation ist aber aus einzelnen zusammengesetzt und wird der einzelne in seinen Menschenrechten verletzt, so ist es Pflicht der Versammlung, ihn darin zu schützen, ja es ist um so mehr ihre Pflicht, als er grade jetzt in dieser gesetzlosen Zeit seine vereinzelte Stellung um so schmerzlicher empfinden muß ‒ Die verschiedenen Ausweisungen der Herrn Essellen, Löwenstein und Pelz waren Akte der Gewalt, unzeitgemäße Nachahmungen veralteter Polizeimaßregeln. Die Bürger von Höchst haben die Ungerechtigkeit einer solchen Gewaltthat eingesehen und den Beleidigten die gebührende Genugthuung erwiesen, die freie Stadt Frankfurt hat dies bis jetzt nicht gethan. Wir tragen darauf an, daß diese Angelegenheit, nachdem die Herrn Schlöffel und Jordan bereits wiederholt vergebens ihre Stimmen dafür erhoben, dennoch in der Nationalversammlung zur Sprache gebracht werde und erwarten von dem Rechtlichkeitsgefühl unserer Vertreter, daß sie den tief Beleidigten diejenige Genugthuung auswirken werden, die einer so unrechtmäßigen Kränkung entspricht.
Hamm, den 11. Juni 1848.
Folgen die Unterschriften von 221 Mitgliedern
des Arbeitervereins.
Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
10 u. 11. Juni. Peter Joh., S v. Franz Oedekoven, Lithograph, Burgmauer. ‒ Bertram, S. v. Joh. Iltgen, Maurer, Entenpfuhl. ‒ Marg. Doroth., T. v. Heinrich Jos. Hackenbruch, Sattler, Peterstr. ‒ Anna Maria Kath, T. v. Franz Ant. Helnerus, Schneider, Salzmagazin. ‒ Agnes, T. von Gerhard Schwarz, Taglöhner, Hühnerg. ‒ Wilhelm. Louise, T. v. Wilh. Schneider, Regier.-Diätar, Hämmerg. ‒ Joh. Gustav, S. v. Franz Hub. Hartkopf, Regenschirmfabrik., Breitstraße. ‒ Heinr. Napoleon Joh. Bern., S. v. Peter Bernard Tousin, Kleidermacher, gr. Griechenm.
Anna, T. v. Eberhard Nießer, Rothgerber, kl. Griechenm. ‒ Peter, S. v. Kaspar Brambach, Seiler, Mühlenbach. ‒ Gudula, T. von Heinrich Gehlen, Schreiner, gr. Witschg. ‒ Friedr. Egon, S. v. Otto Falk, Anstr., Kostg. ‒ Gertr., T. v. Friedr. Lohner, Schmid, Stavenhof. ‒ Kath., T. v. Franz Arnold Proenen, Kaufm., Mühleng. ‒ Hubertina Adelh., T. v. Johann Neunzig, Tischler, Gereonskloster. ‒ Joh Hubertina, T. v. Jos. Maria Großi, Glaser, Kammachergasse. ‒ Ther. Adelh., T. v. Friedr. Wilh. Jacquemien, Bleiarbeiter vor St. Martin. ‒ Laurenz, S v. Laurenz Blum, Taglöhner, vor den 7 Burgen. ‒ Christian, S. v. Christian Exleben, Schreiner, Entenpfuhl. ‒ Anna Christina, T. v. Kaspar Kolfenbach, Tagl., Glockenring.
Sterbefälle.
10. u. 11. Juni. Nikol. Breuer, Schuster, 54 J. alt, verh., Weidengasse. ‒ Joh. Heinr. Harrnherm, Pförtner, 28 J. alt, unverh., gr. Budeng. ‒ Kath. Frank, 10 M. alt, Columbastr. ‒ Franziska Klauer, 1 J. 8 M. alt, Schafenstr. ‒ Gertr. Bachem geb. Winter, 32 J alt, Kostg. ‒ Math. Faßbender, 13 T. alt, Kranenbaumerhof.
Kath. Berisch, 8 M alt, Thieboldsg. ‒ Ant. Odendahl, 5 J. alt, Weideng. ‒ Stephan Siebenaller, Cigarrenmacher, 23 J. alt, unverh., Ketteng. ‒ Math. Decker, Ziegelarbeiter, 45 J. alt, verh., Klingelpütz.
Heirathen.
9. Juni. Serv. Eick, Angestellter bei der Armenverwaltung, und Walb. Eleon. Maria Jos. Reifferscheid von Wadenheim.
10. Juni Peter Cüster, Kellner, und Kath. Jammel von Hoeningen. ‒ Bern. Maro, Spezereih., Wittwer, und Anna Sibilla Bey, von Schwerfen.
Schiffahrts-Anzeige. Köln, 14. Juni 1848.
In Ladung: Nach Ruhrort b. Emmerich H. Lübbers; Nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; H. Schumacher nach Koblenz und der Mosel und Saar L. Tillmann; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Pisbach; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Mainz Anton Bender; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain C. W. Müller; nach Heilbronn H. Bechert; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim M. Oberbahn.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Peer, Köln Nr. 10.
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Coesen, Köln Nr. 2.
Wasserstand.
Köln, am 14. Juni. Rheinhöhe 8′ 8″.
Eine Wohnung, mit oder ohne Möbeln, Aussicht nach dem Rheine bietend, steht zu vermiethen, Holzmarkt Nro. 71.
Da Herr Ritz aus Aachen, Abgeordneter des Kreises Gladbach, unsere Gesinnungen am Landtag in Berlin nach Wunsch vertritt, so können wir nicht umhin, demjenigen, der Herrn Ritz zur Wahl vorschlug, so wie auch den Wahlmännern, die ihn wählten, unsern wärmsten Dank abzustatten.
Mehrere liberal gesinnte Urwähler des Kreises.
„Neue Rheinische Zeitung.“
General-Versammlung der Herren Aktionäre zur Berathung und Feststellung des Statuts und Abschluß des Gesellschafts-Vertrages auf:
Sonntag, den 18. Juni d. J., Morgens 10 Uhr,
bei Drimborn, Glockengasse Nro. 13 und 15.
Auswärtige können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Die Interims-Quittungen dienen als Eintrittskarten.
Köln, den 2. Juni 1848.
Das provisorische Comité.
Die geschlossenen Gesellschaften und der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr.
Es liegt außer allem Zweifel, daß die Bewegung unserer Zeit sich durch das Streben nach Verbreitung der Humanität charakterisirt. Nichts aber ist diesem Streben entgegengesetzter, als das Bestehen der geschlossenen Gesellschaften, welche der Humanität schnurstraks widersprechen und in die jetzige Zeit nimmer hineinpassen. Man beklagt sich über die Rohheit und Unwissenheit der sogenannten niedern Volksklassen und über ihren Mangel an Freiheitsgefühl; aber man thut nichts, was ihre geistige Hebung fördern könnte. Man hält sich für zu gut und für zu gebildet, mit dem geringen Manne gesellschaftlichen Umgang zu pflegen; man übersieht es aber, daß man sich dreist in jede Gesellschaft mischen kann, ohne sich etwas zu vergeben, wenn man sich selbst nur würdig beträgt. Es ist etwas Anderes, sich mit Jemanden gemein machen, und etwas Anderes, mit ihm gesellschaftlich umgehen und ihm liebreich begegnen. Die geschlossenen Gesellschaften tragen so etwas Zurückstoßendes und Geringschätziges für diejenigen in sich, welchen man den Zutritt in sie verwehrt; dagegen ist der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr für den Augenblick, abgesehen von aller Humanität, ein weit wichtigeres Volksbildungsmittel, als die Volksschule selbst, deren Wirksamkeit nicht auf die Gegenwart, sondern lediglich auf die Zukunft gerichtet ist. Der allgemeine brüderliche Gesellschaftsverkehr kann nur den Hochmuth, das Vorurtheil und die Lieblosigkeit unangenehm berühren, sonst kostet er Niemanden ein Opfer und bringt Vielen Gewinn; ohne ihn ist alles Gerede ron Liberalität ein eitles, ohne ihn wird das Streben nach wahrer Freiheit immerhin ein vergebliches bleiben.
Ich bitte die Redaktionen aller Zeitungen und Lokalblätter, diese Zeilen aufzunehmen; alle diejenigen aber, welche meine Ansicht theilen, mögen sich öffentlich darüber aussprechen, damit diese vielleicht wichtigste Aufgabe unserer Zeit nicht wieder in Vergessenheit gerathe.
Meurs, den 11. Juni 1847.
Alex. Wormovius
15 à 1600 Thlr. gegen dreifachen Werth auf erste Hypotheke gesucht. Die Expedition sagt wo.
Messingene, bleierne und eiserne Saug- und Druckpumpen werden auf jede Brunnentiefe unter Garantie angefertigt, auch findet man in meinem Lager eine große Auswahl derselben vorräthig bei Aug. Hönig,
Altenmarkt Nro. 56 in Köln.
Banner und Compagnie-Fahnen mit dem Reichsadler und Stadt-Wappen, Benennung der Compagnie oder jeder sonstigen Inschrift, in Wolle und Seide, sind zu haben bei Gebr. Seligmann.
Die so beliebten
Kirschen-Torten
sind täglich frisch zu 10 und 1 Sgr. das Stück zu haben, Schildergasse Nr. 49 und in meinen Nebengeschäften, Blindgasse und Cattenbug Nr. 12.
Franz Stollwerck, Hoflieferant.
Eis
täglich in und außer dem Hause à Portion 4 Sgr. bei
Franz Stollwerck, Hoflieferant.
Es befinden sich mehrere Regenschirme bei mir, deren Eigenthümer mir entfallen sind; ich ersuche deshalb jeden, der mir Schirme zur Reparatur etc. etc. übergeben, solche Eulengartengasse Nro. 5 in Emfang zu nehmen.
Viktor Jansen,
Regenschirmfabrikant,
Es wünscht Jemand sich mit Abschreiben zu beschäftigen. Weingartengasse Nr. 6.
Heute Donnerstag, den 15. Juni 1848,
Abends 6 Uhr,
Großes Vokal- und Instrumental-
Konzert
vom Kölner Bürgerwehr-Musikchor
des 4. und 5. Banners,
unter Leitung des Lehrers Herrn Herr und gefälliger Mitwirkung der Dilletanten und des Bürger-Handwerker-Gesang-Vereines
im Marienbildchen bei Hrn. Rener in Deutz.
(Die Einnahme ist zur Anschaffung der nöthigsten Instrumente und Musikalien für das Bürgerwehr-Musikchor bestimmt.)
Programm. I. Abtheilung. 1. Festklänge. Marsch von F. Kreinecker.
2. Ouvertüre aus der Oper „Gustav Adolph“ von Auber.
3. Scene, Arie und Cavatine „aus Moses“ von Rossini.
4. Introduction und Walzer über Themas aus Oberon von K. M. v. Weber.
5. Bürgerwehrlied mit Chorgesang. ged. von Sternau, in Musik gesetzt von unserem wackern Landsmanne J. Offenbach aus Paris.
II. Abtheilung. 6. Neuer Bürgerwehr-Marsch über ein beliebtes rheinisches Volkslied von W. Herr.
7. Ouvertüre zur Oper „Die Königin für einen Tag“ von Adam.
8. Große Polonaise, arrangirt von Schönau.
9. Albert-Walzer von Labytzky.
10. Marsch mit Chorgesang über Reichardts und Arndts deutsches Vaterland, arrangirt von Herr.
III. Abtheilung. 11. Potpourri aus „Graf Ory“ von Rossini.
12. Polka-Lese von verschiedenen Komponisten.
13. Scene und Duett aus „Rebucadnezar“ von Verdi.
14. Galopade aus „Teufels-Antheil“ von Auber, arrangirt von Canthal.
15. Marsch über die Schleswig-Holsteiner-National-Hymne mit Chorgesang, arrangirt von Herr.
Karten sind bei sämmtlichen Zugführern à 5 Sgr. und Abends an der Kasse 71/2 Sgr. zu haben.
Ein Mädchen, welches im Nähen und Stricken erfahren ist, und mit Kindern gut umzugehen weiß, sucht einen Dienst. Nähere Auskunft in der Expedition d. Bl.
Gründlicher Unterricht in der italienischen Sprache, und für Kaufleute mit besonderer Hinweisung auf die Handelskorrespondenz, Kupfergasse 1 A.
Der Gerant, Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.
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Weitere Informationen:Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 1 (Nummer 1 bis Nummer 183) Köln, 1. Juni 1848 bis 31. Dezember 1848. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.
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