Müllner, Adolph: Der Kaliber. Leipzig, 1829.bei deiner Seeligkeit - daran nicht mehr zu denken! oder so wahr ein Gott ist! so wahr ich liebe! eine Kugel - heut' oder morgen - auf den leisesten Verdacht - diese Kugel jag' ich durch dein Gehirn!" "Rasender!" schreit Heinrich, stößt ihn zurück, und macht Miene den Stockdegen zu entblößen. Ferdinand, seiner Gefahr zuvorzukommen und für die augenscheinliche des Gegners blind, schlägt mit dem Terzerol nach dessen Hand; es entladet sich, Heinrich schreit auf und sinkt röchelnd zusammen. Man wird bemerken, daß diese Aussage, wenn auch sonst die Umstände einen Zweifel daran zugelassen hätten, mit dem Leichenbefund im genauesten Einklange stand. In die Linke hatte Heinrich den Stock nehmen müßen, um den Stahl desselben zu entblößen, und bei deiner Seeligkeit – daran nicht mehr zu denken! oder so wahr ein Gott ist! so wahr ich liebe! eine Kugel – heut’ oder morgen – auf den leisesten Verdacht – diese Kugel jag’ ich durch dein Gehirn!“ „Rasender!“ schreit Heinrich, stößt ihn zurück, und macht Miene den Stockdegen zu entblößen. Ferdinand, seiner Gefahr zuvorzukommen und für die augenscheinliche des Gegners blind, schlägt mit dem Terzerol nach dessen Hand; es entladet sich, Heinrich schreit auf und sinkt röchelnd zusammen. Man wird bemerken, daß diese Aussage, wenn auch sonst die Umstände einen Zweifel daran zugelassen hätten, mit dem Leichenbefund im genauesten Einklange stand. In die Linke hatte Heinrich den Stock nehmen müßen, um den Stahl desselben zu entblößen, und <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0139" n="119"/> bei deiner Seeligkeit – daran nicht mehr zu denken! oder so wahr ein Gott ist! so wahr ich <hi rendition="#g">liebe</hi>! eine Kugel – heut’ oder morgen – auf den leisesten Verdacht – <hi rendition="#g">diese</hi> Kugel jag’ ich durch dein Gehirn!“</p> <p>„Rasender!“ schreit Heinrich, stößt ihn zurück, und macht Miene den Stockdegen zu entblößen. Ferdinand, <hi rendition="#g">seiner</hi> Gefahr zuvorzukommen und für die augenscheinliche des Gegners blind, schlägt mit dem <hi rendition="#g">Terzerol</hi> nach dessen Hand; es entladet sich, Heinrich schreit auf und sinkt röchelnd zusammen.</p> <p>Man wird bemerken, daß diese Aussage, wenn auch sonst die Umstände einen Zweifel daran zugelassen hätten, mit dem Leichenbefund im genauesten Einklange stand. In die Linke hatte Heinrich den Stock nehmen müßen, um den Stahl desselben zu entblößen, und </p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [119/0139]
bei deiner Seeligkeit – daran nicht mehr zu denken! oder so wahr ein Gott ist! so wahr ich liebe! eine Kugel – heut’ oder morgen – auf den leisesten Verdacht – diese Kugel jag’ ich durch dein Gehirn!“
„Rasender!“ schreit Heinrich, stößt ihn zurück, und macht Miene den Stockdegen zu entblößen. Ferdinand, seiner Gefahr zuvorzukommen und für die augenscheinliche des Gegners blind, schlägt mit dem Terzerol nach dessen Hand; es entladet sich, Heinrich schreit auf und sinkt röchelnd zusammen.
Man wird bemerken, daß diese Aussage, wenn auch sonst die Umstände einen Zweifel daran zugelassen hätten, mit dem Leichenbefund im genauesten Einklange stand. In die Linke hatte Heinrich den Stock nehmen müßen, um den Stahl desselben zu entblößen, und
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Zitationshilfe: | Müllner, Adolph: Der Kaliber. Leipzig, 1829, S. 119. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/muellner_kaliber_1829/139>, abgerufen am 16.02.2025. |