Mügge, Theodor: Am Malanger Fjord. In: Deutscher Novellenschatz. Hrsg. von Paul Heyse und Hermann Kurz. Bd. 13. 2. Aufl. Berlin, [1910], S. 1–176. In: Weitin, Thomas (Hrsg.): Volldigitalisiertes Korpus. Der Deutsche Novellenschatz. Darmstadt/Konstanz, 2016.Gewicht untersucht, der geforderte Preis mit Hohngelächter aufgenommen, oder der Verkäufer mit der Branntweinflasche zur Einsicht gebracht. Von Zeit zu Zeit aber erschien unter diesen Haufen von Fischern in dunklen Zwillich und abgeschabten Lederjacken, mitten unter den Glanzhüten der Quäner und Colonisten und den braunen, schmutzigen Baumwollenhemden und hochstehenden Mützen der Rennthierhirten ein junger Elegant aus dem Gebirge. Es waren Wenige, aber doch Mehrere, die sich vortheilhaft vor ihren Stammgenossen auszeichneten, und deren Aeußeres sowohl, wie ihre Haltung und ihr ganzes Benehmen, einen Grad von Cultur und Bildung ausdrückte, welche sie wahrscheinlich im Umgang mit gesitteten Leuten und in den Schulen, die für sie angelegt waren, erlangt hatten. Merkwürdig war es aber doch, daß, während die normannischen Fischer sowohl, wie die Finner, Böelappen und anderen Colonisten, auch nicht einen Mann zu besitzen schienen, der aus dem rohen Haufen vortheilhaft hervorgetreten wäre, gerade diese verachteten Nomaden einige ganz artige und wohlgefällige Jünglinge und junge Mädchen auf den Markt geschickt hatten. Die kleinen lappischen Schönheiten wurden zwar von den stolzen Töchtern der Kaufleute aus den Fjorden mit spöttischen Blicken betrachtet und von den jungen Normännern kaum angesehen, allein sie waren nichts Gewicht untersucht, der geforderte Preis mit Hohngelächter aufgenommen, oder der Verkäufer mit der Branntweinflasche zur Einsicht gebracht. Von Zeit zu Zeit aber erschien unter diesen Haufen von Fischern in dunklen Zwillich und abgeschabten Lederjacken, mitten unter den Glanzhüten der Quäner und Colonisten und den braunen, schmutzigen Baumwollenhemden und hochstehenden Mützen der Rennthierhirten ein junger Elegant aus dem Gebirge. Es waren Wenige, aber doch Mehrere, die sich vortheilhaft vor ihren Stammgenossen auszeichneten, und deren Aeußeres sowohl, wie ihre Haltung und ihr ganzes Benehmen, einen Grad von Cultur und Bildung ausdrückte, welche sie wahrscheinlich im Umgang mit gesitteten Leuten und in den Schulen, die für sie angelegt waren, erlangt hatten. Merkwürdig war es aber doch, daß, während die normannischen Fischer sowohl, wie die Finner, Böelappen und anderen Colonisten, auch nicht einen Mann zu besitzen schienen, der aus dem rohen Haufen vortheilhaft hervorgetreten wäre, gerade diese verachteten Nomaden einige ganz artige und wohlgefällige Jünglinge und junge Mädchen auf den Markt geschickt hatten. Die kleinen lappischen Schönheiten wurden zwar von den stolzen Töchtern der Kaufleute aus den Fjorden mit spöttischen Blicken betrachtet und von den jungen Normännern kaum angesehen, allein sie waren nichts <TEI> <text> <body> <div type="chapter" n="7"> <p><pb facs="#f0164"/> Gewicht untersucht, der geforderte Preis mit Hohngelächter aufgenommen, oder der Verkäufer mit der Branntweinflasche zur Einsicht gebracht. </p><lb/> <p> Von Zeit zu Zeit aber erschien unter diesen Haufen von Fischern in dunklen Zwillich und abgeschabten Lederjacken, mitten unter den Glanzhüten der Quäner und Colonisten und den braunen, schmutzigen Baumwollenhemden und hochstehenden Mützen der Rennthierhirten ein junger Elegant aus dem Gebirge. </p><lb/> <p> Es waren Wenige, aber doch Mehrere, die sich vortheilhaft vor ihren Stammgenossen auszeichneten, und deren Aeußeres sowohl, wie ihre Haltung und ihr ganzes Benehmen, einen Grad von Cultur und Bildung ausdrückte, welche sie wahrscheinlich im Umgang mit gesitteten Leuten und in den Schulen, die für sie angelegt waren, erlangt hatten. </p><lb/> <p> Merkwürdig war es aber doch, daß, während die normannischen Fischer sowohl, wie die Finner, Böelappen und anderen Colonisten, auch nicht einen Mann zu besitzen schienen, der aus dem rohen Haufen vortheilhaft hervorgetreten wäre, gerade diese verachteten Nomaden einige ganz artige und wohlgefällige Jünglinge und junge Mädchen auf den Markt geschickt hatten. </p><lb/> <p> Die kleinen lappischen Schönheiten wurden zwar von den stolzen Töchtern der Kaufleute aus den Fjorden mit spöttischen Blicken betrachtet und von den jungen Normännern kaum angesehen, allein sie waren nichts<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [0164]
Gewicht untersucht, der geforderte Preis mit Hohngelächter aufgenommen, oder der Verkäufer mit der Branntweinflasche zur Einsicht gebracht.
Von Zeit zu Zeit aber erschien unter diesen Haufen von Fischern in dunklen Zwillich und abgeschabten Lederjacken, mitten unter den Glanzhüten der Quäner und Colonisten und den braunen, schmutzigen Baumwollenhemden und hochstehenden Mützen der Rennthierhirten ein junger Elegant aus dem Gebirge.
Es waren Wenige, aber doch Mehrere, die sich vortheilhaft vor ihren Stammgenossen auszeichneten, und deren Aeußeres sowohl, wie ihre Haltung und ihr ganzes Benehmen, einen Grad von Cultur und Bildung ausdrückte, welche sie wahrscheinlich im Umgang mit gesitteten Leuten und in den Schulen, die für sie angelegt waren, erlangt hatten.
Merkwürdig war es aber doch, daß, während die normannischen Fischer sowohl, wie die Finner, Böelappen und anderen Colonisten, auch nicht einen Mann zu besitzen schienen, der aus dem rohen Haufen vortheilhaft hervorgetreten wäre, gerade diese verachteten Nomaden einige ganz artige und wohlgefällige Jünglinge und junge Mädchen auf den Markt geschickt hatten.
Die kleinen lappischen Schönheiten wurden zwar von den stolzen Töchtern der Kaufleute aus den Fjorden mit spöttischen Blicken betrachtet und von den jungen Normännern kaum angesehen, allein sie waren nichts
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Thomas Weitin: Herausgeber
Digital Humanities Cooperation Konstanz/Darmstadt: Bereitstellung der Texttranskription.
(2017-03-15T15:04:01Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Jan Merkt, Thomas Gilli, Jasmin Bieber, Katharina Herget, Anni Peter, Christian Thomas, Benjamin Fiechter: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2017-03-15T15:04:01Z)
Weitere Informationen:Bogensignaturen: nicht gekennzeichnet; Druckfehler: dokumentiert; fremdsprachliches Material: nicht gekennzeichnet; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): nicht ausgezeichnet; i/j in Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: nicht gekennzeichnet; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: nein;
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |