sicht geändert wird, von welcher der Name herge- nommen ist.
§. 218.
Es kömmt ferner auch viel darauf an, ob das In- diuiduum einen eigenen Namen hat, oder ob es nur nach der Art benennet wird, unter welche es gehöret, oder nach der Absicht, zu welcher es dienet, oder nach der Art, wie es zusammengesetzt ist etc. Denn einmal haben Indiuidua, denen wir gewohnt sind, eigene Namen zu geben, vor den andern, die wir nur der Art nach benennen, etwas voraus, welches machet, daß wir sie nicht unter dem gemeinen Hau- fen vermenget lassen, sondern sie gleichsam hervor- ziehen. Und da die Anzahl der Dinge, denen wir eigene Namen geben müßten, sehr groß ist, so ha- ben wir auch Mittel, durch Combination allgemeiner Benennungen mit den eigenen mehrere Indiuidua und leichter kenntlich zu machen, als wenn jedes einen eigenen Namen haben müßte, zumal da die Namen an sich schon nur aus Combinationen und Permuta- tionen von einer gewissen Anzahl Buchstaben und Sylben bestehen. Diese Mittel sind folgende:
1°. Da die Zeit und jede von ihren Theilen der- gestalt absolut ist, daß jeder Augenblick eine absolute Jndividualität hat, so setzen wir dar- inn einen beliebigen Anfang, und von da an zählen wir vorwärts und rückwärts Jahre, Ta- ge, Stunden, Minuten etc. und auf diese Art können wir die merkwürdigern Jndividualien eines jeden Augenblickes benennen, so oft die Zeit allein zureichend ist, sie von jeden andern zu unterscheiden. Z. E. der kalte Winter von A°. 1709, die große Sonnenfinsterniß vom 12ten May 1706. etc.
2°. Jn
VI. Hauptſtuͤck.
ſicht geaͤndert wird, von welcher der Name herge- nommen iſt.
§. 218.
Es koͤmmt ferner auch viel darauf an, ob das In- diuiduum einen eigenen Namen hat, oder ob es nur nach der Art benennet wird, unter welche es gehoͤret, oder nach der Abſicht, zu welcher es dienet, oder nach der Art, wie es zuſammengeſetzt iſt ꝛc. Denn einmal haben Indiuidua, denen wir gewohnt ſind, eigene Namen zu geben, vor den andern, die wir nur der Art nach benennen, etwas voraus, welches machet, daß wir ſie nicht unter dem gemeinen Hau- fen vermenget laſſen, ſondern ſie gleichſam hervor- ziehen. Und da die Anzahl der Dinge, denen wir eigene Namen geben muͤßten, ſehr groß iſt, ſo ha- ben wir auch Mittel, durch Combination allgemeiner Benennungen mit den eigenen mehrere Indiuidua und leichter kenntlich zu machen, als wenn jedes einen eigenen Namen haben muͤßte, zumal da die Namen an ſich ſchon nur aus Combinationen und Permuta- tionen von einer gewiſſen Anzahl Buchſtaben und Sylben beſtehen. Dieſe Mittel ſind folgende:
1°. Da die Zeit und jede von ihren Theilen der- geſtalt abſolut iſt, daß jeder Augenblick eine abſolute Jndividualitaͤt hat, ſo ſetzen wir dar- inn einen beliebigen Anfang, und von da an zaͤhlen wir vorwaͤrts und ruͤckwaͤrts Jahre, Ta- ge, Stunden, Minuten ꝛc. und auf dieſe Art koͤnnen wir die merkwuͤrdigern Jndividualien eines jeden Augenblickes benennen, ſo oft die Zeit allein zureichend iſt, ſie von jeden andern zu unterſcheiden. Z. E. der kalte Winter von A°. 1709, die große Sonnenfinſterniß vom 12ten May 1706. ꝛc.
2°. Jn
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VI. Hauptſtuͤck.
ſicht geaͤndert wird, von welcher der Name herge-
nommen iſt.
§. 218.
Es koͤmmt ferner auch viel darauf an, ob das In-
diuiduum einen eigenen Namen hat, oder ob es nur
nach der Art benennet wird, unter welche es gehoͤret,
oder nach der Abſicht, zu welcher es dienet, oder
nach der Art, wie es zuſammengeſetzt iſt ꝛc. Denn
einmal haben Indiuidua, denen wir gewohnt ſind,
eigene Namen zu geben, vor den andern, die wir
nur der Art nach benennen, etwas voraus, welches
machet, daß wir ſie nicht unter dem gemeinen Hau-
fen vermenget laſſen, ſondern ſie gleichſam hervor-
ziehen. Und da die Anzahl der Dinge, denen wir
eigene Namen geben muͤßten, ſehr groß iſt, ſo ha-
ben wir auch Mittel, durch Combination allgemeiner
Benennungen mit den eigenen mehrere Indiuidua und
leichter kenntlich zu machen, als wenn jedes einen
eigenen Namen haben muͤßte, zumal da die Namen
an ſich ſchon nur aus Combinationen und Permuta-
tionen von einer gewiſſen Anzahl Buchſtaben und
Sylben beſtehen. Dieſe Mittel ſind folgende:
1°. Da die Zeit und jede von ihren Theilen der-
geſtalt abſolut iſt, daß jeder Augenblick eine
abſolute Jndividualitaͤt hat, ſo ſetzen wir dar-
inn einen beliebigen Anfang, und von da an
zaͤhlen wir vorwaͤrts und ruͤckwaͤrts Jahre, Ta-
ge, Stunden, Minuten ꝛc. und auf dieſe Art
koͤnnen wir die merkwuͤrdigern Jndividualien
eines jeden Augenblickes benennen, ſo oft die
Zeit allein zureichend iſt, ſie von jeden andern
zu unterſcheiden. Z. E. der kalte Winter von
A°. 1709, die große Sonnenfinſterniß vom 12ten
May 1706. ꝛc.
2°. Jn
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Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 1. Riga, 1771, S. 180. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic01_1771/216>, abgerufen am 23.02.2025.
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