Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 7. Berlin, 1954.Ohnehin bleib' ich leider ein ewiger Schuldner meines Wortes A propos! Im Stammblättchen Ihres H. Sohnes hab' ich in Wie soll ich alle die Geliebten grüßen in Ihrem Hause? --10 Arbeiten Sie sich nicht um Ihre Gesundheit und um das Glück Ihr Jean Paul Fr. Richter 323. An Otto. [Bayreuth, Sept. 1817?]Guten Abend! Willst du mir nicht, alter Finanzmann, bei Gele-25 Ohnehin bleib’ ich leider ein ewiger Schuldner meines Wortes À propos! Im Stammblättchen Ihres H. Sohnes hab’ ich in Wie ſoll ich alle die Geliebten grüßen in Ihrem Hauſe? —10 Arbeiten Sie ſich nicht um Ihre Geſundheit und um das Glück Ihr Jean Paul Fr. Richter 323. An Otto. [Bayreuth, Sept. 1817?]Guten Abend! Willſt du mir nicht, alter Finanzmann, bei Gele-25 <TEI> <text> <body> <div type="letter" n="1"> <pb facs="#f0153" n="146"/> <p>Ohnehin bleib’ ich leider ein ewiger Schuldner meines Wortes<lb/> und Ihrer Güte, da Ihre Gattin mir ſo vielen Schmerz über<lb/> meinen Wunſch einer Rechnung gezeigt, daß ich — zumal in den<lb/> weichen Stunden des Verſchwindens — nicht den Muth behielt,<lb/> auf eine zu dringen, wiewol ſie mir ſolche verſprochen.<lb n="5"/> </p> <p><hi rendition="#aq">À propos!</hi> Im Stammblättchen Ihres H. Sohnes hab’ ich in<lb/> der Enge des Abzeichnens Thabor ſtatt Tabor geſchrieben. Sie<lb/> werden jetzo daraus — obwol falſch — auf meine Erinnerung und<lb/> meine Rechtſchreibung vortheilhaft ſchließen. —</p><lb/> <p>Wie ſoll ich alle die Geliebten grüßen in Ihrem Hauſe? —<lb n="10"/> Brächten mir doch Morgenträume die Morgentöne der theuern<lb/><hi rendition="#aq">Henriette</hi> wieder zurück! — Könnt’ ich Mittags mit Ihnen doch<lb/> öfter einig ſein als uneinig! — Und hätt’ ich abends Ihre weiche<lb/> zarte Gattin zu irgend einer Freundin zu führen und unter Wegs<lb/> zu ihr zu ſagen: ſie ſolle ſich weniger kümmern! — Alles iſt vorüber;<lb n="15"/> aber wieder kommen wird es doch. — Alle Kinder ſeien gegrüßt und<lb/> der Phyſiker neben mir. — Meine Frau dankt den Freudengebern<lb/> ihres Mannes. —</p><lb/> <p>Arbeiten Sie ſich nicht um Ihre Geſundheit und um das Glück<lb/> der Ihrigen. Das iſt mein Schlußwort, lieber Schwarz!<lb n="20"/> </p> <closer> <salute> <hi rendition="#right">Ihr<lb/> Jean Paul Fr. Richter</hi> </salute> </closer> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>323. An <hi rendition="#g">Otto</hi>.</head><lb/> <dateline> <hi rendition="#right">[Bayreuth, Sept. 1817?]</hi> </dateline><lb/> <p>Guten Abend! Willſt du mir nicht, alter Finanzmann, bei Gele-<lb n="25"/> genheit rathen, wie ichs mit 20 oder 25 Bonaparte’s<hi rendition="#aq">d’or</hi> zu machen,<lb/> die mir <hi rendition="#aq">Enzel</hi> bei der letzten Primatiſchen Penſion zu 30 kr. abge-<lb/> laſſen und die jetzo 12, oder 17 gelten? Sollen ſie fortliegen oder<lb/> fortfliegen? — Das Juliusheft will ich ſchon verſchaffen. — Vergiß<lb/> nicht Adelung. — Von <hi rendition="#aq">Kanne’s</hi> Leben ꝛc. haſt du mein Exemplar,<lb n="30"/> das ich wegen der hinten eingeſchriebnen Exzerpt-<hi rendition="#aq">Pagina’s</hi> brauche,<lb/> und ich deines.</p> </div><lb/> </body> </text> </TEI> [146/0153]
Ohnehin bleib’ ich leider ein ewiger Schuldner meines Wortes
und Ihrer Güte, da Ihre Gattin mir ſo vielen Schmerz über
meinen Wunſch einer Rechnung gezeigt, daß ich — zumal in den
weichen Stunden des Verſchwindens — nicht den Muth behielt,
auf eine zu dringen, wiewol ſie mir ſolche verſprochen. 5
À propos! Im Stammblättchen Ihres H. Sohnes hab’ ich in
der Enge des Abzeichnens Thabor ſtatt Tabor geſchrieben. Sie
werden jetzo daraus — obwol falſch — auf meine Erinnerung und
meine Rechtſchreibung vortheilhaft ſchließen. —
Wie ſoll ich alle die Geliebten grüßen in Ihrem Hauſe? — 10
Brächten mir doch Morgenträume die Morgentöne der theuern
Henriette wieder zurück! — Könnt’ ich Mittags mit Ihnen doch
öfter einig ſein als uneinig! — Und hätt’ ich abends Ihre weiche
zarte Gattin zu irgend einer Freundin zu führen und unter Wegs
zu ihr zu ſagen: ſie ſolle ſich weniger kümmern! — Alles iſt vorüber; 15
aber wieder kommen wird es doch. — Alle Kinder ſeien gegrüßt und
der Phyſiker neben mir. — Meine Frau dankt den Freudengebern
ihres Mannes. —
Arbeiten Sie ſich nicht um Ihre Geſundheit und um das Glück
der Ihrigen. Das iſt mein Schlußwort, lieber Schwarz! 20
Ihr
Jean Paul Fr. Richter
323. An Otto.
[Bayreuth, Sept. 1817?]
Guten Abend! Willſt du mir nicht, alter Finanzmann, bei Gele- 25
genheit rathen, wie ichs mit 20 oder 25 Bonaparte’sd’or zu machen,
die mir Enzel bei der letzten Primatiſchen Penſion zu 30 kr. abge-
laſſen und die jetzo 12, oder 17 gelten? Sollen ſie fortliegen oder
fortfliegen? — Das Juliusheft will ich ſchon verſchaffen. — Vergiß
nicht Adelung. — Von Kanne’s Leben ꝛc. haſt du mein Exemplar, 30
das ich wegen der hinten eingeſchriebnen Exzerpt-Pagina’s brauche,
und ich deines.
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T15:19:52Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T15:19:52Z)
Weitere Informationen:Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen). Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |