Humboldt, Alexander von: Versuch die mittlere Höhe der Continente zu bestimmen. In: Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Berlin, 1842, S. 233-244.Continental-Höhe um 2/3 zu gross. Der Verf. der Abhandlung Continental-Höhe um ⅔ zu groſs. Der Verf. der Abhandlung <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0012" n="243"/> Continental-Höhe um ⅔ zu groſs. Der Verf. der Abhandlung<lb/> findet für die drei Welttheile, die er berechnet (an Afrika würde<lb/> zu früh sein sich zu wagen!), folgende numerische Elemente:<lb/><hi rendition="#c"><table><row><cell>Europa</cell><cell>105 t.</cell><cell>(205 met.)</cell></row><row><cell>Nord-Amerika</cell><cell>117 t.</cell><cell>(228 met.)</cell></row><row><cell>Süd-Amerika</cell><cell>177 t.</cell><cell>(345 met.)</cell></row><row><cell>Asien</cell><cell>180 t.</cell><cell>(351 met.).</cell></row></table></hi><lb/> Für den ganzen Neuen Continent ergeben sich 146 t. (285 m.),<lb/> und für die <hi rendition="#g">Höhe des Schwerpunkts des Volums aller<lb/> Continental-Massen</hi> (Afrika nicht eingerechnet) <hi rendition="#g">über dem<lb/> heutigen Meeresspiegel</hi> 157<hi rendition="#sup">t</hi>,8 oder 307 Meter. Herr von<lb/> Hoff hat auf einer Landstrecke von 224 geogr. □ Meilen die Hö-<lb/> hen von 1076 Punkten mit seltener Genauigkeit gemessen, und zwar<lb/> in einem meist gebirgigen Theile Thüringens. Er bestimmte dem-<lb/> nach fast 5 Höhen auf jeder □ Meile; aber diese Höhen waren un-<lb/> gleich vertheilt. Herr von Humboldt forderte, wegen der Laplaci-<lb/> schen Behauptung über die Continental-Massen, Herrn von Hoff<lb/> auf, die mittlere Höhe seines hypsometrisch vermessenen Land-<lb/> strichs zu berechnen. Dieser findet sie zu 166 t. (<hi rendition="#g">Höhen-Mes-<lb/> sungen in und um Thüringen</hi> 1833. p. 118.), also nur 8 t.<lb/> mehr als das Resultat des Herrn von Humboldt. Man darf dar-<lb/> aus schlieſsen, daſs, da eine sehr gebirgige Gegend Thüringens<lb/> gemessen wurde, das Resultat von 157 t. oder 942 Fuſs als Grenz-<lb/> werth (<hi rendition="#i">nombre limite</hi>) noch eher zu groſs als zu klein ist. Bei<lb/> der Gewiſsheit eines progressiven, aber partiellen Aufsteigens von<lb/> Schweden (eine für die physische Erdbeschreibung so wichtige<lb/> Gewiſsheit, die wir Leop. von Buch verdanken) kann man glau-<lb/> ben, daſs diese Lage des Schwerpunkts nicht immer dieselbe blei-<lb/> ben wird; aber bei einzelnen herabsteigenden Massen und bei der<lb/> Kleinheit der Räume, auf welche die unterirdischen Kräfte zu<lb/> wirken scheinen, wird die, sich groſsentheils selbst compensirende<lb/> Variation im Ganzen wenig störend auf den Schwerpunkt des<lb/> Über-Oceanischen einwirken. In den numerischen Resultaten<lb/> jener hypsometrischen Arbeit offenbart sich auf's neue: daſs die<lb/> geringsten Höhen in unserer Hemisphäre den Continental-Massen<lb/> des Nordens zugehören. Europa giebt 105 t., Nord-Amerika<lb/> 117 t. Die Intumescenz Asiens, zwischen 28° und 40° Breite,<lb/> compensirt die mindernde Wirkung des sibirischen Tieflandes.<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [243/0012]
Continental-Höhe um ⅔ zu groſs. Der Verf. der Abhandlung
findet für die drei Welttheile, die er berechnet (an Afrika würde
zu früh sein sich zu wagen!), folgende numerische Elemente:
Europa 105 t. (205 met.)
Nord-Amerika 117 t. (228 met.)
Süd-Amerika 177 t. (345 met.)
Asien 180 t. (351 met.).
Für den ganzen Neuen Continent ergeben sich 146 t. (285 m.),
und für die Höhe des Schwerpunkts des Volums aller
Continental-Massen (Afrika nicht eingerechnet) über dem
heutigen Meeresspiegel 157t,8 oder 307 Meter. Herr von
Hoff hat auf einer Landstrecke von 224 geogr. □ Meilen die Hö-
hen von 1076 Punkten mit seltener Genauigkeit gemessen, und zwar
in einem meist gebirgigen Theile Thüringens. Er bestimmte dem-
nach fast 5 Höhen auf jeder □ Meile; aber diese Höhen waren un-
gleich vertheilt. Herr von Humboldt forderte, wegen der Laplaci-
schen Behauptung über die Continental-Massen, Herrn von Hoff
auf, die mittlere Höhe seines hypsometrisch vermessenen Land-
strichs zu berechnen. Dieser findet sie zu 166 t. (Höhen-Mes-
sungen in und um Thüringen 1833. p. 118.), also nur 8 t.
mehr als das Resultat des Herrn von Humboldt. Man darf dar-
aus schlieſsen, daſs, da eine sehr gebirgige Gegend Thüringens
gemessen wurde, das Resultat von 157 t. oder 942 Fuſs als Grenz-
werth (nombre limite) noch eher zu groſs als zu klein ist. Bei
der Gewiſsheit eines progressiven, aber partiellen Aufsteigens von
Schweden (eine für die physische Erdbeschreibung so wichtige
Gewiſsheit, die wir Leop. von Buch verdanken) kann man glau-
ben, daſs diese Lage des Schwerpunkts nicht immer dieselbe blei-
ben wird; aber bei einzelnen herabsteigenden Massen und bei der
Kleinheit der Räume, auf welche die unterirdischen Kräfte zu
wirken scheinen, wird die, sich groſsentheils selbst compensirende
Variation im Ganzen wenig störend auf den Schwerpunkt des
Über-Oceanischen einwirken. In den numerischen Resultaten
jener hypsometrischen Arbeit offenbart sich auf's neue: daſs die
geringsten Höhen in unserer Hemisphäre den Continental-Massen
des Nordens zugehören. Europa giebt 105 t., Nord-Amerika
117 t. Die Intumescenz Asiens, zwischen 28° und 40° Breite,
compensirt die mindernde Wirkung des sibirischen Tieflandes.
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