Auf einer Wiese weidete eine Herde Schafe. Von Zeit zu Zeit erschien der Fleischer und suchte eine Anzahl aus, um sie zu schlachten. Da ein Schaf bemerkt hatte, daß immer die fettesten ausgewählt wurden, beschloß es nur wenig zu fressen und so dem Tode zu entgehen. Als aber zuletzt nur noch wenige übrig waren, wurde es trotz seiner Magerkeit mit ihnen zur Schlacht¬ bank geführt.
Der Bär und der Fuchs
Ein Bär und ein Fuchs gelangten auf Beute ausgehend an einen Vieh¬ stall, dessen Tür verschlossen war. Unmutig sagte der Bär, der vergebens nach einer Öffnung gespäht hatte: "Die Menschen sind vorsichtig -- ich kenne sie. Komm laß uns gehen! Hier werden wir unseren Hunger nicht stillen!" "Nicht so rasch verzagt!" entgegnete der Fuchs; "du bist stark, Freund. stemme dich gegen die Tür! Vielleicht drückst du sie aus den Angeln." Der Bär tat, wie ihm geheißen, die Tür gab nach, und sie drangen in den Stall. Als sie gesättigt von dannen schlichen, sagte der Bär: "Ich hätte wahrlich nicht geglaubt, daß ich solche Kraft besitze. Nun laß uns das Stückchen öfter versuchen!"
Otto Buchwaldf
Alle" Manuskripten ist Porto hinzuzufügen, da andernfalls bei Ablehnung eine Rücksendung nicht verbürgt werden kann.
"achdn"" sämtlicher ""fsirtze mer mit "mSdrncklicher Erlaubnis d"S Verlags ""stattet. >""new"rtlich: der Herausgeber Beoig Tleinow in Berlin-Lichterj-lde West. -- Manuslriptlendunge" mit" Briefe werden erbeten unter der Adresse: An den HeranSaeber der Grenzboten i" Berlin - Lichterfclvc West, Gternftrasje i>". StMtprecher beK Herausgeber": Amt Lichterfeld- 493, des Verlag" und der Schristleitung: Amt Liitzow Silla Verlag: Verlag der Grenzboten G. in. b. H. in Berlin LV 11, Temvelhojer Ufer 36" Druck- .Der ReichSb"t"- ". in. b. H. in Berlin SV 11. Dessauer Strad- 86/S7.
Fabeln
Die Schafe
Auf einer Wiese weidete eine Herde Schafe. Von Zeit zu Zeit erschien der Fleischer und suchte eine Anzahl aus, um sie zu schlachten. Da ein Schaf bemerkt hatte, daß immer die fettesten ausgewählt wurden, beschloß es nur wenig zu fressen und so dem Tode zu entgehen. Als aber zuletzt nur noch wenige übrig waren, wurde es trotz seiner Magerkeit mit ihnen zur Schlacht¬ bank geführt.
Der Bär und der Fuchs
Ein Bär und ein Fuchs gelangten auf Beute ausgehend an einen Vieh¬ stall, dessen Tür verschlossen war. Unmutig sagte der Bär, der vergebens nach einer Öffnung gespäht hatte: „Die Menschen sind vorsichtig — ich kenne sie. Komm laß uns gehen! Hier werden wir unseren Hunger nicht stillen!" „Nicht so rasch verzagt!" entgegnete der Fuchs; „du bist stark, Freund. stemme dich gegen die Tür! Vielleicht drückst du sie aus den Angeln." Der Bär tat, wie ihm geheißen, die Tür gab nach, und sie drangen in den Stall. Als sie gesättigt von dannen schlichen, sagte der Bär: „Ich hätte wahrlich nicht geglaubt, daß ich solche Kraft besitze. Nun laß uns das Stückchen öfter versuchen!"
Otto Buchwaldf
Alle» Manuskripten ist Porto hinzuzufügen, da andernfalls bei Ablehnung eine Rücksendung nicht verbürgt werden kann.
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[Abbildung]
Fabeln
Die Schafe
Auf einer Wiese weidete eine Herde Schafe. Von Zeit zu Zeit erschien
der Fleischer und suchte eine Anzahl aus, um sie zu schlachten. Da ein Schaf
bemerkt hatte, daß immer die fettesten ausgewählt wurden, beschloß es nur
wenig zu fressen und so dem Tode zu entgehen. Als aber zuletzt nur noch
wenige übrig waren, wurde es trotz seiner Magerkeit mit ihnen zur Schlacht¬
bank geführt.
Der Bär und der Fuchs
Ein Bär und ein Fuchs gelangten auf Beute ausgehend an einen Vieh¬
stall, dessen Tür verschlossen war. Unmutig sagte der Bär, der vergebens nach
einer Öffnung gespäht hatte: „Die Menschen sind vorsichtig — ich kenne sie.
Komm laß uns gehen! Hier werden wir unseren Hunger nicht stillen!"
„Nicht so rasch verzagt!" entgegnete der Fuchs; „du bist stark, Freund. stemme
dich gegen die Tür! Vielleicht drückst du sie aus den Angeln." Der Bär tat,
wie ihm geheißen, die Tür gab nach, und sie drangen in den Stall. Als sie
gesättigt von dannen schlichen, sagte der Bär: „Ich hätte wahrlich nicht geglaubt,
daß ich solche Kraft besitze. Nun laß uns das Stückchen öfter versuchen!"
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nicht verbürgt werden kann.
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Die Grenzboten. Jg. 75, 1916, Viertes Vierteljahr, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/grenzboten_341903_330971/76>, abgerufen am 25.01.2025.
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