Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773. Carl. Der Papa! Der Papa! Der Thürner bläst's Liedel: Heysa machs Thor auf. Elisabeth. Da kommt er mit Beute. Ein Reuter (kommt.) Reuter. Wir haben gejagt! wir haben ge- gefangen! Gott grüß euch edle Frauen. Elisabeth. Habt ihr den Weislingen? Reuter. Jhn und drey Reuter. Elisabeth. Wie giengs zu, daß ihr so lang bleibt? Reuter. Wir laureten auf ihn zwischen Nürn- berg und Bamberg, er wollte nicht kommen, und wir wußten doch er war auf der Wege. Endlich kundschaften wir ihn aus, er war seitwärts gezo- gen, und saß geruhig beym Grafen auf Schwar- zenberg. Elisabeth. Den möchten sie auch gern meinem Mann feind haben. Reuter. Jch sagts gleich dem Herrn. Auf! und wir ritten in Haslacher Wald. Und da wars kurios, wie wir so in die Nacht reiten, hütt' just ein Schäfer da, und fallen fünf Wölf in die Heerd, und packten weidlich an. Da lachte unser Herr und sagte: Glück zu lieben Gesellen, Glück überall und uns auch. Und es freuet' uus auch das gute Zeichen. Jndem so B 5
Carl. Der Papa! Der Papa! Der Thuͤrner blaͤſt’s Liedel: Heyſa machs Thor auf. Eliſabeth. Da kommt er mit Beute. Ein Reuter (kommt.) Reuter. Wir haben gejagt! wir haben ge- gefangen! Gott gruͤß euch edle Frauen. Eliſabeth. Habt ihr den Weislingen? Reuter. Jhn und drey Reuter. Eliſabeth. Wie giengs zu, daß ihr ſo lang bleibt? Reuter. Wir laureten auf ihn zwiſchen Nuͤrn- berg und Bamberg, er wollte nicht kommen, und wir wußten doch er war auf der Wege. Endlich kundſchaften wir ihn aus, er war ſeitwaͤrts gezo- gen, und ſaß geruhig beym Grafen auf Schwar- zenberg. Eliſabeth. Den moͤchten ſie auch gern meinem Mann feind haben. Reuter. Jch ſagts gleich dem Herrn. Auf! und wir ritten in Haslacher Wald. Und da wars kurios, wie wir ſo in die Nacht reiten, huͤtt’ juſt ein Schaͤfer da, und fallen fuͤnf Woͤlf in die Heerd, und packten weidlich an. Da lachte unſer Herr und ſagte: Gluͤck zu lieben Geſellen, Gluͤck uͤberall und uns auch. Und es freuet’ uus auch das gute Zeichen. Jndem ſo B 5
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <sp who="#ELI"> <pb facs="#f0029" n="25"/> <fw place="top" type="header"> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> </fw> </sp> <sp who="#CAR"> <speaker> <hi rendition="#fr">Carl.</hi> </speaker> <p>Der Papa! Der Papa! Der Thuͤrner<lb/> blaͤſt’s Liedel: Heyſa machs Thor auf.</p> </sp><lb/> <sp who="#ELI"> <speaker> <hi rendition="#fr">Eliſabeth.</hi> </speaker> <p>Da kommt er mit Beute.</p><lb/> <stage> <hi rendition="#b">Ein Reuter (kommt.)</hi> </stage> </sp><lb/> <sp who="#REU"> <speaker> <hi rendition="#fr">Reuter.</hi> </speaker> <p>Wir haben gejagt! wir haben ge-<lb/> gefangen! Gott gruͤß euch edle Frauen.</p> </sp><lb/> <sp who="#ELI"> <speaker> <hi rendition="#fr">Eliſabeth.</hi> </speaker> <p>Habt ihr den Weislingen?</p> </sp><lb/> <sp who="#REU"> <speaker> <hi rendition="#fr">Reuter.</hi> </speaker> <p>Jhn und drey Reuter.</p> </sp><lb/> <sp who="#ELI"> <speaker> <hi rendition="#fr">Eliſabeth.</hi> </speaker> <p>Wie giengs zu, daß ihr ſo lang bleibt?</p> </sp><lb/> <sp who="#REU"> <speaker> <hi rendition="#fr">Reuter.</hi> </speaker> <p>Wir laureten auf ihn zwiſchen Nuͤrn-<lb/> berg und Bamberg, er wollte nicht kommen, und<lb/> wir wußten doch er war auf der Wege. Endlich<lb/> kundſchaften wir ihn aus, er war ſeitwaͤrts gezo-<lb/> gen, und ſaß geruhig beym Grafen auf Schwar-<lb/> zenberg.</p> </sp><lb/> <sp who="#ELI"> <speaker> <hi rendition="#fr">Eliſabeth.</hi> </speaker> <p>Den moͤchten ſie auch gern meinem<lb/> Mann feind haben.</p> </sp><lb/> <sp who="#REU"> <speaker> <hi rendition="#fr">Reuter.</hi> </speaker> <p>Jch ſagts gleich dem Herrn. Auf! und<lb/> wir ritten in Haslacher Wald. Und da wars kurios,<lb/> wie wir ſo in die Nacht reiten, huͤtt’ juſt ein Schaͤfer<lb/> da, und fallen fuͤnf Woͤlf in die Heerd, und packten<lb/> weidlich an. Da lachte unſer Herr und ſagte: Gluͤck<lb/> zu lieben Geſellen, Gluͤck uͤberall und uns auch.<lb/> Und es freuet’ uus auch das gute Zeichen. Jndem<lb/> <fw place="bottom" type="sig">B 5</fw><fw place="bottom" type="catch">ſo</fw><lb/></p> </sp> </div> </body> </text> </TEI> [25/0029]
Carl. Der Papa! Der Papa! Der Thuͤrner
blaͤſt’s Liedel: Heyſa machs Thor auf.
Eliſabeth. Da kommt er mit Beute.
Ein Reuter (kommt.)
Reuter. Wir haben gejagt! wir haben ge-
gefangen! Gott gruͤß euch edle Frauen.
Eliſabeth. Habt ihr den Weislingen?
Reuter. Jhn und drey Reuter.
Eliſabeth. Wie giengs zu, daß ihr ſo lang bleibt?
Reuter. Wir laureten auf ihn zwiſchen Nuͤrn-
berg und Bamberg, er wollte nicht kommen, und
wir wußten doch er war auf der Wege. Endlich
kundſchaften wir ihn aus, er war ſeitwaͤrts gezo-
gen, und ſaß geruhig beym Grafen auf Schwar-
zenberg.
Eliſabeth. Den moͤchten ſie auch gern meinem
Mann feind haben.
Reuter. Jch ſagts gleich dem Herrn. Auf! und
wir ritten in Haslacher Wald. Und da wars kurios,
wie wir ſo in die Nacht reiten, huͤtt’ juſt ein Schaͤfer
da, und fallen fuͤnf Woͤlf in die Heerd, und packten
weidlich an. Da lachte unſer Herr und ſagte: Gluͤck
zu lieben Geſellen, Gluͤck uͤberall und uns auch.
Und es freuet’ uus auch das gute Zeichen. Jndem
ſo
B 5
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773 |
URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/29 |
Zitationshilfe: | Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/29>, abgerufen am 16.02.2025. |