Goethe, Johann Wolfgang von: Faust. Der Tragödie zweiter Teil. Stuttgart, 1832.
Gewundne Phrasen, Das Doppelblasen, Das wärmt und kühlet Wie's einer fühlet, Was könnt' es frommen? Es möchte Feuer Selbst ungeheuer Vom Himmel kommen, Gäb' es nicht Scheite Und Kohlentrachten, Die Herdesbreite Zur Gluth entfachten. Da brät's und prudelt's, Da kocht's und strudelt's. Der wahre Schmecker, Der Tellerlecker, Er riecht den Braten, Er ahnet Fische; Das regt zu Thaten An Gönners Tische. Trunkener (unbewußt). Sey mir heute nichts zuwider! Fühle mich so frank und frei; Frische Luft und heitre Lieder Holt' ich selbst sie doch herbei. Und so trink ich! Trinke, trinke! Stoßet an ihr! Tinke, tinke! Du dort hinten komm heran! Stoßet an, so ist's gethan.
Gewundne Phrasen, Das Doppelblasen, Das wärmt und kühlet Wie’s einer fühlet, Was könnt’ es frommen? Es möchte Feuer Selbst ungeheuer Vom Himmel kommen, Gäb’ es nicht Scheite Und Kohlentrachten, Die Herdesbreite Zur Gluth entfachten. Da brät’s und prudelt’s, Da kocht’s und strudelt’s. Der wahre Schmecker, Der Tellerlecker, Er riecht den Braten, Er ahnet Fische; Das regt zu Thaten An Gönners Tische. Trunkener (unbewußt). Sey mir heute nichts zuwider! Fühle mich so frank und frei; Frische Luft und heitre Lieder Holt’ ich selbst sie doch herbei. Und so trink ich! Trinke, trinke! Stoßet an ihr! Tinke, tinke! Du dort hinten komm heran! Stoßet an, so ist’s gethan. <TEI> <text> <body> <div type="act" n="1"> <div type="scene"> <sp> <p><pb facs="#f0043" n="31"/> Gewundne Phrasen,<lb/> Das Doppelblasen,<lb/> Das wärmt und kühlet<lb/> Wie’s einer fühlet,<lb/> Was könnt’ es frommen?<lb/> Es möchte Feuer<lb/> Selbst ungeheuer<lb/> Vom Himmel kommen,<lb/> Gäb’ es nicht Scheite<lb/> Und Kohlentrachten,<lb/> Die Herdesbreite<lb/> Zur Gluth entfachten.<lb/> Da brät’s und prudelt’s,<lb/> Da kocht’s und strudelt’s.<lb/> Der wahre Schmecker,<lb/> Der Tellerlecker,<lb/> Er riecht den Braten,<lb/> Er ahnet Fische;<lb/> Das regt zu Thaten<lb/> An Gönners Tische.<lb/></p> </sp> <sp> <speaker> <hi rendition="#g">Trunkener</hi> </speaker> <stage>(unbewußt).</stage><lb/> <p>Sey mir heute nichts zuwider!<lb/> Fühle mich so frank und frei;<lb/> Frische Luft und heitre Lieder<lb/> Holt’ ich selbst sie doch herbei.<lb/> Und so trink ich! Trinke, trinke!<lb/> Stoßet an ihr! Tinke, tinke!<lb/> Du dort hinten komm heran!<lb/> Stoßet an, so ist’s gethan.<lb/></p> </sp> </div> </div> </body> </text> </TEI> [31/0043]
Gewundne Phrasen,
Das Doppelblasen,
Das wärmt und kühlet
Wie’s einer fühlet,
Was könnt’ es frommen?
Es möchte Feuer
Selbst ungeheuer
Vom Himmel kommen,
Gäb’ es nicht Scheite
Und Kohlentrachten,
Die Herdesbreite
Zur Gluth entfachten.
Da brät’s und prudelt’s,
Da kocht’s und strudelt’s.
Der wahre Schmecker,
Der Tellerlecker,
Er riecht den Braten,
Er ahnet Fische;
Das regt zu Thaten
An Gönners Tische.
Trunkener (unbewußt).
Sey mir heute nichts zuwider!
Fühle mich so frank und frei;
Frische Luft und heitre Lieder
Holt’ ich selbst sie doch herbei.
Und so trink ich! Trinke, trinke!
Stoßet an ihr! Tinke, tinke!
Du dort hinten komm heran!
Stoßet an, so ist’s gethan.
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