Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 3. Leipzig, 1798.
Euler hingegen (Theoria motus corporum solid. §. 961. p. 450.) betrachtet das Reiben als eine während der ganzen Bewegung beständig einerley bleibende Größe, und leitet dauraus Methoden her, aus der Zeit, worinn eine gegebne Kraft die gegebne Last in einer Maschine auf eine gegebne Höhe hebt, die Größe der Friction zu bestimmen. Diese Methoden gelten zwar nur für den Beharrungsstand, in welchem die Friction wirklich unverändert bleibt; sie sind aber dennoch für die Ausübung gar sehr brauchbar, weil der Beharrungsstand eben derjenige ist, für welchen man zu praktischen Absichten jede Maschine berechnen und einrichten muß. Die mathematische Theorie der Friction mit Anwendung auf die Maschinen findet man beym Belidor (Architect. hydraul. L. I. chap. 2.) und Karsten (Lehrbegrif der gesammten Mathem. Th. IV. Mechanik der festen Körper, im 22sten u. f. Abschnitten) vorgetragen. Man hat hierüber auch gute einzelne Schriften von Meister (De aberratione attritus a lege inertiae in Nov. Comm. Soc. Gott. To. I. p. 141.), Lambert (Sur le frottement, en tant qu' il ralentitle mouvement in Nouv. Mem. de l'acad. de Berl. 1772. p. 9.), Coulomb (Sur la theorie des machines simples en ay ant egard au frottement de leurs parties etc. piece qui a remporte le prix double de l'acad. de Paris pour 1781, auszugsweise in Rozier Journal, Sept. 1783.), Metternich (Diss. de frictione. Erf. 1786. 4. Von dem Widerstande der Reibung; a. d. Latein. Frankf. u. Maynz. 1789. 8.). Das Reiben der Theile kan bey den Maschinen durch verschiedene Mittel beträchtlich vermindert werden. Hieher gehört vorzüglich der Vortheil, daß man nicht einerley Materien
Euler hingegen (Theoria motus corporum ſolid. §. 961. p. 450.) betrachtet das Reiben als eine waͤhrend der ganzen Bewegung beſtaͤndig einerley bleibende Groͤße, und leitet dauraus Methoden her, aus der Zeit, worinn eine gegebne Kraft die gegebne Laſt in einer Maſchine auf eine gegebne Hoͤhe hebt, die Groͤße der Friction zu beſtimmen. Dieſe Methoden gelten zwar nur fuͤr den Beharrungsſtand, in welchem die Friction wirklich unveraͤndert bleibt; ſie ſind aber dennoch fuͤr die Ausuͤbung gar ſehr brauchbar, weil der Beharrungsſtand eben derjenige iſt, fuͤr welchen man zu praktiſchen Abſichten jede Maſchine berechnen und einrichten muß. Die mathematiſche Theorie der Friction mit Anwendung auf die Maſchinen findet man beym Belidor (Architect. hydraul. L. I. chap. 2.) und Karſten (Lehrbegrif der geſammten Mathem. Th. IV. Mechanik der feſten Koͤrper, im 22ſten u. f. Abſchnitten) vorgetragen. Man hat hieruͤber auch gute einzelne Schriften von Meiſter (De aberratione attritus a lege inertiae in Nov. Comm. Soc. Gott. To. I. p. 141.), Lambert (Sur le frottement, en tant qu' il ralentitle mouvement in Nouv. Mém. de l'acad. de Berl. 1772. p. 9.), Coulomb (Sur la theorie des machines ſimples en ay ant égard au frottement de leurs parties etc. piece qui a remporté le prix double de l'acad. de Paris pour 1781, auszugsweiſe in Rozier Journal, Sept. 1783.), Metternich (Diſſ. de frictione. Erf. 1786. 4. Von dem Widerſtande der Reibung; a. d. Latein. Frankf. u. Maynz. 1789. 8.). Das Reiben der Theile kan bey den Maſchinen durch verſchiedene Mittel betraͤchtlich vermindert werden. Hieher gehoͤrt vorzuͤglich der Vortheil, daß man nicht einerley Materien <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0704" xml:id="P.3.698" n="698"/><lb/> die Frictionen mit den Geſchwindigkeiten im Beharrungsſtande verglichen. Das Reſultat ſcheint zu ſeyn, daß ſich die <hi rendition="#b">Unterſchiede der Geſchwindigkeiten, wie die Logarithmen der Frictionen,</hi> verhalten, welchen Satz auch <hi rendition="#b">von Segner</hi> zum Grunde legt, und Formeln daraus herleitet, deren Richtigkeit durch andere ſinnreich ausgedachte Verſuche ziemlich wahrſcheinlich gemacht wird.</p> <p><hi rendition="#b">Euler</hi> hingegen <hi rendition="#aq">(Theoria motus corporum ſolid. §. 961. p. 450.)</hi> betrachtet das Reiben als eine waͤhrend der ganzen Bewegung beſtaͤndig einerley bleibende Groͤße, und leitet dauraus Methoden her, aus der Zeit, worinn eine gegebne Kraft die gegebne Laſt in einer Maſchine auf eine gegebne Hoͤhe hebt, die Groͤße der Friction zu beſtimmen. Dieſe Methoden gelten zwar nur fuͤr den Beharrungsſtand, in welchem die Friction wirklich unveraͤndert bleibt; ſie ſind aber dennoch fuͤr die Ausuͤbung gar ſehr brauchbar, weil der Beharrungsſtand eben derjenige iſt, fuͤr welchen man zu praktiſchen Abſichten jede Maſchine berechnen und einrichten muß.</p> <p>Die mathematiſche Theorie der Friction mit Anwendung auf die Maſchinen findet man beym <hi rendition="#b">Belidor</hi> <hi rendition="#aq">(Architect. hydraul. L. I. chap. 2.)</hi> und <hi rendition="#b">Karſten</hi> (Lehrbegrif der geſammten Mathem. Th. <hi rendition="#aq">IV.</hi> Mechanik der feſten Koͤrper, im 22ſten u. f. Abſchnitten) vorgetragen. Man hat hieruͤber auch gute einzelne Schriften von <hi rendition="#b">Meiſter</hi> <hi rendition="#aq">(De aberratione attritus a lege inertiae in Nov. Comm. Soc. Gott. To. I. p. 141.),</hi> <hi rendition="#b">Lambert</hi> <hi rendition="#aq">(Sur le frottement, en tant qu' il ralentitle mouvement in Nouv. Mém. de l'acad. de Berl. 1772. p. 9.),</hi> <hi rendition="#b">Coulomb</hi> <hi rendition="#aq">(Sur la theorie des machines ſimples en ay ant égard au frottement de leurs parties etc. piece qui a remporté le prix double de l'acad. de Paris pour 1781,</hi> auszugsweiſe in <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Rozier</hi> Journal, Sept. 1783.),</hi> <hi rendition="#b">Metternich</hi> <hi rendition="#aq">(Diſſ. de frictione. Erf. 1786. 4.</hi> Von dem Widerſtande der Reibung; a. d. Latein. Frankf. u. Maynz. 1789. 8.).</p> <p>Das Reiben der Theile kan bey den Maſchinen durch verſchiedene Mittel betraͤchtlich vermindert werden. Hieher gehoͤrt vorzuͤglich der Vortheil, daß man nicht einerley Materien<lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [698/0704]
die Frictionen mit den Geſchwindigkeiten im Beharrungsſtande verglichen. Das Reſultat ſcheint zu ſeyn, daß ſich die Unterſchiede der Geſchwindigkeiten, wie die Logarithmen der Frictionen, verhalten, welchen Satz auch von Segner zum Grunde legt, und Formeln daraus herleitet, deren Richtigkeit durch andere ſinnreich ausgedachte Verſuche ziemlich wahrſcheinlich gemacht wird.
Euler hingegen (Theoria motus corporum ſolid. §. 961. p. 450.) betrachtet das Reiben als eine waͤhrend der ganzen Bewegung beſtaͤndig einerley bleibende Groͤße, und leitet dauraus Methoden her, aus der Zeit, worinn eine gegebne Kraft die gegebne Laſt in einer Maſchine auf eine gegebne Hoͤhe hebt, die Groͤße der Friction zu beſtimmen. Dieſe Methoden gelten zwar nur fuͤr den Beharrungsſtand, in welchem die Friction wirklich unveraͤndert bleibt; ſie ſind aber dennoch fuͤr die Ausuͤbung gar ſehr brauchbar, weil der Beharrungsſtand eben derjenige iſt, fuͤr welchen man zu praktiſchen Abſichten jede Maſchine berechnen und einrichten muß.
Die mathematiſche Theorie der Friction mit Anwendung auf die Maſchinen findet man beym Belidor (Architect. hydraul. L. I. chap. 2.) und Karſten (Lehrbegrif der geſammten Mathem. Th. IV. Mechanik der feſten Koͤrper, im 22ſten u. f. Abſchnitten) vorgetragen. Man hat hieruͤber auch gute einzelne Schriften von Meiſter (De aberratione attritus a lege inertiae in Nov. Comm. Soc. Gott. To. I. p. 141.), Lambert (Sur le frottement, en tant qu' il ralentitle mouvement in Nouv. Mém. de l'acad. de Berl. 1772. p. 9.), Coulomb (Sur la theorie des machines ſimples en ay ant égard au frottement de leurs parties etc. piece qui a remporté le prix double de l'acad. de Paris pour 1781, auszugsweiſe in Rozier Journal, Sept. 1783.), Metternich (Diſſ. de frictione. Erf. 1786. 4. Von dem Widerſtande der Reibung; a. d. Latein. Frankf. u. Maynz. 1789. 8.).
Das Reiben der Theile kan bey den Maſchinen durch verſchiedene Mittel betraͤchtlich vermindert werden. Hieher gehoͤrt vorzuͤglich der Vortheil, daß man nicht einerley Materien
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte : Bereitstellung der Texttranskription.
(2015-09-02T12:13:09Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2015-09-02T12:13:09Z)
Weitere Informationen:Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): keine Angabe; i/j in Fraktur: wie Vorlage; I/J in Fraktur: wie Vorlage; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): wie Vorlage; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: wie Vorlage; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |