niges Talent bereits bekannt gewordene Künstler der Brittischen Schule zu einem edlen Wettkampfe zu wecken. Der En- thusiasmus der Nation für ihren Shakspeare, die innige Bekanntschaft aller, selbst der niederen Stände, mit seinen Charakteren, seinen Situationen, seinen für die Dauer gestempelten Ausdrücken, und die lange Gewohnheit auf der Bühne seine göttliche Bezeichnungskunst von geübten Schauspie- lern, und fast alle Hauptrollen in der Per- son ihres bewunderten, unersetzlichen Garricks dargestellt, mit Aug' und Ohr zu Herzen zu nehmen: dies zusammenge- nommen, mußte eines Theils für die ma- lerische Behandlung ein unbeschreibliches Interesse erregen, und von der andern Seite die Künstler von der Kompetenz ih- rer Richter überzeugen. Shakspeare's dra- matisirende Phantasie begegnet überdies
niges Talent bereits bekannt gewordene Künstler der Brittischen Schule zu einem edlen Wettkampfe zu wecken. Der En- thusiasmus der Nation für ihren Shakspeare, die innige Bekanntschaft aller, selbst der niederen Stände, mit seinen Charakteren, seinen Situationen, seinen für die Dauer gestempelten Ausdrücken, und die lange Gewohnheit auf der Bühne seine göttliche Bezeichnungskunst von geübten Schauspie- lern, und fast alle Hauptrollen in der Per- son ihres bewunderten, unersetzlichen Garricks dargestellt, mit Aug’ und Ohr zu Herzen zu nehmen: dies zusammenge- nommen, mußte eines Theils für die ma- lerische Behandlung ein unbeschreibliches Interesse erregen, und von der andern Seite die Künstler von der Kompetenz ih- rer Richter überzeugen. Shakspeare’s dra- matisirende Phantasie begegnet überdies
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niges Talent bereits bekannt gewordene
Künstler der Brittischen Schule zu einem
edlen Wettkampfe zu wecken. Der En-
thusiasmus der Nation für ihren Shakspeare,
die innige Bekanntschaft aller, selbst der
niederen Stände, mit seinen Charakteren,
seinen Situationen, seinen für die Dauer
gestempelten Ausdrücken, und die lange
Gewohnheit auf der Bühne seine göttliche
Bezeichnungskunst von geübten Schauspie-
lern, und fast alle Hauptrollen in der Per-
son ihres bewunderten, unersetzlichen
Garricks dargestellt, mit Aug’ und Ohr
zu Herzen zu nehmen: dies zusammenge-
nommen, mußte eines Theils für die ma-
lerische Behandlung ein unbeschreibliches
Interesse erregen, und von der andern
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rer Richter überzeugen. Shakspeare’s dra-
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Kommentar zur DTA-Ausgabe
Der dritte Band von Johann Georg Forsters Ansicht… [mehr]
Der dritte Band von Johann Georg Forsters Ansichten vom Niederrhein blieb unvollendet. Nach Forsters Tod (10.1.1794) wurden dessen fragmentarische Aufzeichnungen zum dritten Band von Ludwig Ferdinand Huber geordnet und herausgegeben. Ergänzt wurde der Band um einen Anhang, Forsters bereits 1789 geschriebene "Geschichte der Kunst in England" (zuerst erschienen in Johann Wilhelm Archenholz' Annalen der brittischen Geschichte) und den "Artistischen Notizen, in London aufgezeichnet" im Anhang. Hubers Vorwort zum dritten Band ist datiert auf den Juli 1794, der Band erschien noch im selben Jahr.
Forster, Georg: Ansichten vom Niederrhein. Bd. 3. Berlin, 1794, S. 54. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/forster_niederrhein03_1794/345>, abgerufen am 22.11.2024.
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