Ochse, wie bist du so stattlich, bedachtsam, fleißig und nützlich! Wahrlich, ich brauche dich sehr -- aber du bist doch ein Ochs!
Ho da! Kartoffeln und ihr ökonomische Knollengewächse, Schreiten kaum kann man; gemach! macht euch nicht gar zu sehr breit!
Grüß dich, Klatschrose und Gänseblum', Butterblum', ländliches Völkchen, Schmucklos und ohne Geruch, unschuldig -- weiter sonst nichts? --
Nelke, du reizendes Kind, wie hast du so gar nichts Bescheid'nes! Jauchzende Farben vor Lust flammst du in's trau¬ rige Grün, Tief von den eigenen Düften du selber lustig berauschet Spiele denn, brenne, von dir laß ich berauschen mich gern!
Spaziergang.
Ochſe, wie biſt du ſo ſtattlich, bedachtſam, fleißig und nuͤtzlich! Wahrlich, ich brauche dich ſehr — aber du biſt doch ein Ochs!
Ho da! Kartoffeln und ihr oͤkonomiſche Knollengewaͤchſe, Schreiten kaum kann man; gemach! macht euch nicht gar zu ſehr breit!
Gruͤß dich, Klatſchroſe und Gaͤnſeblum', Butterblum', laͤndliches Voͤlkchen, Schmucklos und ohne Geruch, unſchuldig — weiter ſonſt nichts? —
Nelke, du reizendes Kind, wie haſt du ſo gar nichts Beſcheid'nes! Jauchzende Farben vor Luſt flammſt du in's trau¬ rige Gruͤn, Tief von den eigenen Duͤften du ſelber luſtig berauſchet Spiele denn, brenne, von dir laß ich berauſchen mich gern!
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Spaziergang.
Ochſe, wie biſt du ſo ſtattlich, bedachtſam, fleißig und
nuͤtzlich!
Wahrlich, ich brauche dich ſehr — aber du biſt doch
ein Ochs!
Ho da! Kartoffeln und ihr oͤkonomiſche Knollengewaͤchſe,
Schreiten kaum kann man; gemach! macht euch nicht
gar zu ſehr breit!
Gruͤß dich, Klatſchroſe und Gaͤnſeblum', Butterblum',
laͤndliches Voͤlkchen,
Schmucklos und ohne Geruch, unſchuldig — weiter
ſonſt nichts? —
Nelke, du reizendes Kind, wie haſt du ſo gar nichts
Beſcheid'nes!
Jauchzende Farben vor Luſt flammſt du in's trau¬
rige Gruͤn,
Tief von den eigenen Duͤften du ſelber luſtig berauſchet
Spiele denn, brenne, von dir laß ich berauſchen mich
gern!
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Eichendorff, Joseph von: Gedichte. Berlin, 1837, S. 230. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/eichendorff_gedichte_1837/248>, abgerufen am 26.02.2025.
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