Döpler, Jacob: Theatrum poenarum, Suppliciorum Et Executionum Criminalium, Oder Schau-Platz/ Derer Leibes und Lebens-Straffen. Bd. 1. Sonderhausen, 1693.CCCCXII. In den Sächsischen Gerichten ist eine gewisse Art und Gewohnheit eingeführet/ wie dasselbe zu hegen und zu halten/ sürnehmlich in vier Puncten / als auf die Besetzung des Gerichts/ dessen Hegung/ Haltung und Wieder aufgebung bestehet. Denn da wird anfangs das Peinliche Gericht mit einer gewissen Glocken in Städten und Flecken beleutet. P. H. O. Caroli V. art. 82. Welches darum geschicht/ daß iederman zulauffe/ die Heg- und Haltung des Peinlichen Hals-Gerichts vernehme/ und sich durch erfolgende Bestraffung von dergleichen Ubelthaten abschrecken lasse. Arg. L. 6. §. 1. L. 10. ff. de Poen. Petr. Heig. Part. 2. quaest. 37. n. 27 Drauf verfüget sich der Judex oder der Land-Richter mit den Schöppen an die Stette/ da man das Gerichte/ nach guter Gewohnheit pfleget zu halten/ und setzen sich miteinander nieder/ und hält der Judex ein bloßes Schwerd und Stab in der Hand. Wenn nun der arme Sünder vor das Hoch-Noth-Peinliche Hals-Gerichte geführet ist/ und da stehet/ wird dasselbe CCCCXIII. Itu Chur-Fürstenthum Sachsen/ folgender Gestalt geheget: Erstlich redet der Richter den nechsten Schöppen zur lincken Seiten also an: Herr Schöppe ich frage Euch/ ob es an der Zeit sey/ daß ich des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Georgens des Dritten / Herzogen zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ auch Engern und Westphalen/ des Heil. Römischen Reiches Ertz-Marschalln und Chur-Fürsten/ Land-Graffen iN Thüringen/ Marg-Grafen zu Meißen/ auch Ober und Nieder-Laußnitz/ Burg-Grafen zu Magdeburg/ Gefürsteten Grafen zu Henneberg/ Grafen zu der Marck / Ravensberg und Barby/ Herrnn zu Ravenstein &c: &c. Meines Gnädigsten Herrn Hoch-Noth-Peinlich Hals-Gericht hegen möge einem jeden zu seinen Rechten. Der Schöppe antwortet: Herr Richter/ dieweil Euch die Gerichte befohlen/ und Leuthe seyn/ die Peinlich-Noth-Hals-Gerichte begehren/ so ist es an der Zeit daß ihr Ihrer Churfürstl. Durchl. zu Sachsen und Burg-Grafens zu Magdeburg Hohe Peinliche Noth-Hals-Gerichte hegen möget. Ferner fraget der Richter den andern Schöppen CCCCXII. In den Sächsischen Gerichten ist eine gewisse Art und Gewohnheit eingeführet/ wie dasselbe zu hegen und zu halten/ sürnehmlich in vier Puncten / als auf die Besetzung des Gerichts/ dessen Hegung/ Haltung und Wieder aufgebung bestehet. Denn da wird anfangs das Peinliche Gericht mit einer gewissen Glocken in Städten und Flecken beleutet. P. H. O. Caroli V. art. 82. Welches darum geschicht/ daß iederman zulauffe/ die Heg- und Haltung des Peinlichen Hals-Gerichts vernehme/ und sich durch erfolgende Bestraffung von dergleichen Ubelthaten abschrecken lasse. Arg. L. 6. §. 1. L. 10. ff. de Poen. Petr. Heig. Part. 2. quaest. 37. n. 27 Drauf verfüget sich der Judex oder der Land-Richter mit den Schöppen an die Stette/ da man das Gerichte/ nach guter Gewohnheit pfleget zu halten/ und setzen sich miteinander nieder/ und hält der Judex ein bloßes Schwerd und Stab in der Hand. Wenn nun der arme Sünder vor das Hoch-Noth-Peinliche Hals-Gerichte geführet ist/ und da stehet/ wird dasselbe CCCCXIII. Itu Chur-Fürstenthum Sachsen/ folgender Gestalt geheget: Erstlich redet der Richter den nechsten Schöppen zur lincken Seiten also an: Herr Schöppe ich frage Euch/ ob es an der Zeit sey/ daß ich des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Georgens des Dritten / Herzogen zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ auch Engern und Westphalen/ des Heil. Römischen Reiches Ertz-Marschalln und Chur-Fürsten/ Land-Graffen iN Thüringen/ Marg-Grafen zu Meißen/ auch Ober und Nieder-Laußnitz/ Burg-Grafen zu Magdeburg/ Gefürsteten Grafen zu Henneberg/ Grafen zu der Marck / Ravensberg und Barby/ Herrñ zu Ravenstein &c: &c. Meines Gnädigsten Herrn Hoch-Noth-Peinlich Hals-Gericht hegen möge einem jeden zu seinen Rechten. Der Schöppe antwortet: Herr Richter/ dieweil Euch die Gerichte befohlen/ und Leuthe seyn/ die Peinlich-Noth-Hals-Gerichte begehren/ so ist es an der Zeit daß ihr Ihrer Churfürstl. Durchl. zu Sachsen und Burg-Grafens zu Magdeburg Hohe Peinliche Noth-Hals-Gerichte hegen möget. 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Part. 2. quaest. 37. n. 27</p> <p>Drauf verfüget sich der Judex oder der Land-Richter mit den Schöppen an die Stette/ da man das Gerichte/ nach guter Gewohnheit pfleget zu halten/ und setzen sich miteinander nieder/ und hält der Judex ein bloßes Schwerd und Stab in der Hand. Wenn nun der arme Sünder vor das Hoch-Noth-Peinliche Hals-Gerichte geführet ist/ und da stehet/ wird dasselbe</p> <p>CCCCXIII. Itu Chur-Fürstenthum Sachsen/ folgender Gestalt geheget:</p> <p>Erstlich redet der Richter den nechsten Schöppen zur lincken Seiten also an:</p> <p>Herr Schöppe ich frage Euch/ ob es an der Zeit sey/ daß ich des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Georgens des Dritten / Herzogen zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ auch Engern und Westphalen/ des Heil. Römischen Reiches Ertz-Marschalln und Chur-Fürsten/ Land-Graffen iN Thüringen/ Marg-Grafen zu Meißen/ auch Ober und Nieder-Laußnitz/ Burg-Grafen zu Magdeburg/ Gefürsteten Grafen zu Henneberg/ Grafen zu der Marck / Ravensberg und Barby/ Herrñ zu Ravenstein &c: &c. Meines Gnädigsten Herrn Hoch-Noth-Peinlich Hals-Gericht hegen möge einem jeden zu seinen Rechten.</p> <p>Der Schöppe antwortet:</p> <p>Herr Richter/ dieweil Euch die Gerichte befohlen/ und Leuthe seyn/ die Peinlich-Noth-Hals-Gerichte begehren/ so ist es an der Zeit daß ihr Ihrer Churfürstl. Durchl. zu Sachsen und Burg-Grafens zu Magdeburg Hohe Peinliche Noth-Hals-Gerichte hegen möget.</p> <p>Ferner fraget der Richter den andern Schöppen</p> </div> </body> </text> </TEI> [159/0175]
CCCCXII. In den Sächsischen Gerichten ist eine gewisse Art und Gewohnheit eingeführet/ wie dasselbe zu hegen und zu halten/ sürnehmlich in vier Puncten / als auf die Besetzung des Gerichts/ dessen Hegung/ Haltung und Wieder aufgebung bestehet. Denn da wird anfangs das Peinliche Gericht mit einer gewissen Glocken in Städten und Flecken beleutet.
P. H. O. Caroli V. art. 82.
Welches darum geschicht/ daß iederman zulauffe/ die Heg- und Haltung des Peinlichen Hals-Gerichts vernehme/ und sich durch erfolgende Bestraffung von dergleichen Ubelthaten abschrecken lasse.
Arg. L. 6. §. 1. L. 10. ff. de Poen. Petr. Heig. Part. 2. quaest. 37. n. 27
Drauf verfüget sich der Judex oder der Land-Richter mit den Schöppen an die Stette/ da man das Gerichte/ nach guter Gewohnheit pfleget zu halten/ und setzen sich miteinander nieder/ und hält der Judex ein bloßes Schwerd und Stab in der Hand. Wenn nun der arme Sünder vor das Hoch-Noth-Peinliche Hals-Gerichte geführet ist/ und da stehet/ wird dasselbe
CCCCXIII. Itu Chur-Fürstenthum Sachsen/ folgender Gestalt geheget:
Erstlich redet der Richter den nechsten Schöppen zur lincken Seiten also an:
Herr Schöppe ich frage Euch/ ob es an der Zeit sey/ daß ich des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Georgens des Dritten / Herzogen zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ auch Engern und Westphalen/ des Heil. Römischen Reiches Ertz-Marschalln und Chur-Fürsten/ Land-Graffen iN Thüringen/ Marg-Grafen zu Meißen/ auch Ober und Nieder-Laußnitz/ Burg-Grafen zu Magdeburg/ Gefürsteten Grafen zu Henneberg/ Grafen zu der Marck / Ravensberg und Barby/ Herrñ zu Ravenstein &c: &c. Meines Gnädigsten Herrn Hoch-Noth-Peinlich Hals-Gericht hegen möge einem jeden zu seinen Rechten.
Der Schöppe antwortet:
Herr Richter/ dieweil Euch die Gerichte befohlen/ und Leuthe seyn/ die Peinlich-Noth-Hals-Gerichte begehren/ so ist es an der Zeit daß ihr Ihrer Churfürstl. Durchl. zu Sachsen und Burg-Grafens zu Magdeburg Hohe Peinliche Noth-Hals-Gerichte hegen möget.
Ferner fraget der Richter den andern Schöppen
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